Der Spiegel


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Der Spiegel
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Beschreibung Nachrichtenmagazin
Sprache Deutsch
Verlag Spiegel-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG (Deutschland)
Erstausgabe 4. Januar 1947
Erscheinungsweise wöchentlich/samstags
Verkaufte Auflage
(IVW 3/2015)
830.349 Exemplare
Verbreitete Auflage (IVW 3/2015) 844.121 Exemplare
Reichweite (MA 2014 III) 6,13 Mio. Leser
Chefredakteur Klaus Brinkbäumer
Herausgeber Rudolf Augstein (1923–2002)
Weblink www.spiegel.de/spiegel
Artikelarchiv 1947 ff.
ISSN 0038-7452Vorlage:Infobox Publikation/Unspezifische ISSN-Angabe
Datei:2013-06-08 Highflyer HP L4711.JPG
Das Spiegel-Gebäude in Hamburg

Der Spiegel (Eigenschreibweise: DER SPIEGEL) ist ein deutsches Nachrichtenmagazin, das im Spiegel-Verlag in Hamburg erscheint und weltweit vertrieben wird. Die verkaufte Auflage beträgt 830.349 Exemplare, ein Minus von 21,4 Prozent seit 1998.<ref>laut IVW, (Details auf ivw.eu)</ref> Aufgrund seines Einflusses auf die öffentliche Meinungsbildung wird das Blatt oft als ein Leitmedium in Deutschland bezeichnet.<ref>Der Spiegel: Ein Leitmedium braucht eine Leitfigur. In: Der Tagesspiegel, 17. November 2007</ref><ref>Siegfried Weischenberg, Maja Malik, Armin Scholl: Journalismus in Deutschland 2005 (PDF; 306 kB) in media perspektiven 7/2006</ref> In der bundesdeutschen Pressegeschichte nehmen Der Spiegel und sein Gründer Rudolf Augstein eine wichtige Rolle ein.<ref>„Der Spiegel“: Erfolge feiern mit Skandalen auf Stern.de vom 4. Januar 2007</ref> Das 1947 gegründete Blatt erlangte seine Bedeutung im Kampf für die Pressefreiheit (siehe Spiegel-Affäre) und durch die Enthüllung politischer Affären.

Die Redaktion kooperiert mit Spiegel Online, das ebenfalls zum Spiegel-Verlag gehört, aber redaktionell und unternehmerisch vom Magazin getrennt ist. Es gab Überlegungen und Bestrebungen, beide Redaktionen zusammenzulegen oder die Mitarbeiter von Spiegel Online gleichwertig zu stellen.<ref>“Zeit für eine Zäsur” – Spiegel Onliner fordern Gleichberechtigung mit Print. In: meedia.de. 4. Dezember 2014, abgerufen am 31. März 2015.</ref><ref>"Spiegel" trennt sich von Chefredakteur Wolfgang Büchner. In: Tagesspiegel.de. 4. Dezember 2014, abgerufen am 31. März 2015: „Wolfgang Büchner hatte es sich vor allem mit der Printredaktion verscherzt, seitdem er versucht hatte, mit dem Konzept „Spiegel 3.0“ die komplette Verzahnung von Print und Online durchzusetzen. Die Ressorts sollten Doppelspitzen erhalten ...“</ref>

Am 1. Dezember 2015 teilte der Verlag mit, man müsse in den nächsten Jahren etwa jeden fünften Arbeitsplatz abbauen.<ref>zeit.de: "Spiegel" baut 150 Stellen ab</ref><ref>FAZ.net: Jeder Fünfte muss gehen</ref>

Geschichte

Ursprünge

Datei:Hamburg.Spiegel.Nordwest.wmt.JPG
Neubau auf der Ericusspitze, bezogen September 2011
Datei:Hamburg Der Spiegel Verlagshaus 01 KMJ.jpg
Ehemalige Gebäude der Spiegel-Gruppe in Hamburg. Links das 1969 gebaute Redaktionsgebäude, rechts das 1996 von IBM übernommene Verlagsgebäude

Bereits vor dem Ersten Weltkrieg wurde von Lion Feuchtwanger in München eine Zeitschrift unter dem Namen Der Spiegel herausgegeben. Diese fusionierte im November 1908 mit Siegfried Jacobsohns Schaubühne, steht allerdings nicht in Verbindung mit dem heutigen Nachrichtenmagazin Der Spiegel.

Die erste Ausgabe des Blattes erschien am 4. Januar 1947, einem Samstag, in Hannover.<ref>spiegelgruppe.de: Geschichte</ref> Unter dem Titel Diese Woche war bereits seit November 1946 in Hannover ein Vorläufer erschienen, der amerikanischen und britischen news magazines nachempfunden war und zunächst unter der Ägide der britischen Militärverwaltung stand. Die drei verantwortlichen Presseoffiziere waren John Seymour Chaloner, Henry Ormond und Harry Bohrer, letzterer als kommissarischer Chefredakteur. Mit der siebten Ausgabe wurde das Blatt in deutsche Hände übergeben.

Rudolf Augstein, der das Deutschland-Referat bei Diese Woche geleitet hatte, erhielt die Verlegerlizenz und übernahm das Magazin, das er alsbald Der Spiegel nannte, als Herausgeber und Chefredakteur. Die erste Ausgabe erschien im Januar 1947, wurde im hannoverschen Anzeiger-Hochhaus erstellt und erreichte eine Auflage von 15.000 Exemplaren – die Papierrationierungen der Briten verhinderten zunächst höhere Auflagen.

