Office Open XML


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Office Open XML
Dateiendung: .docx, .xlsx, .pptx
MIME-Type: application/vnd.openxmlformats-officedocument.wordprocessingml.document, application/vnd.openxmlformats-officedocument.spreadsheetml.sheet, application/vnd.openxmlformats-officedocument.presentationml.presentation<ref>iana.org</ref>
Entwickelt von: Microsoft,
Ecma International<ref>Ecma Office Open XML File Formats Standard – Final draft – 9th of October 2006</ref>
Art: Office-Anwendungen
Erweitert von: ZIP, XML, DOC, XLS, PPT
Standard(s): ECMA-376,

ISO/IEC 29500-1:2008, ISO/IEC 29500-2:2008, ISO/IEC 29500-3:2008, ISO/IEC 29500-4:2008

Website: Das Microsoft-Office-Open-XML-Format

Office Open XML (ECMA-376 Office Open XML File Formats bzw. ISO/IEC 29500 Information technology – Office Open XML formats) beschreiben von Microsoft entwickelte Dateiformate zur Speicherung von Bürodokumenten auf XML-Basis, der den Daten- und Dateienaustausch zwischen verschiedenen Büroanwendungspaketen ermöglichen soll.<ref>ntz Fachzeitschrift für Informations- und Kommunikationstechnik, VDE-Verlag, Heft 3-4/2008</ref><ref>ECMA-376 (englisch)</ref>

Von OOXML wurden insgesamt drei unterschiedliche Versionen spezifiziert und standardisiert, die untereinander nicht kompatibel sind: Version "ECMA-376" und "ISO/IEC 29500:2008" (in zwei Versionen, "Transitional" sowie "Strict").<ref>„Oh-oh-XML“ – Digitale Zeitbombe in deutschen Amtsstuben. Abgerufen am 16. September 2015.</ref><ref>Stefan Krempl: Microsoft implementiert OOXML "strict" in Office 2013. In: heise online. Abgerufen am 16. September 2015.</ref>

Die erste Formatspezifikation wurde der Ecma International von Microsoft zur Standardisierung vorgelegt. Diese erfolgte am 7. Dezember 2006 als Ecma-Standard ECMA-376. Die Erstveröffentlichung als Norm ISO/IEC 29500 erfolgte am 19. November 2008 in geänderter Version.<ref name="Publication of ISO/IEC 29500:2008">Publication of ISO/IEC 29500:2008, 19. November 2008, englisch</ref>

Zuvor wurde bereits der Standard für Bürodokumente OpenDocument festgelegt. OOXML dient im Gegensatz zu OpenDocument dazu, die Arbeitsweisen von Microsoft Office abzubilden.

Vorgeschichte

Durch die große Verbreitung von Microsoft Office haben sich die dazugehörigen Dateiformate von Microsoft Word, Microsoft Excel, Microsoft Powerpoint usw. als ein De-facto-Standard für den Dokumentenaustausch etabliert.

Der Aufbau dieser Office-Formate war nicht offen dokumentiert, sondern musste bei Microsoft lizenziert werden. Da die Kosten und vor allem die Lizenzbedingungen nicht für alle Anbieter akzeptabel sind, waren manche Konkurrenten (speziell Open-Source-Projekte) gezwungen, den Aufbau der Dateiformate durch Reverse Engineering herauszufinden. Aufgrund der dem Reverse Engineering anhaftenden Probleme und des Umstandes, dass die Dateiformate eng mit der inneren Arbeitsweise der Microsoft-Office-Anwendungen verknüpft sind, kann es zu fehlerhafter Erzeugung und Darstellung der Dateiinhalte durch Konkurrenzanwendungen kommen. Mittlerweile hat Microsoft die Spezifikation der Formate veröffentlicht.<ref>Office File Formats. Microsoft, 1999, abgerufen am 8. Mai 2015 (english).</ref>

Um das automatisierte Erstellen und Verarbeiten von Microsoft-Office-Tabellenkalkulationsdokumenten zu vereinfachen, wurde mit Microsoft Excel 2002 ein XML-basiertes Dateiformat eingeführt<ref>INFO: Microsoft Excel 2002 and XML. Microsoft Knowledge Base (englisch)</ref> (XML Spreadsheet<ref>XML Spreadsheet Reference. Microsoft Developer Network (englisch)</ref>), das allerdings nur einen Teil der Excel-Funktionalität abspeichern kann.

