Stechwinden


aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Sarsaparille)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stechwinden
Hohe Stechwinde (Smilax excelsa)

Hohe Stechwinde (Smilax excelsa)

Systematik
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Lilienartige (Liliales)
Familie: Stechwindengewächse (Smilacaceae)
Gattung: Stechwinden
Wissenschaftlicher Name
Smilax
L.

Die Stechwinden (Smilax), auch Sarsaparille oder Sassaparille genannt, sind eine Pflanzengattung in der Familie der Stechwindengewächse (Smilacaceae). Die etwa 300 Arten sind fast weltweit verbreitet.<ref name="FoC" />

Beschreibung

Datei:Smilax aristolochiifolia - Köhler–s Medizinal-Pflanzen-130.jpg
Illustration aus Koehler 1887 der
Veracruz-Stechwinde (Smilax aristolochiifolia)
Datei:Smilax aspera.jpg
Lederige Laubblätter und reife Früchte der Rauen Stechwinde (Smilax aspera)

Erscheinungsbild und Blätter

Stechwinden-Arten wachsen als immergrüne, kletternde oder weniger oft fast aufrechte, manchmal ausdauernde krautige Pflanzen, manche Arten verholzen und sind Sträucher, selten Halbsträucher.<ref name="FoC" /> Als Überdauerungsorgane werden meist kurze, starke, dicke Rhizome gebildet.<ref name="FoC" /> Es sind mehr oder weniger stark verholzende, mehr oder weniger lange und mehr oder weniger stark verzweigte, meist stachelige Sprossachsen vorhanden.

Die wechselständig<ref name="FE1980" /> und manchmal zweizeilig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die meist im unteren Bereich schmal geflügelten Blattstiele besitzen eine Abszissionszone (Stelle an der das Blatt abgeworfen wird) zwischen geflügelten und oberen Bereich.<ref name="FoC" /> Die einfachen Blattspreiten sind meist eiförmig bis lanzettlich<ref name="FoC" /> und besitzen oft gerundeten oder spießförmigen Spreitengrund.<ref name="FE1980" /> Zwischen den drei bis sieben Hauptnerven ist eine deutliche Netznervatur vorhanden.<ref name="FoC" /> Oft sind an der Basis des Blattstieles zwei Ranken vorhanden.<ref name="FE1980" />

Blütenstände und Blüten

Die Blütenstände stehen seitenständigen in laubblatt- oder schuppenartigen Tragblättern auf Blütenstandsschäften, die manchmal an ihrer Basis ein schuppenähnliches Prophyll besitzen.<ref name="FoC" /> Der rispige, ährige oder traubige Gesamtblütenstand enthält ein bis selten drei mehr oder weniger kopfigen doldigen Teilblütenständen.<ref name="FoC" />

Stechwinden-Arten sind zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch).<ref name="FE1980" /> Die relativ kleinen, eingeschlechtigen Blüten sind dreizählig.<ref name="FoNA" /><ref name="FoC" /> Die zwei × drei meist freien (bei Smilax synandra verwachsenen), relativ kleinen Blütenhüllblätter sind grünlich bis weiß.<ref name="FE1980" /> In den männlichen Blüten sind zwei Kreise mit je drei freien Staubblättern vorhanden;<ref name="FE1980" /> selten acht oder mehr Staubblätter vorhanden. Die Staubblätter sind an der Basis der Blütenhüllblätter inseriert. Die Staubbeutel besitzen meist nur eine Theka.<ref name="FoC" /> Drei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen dreikammerigen Fruchtknoten verwachsen.<ref name="FE1980" /> Die Fruchtknotenkammern enthalten jeweils ein bis zwei Samenanlagen.<ref name="FoC" /> Auf einem sehr kurzen bis kaum erkennbaren Griffel sitzen drei Narben vorhanden.<ref name="FE1980" /><ref name="FoC" /> In den weiblichen Blüten können bis zu sechs Staminodien vorhanden sein.<ref name="FoC" />

Früchte und Samen

Die bei Reife roten bis schwarzen Beeren enthalten meist ein bis zwei,<ref name="FoC" /> selten bis zu drei Samen. Die dunkelbraunen<ref name="FoC" /> Samen sind glatt und glänzend.<ref name="FE1980" />

Systematik und Verbreitung

Datei:Smilax aspera (leaf).jpg
Laubblatt der Rauen Stechwinde (Smilax aspera)
Datei:Smilax azorica.JPG
Sprossachse mit Laubblättern von Smilax azorica
Datei:Smilax campestris 2.jpg
Laubblätter und Blütenstände von Smilax campestris
Datei:Smilax ecirrata.jpg
Habitus, Laubblätter und Blütenstand von Smilax ecirrata
Datei:Smilax glauca 7.JPG
Sprossachse mit gestielten, einfachen Laubblättern und Ranken von Smilax glauca
Datei:Smilax nipponica 4.JPG
Blütenstand mit Blüten im Detail von Smilax nipponica
Datei:Smilax zeylanica 25.JPG
Laubblätter und Blütenstände von Smilax zeylanica