1949 beschloss die Redaktion das Spiegel-Statut:

„Alle im Spiegel verarbeiteten und verzeichneten Nachrichten, Informationen, Tatsachen müssen unbedingt zutreffen. Jede Nachricht und jede Tatsache ist im Zweifelsfalle links“) deutlich zusammen: „Wenn Der Spiegel im Zweifel links ist, sind wir im Zweifel rechts.“

Das Blatt erlitt ein Auflagenverlust von mehr als zehn Prozent und einen Rückgang der verkauften Anzeigenseiten um mehr als zwölf Prozent. 1995 lag die Anzahl der Leser bei über sieben Millionen. Es entstanden Spiegel TV und Spiegel Special, die ein Fünftel des Spiegel-Umsatzes von 542 Millionen D-Mark (1996) generierten. Der Spiegel war im ersten Halbjahr 1996 „die deutsche Zeitschrift mit den höchsten Einnahmen aus Vertrieb und Anzeigen.“ Erzielt wurden Bruttoeinnahmen von 330,7 Millionen D-Mark, das war knapp eine Million mehr als der Stern (Platz 2) erzielen konnte und lag noch vor Bild am Sonntag (Platz 3) und Focus. Im Januar 1997 feierte Der Spiegel 50. Geburtstag. Bis dahin waren 2.649 Ausgaben erschienen. Man aktualisierte das Layout, das seitdem durchgehend farbig ist.

Ära Stefan Aust

Datei:Condoleezza Rice, Stefan Aust, Gerhard Sporl, Georg Mascolo and Ralf Beste 2007.jpg
Spiegel-Interview in Berlin mit der damaligen US-Außenministerin Condoleezza Rice

Ab Ende der 1990er Jahre, unter dem Chefredakteur Stefan Aust und möglicherweise auch unter dem Eindruck der Konkurrenz, wurde von Beobachtern eine Hinwendung des Spiegels zu liberalen Standpunkten verzeichnet. Als mit der Bundestagswahl 1998 Helmut Kohl abgewählt wurde, kam es zur ersten rot-grünen Koalition auf Bundesebene. Vieles in Politik und Gesellschaft änderte sich. Das Internet gewann an Bedeutung und die Dotcom-Blase bildete sich. Kritiker hielten dem Blatt vor, boulevardesker geworden zu sein und an analytischer Tiefe verloren zu haben. Die Artikel wurden aber nicht kürzer oder weniger aktuell. Im Vorfeld der Bundestagswahl 2005 wurde dem Blatt „Wahlhilfe“ für das bürgerliche Lager um Angela Merkel attestiert. Auf die Frage, mit welcher Partei sie sympathisieren, antworteten 2005 die befragten Spiegel-Leser zu 36 Prozent CDU/CSU, zu 28 Prozent SPD, zu 18 Prozent Die Grünen, zu 7 Prozent FDP und zu 5 Prozent Linkspartei.PDS.<ref>„Statistik: Wer liest/hört/sieht was warum?“ in Die Zeit Nr. 5 2006, S. 64.</ref>

Laut einer Umfrage unter 1536 deutschen Journalisten im Frühjahr 2005 soll sich der Einfluss des Magazins verringert haben. 33,8 Prozent der Befragten bezeichneten das Blatt weiterhin als ihr Leitmedium, während für die Süddeutsche Zeitung 34,6 Prozent votierten. 1993 hatten noch zwei Drittel der befragten Journalisten für den Spiegel als Leitmedium gestimmt.

Seit 1996 veranstaltet das Magazin den jährlichen Spiegel-Wettbewerb für Schülerzeitungen.

Im Jahr 2002 wurde der Spiegel-Shop gegründet, dessen Geschäftszweck die Vermarktung von Nebenprodukten des Spiegel-Verlags und weiterer Medien ist.

Seit dem 24. Oktober 2002 gibt es das Blatt auch als digitale Ausgabe im Portable Document Format.

Am 7. November 2002 starb Herausgeber Rudolf Augstein. Er wird auch posthum als offizieller Herausgeber genannt.

Am 6. August 2004 verkündete der Verlag, gemeinsam mit der Axel Springer AG, zur traditionellen deutschen Rechtschreibung zurückkehren zu wollen.<ref>SPIEGEL-Verlag und Axel Springer AG kehren zur klassischen Rechtschreibung zurück. Spiegel Online, 6. August 2004.</ref> Dieses Vorhaben wurde aber nicht umgesetzt; am 2. Januar 2006 wurde die reformierte Rechtschreibung entsprechend den Empfehlungen des Rates für deutsche Rechtschreibung weitgehend übernommen.

Am 25. Juni 2007 erschien das Blatt in der Schweiz testweise und vorerst einmalig mit einer eingehefteten Split-Beilage.

