Cetyltrimethylammoniumbromid
Strukturformel | ||||||||||||||||||||||
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Cetyltriammoniumion Bromidion | ||||||||||||||||||||||
Allgemeines | ||||||||||||||||||||||
Name | Cetyltrimethylammoniumbromid | |||||||||||||||||||||
Andere Namen |
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Summenformel | C19H42BrN | |||||||||||||||||||||
CAS-Nummer | 57-09-0 | |||||||||||||||||||||
ATC-Code | ||||||||||||||||||||||
Kurzbeschreibung |
weißer Feststoff<ref name="GESTIS"/> | |||||||||||||||||||||
Eigenschaften | ||||||||||||||||||||||
Molare Masse | 364,45 g·mol−1 | |||||||||||||||||||||
Aggregatzustand |
fest | |||||||||||||||||||||
Schmelzpunkt |
248–251 °C<ref name="GESTIS">Eintrag zu Cetyltrimethylammoniumbromid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 30. Dezember 2007 (JavaScript erforderlich).</ref> | |||||||||||||||||||||
Löslichkeit |
schwer löslich in Wasser (3,1 g·l−1 bei 19,35 °C)<ref>J.M. Pollard, A.J. Shi, K.E. Göklen: Solubility and Partitioning Behavior of Surfactants and Additives Used in Bioprocesses in J. Chem. Eng. Data 51 (2006) 230–236, doi:10.1021/je0503498</ref> | |||||||||||||||||||||
Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||||||||
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Toxikologische Daten | ||||||||||||||||||||||
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. |
Cetyltrimethylammoniumbromid (CTAB bzw. CTABr) ist eine quartäre Ammoniumverbindung mit einer langkettigen Alkylgruppe mit 16 Kohlenstoff<b/>atomen.
Inhaltsverzeichnis
Eigenschaften
CTAB ist ein kationisches Tensid, das als Komplexbildner und Detergens Verwendung findet. Es bildet, abhängig von der Salzkonzentration in der Lösung, Komplexverbindungen mit Nukleinsäuren wie DNA und RNA, die in Wasser löslich aber in konzentriertem Alkohol unlöslich sind. Bei Raumtemperatur sind CTAB-Lösungen mehrere Jahre stabil. Es liegt in Form eines brennbaren, weißen, kristallinen Pulvers vor.
Verwendung
CTAB wird eingesetzt
- als Phasentransferkatalysator von Polyamiden, Polycarbonaten und Polythiocarbonaten.
- in der Molekularbiologie.
- bei der DNA-Extraktion (Plasmid-Isolierung). Bei dieser Methode werden störende Polysaccharide und Proteine durch Komplexbildung und Fällung der DNA mit CTAB abgetrennt (CTAB-Methode).<ref>Joint Genome Institute: Bacterial genomic DNA isolation using CTAB</ref>
- als kationisches Tensid bei der Chromatographie.
- in der Polyacrylamid-Gelelektrophorese, zur Bestimmung der Molmasse von Proteinen, die ein ungewöhnliches Wanderungsverhalten zeigen (z. B. stark geladene Proteine oder Membranprotein-Untereinheiten).
- bei der Fällung von hochmolekularer DNA, vor allem aus pflanzlichem Material (genomische DNA). Das Gewebe oder die Zellen werden in CTAB-enthaltenden Puffern homogenisiert.
- als Additiv in der Ionenpaarchromatographie.
- als Titrant für potentiometrische Titration von Perchloraten mit ionenselektiven Elektroden.
- als Konservierungsstoff und Desinfektionsmittel (C. ist ein effektives antiseptisches Mittel gegen Bakterien und Pilze.) und ist in Kosmetika und Haarpflegemitteln, Sanitärreinigern und Avivagen enthalten.<ref name="GESTIS" />
- als Wirkstoff in Medikamenten (etwa in Mund- und Rachentherapeutika).
- als Hilfsstoff in Epoxidharzbeschichtungen.
- als Surfactant in der Kapillarelektrophorese (CE) zur Umkehr des elektroosmotischen Flusses (EOF).
- als Korrosionsinhibitor bei der CO2-Korrosion von Eisen.
- als Komponente für Nährmedien (Cetrimid-Agar) zum Nachweis von Bakterien (u. a. Pseudomonas aeruginosa).
- als Stabilisator bei der Synthese von anorganischen Nanopartikeln
- zur Einführung von Mesoporen in Zeolith Y<ref name="garcia-martinez_2013">García-Martínez, J., et al., Mesostructured zeolite Y - high hydrothermal stability and superior FCC catalytic performance, Catal. Sci. Technol., 2012, 2, 987-994.</ref>
Verwandte Verbindungen
Einzelnachweise
<references />