Gersteinwerk


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Gersteinwerk
Luftbild Gersteinwerk
Lage

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Koordinaten 7,7169444444444|primary dim=1000 globe= name=Gersteinwerk region=DE-NW type=landmark
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Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Daten
Primärenergie Fossile Energie
Brennstoff Steinkohle, Erdgas
Leistung 2017 Megawatt
Typ Dampfkraftwerk
Eigentümer RWE
Betreiber RWE Generation SE
Betriebsaufnahme 1917
Turbine Gasturbinen + Dampfturbinen
Schornsteinhöhe 282 m

Das Gersteinwerk ist ein kombiniertes Dampfkraftwerk (Steinkohle und Erdgas) der RWE AG im Werner Stadtteil Stockum an der Lippe. Das Kraftwerk hat eine elektrische Bruttoleistung von 2127 Megawatt und besitzt einen 282 Meter hohen Kamin. Das Werk gehört zu verschiedenen Themenrouten der Route der Industriekultur.

Benennung

Benannt ist das Gersteinwerk nach dem Bochumer Landrat Karl Gerstein, der u.a. ein entschiedener Gegner des Vordringens des RWE nach Westfalen war.<ref>vgl. Rezension der Festschrift der VEW</ref>

Entwicklung

Erbaut wurde es zwischen 1913 und 1917 von den späteren VEW. Damals wurde der Brennstoff (Steinkohle) von den umliegenden Zechen geliefert. Die letzten dieser alten Blöcke wurden 1991/1992 abgerissen. Die vier neuen Erdgas-Kraftwerksblöcke wurden zwischen 1970 und 1973 in Betrieb genommen, 1984 folgte der Kombinations-Kraftwerksblock (Block K) zur Verbrennung von Steinkohle. Die Kohle wird zum großen Teil per Schiff zum eigenen Hafen am Datteln-Hamm-Kanal angeliefert. Der Hafen liegt auf der anderen Seite der Lippe auf dem Gebiet der Stadt Hamm; von dort wird die Kohle mit Hilfe eines Förderbandes über den Fluss zum Kohlelager des Kraftwerks transportiert. Ein weiterer Teil der Kohle wird mit der Werne–Bockum-Höveler Eisenbahn direkt zum Kraftwerk geliefert.

Am 14. August 2014 teilte RWE mit, im ersten Quartal 2017 den Betrieb des mit Steinkohle befeuerten Teils von Block K (620 MW) einstellen zu wollen.<ref>Pressemitteilung. Zitat: „sollten sich die Marktbedingungen nicht verändern“.</ref>

Leistung

Die Erdgas-Kombiblöcke F, G, H und I liefern jeweils eine Bruttoleistung von 427 MW (Nettoleistung 410 MW) und dienen heute als Reserve zur Abdeckung von Spitzenlasten.<ref name="block-fghi">rwe.com: Gersteinwerk</ref> Eine Besonderheit ist der Kombinationsprozess, bei dem eine Gasturbine dem Dampferzeuger vorgeschaltet ist: Die etwa 430 °C heißen Abgase der Gasturbine mit einem Volumenanteil von circa 17 % Restsauerstoff strömen in einen nachgeschalteten konventionellen Dampferzeuger zur Verbrennung von Erdgas. Die Wärme der von der Gasturbine dem Kessel zugeführten Verbrennungsluft wird zusätzlich noch als Nutzwärme im Dampferzeuger genutzt. Mit dem Verfahren wird ein Wirkungsgrad von 42 % erzielt. Diese Technik wurde von Klaus Knizia (Vorstandsvorsitzender der VEW AG von 1975 bis 1992) forciert und von 1972 bis 1974 in den Kraftwerken Gersteinwerk und Emsland umgesetzt. Im Block H wird nur noch die Gasturbine betrieben (Solobetrieb), wodurch dieser Block nur noch eine Leistung von 55 MW hat.<ref name="block-fghi" />

Im Jahr 1984 wurde der Block K mit 791 MW elektrischer Bruttoleistung (112 MW Gasturbine, 679 MW Dampfturbine) in Betrieb genommen;<ref name="block-k">http://www.rwe.com/web/cms/de/55736/rwe-power-ag/standorte/kw-gersteinwerk/</ref> nach Abzug des Eigenbedarfs stehen 732 MW (netto) dem Verbundnetz zur Verfügung. Dieser weltweit größte Gas-Steinkohle-Kombiblock hat eine mit den Erdgas-Kombiblöcken vergleichbare Schaltung; hier wird jedoch der eigentliche Dampferzeuger mit Steinkohle befeuert. Aus Steinkohle erzeugter Strom deckt generell Grund- und Mittellast ab, wird hier aber in Kombination mit der Gasturbine noch stärker für die Mittellast und sogar für Spitzenlast tauglich.

Netzanschluss

Der Netzanschluss der Blöcke F1, G1, H1, I1 und K1 erfolgt auf der 110-kV-Hochspannungsebene in das Stromnetz des Verteilnetzbetreibers Westnetz. Der Netzanschluss der Blöcke I2, F2 und G2 erfolgt auf der 220-kV-Ebene und des Blocks K2 auf der 380-kV-Ebene (Höchstspannung) in das Stromnetz des Übertragungsnetzbetreibers Amprion.<ref>Kraftwerksliste Bundesnetzagentur (bundesweit; alle Netz- und Umspannebenen), Stand 16. Oktober 2013, abgerufen am 18. November 2013.</ref>

Siehe auch

Weblinks

Commons Commons: Gersteinwerk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references/>