Emmen LU
LU ist das Kürzel für den Kanton Luzern in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Emmen zu vermeiden. |
Emmen | ||||||
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Staat: | Schweiz | |||||
Kanton: | Luzern (LU) | |||||
Wahlkreis: | Hochdorf | |||||
BFS-Nr.: | 1024 | |||||
Postleitzahl: | 6032 Emmen 6020 Emmenbrücke | |||||
UN/LOCODE: | CH EMM (Emmen)</br>CH EBC (Emmenbrücke) | |||||
Koordinaten: | 665606 / 214581 {{#coordinates:47,079|8,30251|primary | dim=5000 | globe= | name= | region=CH-LU | type=city
}} |
Höhe: | 429 m ü. M. | |||||
Fläche: | 20.37 km² | |||||
Einwohner: | Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung) </ref> 29'292 (31. Dezember 2014)<ref> | |||||
Einwohnerdichte: | 1438 Einw. pro km² | |||||
Ausländeranteil: | 33.3 % (31. Dezember 2014)<ref>https://www.pxweb.bfs.admin.ch/Selection.aspx?px_language=de&px_db=px-x-0102020000_201&px_tableid=px-x-0102020000_201\px-x-0102020000_201.px&px_type=PX</ref> | |||||
Website: | www.emmen.ch | |||||
Karte | ||||||
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Emmen ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Hochdorf des Kantons Luzern in der Schweiz.
Inhaltsverzeichnis
Geographie
Die Gemeinde ist ein Vorort von Luzern. Sie liegt zwischen Luzern im Südwesten und Süden, Ebikon im Süden, Buchrain im Osten, Eschenbach, Rothenburg im Norden und Neuenkirch im Nordwesten.
Emmen besteht aus den beiden Ortsteilen Emmen und Emmenbrücke. Der erstere liegt im Reusstal - der letztere grossteils in einer welligen Hochebene, minderheitlich (die unteren Quartiere) ebenfalls im Reusstal. Emmen-Dorf besteht aus den Teilen (Ober-)Dorf und Unterdorf (im Nordosten anschliessend). Zum Ortsteil Emmen, welcher der historische Siedlungsschwerpunkt ist, gehören noch die Weiler Rottertswil (452 m ü. M.; 2,6 km nördlich des Dorfs) , Waltwil (421 m ü. M.; 3 km nordöstlich) und Waldibrücke (422 m ü. M.; 3,9 km nordöstlich) - sowie das Industriegebiet Emmenfeld/Hasli/Buholz zwischen Emmen-Dorf und Waltwil. Wegen des Flugplatzes ist die Ebene Emmenfeld/Haslifeld, ausser den Industriezonen, unverbaut. Zwischen Buholz und der Reuss liegt ein grösseres Waldgebiet – der Obere Schiltwald – und zwischen Waldibrücke und der Reuss der Untere Schiltwald. Durch die industrielle Ansiedlung entstanden im Ortsteil Emmenbrücke die ersten grösseren Wohngebiete. Mittlerweile hat Emmenbrücke den Ortsteil Emmen in Sachen Einwohnern weit hinter sich gelassen, breitet sich weiter aus und schluckt ehemals landwirtschaftliche Zonen. Vor allem in den Gebieten westlich von Gerliswil entstanden am südwärts gerichteten Hang neue Wohnsiedlungen, die immer noch grösser werden (Erlen, Neuhof). Die Kleine Emme, die im Gebiet Ibach von links in die Reuss einmündet, bildet die Grenze zwischen dem Luzerner Quartier Reussbühl und Emmenbrücke. Einziges grösseres Waldgebiet im Ortsteil Emmenbrücke ist der Riffigwald. Der gesamte Nordwesten der Gemeinde ist ländlich geprägt mit zahlreichen Häusergruppen und Einzelgehöften. Durch dieses Gebiet fliesst von West nach Ost der Hellbühler Rotbach, welcher auf einigen Kilometern Länge die Nordgrenze zwischen Emmen und Rothenburg LU bildet. Von der gesamten Gemeindefläche von über 20 km² werden 46,6 % landwirtschaftlich genutzt. Ausserdem bedecken Wald und Gehölz 18,2 % der Ortschaft und ein Drittel (wachsend) ist Siedlungsfläche.