Mit Microsoft Office 2003 wurde die XML-Unterstützung ausgeweitet, und es wurden neue XML-basierte Dateiformate eingeführt, vor allem in Microsoft Word.<ref>Bringing the XML Vision to the Desktop with Office 2003. Microsoft (englisch)</ref>

Für Microsoft Office 2007 wurden die XML-basierten Dateiformate überarbeitet und zum neuen Standarddateiformat bestimmt. Dieses Dateiformat bildet die Basis von Office Open XML.

Das ebenfalls auf XML basierende und bereits 2006 genormte ISO/IEC 26300 (OpenDocument 1.0 bzw. abgekürzt ODF) wird von Microsoft abgelehnt, da es unter anderem zu sehr auf dem Dateiformat – und damit der Arbeitsweise und dem Funktionsumfang – von OpenOffice.org basiere und nicht geeignet sei, alle bereits existierenden Microsoft-Office-Dokumente abzubilden.<ref>Ecma International Standardization of OpenXML File Formats Frequently Asked Questions. Microsoft (englisch)</ref>

Verfechter von ODF halten dem jedoch entgegen, dass ODF durch proprietäre inkompatible Erweiterungen alle Eigenschaften von Microsoft-Office-Dokumenten abbilden könne.<ref>Gary Edwards: Kommentar zu: „An Antic Disposition: Follow the Leader“ (englisch)</ref>

Normung

Seit einiger Zeit wird – vor allem von Regierungen (beispielsweise des US-Bundesstaates Massachusetts) oder der EU – gefordert, dass zukünftig nur noch offen dokumentierte, herstellerunabhängige, standardisierte Dateiformate benutzt werden sollen, um Lock-in-Effekte zu vermeiden und um die Interoperabilität und den langfristigen Zugriff auf Dateiinhalte sicherzustellen. Aufgrund dieser Forderungen hat Microsoft das Microsoft-Office-2007-Dateiformat der Ecma International zur Normung vorgelegt. Die Normung erfolgt dort im Rahmen des technischen Komitees 45 (TC45).

Am Normungsprozess sind Apple, Barclays Capital, BP, die British Library, Essilor, Intel, die The United States Library of Congress, Microsoft, NextPage, Novell, Statoil ASA und Toshiba beteiligt.<ref>Status Report: TC45 – Ecma Office Open XML File Formats Standard. Ecma International, 17. August 2006 (englisch)</ref>

Office Open XML wurde am 7. Dezember 2006 von der Ecma-International-Hauptversammlung als Ecma-Standard 376 genehmigt.<ref>Ecma International approves Office Open XML standard. Ecma International, Geneva, 7. Dezember 2006 (englisch)</ref>

Im Dezember 2006 wurde Office Open XML bei der ISO als ISO/IEC CD 29500 zur Normung im Schnellverfahren (JTC 1 Fast Track Process<ref>sunshinepress.org (PDF) ISO/IEC JTC 1 N 8670 Fast Track Process</ref>) eingereicht. In einer Abstimmung im September 2007 konnte es nicht die nötige Zustimmung erreichen, um als ISO-Norm akzeptiert zu werden.<ref>Vote closes on draft ISO/IEC DIS 29500 standard. ISO, 4. September 2007, abgerufen am 30. September 2010.</ref>

Nach einer im Februar 2008 anberaumten Sitzung – bei der den zahlreichen Kommentaren begegnet wurde, die bei der Stimmabgabe im September 2007 eingereicht worden sind – bestand für die stimmberechtigten ISO-Mitglieder bis Ende März 2008 die Möglichkeit, ihre ursprünglich abgegebene Stimme zu ändern. Im Zuge der nationalen Abstimmungen wurde immer wieder über Unregelmäßigkeiten berichtet.<ref>Gegner von Microsofts OpenXML für Abbruch der ISO-Standardisierung. heise online, 5. September 2007, abgerufen am 30. September 2010.</ref> Der FFII warf Microsoft vor, so die Normungsgremien diverser Länder mit Strohmännern aufzufüllen.<ref>Microsoft erhält Negativ-Auszeichnung für OpenXML-Kampagne. heise online, 2. Oktober 2007, abgerufen am 30. September 2010.</ref> In Norwegen soll das nationale Normungsgremium eine eindeutige Ablehnung von 21 Nein- und 2 Ja-Stimmen durch seine Mitglieder ignoriert haben.<ref>Microsofts Dokumentenformat OOXML wird wohl ISO-Norm. heise online, 31. März 2008, abgerufen am 30. September 2010: „Beim norwegischen Standardisierungsgremium sollen demnach nur zwei Parteien für OOXML und 21 dagegen gestimmt haben. Trotzdem habe das Ergebnis letztlich „Ja“ für Microsofts Format gelautet.“</ref>