Doppelspitze Mascolo und Blumencron

Mit Spiegel Wissen startete der Verlag im Februar 2008 in Kooperation mit der Wissen Media Group eine Internetplattform, die Inhalte des Nachrichtenmagazins Der Spiegel, von Spiegel Online, der Wikipedia und Bertelsmann-Lexika und -Wörterbücher zusammenfasste. Dort wurden außerdem kostenlos fast alle seit 1947 veröffentlichten Spiegel-Artikel bis auf jene der beiden aktuellen Ausgaben angeboten.<ref>Finden statt suchen mit SPIEGEL WISSEN. (Memento vom 2. Juli 2011 im Internet Archive) Spiegel Online, 13. Februar 2008. Zumindest die Titelgeschichte und das Titelblatt der Ausgabe 22/1977 („Die verkauften Lolitas“) fehlen jedoch. Das Titelbild wurde 1977 nach Protest von Emma, Courage, Unsere kleine Zeitung und dem Kinderschutzbund vom Deutschen Presserat gerügt. Vgl.  Rückspiegel. In: Der Spiegel. Nr. 32, 1977 (online).  Betr.: Presserat. In: Der Spiegel. Nr. 50, 1981 (online).</ref> Seit 2009 wurde der Großteil des Angebots von Spiegel Wissen, insbesondere das Heftarchiv, in den Auftritt von Spiegel Online integriert. Im November 2013 konnten die Spiegel-Artikel im Archiv bis auf die vergangenen 12 Monate kostenlos gelesen werden.

Am 5. Februar 2008 endete die Ära Aust. Sein Vertrag lief bis zum 31. Dezember 2008; die Gesellschafter beurlaubten ihn und verlängerten seinen Vertrag nicht.<ref>Blumencron und Mascolo neue Chefredakteure des SPIEGEL in Spiegel Online vom 5. Februar 2008</ref> Ihm folgten Mathias Müller von Blumencron, bis Ende Mai 2008 Chef von Spiegel Online, und Georg Mascolo, Leiter des Hauptstadtbüros.

Im September 2009 startete Dein Spiegel, ein Kindermagazin und 2010 Legal Tribune Online, ein Portal in Kooperation mit dem niederländischen Wolters Kluwer-Verlag mit Stellungnahmen zu aktuellen Rechtsfragen. Im Februar 2011 wurden die Zuständigkeiten innerhalb der doppelköpfigen Chefredaktion neu verteilt: Mascolo übernahm die Alleinverantwortung für das Nachrichtenmagazin Der Spiegel und Blumencron die Verantwortung aller digitalen Aktivitäten, einschließlich von Spiegel Online.<ref>Spiegel-Chefredaktion übernimmt Gesamtverantwortung für Print, Online und Digital, Pressemitteilung Spiegel-Gruppe vom 21. Februar 2011</ref> Nach der im März 2012 veröffentlichten Studie „Medienmarken als Arbeitgeber 2012“ der Fachzeitung Horizont gilt Der Spiegel unter den Beschäftigten der Medienbranche als bester Arbeitgeber unter allen deutschen Zeitschriften und Zeitungen.<ref>Medien als Arbeitgeber: „Spiegel“ führt Ranking deutscher Zeitschriften und Zeitungen an in Horizont vom 26. März 2012</ref> Am 9. April 2013 wurden Mascolo und Müller von Blumencron „wegen unterschiedlicher Auffassungen zur strategischen Ausrichtung mit sofortiger Wirkung abberufen und beurlaubt“.<ref>Pressemitteilung der Spiegel-Gruppe: Georg Mascolo und Mathias Müller von Blumencron als SPIEGEL-Chefredakteure abberufen</ref><ref>Kopflos in die Zukunft Die Suche nach einer neuen Führung für „Spiegel“ und „Spiegel-Online“. dradio.de</ref>

Gegenwart

Nach dem Ausscheiden von Mascolo und Blumencron wurde Wolfgang Büchner im September 2013 Nachfolger sowohl als Leiter des Spiegel als auch von Spiegel Online.<ref name="SPIEGEL-Gruppe">SPIEGEL-Gruppe. In: spiegelgruppe.de. Abgerufen am 3. Juli 2015.</ref><ref>Harald Staun: Die Lage beim „Spiegel“. Vertreten, verraten. In: FAZ, 2. September 2013</ref> Er teilte im Dezember 2013 mit, dass das gedruckte Heft von 2015 an nicht mehr montags, sondern regulär samstags erscheinen wird.<ref>Auflagenstärkstes Wochenmagazin. „Spiegel“ erscheint künftig samstags. In: Süddeutsche Zeitung, 2. Dezember 2013.</ref><ref>Michael Hanfeld: Neue Pläne der Chefredaktion. „Spiegel“ am Samstag, FAZ, 2. Dezember 2013</ref>

Die Personalentscheidung Nikolaus Blome löste 2013 im Haus Springer und in der Familie Augstein eine Kontroverse aus. Blome, vormals in der Chefredaktion der Bild tätig, sollte in die Chefredaktion des Spiegel wechseln, ein Vorgang, der seit 1995 im Einvernehmen zwischen der Mitarbeiter KG, die 50,5 % der Anteile hält, und der Geschäftsführung getroffen wird. Im Falle Blomes wollte Geschäftsführer Ove Saffe die Personalie mit Hilfe des Verlags Gruner + Jahr ohne Zustimmung der KG durchsetzen.<ref>Kai-Hinrich Renner: Machtkampf beim „Spiegel“ hat gerade erst begonnen. In: Die Welt, 25. August 2013.</ref> Nach einer längeren Auseinandersetzung wurde Büchner schließlich gegen den Widerstand der Mitarbeiter KG Chefredakteur.