Emmen grenzt an Buchrain, Ebikon, Eschenbach, Luzern, Neuenkirch und Rothenburg. Der höchste Punkt der Gemeinde befindet sich im Geisselermoos auf 564 m ü. M., der tiefste am Rotbach auf 416 m ü. M.
Bevölkerung
Bevölkerungsentwicklung | |
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Jahr | Einwohner |
1798 | 1'330 |
1837 | 1'513 |
1850 | 1'764 |
1860 | 1'832 |
1870 | 1'948 |
1880 | 2'235 |
1888 | 2'484 |
1900 | 3'162 |
1910 | 4'229 |
1920 | 5'024 |
1930 | 7'905 |
1941 | 8'716 |
1950 | 11'065 |
1960 | 16'856 |
1970 | 22'040 |
1980 | 22'392 |
1990 | 25'407 |
2000 | 26'885 |
2010 | 28'031 |
2012 | 29‘166 |
2015 | 30‘036 |
Zwischen 1798 und 1870 wuchs die Einwohnerzahl zwar stetig, aber nicht in Riesenschritten. Danach folgte ein hundertjähriger starker Wachstumsschub. Bereits 1950 wurde die Marke von 10'000 Einwohnern überschritten. Zwischen 1970 und 1980 stagnierte die Bevölkerungszahl. Diese Entwicklung erfolgte aufgrund der Rückwanderung ausländischer Arbeitskräfte in ihre Ursprungsländer, da aufgrund der Wirtschaftskrise nach dem Erdölschock viele industrielle Betriebe Stellen abbauten. In den 1980er Jahren erfolgte nochmals ein grosser Bevölkerungswachstumsschub. Dieses flachte ab, um 2010 herum zog dieses jedoch wieder an. Emmen ist nach der Stadt Luzern die Gemeinde mit der zweithöchsten Einwohnerzahl im Kanton Luzern und der gesamten Zentralschweiz. Am 2. Dez. 2015 überstieg die Gemeinde erstmals die 30'000 Einwohner Marke.
Sprachen
Die Bewohner benutzen als Umgangssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 81,57 % Deutsch, 5,01 % Serbokroatisch und 3,91 % Italienisch als Hauptsprache an. Weiter gibt es zahlreiche Personen, welche Spanisch, Portugiesisch, Türkisch, Tamilisch und Kurdisch besser oder gleich gut wie Deutsch beherrschen. Grosse Teile der Secondos (Kinder der Einwanderer) sind zweisprachig (Muttersprache der Eltern und Deutsch).
Religionen - Konfessionen
Seit jeher gehört die Mehrheit der Einwohner von Emmen der römisch-katholischen Kirche an. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland hat sich dies etwas gemildert. Heute (Stand 2000) sieht die religiöse Situation folgendermassen aus: Es sind 64,17 % römisch-katholische, 12,71 % evangelisch-reformierte und 4,60 % orthodoxe Christen. Daneben gibt es 6,87 % Muslime, 6,52 % Konfessionslose und 0,85 % Mitglieder anderer nichtchristlicher Glaubensgemeinschaften.