In einem offenen Brief haben ISO/IEC-SC-34-Mitglieder während des Normungsverfahrens die gegen sie erhobenen persönlichen Attacken missbilligt.<ref>An open letter from SC 34 participants in the Oslo plenary (englisch)</ref>

Wie die ISO am 2. April 2008 bekanntgab, hat der Normentwurf die notwendige Stimmenmehrheit erhalten und wurde zunächst als ISO-Normentwurf ISO/IEC DIS 29500 akzeptiert. Die nationalen Normungsorganisationen von Südafrika (SABS), Brasilien (ABNT), Indien und Venezuela haben jedoch innerhalb der vorgesehenen Frist Einsprüche gegen die Veröffentlichung von ISO/IEC 29500 als Norm erhoben. Eine Entscheidung der zuständigen Gremien über die Einsprüche wurde für Ende Juni 2008 angekündigt; bis dahin wurde die Normung bzw. Veröffentlichung suspendiert.<ref name="isoappealagainst">Four national standards bodies appeal against approval of ISO/IEC DIS 29500 (englisch)</ref> Am 15. August 2008 gab die ISO bekannt, dass die Einsprüche der nationalen Normungsorganisationen zurückgewiesen wurden und die Norm nun zur Veröffentlichung freigegeben ist.<ref name="isogoahead">ISO and IEC members give go ahead on ISO/IEC DIS 29500, 15. August 2008 (englisch)</ref> Eine vollständige Implementierung der Norm existiert bisher noch nicht, auch Microsoft Office 2007 erfüllt nicht alle Anforderungen.<ref>Microsoft Office 2007 Fails OOXML Conformance Tests, Alex Brown Admits, Hopes For the Best.</ref> Die Veröffentlichung als Norm ISO/IEC 29500 erfolgte am 19. November 2008 in vier Teilen:<ref name="Publication of ISO/IEC 29500:2008" /> Mittlerweile gibt es eine Neuausgabe mit Veröffentlichung im September 2012.<ref>beuth.de</ref>

  • ISO/IEC 29500-1 – Office Open XML File Formats – Part 1: Fundamentals and Markup Language Reference
  • ISO/IEC 29500-2 – Office Open XML File Formats – Part 2: Open Packaging Conventions
  • ISO/IEC 29500-3 – Office Open XML File Formats – Part 3: Markup Compatibility and Extensibility
  • ISO/IEC 29500-4 – Office Open XML File Formats – Part 4: Transitional Migration Features

Die vier Dokumente können als öffentlich verfügbare Normen kostenlos bei ISO heruntergeladen werden.<ref>Publicly Available Standards. ISO (englisch)</ref>

Lizenzierung

Wie alle Ecma-International-Standards ist auch Office Open XML frei verfügbar und kopierbar.<ref>What is Ecma International. Ecma International (englisch)</ref>

In einem covenant not to sue hat Microsoft erklärt, dass es unwiderruflich auf eine Durchsetzung aller für eine konforme Umsetzung der Office-2003-XML-Reference-Schemas-Spezifikation notwendigen Patente gegenüber Programmteilen, die diese Spezifikation implementieren, verzichtet.<ref>Microsoft Covenant Regarding Office 2003 XML Reference Schemas. Microsoft</ref> Die Rechtsanwaltskanzlei Baker & McKenzie hat im Auftrag von Microsoft unter anderem den Inhalt und die Gültigkeit dieses covenants überprüft und in einer Studie<ref>Standardisation and Licensing of Microsoft’s Office Open XML Reference Schema. Baker & McKenzie (englisch)</ref> festgestellt, dass keine Lizenz benötigt wird, um Office Open XML einsetzen zu können.<ref>Brian Jones: No license needed to use the Office Open XML formats (englisch)</ref>

Zudem hat Microsoft die Office-2003-XML-Reference-Schemas- und die Office-Open-XML-1.0–ECMA-376-Spezifikation in die Microsoft Open Specification Promise (OSP) aufgenommen. In der OSP verspricht Microsoft, auf die Durchsetzung von Patenten gegenüber Programmteilen, die die angeführten Spezifikationen implementieren, zu verzichten. Die OSP bezieht sich allerdings nur auf von Microsoft explizit angeführten Versionen der jeweiligen Spezifikationen.<ref>Microsoft Open Specification Promise. Microsoft</ref> Außerdem gilt das nicht für eventuelle Patentansprüche Dritter.