Außerdem scheiterte Büchner im August 2014 mit dem Plan, Online und Print unter dem Titel Spiegel 3.0 zusammenzuführen. Die Gesellschafterversammlung gab ihm den Auftrag, die Printredaktion in die Erarbeitung der Umstellung einzubeziehen, wo er jedoch wegen umstrittener Personalmaßnahmen kein Vertrauen mehr fand. Zudem soll sich Büchner dieser strategischen Entwicklung vollständig widmen, womit er aus der täglichen Arbeit der Chefredaktion abgezogen wird.<ref>Büchner bleibt Chefredakteur auf Bewährung. turi2.de, 25. August 2014</ref> Seit 2014 unterhält der Spiegel ein „Labor für multimediales Storytelling“, in dem Mitarbeiter aller Sparten regelmäßig zusammenkommen, um Strukturen für Multi-Format Publishing und Datenjournalismus zu entwickeln. Es wird maßgeblich betrieben von Cordt Schnibben.<ref>Labor für multimediales Erzählen. In: Berliner Zeitung, 19. Mai 2014</ref> Der Spiegel unterhält zudem eine Kooperation mit der niederländischen politischen Wochenzeitschrift HP/De Tijd; sie übernimmt Reportagen des Magazins.

Am 13. Januar 2015 wurde Chefredakteur Büchner durch Klaus Brinkbäumer ersetzt.

Am 3. Juli 2015 hat Der Spiegel bei der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe Anzeige erstattet wegen des „Verdachts der geheimdienstlichen Agententätigkeit und der Verletzung des Fernmeldegeheimnisses“, weil man davon ausgehe von US-Geheimdiensten abgehört worden zu sein.<ref>Überwachung: SPIEGEL im Visier von US-Geheimdiensten. In: Spiegel Online. Der Spiegel, 3. Juli 2015, abgerufen am 3. Juli 2015.</ref>

Ende 2015 kündigte der Verlag des Spiegels an, mit seinem Sparprogramm Ende 2016 ca. 150 Stellen abzubauen, was rund jedem fünften Arbeitsplatz entspricht. Zudem soll ein Regionalteil für Nordrhein-Westfalen getestet werden.<ref>"Spiegel" baut jede fünfte Stelle ab. In: n-tv.de. Abgerufen am 1. Dezember 2015.</ref>

Auflage

Das Blatt verlor zwischen 2008 und 2012 deutlich an Auflage. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 21,4 Prozent gesunken.<ref>laut IVW, (Details auf ivw.eu)</ref> Sie beträgt gegenwärtig 830.349 Exemplare.<ref>laut IVW, drittes Quartal 2015 (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu) </ref> Das entspricht einem Rückgang von 226.324 Stück. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 46,5 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage<ref>laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)</ref> <timeline> ImageSize = width:350 height:270 PlotArea = left:50 bottom:20 width:300 height:250 TimeAxis = orientation:horizontal AlignBars = early Colors =

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Kritik

Vorwurf der Demokratiegefährdung

1956/57, rund zehn Jahre nach der Gründung des Blattes, verfasste Hans Magnus Enzensberger eine kritische Analyse über Die Sprache des Spiegel, in der er eine Reihe von Thesen aufstellte:<ref> Hans Magnus Enzensberger: Die Sprache des Spiegel. In: Der Spiegel. Nr. 10, 1957, S. 48–51 (online).</ref> Das deutsche Nachrichtenmagazin sei im Grunde kein Nachrichtenmagazin, da es seinen Informationsgehalt in die Form von „Storys“ kleide, Der Spiegel übe nicht Kritik, sondern deren Surrogat, der Leser des Spiegels werde nicht orientiert, sondern desorientiert. Diese kritische Einstellung revidierte Enzensberger auch nach der Spiegel-Affäre nicht; er sah das Magazin weiterhin als latente Gefahr für die deutsche Demokratie. Dennoch hatte er in den 1950er Jahren betont, Der Spiegel sei unentbehrlich, solange es in der Bundesrepublik kein kritisches Organ gebe, das ihn ersetzen könne.

Sprachlicher Stil

Wolf Schneider nannte das Magazin 1985 „den obersten Verhunzer der deutschen Sprache“.<ref>Wolf Schneider: Deutsch für Profis. 2. Aufl., Gruner & Jahr, Hamburg 1985.</ref> In seinen Stilfibeln zitiert er aus dem Spiegel häufig Negativbeispiele für schlechtes Deutsch.<ref>Wolf Schneider: Deutsch für Kenner. Die neue Stilkunde. 2. Aufl., Gruner & Jahr, Hamburg 1997.</ref>

Berichterstattung zu AIDS

Die Berichterstattung des Magazins über die Krankheit AIDS wurde teilweise als „unangemessen“ kritisiert.<ref>Herbert Bock: Eine sprachpsychologische Untersuchung zur Berichterstattung über die Krankheit AIDS in Print-Medien. Roderer, Regensburg 1992, ISBN 3-89073-603-3, S. 92.</ref><ref>Herbert Bock: Zur sprachlichen Darstellung von AIDS in Print-Medien. In: Bernd Ulrich Biere, Wolf-Andreas Liebert (Hrsg.): Metaphern, Medien, Wissenschaft. Zur Vermittlung der AIDS-Forschung in Presse und Rundfunk. Westdeutscher Verlag, Opladen 1997, ISBN 3-531-12902-3, S. 81–101.</ref> Der Sexualwissenschaftler Volkmar Sigusch bezeichnete diese Form der Berichterstattung als „erschütternd“ und „Versagen jener Presse, die zwischendurch auch einmal liberal war“.<ref>Volkmar Sigusch: Aids als Risiko: Über den gesellschaftlichen Umgang mit einer Krankheit. Konkret-Literatur-Verlag, Hamburg 1987, ISBN 3-922144-67-5, S. 8.</ref><ref name="Schmidt">Hans-Jürgen Schmidt: Mediale Deutungsmuster von AIDS. Über die Konsequenzen medialer Darstellung für Prävention und praktische AIDS-Arbeit. Mülheim an der Ruhr 2005, S. 66 (PDF).</ref> Andere warfen dem Blatt vor, durch seinen Umgang mit Fallzahlen Panik zu verbreiten<ref name="Koeneke">Susanne Köneke: AIDS in der Presse: Der schreibende Umgang mit dem Ungewissen. Univ., Freiburg im Breisgau 1990, S. 24.</ref><ref>Frank Rühmann: AIDS: Eine Krankheit und ihre Folgen. Edition Qumran im Campus-Verlag, Frankfurt am Main / New York 1985, ISBN 3-88655-208-X, S. 75.</ref><ref>Ulrich Clement: Höhenrausch. In: Aids als Risiko: Über den gesellschaftlichen Umgang mit einer Krankheit. Konkret-Literatur-Verlag, Hamburg 1987, ISBN 3-922144-67-5, S. 212.</ref><ref name="Schmidt" /> und, durch redaktionelle Aussagen wie „wenn erst Kinder an AIDS sterben werden, Frischoperierte, Unfallopfer, Krankenhauspatienten, ohne jedes Stigma also“<ref name="Koeneke" /> oder durch Veröffentlichung entsprechender Leserbriefe,<ref>Gunter Schmidt: Moral und Volksgesundheit. In: Aids als Risiko: Über den gesellschaftlichen Umgang mit einer Krankheit. Konkret-Literatur-Verlag, Hamburg 1987, ISBN 3-922144-67-5, S. 26.</ref> Kranke, Betroffene und Infizierte zu stigmatisieren.

Allerdings diente das „Leitmedium Spiegel“ in Untersuchungen oft als Vorzeigeobjekt, an dem Kritik festgemacht wurde, die so auch auf vielen anderen Medien zu finden war.<ref name="Schmidt" /> Außerdem erhielt Der Spiegel 1987 für eine Reportage auch den ersten Medienpreis der Deutschen AIDS-Stiftung, der für Arbeiten ausgelobt wird, „die sachkundig über HIV/AIDS berichten und damit zur Solidarität mit Betroffenen beitragen“.

Umgang mit NS-Vergangenheit im eigenen Magazin

Nachdem der Medienforscher Lutz Hachmeister die Tätigkeit ehemaliger SS-Offiziere als Spiegel-Redakteure und Serienautoren für den frühen Spiegel belegen konnte, so zum Beispiel die Autorenschaft des Kriminalrates und SS-Hauptsturmführers Bernhard Wehner für die am 29. September 1949 startende 30-teilige Spiegel-Serie „Das Spiel ist aus – Arthur Nebe“,<ref>Lutz Hachmeister: Ein deutsches Nachrichtenmagazin. Der frühe „Spiegel“ und sein NS-Personal. In: Lutz Hachmeister, Friedemann Siering (Hrsg.): Die Herren Journalisten. Die Elite der deutschen Presse nach 1945. C.H. Beck, München 2002, ISBN 3-406-47597-3, S. 87–120.</ref> geriet das Magazin 2006 verstärkt in die Kritik, weil es seine eigene NS-belastete Vergangenheit nicht ausreichend reflektiert habe. So bemängelte die Süddeutsche Zeitung in einem ganzseitigen Beitrag ebenso wie das medienpolitische ver.di-Magazin M,<ref>Willi Winkler: Ich hatt’ einen Kameraden. Ein Prozess, das Blatt mit dem Bayerischen Rundfunk führt, wirft unvermittelt Licht auf die Vergangenheit des Nachrichtenmagazins. In: Süddeutsche Zeitung, 14./15. Juni 2006, S. 15. Und: Verharmlosung im Rückblick. Kritiker vermissen bis heute offenen Umgang des Spiegel mit seiner braunen Vergangenheit. In: M – Menschen – Machen – Medien, Heft 9/2006, S. 16.</ref> dass die Rolle des ehemaligen Pressechefs im NS-Außenministerium und SS-Obersturmbannführers Paul Karl Schmidt alias Nachkriegsbestsellerautor Paul Carell als Serienautor des Magazins marginalisiert und die Tatsache, dass die SS-Hauptsturmführer Georg Wolff und Horst Mahnke in den 1950er Jahren zu leitenden Redakteuren avancierten, von dem sonst NS-kritischen Magazin ausgeblendet worden sei. Erst 2014 wurde bekannt, dass auch der langjährige Chef vom Dienst des Spiegel Johannes Matthiesen als ehemaliger SS-Untersturmführer sowie der Redakteur Kurt Blauhorn als früherer NS-Propagandist einschlägig vorbelastet waren.<ref>Lutz Hachmeister: Heideggers Testament. Der Philosoph, der Spiegel und die SS. Propyläen, Berlin 2014, ISBN 978-3-549-07447-3, S. 113f.</ref>

Schon im Jahr 2000 hatte die Neue Zürcher Zeitung Augstein vorgeworfen, ehemaligen Nationalsozialisten bewusst die Möglichkeit gegeben zu haben, wieder gesellschaftsfähig zu werden. Zudem soll Augstein im Falle des Reichstagsbrandes mit dazu beigetragen haben, die kontroverse Alleintäterthese als allein gültig darzustellen.<ref>NZZ attackiert Rudolf Augstein (Memento vom 12. März 2007 im Internet Archive) auf netzeitung.de vom 8. Dezember 2000.</ref> 2011 behauptete Peter-Ferdinand Koch, Rudolf Augstein sei mit den ehemaligen SS-Offizieren eine bewusste Kooperation eingegangen:

„Eine ‚beschönigende Vergangenheitsbewältigung‘ und die ‚öffentliche Rehabilitierung‘ ausgewählter SS-Größen seien dabei laut Koch der Preis dafür gewesen, von der ‚verschworenen Himmler-Garde‘ den Stoff zu bekommen, mit dem sich Auflage machen ließ.“<ref>Andreas Förster: Braune Vergangenheit. Ein Buch beleuchtet, wie eng das Magazin Der Spiegel in seinen Anfangsjahren mit NS-Tätern kooperierte. In: Berliner Zeitung, 14. April 2011. Peter-Ferdinand Koch: Enttarnt. Doppelagenten: Namen, Fakten, Beweise. Ecowin-Verlag, Salzburg 2011, ISBN 978-3-7110-0008-8, S. 218.</ref>

Vorwurf wegen Rassismus und Antisemitismus

Am 22. Dezember 2006 brachte Der Spiegel eine Titelgeschichte des Redakteurs Matthias Schulz mit dem Titel Das Testament des Pharao heraus, die sich stark auf angeblich durch den deutschen Ägyptologen Jan Assmann aufgestellte Thesen berief und in der unter anderem behauptet wurde, die Juden hätten den Monotheismus von Echnatons Amarna-Religion „abgekupfert“.<ref> Matthias Schulz: Das Testament des Pharao. In: Der Spiegel. Nr. 52, 2006, S. 112 (online).</ref> Assmann protestierte daraufhin zuerst in einem offenen Brief an die Spiegel-Redaktion und dann in einem Interview in der Welt „in aller Schärfe“ gegen die Verwendung seines Namens in dem Spiegel-Artikel, den er als „ungenießbare und antisemitische Suppe“ bezeichnete. Gleichzeitig wies Assmann die Kernthesen des Artikels zurück.<ref>Jan Assmann im Gespräch. Ist eine „Spiegel“-Titelgeschichte massiv antisemitisch? in Die Welt vom 13. Januar 2007</ref> Der jüdische Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik zeigte sich empört, dass „der Chefredakteur eines bislang angesehenen Magazins der Republik ausgerechnet zu Weihnachten die bislang antisemitischste Titelgeschichte beschert hat“.<ref>Monotheismus: Alles nur geklaut? in Jüdische Allgemeine vom 4. Januar 2007</ref>

Italienische Medien zeigten sich ebenfalls empört, als im Heft 31 (1977) das Titelblatt Urlaubsland Italien – Entführung, Erpressung, Straßenraub einen Teller Spaghetti zusammen mit einem Revolver zeigte:<ref>Mafia-Morde: Bleibt der Revolver im Spaghetti-Teller? auf das-rote-sofa vom 1. März 2008</ref> Der Umgang der Zeitschrift mit Klischees über Italien wurde 2012 in Zusammenhang mit dem Schiffbruch der Costa Concordia wieder zum Thema, als ein Spiegel-Redakteur in einer Kolumne auf Spiegel Online suggerierte, es sei kein Zufall, dass ein solcher Unfall einem italienischen Schiffsführer passiert sei – im Gegensatz etwa zu einem Deutschen oder Briten.<ref>Fauler Italiener, überheblicher Deutscher in Tages-Anzeiger vom 24. Januar 2012</ref>

Deutscher Presserat zum Titelblatt „Stoppt Putin jetzt!“ und weitere Kritik

Der Beschwerdeausschuss 2 des Deutschen Presserats missbilligte das Titelblatt „Stoppt Putin jetzt!“ vom 27. Juli 2014, da die dort gezeigten Opferfotos den Opferschutz verletzen. Außerdem würden sie politisch instrumentalisiert.<ref>MH 17: Opferschutz verletzt. In: Deutscher Presserat. 10. September 2014, abgerufen am 25. November 2015.</ref> Darüber hinaus wurde kritisiert, dass das Magazin die unbewiesene oder gar verleumderische Behauptung unterstellte, Russland bzw. der russische Präsident seien für den Abschuss von MH17 verantwortlich.<ref>"Stoppt Putin jetzt!"-Cover war nur halbschlimm. In: heise.de. Abgerufen am 1. Dezember 2015: „Offenbar hatte der SPIEGEL weder die Angehörigen der Verstorbenen um deren Einwilligung nachgesucht, was nach § 22 KunstUrhG erforderlich gewesen wäre noch dürfte dem SPIEGEL im Juli die bis heute unklare Ursache des Absturzes bekannt gewesen sein.“</ref> Bis heute hat der Spiegel weder über die Missbilligung des Presserats noch über weitere Kritik zu dem Titelblatt und der Titelgeschichte berichtet, wie etwa Medienjournalist Stefan Niggemeier moniert.<ref>Was der Presserat empfiehlt, ist dem „Spiegel“ egal. Abgerufen am 1. Dezember 2015: „Der „Spiegel“ hält das für keine erwähnenswerte Tatsache. Bis heute hat er nicht darüber berichtet, dass das Selbstkontroll-Gremium eine Missbilligung ausgesprochen hat. Er hat es offenkundig auch nicht vor.“</ref>

Synchronisation von Nachricht und Werbung

In einer Studie der TU Dresden von 2014 wurde die Synchronisation von Nachricht und Werbung untersucht. Ergebnis war, „dass über Unternehmen sowohl im Spiegel als auch im Focus erstens häufiger, zweitens freundlicher, drittens mit mehr Produktnennungen berichtet wird, je mehr Anzeigen diese Unternehmen schalten.“<ref>Lutz M. Hagen, Anne Flämig, AnneMarie In der Au: tu-dresden.de Synchronisation von Nachricht und Werbung. In: Publizistik ISSN 0033-4006, Volume 59 Number 4 Springer-Verlag 1914.</ref>

Erscheinungsweise

Der Spiegel erscheint seit dem 10. Januar 2015 (Ausgabe 3/2015) offiziell jeweils samstags, ist vielerorts aber schon am Freitag erhältlich (online freitags ab 18 Uhr). Seit der Gründung des Magazins hat sich der Erscheinungstag immer wieder geändert, von anfänglich Samstag (bis 1949)<ref>Tatjana Kerschbaumer: Immer wieder samstags. In: Der Tagesspiegel. 9. Januar 2015, abgerufen am 11. Januar 2015.</ref>, dann auf Donnerstag, anschließend auf Mittwoch und bis einschließlich zur Ausgabe 2/2015 war der Montag für mehrere Jahrzehnte „Spiegel-Tag“.<ref>Klaus Brinkbäumer, Florian Harms: In eigener Sache: Samstag ist jetzt SPIEGEL-Tag. In: Spiegel Online. 9. Januar 2015, abgerufen am 11. Januar 2015.</ref>

Spiegel-Verlag

Der heutige Spiegel-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG hat seit 1952 seinen Sitz in Hamburg und produziert neben dem Hauptblatt dort auch das Manager Magazin. Augstein verfügte in seinem Testament Ende 2002, dass seine Erben ein Prozent ihres Anteils an die beiden übrigen Gesellschafter verkaufen müssten, damit verloren sie ihre Sperrminorität von 25 Prozent. 50,5 Prozent der Anteile an der Verlags-Holding Rudolf Augstein GmbH sind nun im Besitz der Kommanditgesellschaft der Mitarbeiter. Über die restlichen 25,5 Prozent verfügt der Hamburger Medienkonzern Gruner und Jahr, eine Tochter der Bertelsmann AG.<ref>Die Spiegel-Gruppe in Zahlen: Gesellschafter und Beteiligungen Spiegel-Gruppe</ref> Geschäftsführer des Spiegel-Verlags war seit 1991 Karl Dietrich Seikel. Im Januar 2007 löste ihn Mario Frank, der ehemalige Geschäftsführer des Dresdner Druck- und Verlagshauses, ab. Ihm folgte ab 15. September 2008 der vormalige Verlagsgeschäftsführer der Stern-Gruppe, Ove Saffe.<ref>Ove Saffe kommt bereits am 15. September zum „Spiegel“ auf Horizont.Net vom 26. August 2008.</ref> Seit 11. Februar 2015 ist Thomas Hass, zuvor Leiter des Vertriebsmarketings und Vorsitzender der Mitarbeiter-KG, Geschäftsführer des Verlags.<ref>Thomas Hass wird neuer Geschäftsführer beim Spiegel. Spiegel Online, 11. Februar 2015</ref>

Die Umsatzerlöse des Konzerns Rudolf Augstein GmbH verteilten sich laut Konzernabschluss 2012<ref>Rudolf Augstein Gesellschaft mit beschränkter Haftung: Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2012 bis zum 31.12.2012, veröffentlicht am 29. April 2014, abrufbar unter https://www.bundesanzeiger.de/</ref> so auf die einzelnen Geschäftsbereiche:

Sparte Umsatz 2012 (Mio. €) Umsatz 2011 (Mio. €)
Print-Vertrieb 137 (45,4 %) 137 (43,1 %)
Print-Anzeigen 83 (27,5 %) 92 (28,9 %)
Film- und Fernsehproduktion 36 (11,9 %) 46 (14,5 %)
Online 35 (11,6 %) 32 (10,1 %)
übrige 11 (3,6 %) 11 (3,4 %)
Summe 302 (100,0 %) 318 (100,0 %)

Verlagsgebäude

Datei:Spiegel building Hamburg, Ericusspitze, at night.jpg
Der Neubau zur blauen Stunde von der Oberhafenbrücke aus gesehen