Herkunft - Nationalität
Ende 2014 waren von den 29'292 Einwohnern 19'539 Schweizer und 9'753 (= 33,3 %) Ausländer.<ref>https://www.pxweb.bfs.admin.ch/Selection.aspx?px_language=de&px_db=px-x-0102020000_201&px_tableid=px-x-0102020000_201\px-x-0102020000_201.px&px_type=PX</ref> Die Einwohnerschaft bestand aus 66,7 % Schweizer Staatsbürgern. Ende 2013 stammten die ausländischen Einwohner aus Serbien inklusive Kosovo (25,3 %), Portugal (13,3 %), Italien (12,9 %), Deutschland (7,8 %), Spanien (3,8 %) und der Türkei (1,8 %). 26,6 % stammten aus dem übrigen Europa und 8,5 % waren aussereuropäischer Herkunft.<ref>https://www.lustat.ch/files/lustat/daten/profile/de/gp_1024_gb2015.pdf</ref>
- Orthodoxe: meist Serben, Montenegriner und Mazedonier; daneben Griechen
- Muslime: mehrheitlich Albaner; viele Bosnier, Türken und Kurden; einige Araber und Berber
- übrige Nichtchristen: fast ausschliesslich Hindus (Tamilen aus Sri Lanka)
Emmen und die Immigranten
In Emmen siedelten sich zahlreiche kleinere und grössere Industriebetriebe an. Bereits um die Jahrhundertwende entstand so ein bedeutendes Industriezentrum, dessen Wachstum einen immer grösseren Bedarf an Arbeitskräften erforderte, welcher erst durch Abwanderung der Landbevölkerung und später durch Emigranten gedeckt wurde. Da vor allem Einbürgerungswilligen aus dem früheren Jugoslawien in Volksabstimmungen das Schweizer Bürgerrecht verweigert wurde, verurteilte das Bundesgericht diese Einbürgerungspraxis im Jahr 2003 als diskriminierend. Im Februar 2005 entschieden die Stimmberechtigten mit 68,4 % Ja-Stimmen, dass in Zukunft eine Kommission über Einbürgerungsgesuche entscheiden soll.
Politik
Einwohnerrat (Legislative)
Die Gemeinde verfügt in der Legislative als eine der wenigen im Kanton über ein eigenes 40-köpfiges Parlament. Dieser wird alle vier Jahre neu gewählt. In der momentanen Amtsperiode von 2012 bis 2016 hat er folgende Zusammensetzung. Trotz sechs im Rat vertretenen Parteien verfügt das Parlament nur über 4 Fraktionen, da die SP, die Grünen und die GLP eine Fraktion bilden. <ref name="Seite des Emmer Einwohnerrates">, Webpräsenz des Emmen Centers.</ref> und das auf Einrichtung spezialisierte Wohncenter Emmen.<ref name="Wohncenter Emmen">, Leitbild zur zukünftigen Entwicklung der Siedlungsstruktur in Emmen.</ref>
Seetalplatz / Stadtzentrum Luzern Nord
Mit über 53'000 Fahrzeugen pro Tag ist der Seetalplatz ein Verkehrsknotenpunkt der Zentralschweiz. Da dieser zu den Hauptverkehrszeiten chronisch überlastet ist, wird dieser umgebaut. Aus dem heutigen Doppelkreis entsteht ein grosser Kreisverkehr für den MIV sowie separate Trasses für den ÖV und den Langsamverkehr. Zudem wird der Hochwasserschutz verbessert, damit sich so ein Ereignis wie 2005 nicht mehr wiederholt. Dafür erhält die Kleine Emme einen zusätzlichen Mündungsarm. Anschliessend an die Strassen- und Wasserbaumassnahmen soll rund um den Platz ein neues Stadtzentrum Luzern Nord entstehen, diese Entwicklungen sind im Masterplan Luzern Nord geregelt. Mit den ersten (vorbereitetenden) Bauarbeiten wurde Ende 2012 begonnen, die Hauptbauarbeiten starteten im November 2013.<ref name="Seetalplatz">[10]Projektseite des Kantons Luzern zum Seetalplatz</ref>
Quartier Feldbreite
Auf dem Areal des ehemaligen "Schindler-Dörflis" und der Brun Elementwerke entsteht in den nächsten Jahren ein neuer, urbaner Stadtteil mit über 600 neuen Wohnungen. Der Rückbau konnte 2012 abgeschlossen werden. Das Baugesuch des Projekts "Pilatus" auf den Baufeldern A1 und A2 wurde im August 2012 eingereicht.<ref name="Einreichung Baugesuch">[11]</ref> Mit dem Baustart wird 2013 gerechnet. Die Sieger der Wettbewerbe auf den Baufeldern B1 und D1 sind ebenfalls entschieden. <ref name="Quartier Feldbreite">[12]Informationswebsite zum Projekt</ref> Mit dem holländischen Architekturbüro MVRDV und ihrem Projekt Feldhäuser gewann ein international renommiertes Architekturbüro die Ausschreibung für das Baufeld C1.<ref name="Baufeld C1">[13]Beschrieb Baufeld C1</ref>
Viscosistadt
Auf dem Areal der Monosuisse (ehemals Viscose) ist ein neuer Stadtteil am Ufer der Kleinen Emme geplant. Dafür führte die Monosuisse AG einen Studienauftrag für einen Masterplan durch, welcher die EM2N Architekten AG aus Zürich gewann. Der Masterplan wurde vom Einwohnerrat der Gemeinde im Oktober 2012 zur Kenntnis genommen. Im Dezember 2013 wurde die Viscosistadt AG gegründet, welche den Teil Immobilien und somit die Entwicklung der Viscosistadt von der Monosuisse übernommen hat. <ref name="Visocsistadt">[14]Projektwebsite der Viscosistadt AG</ref> Als erstes wird der Bau 745 umgebaut und soll ab 2016 Teile des Departementes Design&Kunst der Hochschule Luzern beherbergen <ref name="Emmen heisst Hochschule Luzern, Desing&Kunst willkommen">[15] Medienmitteilung der Gemeinde zum Umzug</ref>
Gerliswilstrasse
An einer der Hauptverkehrsachsen der Gemeinde, der Gerliswilstrasse, sind neben dem Grossprojekt Viscosistadt noch mittlere Projekte geplant. Direkt vis-à-vis dieser entsteht mit der Central Plaza (ehemals Central Towers) eine weitere Überbauung durch deren Gebäude die Industriegleise der Swiss Steel führen werden. <ref name="Central Plaza">Central Plaza, Projektwebsite zu der Central Plaza des Unternehmens.</ref> Auf höhe der Bushaltestelle Krauerstrasse wird am Alterswohnungskomplex Vivale-Sonnenplatz gebaut.<ref name="Vivale Sonnenplatz">Vivale Sonnenplatz</ref>. Zwischen Sonnenplatz und Sprengi entsteht mit dem Sonnenhof eine Verdichtung der bisherigen Gartensiedlung Sonnenhof der Viscose.<ref name="Sonnenhof">Sonnenhof, zusätzlicher Text.</ref> Zusammen werden diese Projekte das Erscheinungsbild der Gemeinde ebenso verändern wie die Grossprojekte.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
- Werner Hartmann (1903–1981), Maler und Zeichner
- Prisca Birrer-Heimo (* 1959), Politikerin (SP)
- Walbert Bühlmann (1916–2007), Theologe des Kapuzinerordens
- Mario Bühler (* 1992), Fussballspieler
- Kurt Koch (* 1950), Kurienkardinal und ehemaliger Bischof von Basel
- Xaver Kurmann (* 1948), Radrennfahrer
- Beat Portmann (* 1976), Schriftsteller
Mit der Gemeinde verbunden
- Fabienne Louves (* 1986), Sängerin
Weblinks
- Offizielle Website der Gemeinde Emmen
- Gemeindeprofil auf der Website des Kantons (PDF; 234 kB)
- Waltraud Hörsch: Emmen im Historischen Lexikon der Schweiz
- Waltraud Hörsch: Emmenbrücke im Historischen Lexikon der Schweiz
Einzelnachweise
<references />
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