Laut Software Freedom Law Center würde sich das Versprechen jedoch auf neue Versionen nur ausdehnen, wenn sich Microsoft an Standardisierungs-Aktivitäten beteiligt. Durch ein Beenden der Standardisierungs-Aktivitäten seitens Microsoft wäre das Versprechen also hinfällig.<ref>SFLC warnt vor Microsofts Patentversprechen.</ref>

Aufbau

Office Open XML besteht aus einer Spezifikation für ein Containerformat, den Open Packaging Conventions, und einer Reihe von XML-basierten Auszeichnungssprachen für die einzelnen Komponenten eines Büroanwendungspaketes. Office-Open-XML-Dokumente werden in Packages gespeichert, die den Open Packaging Conventions entsprechen. Ein Package ist eine ZIP-Datei, die alle Bestandteile (Parts und Items) eines Dokuments enthält.

Parts sind die einzelnen Bestandteile (Bausteine) des Inhalts des Dokuments (Text, Grafiken, Bilder etc.), während Items beschreibende Metadaten sind, die festlegen, wie die einzelnen Bestandteile des Dokuments zusammengestellt und dargestellt werden sollen. Items können in Relationship items und Content-Type items unterteilt werden. Relationship items beschreiben, wie die einzelnen Parts zusammenhängen, d. h., wie die einzelnen Bestandteile des Dokuments zusammengefügt werden müssen, während Content-Type items den Content-Type der einzelnen Bestandteile festlegen, d. h., wie die einzelnen Bestandteile dargestellt werden müssen. Jedes Office-Open-XML-Dokument besteht aus einem main part (Hauptbestandteil) und eventuell aus weiteren Bestandteilen, die vom main part über ein relationship item referenziert werden. Der Aufbau, Name und Pfad (innerhalb der ZIP-Datei) des main parts hängt vom Typ des Office-Open-XML-Dokuments (Textverarbeitungsdokument, Tabellenkalkulationsdokument etc.) ab.

Die Auszeichnungssprachen sind

und eine Reihe von Hilfsauszeichnungssprachen für Custom XML Data Properties (zum Speichern von beliebigen XML in einem Package), Dateieigenschaften, mathematische Formeln und bibliographischen Hinweisen.

Ein minimales Office-Open-XML-Textverarbeitungsdokument enthält im Wurzelverzeichnis der ZIP-Datei eine XML-Datei namens /[Content_Types].xml sowie drei Verzeichnisse /_rels, /docProps und ein Verzeichnis mit den eigentlichen Dokumentdaten.

Datei:Office Open XML Beispiel.png
Inhalt eines minimalen Office-Open-XML-Textverarbeitungsdokuments
[Content_Types].xml-Datei
Diese Datei enthält eine Beschreibung des Inhaltes der ZIP-Datei
_rels-Verzeichnis
In den _rels-Verzeichnissen werden die Abhängigkeiten zwischen den einzelnen Parts gespeichert und zwar je Part in einer eigenen Datei mit der Erweiterung .rels. In einem Textverarbeitungsdokument mit Text und Bildern ist der Text zum Beispiel in der Datei /word/document.xml gespeichert und in der Datei /word/_rels/document.xml.rels befinden sich dann die Verweise auf die eingebetteten Bilder. Es gibt immer eine Datei /_rels/.rels, in der die package relationships gespeichert sind und der main part festlegt wird. Diese Datei ist die erste Datei, die beim Öffnen gelesen wird.
docProps-Verzeichnis
Das /docProps-Verzeichnis enthält in den Dateien core.xml, app.xml und custom.xml diverse Dokumenteigenschaften (Metadaten) wie Autor, Speicherdatum etc. nach dem Dublin-Core-Standard (ISO 15836:2003) der „Dublin Core Metadata Initiative“ (DCMI).
Dokumentdatenverzeichnis
Das Dokumentdatenverzeichnis (zum Beispiel /word) enthält die eigentlichen Dokumentdaten. Im Falle eines Textverarbeitungsdokuments zum Beispiel eine Datei document.xml, die gemäß WordprocessingML aufgebaut ist.