Die Gattung Smilax wurde durch Carl von Linné aufgestellt.<ref name="WCSP" /> Der Gattungsname Smilax wurde in der griechischen Antike für eine immergrüne Eichenart verwendet.<ref name="FoNA" />

Die Smilax-Arten gedeihen in tropischen, subtropischen und gemäßigten Gebieten fast weltweit. In China kommen etwa 79 Arten vor, 39 davon nur dort.<ref name="FoC" /> Die meisten Arten kommen in der Neotropis vor. Nur die drei Arten Raue Stechwinde (Smilax aspera), Smilax canariensis und Hohe Stechwinde (Smilax excelsa) kommen auch in Europa vor.<ref name="FE1980" />

In der Gattung der Stechwinden (Smilax) gibt es je nach Autor 250 bis 350 Arten:<ref name="GRIN" /><ref name="WCSP" />

Nutzung

Naturheilkunde

Die Droge unter dem Namen Sarsaparille, Radix Sarsaparillae<ref name="Merck'sWarenlexikon1884" /> aus den unterirdischen Pflanzenteilen fand von beispielsweise Smilax regelii und Smilax medica früher Verwendung in der Behandlung von Syphilis. Vereinzelt noch beispielsweise als „Blutreinigungsmittel“, harn- und schweißtreibendes Mittel, bei chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen.<ref name="Hunnius1997" /> Homöopathisch wird Sarsaparilla ("Sars.") noch gelegentlich verwendet.<ref name="HomöopathischesRepertorium2002" /> Die enthaltenen Saponine sind für unerwünschte Wirkungen wie Magen- und Nierenreizungen verantwortlich.<ref name="Braun1994" /> Keine der Wirkungen ist wissenschaftlich belegt.

Erwähnung von Sarsaparilla in der Literatur und Sonstigen

Belege Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Quellen

  • Chen Xinqi (陈心启), Tetsuo Koyama: Smilax. - textgleich online wie gedrucktes Werk. In:  Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 24: Flagellariaceae through Marantaceae, Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 2000, ISBN 0-915279-83-5, S. 96.
  • Walter C. Holmes: Smilax. - textgleich online wie gedrucktes Werk. In:  Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 26: Magnoliophyta: Liliidae: Liliales and Orchidales, Oxford University Press, New York/Oxford u. a. 2002, ISBN 0-19-515208-5, S. 468.
  • L. Ferrufino-Acosta: Taxonomic revision of the genus Smilax (Smilacaceae) in Central America and the Caribbean islands. In: Willdenowia, Volume 40, 2010, S. 227-280.

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN"> Smilax im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. </ref> <ref name="FE1980"> Robert Anthony DeFilipps: Smilax L., S. 74. In:  T. G. Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Volume 5: Alismataceae to Orchidaceae (Monocotyledones), Cambridge University Press, Cambridge 1980, ISBN 0-521-20108-X, S. 74 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche). </ref> <ref name="Zander2008"> Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.</ref> <ref name="FoC"> Chen Xinqi, Tetsuo Koyama: Smilax. - textgleich online wie gedrucktes Werk. In:  Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 24: Flagellariaceae through Marantaceae, Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 2000, ISBN 0-915279-83-5, S. 96. </ref> <ref name="FoNA"> Walter C. Holmes: Smilax. - textgleich online wie gedrucktes Werk, In:  Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 26: Magnoliophyta: Liliidae: Liliales and Orchidales, Oxford University Press, New York/Oxford u. a. 2002, ISBN 0-19-515208-5, S. 468. </ref> <ref name="WCSP"> Rafaël Govaerts (Hrsg.): Datenblatt bei World Checklist of Selected Plant Families des Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 30. September 2014</ref> <ref name="Hunnius1997">Hunnius Pharmazeutisches Wörterbuch, 8. Aufl. Berlin 1997</ref> <ref name="Braun1994"> Braun, Frohne: Heilpflanzenlexikon, Gustav Fischer Verlag, Stuttgart, Jena, New York, 6. Aufl. 1994</ref> <ref name="HomöopathischesRepertorium2002"> Homöopathisches Repertorium, Karlsruhe 2002, Deutsche Homöopathie Union. </ref> <ref name="Merck'sWarenlexikon1884">Sassaparille. In: Merck’s Warenlexikon. 3. Aufl. 1884 ff., S. 489 f.</ref> </references>

Historische Literatur

Weblinks

Commons Commons: Stechwinden (Smilax) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diese Hinweise zu Gesundheitsthemen beachten!