Die Redaktion war bis zum Bezug eines eigenen Gebäudes im Pressehaus an der Domstraße ansässig, in dem sich auch die Redaktionen der Zeit und des Sterns befanden. 1968 zog der Verlag an die Brandstwiete. Auf dem langgestreckten dreieckigen Grundstück zwischen Willy-Brandt-Straße, Dovenfleet und Brandstwiete hatte Werner Kallmorgen 1963–1967 zwei Bauten errichtet: den mit betonten tragenden Elementen ursprünglichen Spiegelbau mit einem angrenzenden flachen Gebäudeteil sowie ein ursprünglich für IBM errichtetes Gebäude mit glatter dunkler Glasfassade.<ref>Ralf Lange: Architektur in Hamburg: Der große Architekturführer. Hamburg 2008, A 39.</ref> Derzeit steht der gesamte alte Gebäudetrakt leer. Am 7. Juni 2013 wurde es im Rahmen einer Protestaktion gegen kapitalistische Stadtentwicklung von etwa 300 Menschen aus der linken Szene besetzt, jedoch nach wenigen Stunden bereits wieder von der Polizei geräumt.<ref>Techno gegen Leerstand: Party-Meute besetzt „Spiegel“-Hochhaus. Abgerufen am 8. Juni 2013.</ref>

Der Verlag hat in der HafenCity auf der ehemaligen Bastion Ericus das Spiegel-Gebäude Ericusspitze nach Entwürfen des dänischen Architekten Henning Larsen errichten lassen, das im September 2011 bezogen wurde.<ref>Ein Blick in die Zukunft – Der SPIEGEL-Neubau in der Hafencity Abgerufen am 8. April 2010.</ref><ref>Der Spiegel, Nr. 38 vom 19. September 2011, S. 154 f</ref> 53.54570087944410.003674030278Koordinaten: 53° 32′ 45″ N, 10° 0′ 13″ O{{#coordinates:53,545700879444|10,003674030278|primary

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Redakteure

Chefredakteure

Redakteure (Auswahl)

Ehemalige Redakteure (Auswahl)

Literatur

  • Der Spiegel. Spiegelverlag Rudolf Augstein, Hamburg 1946,1 ff. ISSN 0038-7452.
  • Helmut Arntzen, H.A. und Winfried Nolting (Hrsg.): Der Spiegel. Analyse, Interpretation, Kritik. Fink, München 1977, ISBN 3-7705-1536-6.
  • Rudolf Augstein, Jochen Bölsche (Hrsg.): Schreiben, was ist. Kommentare, Gespräche, Vorträge. DVA, Stuttgart / München 2003, ISBN 3-421-05747-8.
  • Julia Bönisch: Meinungsführer oder Populärmedium? Das journalistische Profil von Spiegel Online. In: Recherche-Journalismus und kritische Medienpolitik. Band 3, Netzwerk Recherche, Münster 2006, ISBN 3-8258-9379-0.
  • Johanna Braun: Das Nationen-Bild Chinas im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Eine vergleichende Bildanalyse der Jahrgänge 2004 und 2009. Druckwerk on demand, Online-Ressource, VDM Verlag Dr. Müller, Saarbrücken 2011, ISBN 978-3-639-37264-9.
  • Leo Brawand: Die Spiegel-Story. Wie alles anfing. Econ, Düsseldorf 1995, ISBN 3-612-26212-2.
  • Leo Brawand: Der Spiegel – ein Besatzungskind. Wie die Pressefreiheit nach Deutschland kam. EVA, Hamburg 2007, ISBN 978-3-434-50604-1.
  • Martin Doerry, Hauke Janssen (Hrsg.): Die SPIEGEL-Affäre. Ein Skandal und seine Folgen. DVA, München / Spiegel, Hamburg 2013, ISBN 978-3-421-04604-8.
  • Oliver Gehrs: Der Spiegel-Komplex. Wie Stefan Aust das Blatt für sich wendete. Droemer/Knaur, München 2005, ISBN 3-426-27343-8.
  • Lutz Hachmeister: Ein deutsches Nachrichtenmagazin. Der frühe „Spiegel“ und sein NS-Personal. In: Lutz Hachmeister, Friedemann Siering (Hrsg.): Die Herren Journalisten. Die Elite der deutschen Presse nach 1945. Beck, München 2002, ISBN 3-406-47597-3, S. 87–120.
  • Hans Dieter Jaene: Der Spiegel. Ein deutsches Nachrichten-Magazin. Fischer Bücherei, Frankfurt am Main / Hamburg 1968, DNB 457087439.
  • Digne Meller Marcovicz: 2000 Spiegel-Photos der Jahre 1965 bis 1985. Greno, Nördlingen 1986, ISBN 3-89190-008-2.
  • Michael Schneider, Eckhard Siepmann: Der Spiegel oder die Nachricht als Ware. In: Voltaire Flugschrift 18. Voltaire, Frankfurt am Main / Berlin 1968.
  • Ralf Stockmann: Spiegel und Focus. Eine vergleichende Inhaltsanalyse 1993–1996. Schmerse, Göttingen 1999, ISBN 3-926920-26-2 (Zugleich Diplomarbeit Universität Göttingen).
  • Bodo Zeuner: Veto gegen Augstein. Der Kampf in der „Spiegel“-Redaktion um Mitbestimmung. Hoffmann & Campe, Hamburg 1972, ISBN 3-455-08737-X.

Weblinks

Commons Commons: Der Spiegel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />