Triphenylphosphan
Strukturformel | |||||||||||||||
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Struktur des Triphenylphosphan | |||||||||||||||
Allgemeines | |||||||||||||||
Name | Triphenylphosphan | ||||||||||||||
Andere Namen |
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Summenformel | C18H15P | ||||||||||||||
CAS-Nummer | 603-35-0 | ||||||||||||||
PubChem | 11776 | ||||||||||||||
Kurzbeschreibung |
farblose, monokline, tribolumineszierende Prismen<ref name=roempp>Eintrag zu Triphenylphosphan. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 3. Mai 2014.</ref> | ||||||||||||||
Eigenschaften | |||||||||||||||
Molare Masse | 262,28 g·mol−1 | ||||||||||||||
Aggregatzustand |
fest | ||||||||||||||
Dichte |
1,19 g·cm−3 (20 °C)<ref name="GESTIS">Eintrag zu Triphenylphosphan in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 22.12.2008 (JavaScript erforderlich)</ref> | ||||||||||||||
Schmelzpunkt |
80 °C<ref name=roempp/> | ||||||||||||||
Siedepunkt |
360 °C <ref name="GESTIS"/> | ||||||||||||||
Dampfdruck |
1 Pa (88 °C)<ref name="GESTIS"/> | ||||||||||||||
Löslichkeit |
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Brechungsindex |
1,6358 (80 °C)<ref name="CRC90_3_512">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Physical Constants of Organic Compounds, S. 3-512.</ref> | ||||||||||||||
Sicherheitshinweise | |||||||||||||||
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MAK |
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Toxikologische Daten |
700 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)<ref name="ChemIDplus">Eintrag zu Triphenylphosphan in der ChemIDplus-Datenbank der United States National Library of Medicine (NLM)</ref> | ||||||||||||||
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C |
Triphenylphosphan (auch: Triphenylphosphin, Triphenylphosphor, Phosphortriphenyl) ist ein Ligand (Komplexbildner) für die Herstellung von Metallkomplexen, die in der chemischen Synthese benötigt werden.
Inhaltsverzeichnis
Eigenschaften
Triphenylphosphan bildet farblose, charakteristisch riechende Kristalle mit einem Schmelzpunkt um 80 °C und Siedepunkt von 360 °C, die nicht wasserlöslich sind, sich aber recht gut in organischen Lösungsmitteln lösen. Triphenylphosphan bildet leicht Übergangsmetallkomplexe, die sich in organischen Solventien (Lösungsmitteln) lösen und oft wertvoll für die Synthese sind. An der Luft bildet sich mit der Zeit Triphenylphosphinoxid.
- <math>\mathrm{2\ PPh_3\ +\ O_2\longrightarrow 2\ Ph_3P{=}O}</math>
Herstellung
Im Labormaßstab kann Triphenylphosphan durch Einwirkung von Phenylmagnesiumbromid<ref> J. Dodonow, H. Medox: Zur Kenntnis der Grignardschen Reaktion: Über die Darstellung von Tetraphenyl-phosphoniumsalzen. In: Berichte der Deutschen Chemischen Gesellschaft. 61, Nr. 5, 1928, S. 907 – 911, doi:10.1002/cber.19280610505.</ref> oder Phenyllithium auf Phosphortrichlorid dargestellt werden. Industriell erfolgt die Herstellung aus Phosphortrichlorid, Chlorbenzol und Natrium<ref> D. E. C. Corbridge: Phosphorus: An Outline of its Chemistry, Biochemistry, and Technology. 5. Auflage. Elsevier, Amsterdam 1995, ISBN 0-444-89307-5.</ref>.
Verwendung
Triphenylphosphan ist Bestandteil des Wittig-Reagens, das großtechnisch für die Synthese von Vitamin A (Retinol) und Olefinen benötigt wird. Eine andere wichtige großtechnische Aufbaureaktion ist die moderne Variante der Hydroformylierung (auch: Oxosynthese), bei der ein Rhodiumkomplex des Triphenylphosphans eingesetzt wird, hierbei reagieren Alkene mit Kohlenstoffmonoxid und Wasserstoff zu wertvollen Aldehyden. Diese werden meist zu wichtigen Alkoholen weiterverarbeitet. Im Labormaßstab wird Triphenylphosphan zur Darstellung von Estern, Ethern, Amiden und Thioethern bei der Mitsunobu-Reaktion eingesetzt. Außerdem wird Triphenylphosphan im Labor als Bestandteil der Staudinger-Reaktion genutzt, bei der primäre Amine aus Aziden synthetisiert werden. Weiterhin spielt Triphenylphosphin als Ligand des Palladium</b>katalysators eine Rolle, beispielsweise bei der Heck-Reaktion oder der Sonogashira-Kupplung (wie (PPh3)2PdCl2 oder (PPh3)Pd). Zuweilen wird dort auch das Arsenanalogon Triphenylarsin verwendet.
Struktur
- Triphenylphosphine-3D-sticks.png
Stäbchenmodell des Triphenylphosphan.
- Triphenylphosphine-3D-vdW.png
Kalottenmodell des Triphenylphosphan.
Einzelnachweise
<references />