Office MathML (OMML)

Office Open XML verwendet die XML-basierte Auszeichnungssprache Office MathML (OMML) zur Beschreibung mathematischer Formeln.

Das folgende Office-MathML-Beispiel beschreibt den Bruch: <math>\frac{\pi}{2}</math>

<syntaxhighlight lang="xml"> <m:oMathPara>

 <m:oMath>
   <m:f>
     <m:num><m:r>
       <m:t>π</m:t>
     </m:r></m:num>
     <m:den><m:r>
       <m:t>2</m:t>
     </m:r></m:den>
   </m:f>
 </m:oMath>

</m:oMathPara> </syntaxhighlight>

Dokumenteneigenschaften

Ein Metadatenbeispiel (docProps/core.xml) nach dem Dublin-Core-Standard:

<syntaxhighlight lang="xml"> <?xml version="1.0" encoding="UTF-8" standalone="yes"?> <cp:coreProperties xmlns:cp="http://schemas.openxmlformats.org/package/2006/metadata/core-properties"

 xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:dcterms="http://purl.org/dc/terms/"
 xmlns:dcmitype="http://purl.org/dc/dcmitype/" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance">
 <dc:title>Office Open XML</dc:title>
 <dc:subject>Aufbau des Dateiformats</dc:subject>
 <dc:creator>Wikipedia</dc:creator>
 <cp:keywords>Office Open XML, Metadaten, Dublin Core</cp:keywords>
 <dc:description>Office Open XML verwendet ISO 15836:2003</dc:description>
 <cp:lastModifiedBy>Wikipedia</cp:lastModifiedBy>
 <cp:revision>1</cp:revision>
 <dcterms:created xsi:type="dcterms:W3CDTF">2008-06-19T20:00:00Z</dcterms:created>
 <dcterms:modified xsi:type="dcterms:W3CDTF">2008-06-19T20:42:00Z</dcterms:modified>
 <cp:category>Dateiformat für Dokumente</cp:category>
 <cp:contentStatus>Final</cp:contentStatus>

</cp:coreProperties> </syntaxhighlight>

Praktische Umsetzung

Microsoft Office 2007 für Windows<ref>Microsoft will offenes Dokumentenformat ODF unterstützen (Update). heise online, 22. Mai 2008, abgerufen am 30. September 2010.</ref> und Microsoft Office 2008 für Mac OS X<ref>Dieter Brors: Office 2008. In: c’t special, 2/2008, Mac, S. 62ff.</ref> unterstützen nur die veraltete Version ECMA-376 1st edition von Office Open XML, die von der ISO abgelehnt wurde, der ISO-Standard 29500 wird nicht vollständig unterstützt.<ref name="conformance">Griffin Brown: guid,3e2202cd-59a3-4356-8f30-b8eb79735e1a.aspx OOXML and Office 2007 Conformance: a Smoke Test (englisch)</ref><ref>Jörg Thoma: ISO: Microsoft lässt OOXML-Standard verwaisen (Update). Golem.de, 7. April 2010, abgerufen am 30. September 2010.</ref> Microsoft Office 2010 für Windows ermöglicht erstmals den Lesezugriff auf Dateien gemäß ISO-Standard 29500, doch voll unterstützt wird der Standard erst in Microsoft Office 2013 für Windows.<ref>Jim Thatcher: New file format options in the new Office. In: Office Next (Blog von Gray Knowlton). 13. August 2012, abgerufen am 5. März 2013 (englisch).</ref> Für ältere Microsoft-Office-Versionen (ab Version 2000) bietet Microsoft ein „Compatibility Pack“,<ref>Microsoft Office Compatibility Pack für Dateiformate von Word, Excel und PowerPoint 2007. Microsoft Download Center</ref> das es ermöglicht, das nicht ISO-konforme Format zu lesen und zu schreiben.

Eine Reihe weiterer Programme unterstützt Office-Open-XML-Formate, wobei in allen Implementierungen bislang die Kompatibilität zur veralteten Version ECMA-376 1st edition im Vordergrund steht und nicht die Implementierung des ISO-Standards.

Solche weiteren Office-Pakete mit Office-Open-XML-Unterstützung sind SoftMaker Office 2010 (Import und Export von .docx, Import von .xlsx), Corel WordPerfect Office ab Version X4 (nur Import),<ref>Corel WordPerfect Office X4 Standard Edition – Compatible. Corel (englisch)</ref> ThinkFree Office ab Version 3.5,<ref>What’s New in ThinkFree Office v3.5</ref> OpenOffice.org ab Version 3.0<ref>Pressemitteilung vom 13. Oktober 2008 OpenOffice.org (deutsch)</ref> und die OpenOffice.org-Abspaltungen NeoOffice und LibreOffice. Apple unterstützt Office-Open-XML-Dateien in seinem Officeprodukt iWork ab Version ’08 sowie in TextEdit ab Mac OS X 10.5.

Der Dokumentenbetrachter TextMaker Viewer 2010 kann Office-Open-XML-Dateien öffnen, anzeigen und ausdrucken. Außerdem erlaubt er die Wandlung dieser Dateien in das Portable Document Format (PDF). Die Tabellenkalkulation Gnumeric<ref>GNOME Office / Gnumeric – Gnumeric Stable 1.8 Series. GNOME (englisch)</ref> und die Textverarbeitung AbiWord<ref>AbiWord v2.6.0 Release Notes. Abisource (englisch)</ref><ref>AbiWord v2.6.5 Release Notes. Abisource (englisch)</ref> bieten Import- und auch Exportfunktionen.

Im Juni 2008 wurde für Office Open XML ein SDK von Microsoft zur Verfügung gestellt. Es erlaubt die Bearbeitung, Anlage, Prüfung und Modifizierung der Daten.<ref>Erstes Entwicklungskit für Open XML von Microsoft. heise online, 11. Juni 2008, abgerufen am 29. September 2010.</ref> Das SDK 1.0 basiert auf .NET 3.0.<ref>Informationen zum Open XML SDK 2.0 für Microsoft Office. In: msdn. Microsoft Corporation, abgerufen am 29. September 2010.</ref> Entgegen anderslautenden Meldungen wird für die Benutzung kein Officeprodukt benötigt.<ref>Erste Schritte mit dem Open XML SDK 2.0 für Microsoft Office. In: msdn. Microsoft Corporation, abgerufen am 29. September 2010.</ref>

Kritik

Office Open XML wird von verschiedenen Seiten kritisiert, unter anderem von den OpenDocument-Befürwortern IBM und Sun Microsystems sowie von Mitgliedern der Open-Source-Bewegung, die im GrokDoc-Wiki eine Liste von Einwänden gegen die Aufnahme von Office Open XML als ISO-Standard veröffentlicht haben.<ref name="grocdoc_einwaende">Einwände gegen die Standardisierung im GrocDoc-Wiki</ref>

Kritisiert wird dabei der Umfang der Spezifikation mit über 6000 Seiten. Kritiker gehen davon aus, dass nur Microsoft die Spezifikation in vollem Umfang umsetzen könne, während es für Softwarehersteller von Konkurrenzprodukten praktisch unmöglich sei, das Dateiformat vollständig in ihre Anwendungen zu implementieren.<ref name="sutor">Bob Sutor: Is Open XML a one way specification for most people? 16. Oktober 2006, abgerufen am 29. September 2010.</ref><ref name="fsfe">Is OpenXML now a standard? Free Software Foundation Europe, 8. Dezember 2006, abgerufen am 29. September 2010 (english).</ref><ref name="golem">Office Open XML ist ISO-Norm (Update). Golem.de, 1. April 2008, abgerufen am 29. September 2010.</ref>

Darüber hinaus verwendet Office Open XML nicht die W3C-Empfehlungen MathML für die Formeldarstellung oder SVG für die Darstellung von Vektorgrafiken, sondern speichert diese Elemente in von Microsoft entwickelten Formaten.

Zudem widerspreche die Norm einigen ISO-Normen, beispielsweise der Norm für die Darstellung von Datum und Uhrzeit oder der Norm für die Abkürzung von Bezeichnungen von Sprachen.<ref>standards Ecma 376 contradicts numerous international standards. GrokDoc</ref> Zudem wird angeführt, dass Office Open XML als Ganzes einer bestehenden ISO-Norm widersprechen könnte, nämlich der Norm ISO/IEC 26300:2006 (OpenDocument).<ref>ISO/IEC 26300 (OpenDocument Format for Office Applications). GrokDoc</ref>

Microsoft übt Druck auf Politiker aus, um den Einsatz des konkurrierenden OpenDocument-Formats zu verhindern. Falls Abstimmungen nicht nach dem Wunsch von Microsoft verlaufen, würden alle Ausgaben für Forschung und Soziales in den Bezirken eingestellt.<ref>golem.de</ref><ref>computerweekly.com</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />