OS X
OS X | |
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El Capitan | |
Basisdaten | |
Entwickler | Apple Inc. |
Sprache(n) | mehrsprachig, u. a. Deutsch und Englisch |
Aktuelle Version | OS X 10.11.2 (8. Dezember 2015) |
Abstammung | UNIX ↳ BSD ↳ NeXTSTEP/OPENSTEP ↳ Rhapsody und Darwin ↳ Mac OS X (10.0–10.7) OS X (10.8+) |
Kernel | XNU (X is Not Unix)<ref>Porting UNIX/Linux Applications to OS X: Glossary Abgerufen am 3. August 2012.</ref> |
Architekturen | PPC (bis 10.5), x86 (ab 10.4.4), x64 (ab 10.6) |
Lizenz | gemischte Lizenz: GPL, APSL, Apple-EULA u. a. |
Website | www.apple.com |
Kompatibilität | FreeBSD, POSIX, Mac OS 9 (nur PowerPC, bis 10.4), PPC-App (bis 10.6) |
OS X, ursprünglich Mac OS X, ist das bislang kommerziell erfolgreichste Unix-basierende Betriebssystem für Personal Computer und wird vom kalifornischen Unternehmen Apple entwickelt. Das X steht dabei für die römische 10, die die Nachfolge auf Mac OS 9 aufzeigt, aber auch als Verweis auf den unixoiden Charakter des (damals) neu entwickelten Betriebssystems. OS X wurde erstmals im Jahr 2000 als kostenpflichtige Vorabversion unter dem Namen Mac OS X Public Beta veröffentlicht, im Folgejahr erschien die erste reguläre Hauptversion Mac OS X 10.0.
Genaugenommen ist OS X eine proprietäre Distribution auf der Basis des freien, ebenfalls von Apple entwickelten Betriebssystems Darwin, dem Unix bzw. BSD zugrunde liegt. Überdies wurde OS X entsprechend zertifiziert, so dass Apple es „UNIX“ (in Großbuchstaben Markenname) nennen darf.
Trotz elementarer technischer Unterschiede gilt OS X historisch als jüngstes Mitglied der (nicht-unixoiden) Mac OS-Betriebssystemfamilie, die ab 1984 für die hauseigenen Macintosh-Computer eingeführt worden war. Tatsächlich ist OS X (mit seinem Darwin-Kern) eine Weiterentwicklung von NeXTSTEP (und dessen Unix-Kern), das von Steve Jobs’ Unternehmen NeXT nach seinem vorübergehenden Ausscheiden bei Apple (1985–1997) entwickelt und 1988 erstmals veröffentlicht wurde.
Die einzelnen Versionen der neuen Betriebssystemgeneration wurden i. d. R. anfangs nach Großkatzen benannt, etwa Jaguar, gegenwärtig nach natürlichen Wahrzeichen Kaliforniens wie dem Yosemite-Nationalpark und El Capitan, einem markanten Felsvorsprung im Park.
In abgewandelter Form kommt OS X als iOS beim iPhone, iPad und iPod touch zum Einsatz, sowie als Apple-TV-Software bei der ersten Generation des Apple TV. Wiederum auf iOS basieren watchOS, das auf der Apple Watch läuft, die Software des Apple TV der zweiten und dritten Generation wie auch tvOS, das ab der vierten Generation des Apple TV zum Einsatz kommt.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Name und Aussprache
- 2 Architektur
- 3 Dateisysteme
- 4 Programmierung
- 5 Versionen
- 5.1 Mac OS X Public Beta (Kodiak)
- 5.2 Mac OS X 10.0 (Cheetah)
- 5.3 Mac OS X 10.1 (Puma)
- 5.4 Mac OS X 10.2 (Jaguar)
- 5.5 Mac OS X 10.3 (Panther)
- 5.6 Mac OS X 10.4 (Tiger)
- 5.7 Mac OS X 10.5 (Leopard)
- 5.8 Mac OS X 10.6 (Snow Leopard)
- 5.9 Mac OS X 10.7 (Lion)
- 5.10 OS X 10.8 (Mountain Lion)
- 5.11 OS X 10.9 (Mavericks)
- 5.12 OS X 10.10 (Yosemite)
- 5.13 OS X 10.11 (El Capitan)
- 6 Sicherheit
- 7 Sprachen
- 8 Weblinks
- 9 Einzelnachweise
Name und Aussprache
„Mac“ [ˌmæk] ist bzw. war die Abkürzung für Macintosh.
Die Buchstaben O und S stehen für Operating System (engl. ‚Betriebssystem‘) und werden einzeln gesprochen: [oʊˈɛs] (engl.) bzw. [oːˈɛs] (dt.); manche sprechen sie im Deutschen jedoch zusammen als „Os“ [oːs] aus.
Das X steht zum einen für die römische Ziffer der Zahl 10 und verweist auf die Nachfolge früherer Betriebssysteme Mac OS 9, Mac OS 8 usw.; zum anderen folgte man damit der Tradition anderer unixoider Systeme, deren Namen meist mit einem X enden. Vonseiten Apples wird das „X“ als englische Zahl 10 „ten“ [ˈtɛn] gesprochen; manche verwenden jedoch die deutsche Aussprache „Zehn“, andere wiederum sprechen das X als Buchstaben ([ɪks] bzw. engl. [ɛks]) aus.
Architektur
Die Architektur besteht aus vier Schichten:
- grafische Benutzerschnittstelle: Aqua
- Programmierschnittstellen: Cocoa (und früher Carbon) sowie Java
- Grafik-Subsystem: Quartz (mit Quartz Compositor), OpenGL und QuickTime
- Darwin
OS X ist ein Nachkomme von NeXTSTEP/OPENSTEP und genaugenommen eine (proprietäre) Software-Distribution, wobei Darwin, ein (freies) Unix, das eigentliche Betriebssystem ist. Durch Darwin verfügt OS X über Fähigkeiten wie Speicherschutz, präemptives Multitasking, Mehrbenutzerfähigkeit, erweitertes Speichermanagement und symmetrisches Multiprocessing (SMP). Darwin wurde unter die quelloffene Lizenz Apple Public Source License gestellt, welche erst in der späteren Version 2.0 als Lizenz freier Software von der Free Software Foundation anerkannt wurde. Um eine Veröffentlichung unter einer quelloffenen Lizenz zu ermöglichen, musste das System von allen originären UNIX-Codezeilen bereinigt werden, da der damalige Besitzer sämtlicher Rechte an AT&T Unix keine Veröffentlichung des UNIX-Quellcodes gestattete. Da diese Aufgabe einige Jahre zuvor auch bei BSD vollzogen worden war, bot es sich an, die ursprünglich aus 4.4BSD stammenden, in NeXTStep enthaltenen Daemons und Server gegen ihre Nachfolger aus 4.4BSDlite (vollkommen von Unix-Code bereinigte Neuveröffentlichung von BSD, auf der alle modernen BSD-Derivate basieren) oder dessen mittlerweile erschienenen Nachfolgern NetBSD, OpenBSD und FreeBSD auszutauschen.
Der Kernel wurde gegenüber NeXTStep vollkommen überarbeitet – während NeXTStep noch einen reinen Mach-Mikrokernel verwendete, setzt OS X auf einen sogenannten Hybridkernel: Dabei werden einige Funktionen in den Kernel integriert, allerdings nicht so viele wie bei einem monolithischen Kernel. Als Basis für den „XNU“ getauften Kernel wurde weiterhin Mach verwendet und mit Teilen des monolithischen FreeBSD-Kernels ergänzt. Des Weiteren hat es ein BSD-Userland.
Aqua, die grafische Benutzeroberfläche, wurde völlig neu entworfen. Darüber hinaus wurde die auf OpenStep aufbauende Programmierschnittstelle zu Cocoa weiterentwickelt.
OS X kann sowohl als Einzel- als auch als Mehrbenutzersystem verwendet werden. Auf Wunsch kann man eine Anmeldung ohne Passwortabfrage konfigurieren. Wie bei Unix üblich, wird dennoch bei sicherheitsrelevanten Operationen das Kennwort verlangt.
Aqua
Die auffälligste Änderung gegenüber den Vorgängern (Mac OS 9) ist die neue Oberfläche Aqua (lat. für Wasser). Sie soll durch Lichteffekte wie Reflexionen und Schlagschatten auf diversen Oberflächenelementen wie Schaltflächen oder eingeblendeten Menüs an Wassertropfen erinnern. Ebenfalls markant ist die Nadelstreifen-Optik der Fensterhintergründe und der Fotorealismus (bis Yosemite) der Icons.
Als ein weiteres Erscheinungsbild für Fenster gab es bis zur Version 10.4 Brushed Metal (gebürstetes Metall). In den Apple Human Interface Guidelines empfiehlt Apple die Verwendung dieses Designs für Programme, die einen Teil der Hardware oder ein bestimmtes Gerät darstellen (z. B. eine Digitalkamera oder einen DVD-Spieler). Mit Mac OS X 10.5 wurden die unterschiedlichen Erscheinungsbilder optisch vereinheitlicht.
Ganz neue Elemente in Aqua gegenüber älteren Oberflächen sind sogenannte Sheets und Drawers. Sheets sollen das Problem lösen, dass für einen Benutzer oft nicht ersichtlich ist, zu welchem Dokument eine sich gerade öffnende Dialogbox gehört. Ein Sheet ist eine Art Dialogfenster, das direkt an die Titelzeile des betroffenen Dokuments angehängt wird, und das somit zum untrennbaren Bestandteil des betroffenen Dokuments wird. Drawers sind Schubladen, die durch einen Klick auf die entsprechende Schaltfläche in der Symbolleiste links oder rechts des Hauptfensters ausgefahren werden und Elemente enthalten, die nicht dauerhaft zur Programmbedienung benötigt werden. In der ersten Version von Apples E-Mail-Programm Mail befand sich beispielsweise die Ordnerstruktur in einem Drawer, in Version 2 wurde die Ordnerstruktur hingegen zu einem festen Teil des Hauptfensters gemacht.
Eine weitere Besonderheit von Aqua ist die Art der Darstellung der Bildschirminhalte. Hierbei verwendet Apple eine eigene Technik namens Quartz. Diese Darstellung zweidimensionaler Elemente basiert auf dem PDF-Format. Die Weiterentwicklung dieser Technik namens Quartz Extreme beschleunigt die Darstellung, indem jedes Fenster als Textur betrachtet und so nicht mehr nur vom Haupt-, sondern vom Grafikprozessor berechnet werden kann. Fenster können dadurch ohne hohe Prozessorlast in Echtzeit skaliert und transformiert werden.
Netzwerk
OS X bietet die für Unix typischen Netzwerkeigenschaften. Dazu gehört eine umfassende Unterstützung von SMB für die Zusammenarbeit mit Computern, die unter Windows laufen. Ebenso können Serverfreigaben erzeugt werden, so dass von Windows-Computern aus auf Daten von OS X-Computern zugegriffen werden kann.
Unter dem Namen Bonjour (seit April 2005, vorher Rendezvous) unterstützt OS X Zeroconf, das es Benutzern ermöglicht, Netzwerkverbindungen und -dienste zu nutzen, ohne sie vorher konfigurieren zu müssen.
Unter dem Namen Mac OS X Server vertrieb Apple eine Variante der Distribution auf selbiger Softwarebasis, aber mit zusätzlichen Diensten und Werkzeugen für den Serverbetrieb. Seit Mac OS X 10.7 handelt es sich dabei nicht mehr um eine eigenständige Distribution, sondern um ein über den App Store beziehbares Programm, das eine grafische Oberfläche zur Konfiguration der im Betriebssystem bereits enthaltenen Serversoftware bietet.
Kompatibilität
Abwärtskompatibilität zu Mac OS 8/9
Ein für Mac OS 8/9 geschriebenes Programm benötigte eine Anpassung und Neuübersetzung, um ohne Emulation unter Mac OS X lauffähig zu sein. Zu diesem Zweck veröffentlichte Apple bereits für Mac OS 8 die Programmbibliothek Carbon. Carbon stellt unter Mac OS X und Mac OS 8/9 die gleichen Programmierschnittstellen zur Verfügung und ermöglicht es somit, Programme zu schreiben, die in beiden Versionen lauffähig sind.
Um nicht angepasste Programme (auch solche, die noch für den 68k-Prozessor geschrieben wurden) unter Mac OS X benutzen zu können, gab es bis Mac OS Tiger (Version 10.4)<ref>http://docs.info.apple.com/article.html?path=Mac/10.5/de/11511.html</ref> die Classic-Umgebung. Dies war ein als Laufzeitumgebung geladenes Mac OS 9 innerhalb von Mac OS X, in dem solche Programme normal benutzt werden können, also technisch eine Emulation. Sie setzte einen Mac mit PowerPC-Architektur (G3, G4 und G5) voraus und lief daher nicht auf den neueren Intel-Prozessoren. Der Großteil der älteren Software für Mac OS, auch solche für sehr alte Macs (68k-CPUs), konnte auf diese Weise verwendet werden. Die Classic-Umgebung (englisch Classic Environment) ist eine Weiterentwicklung der Blue Box von Rhapsody und kann mit Mac-on-Linux verglichen werden.
Um weiterhin nicht für Mac OS X angepasste Software verwenden zu können, gibt es zwei gängige Alternativen: Zum einen kann bei einem PowerPC-basierten Mac eine separate Festplattenpartition mit einer zur Hardware kompatiblen älteren Betriebssystemversion angelegt werden, von welcher aus die ältere Software gestartet werden kann. Zum anderen kann die freie, auf Open-Source basierende Emulationssoftware SheepShaver eingesetzt werden. Sie ermöglicht es, auf Intel-Prozessoren ältere Software zu betreiben; im Gegensatz zur Classic-Umgebung (die Mac OS bis zur Version 9.2.2 unterstützt) befindet sich SheepShaver jedoch noch im Entwicklungsstadium und unterstützt Mac OS derzeit nur bis zur Version 9.0.4.
Kompatibilität innerhalb von Mac OS X
Kompatibilitätsprobleme innerhalb von Mac OS X gab es vor allem durch den im Januar 2006 vorgenommenen Architekturwechsel von Power PC-CPUs der Fabrikate Motorola und IBM auf x86-CPUs von Intel. Für Programme, die für Mac OS X geschrieben wurden und einen PowerPC-Prozessor voraussetzen, gibt es bis Version 10.6 Snow Leopard auf Intel-Macs die Rosetta-Emulation. Seit 10.7 Lion ist diese nicht mehr Bestandteil des Betriebssystems.
Andere Betriebssysteme auf Apple-Rechnern
Mit dem Wechsel von Power-PC- auf Intel-Prozessoren ergaben sich 2006 erweiterte Möglichkeiten bei der Nutzung anderer Betriebssysteme auf Apple-Rechnern:
- Andere x86-Betriebssysteme – wie Microsoft Windows – sind mit nur geringen Leistungsverlusten auf Apple-Hardware unter Mac OS X einsetzbar, weil Virtualisierungs-Tools wie VMware Fusion, Parallels Desktop for Mac oder VirtualBox ohne zusätzliche CPU-Emulation eingesetzt werden können. Portable Unix-Betriebssysteme wie Linux waren bereits zuvor auf PowerPC-Prozessoren lauffähig.
- Mit der Software Boot Camp von Apple kann ein Windows-System nativ auf einem Mac ausgeführt werden, welcher sich dann wie ein gewöhnlicher Computer mit Microsoft Windows verhält.
- Eine weitere Möglichkeit stellt die Verwendung von Varianten der Windows-kompatiblen Laufzeitumgebung Wine dar; vor allem durch das freie Darwine und das kommerzielle CrossOver. Der Vorteil hierbei ist, dass keine zusätzliche Windows-Lizenz benötigt wird.
- rEFIt und rEFInd ermöglichen es, ein Linux- oder BSD-Betriebssystem auf einer separaten Partition neben OS X auf dem Mac zu installieren.
OS X auf anderen Computern
Weil in Apple-Computern neben dem selbstentwickelten Motherboard Standard-Hardware und Intel-Chips verwendet werden, gibt es Tüftler und kommerzielle Anbieter, die OS X auf anderen als Apple-Computern installieren. Dabei werden OS X und/oder Treiber bzw. Kernel-Erweiterungen modifiziert bzw. letztere geschrieben. Derartige sowohl auf Intel als auch AMD basierende Systeme werden als „Hackintosh“ bezeichnet, gewerblich angebotene Konfigurationen mitunter als „Mac-Klon“.<ref>Macwelt</ref>
Die Apple-Lizenzbestimmungen erlauben die Installation von OS X jedoch nur auf Apple-Hardware. Ob den Benutzern und Händlern die Installation und Nutzung des Betriebssystems auf fremder Hardware von Apple rechtswirksam untersagt werden kann, ist nicht geklärt. Apple wehrt sich vor allem gegen gewerblich angebotene Systeme, die wenig technisches Wissen beim Käufer voraussetzen.<ref>siehe: Macwelt 12/2009, Artikel zu Prozess Apple gegen Psystar</ref> Kommerzielle Anbieter, die Computer anderer Hersteller für den Betrieb mit OS X umrüsten, wurden von Apple gezwungen, ihre Geräte nur noch ohne OS X auszuliefern. Ob das reine Einrichten von PCs zum Betrieb von OS X bereits illegal ist, wenn der Händler selbst keine lizenzwidrige Installation des Betriebssystems vornimmt, blieb ungeklärt.<ref>http://www.maclife.de/panorama/recht/wechselt-psystar-seine-strategie</ref>
Da OS X seit der Version 10.7 nicht mehr als eigenständige Distribution auf Datenträgern sondern nur als Upgrade über den App Store erworben werden kann und neben mit Apple-Hardware gebündelten OEM-Versionen nur noch Updates erhältlich sind, ist die Möglichkeit zur Installation von Mac OS X auf anderen Computern mit einer legalen Lizenz de facto nicht mehr gegeben.
Für Computerbastler gibt es Anleitungen auf Internetseiten, wie OS X auf Computern betrieben werden kann, die nicht von Apple produziert sind.<ref>Hackintosh.com</ref> Fälle, in denen dieser private Gebrauch rechtlich verfolgt wurde, sind nicht bekannt.
Auch zu Zeiten, in denen Mac OS X ausschließlich für die PPC-Architektur verfügbar war, bestand die Möglichkeit, Mac OS X auf Fremdhardware zu nutzen. Allerdings gab es auf dem Markt nur einige wenige frei erhältliche Motherboards, die mit G3- und G4-Prozessoren bestückt werden konnten - beispielsweise das Pegasos-Board, den AmigaOne oder den Teron. Ein Komplettsystem auf Basis dieser Komponenten war allerdings sehr teuer in der Anschaffung und benötigte ferner noch eine Mac OS X-Lizenz, die in der damaligen Zeit zwar frei erhältlich war, jedoch ca. 100 Euro kostete. Die Konfiguration eines PPC-basierten Hackintosh war dadurch eher eine Spielerei, als eine lukrative Alternative zur Apple-Hardware.
OS X-Anwendungen in anderen Betriebssystemen
Yellow Box, ein Vorläufer der heutigen Cocoa-Programmierschnittstelle (siehe auch Rhapsody), wurde speziell dafür konzipiert, unter verschiedenen Betriebssystemen auf unterschiedlichen Hardwareplattformen nutzbar zu sein. Im Jahre 1997 warb Apple damit, dass sich dieses OpenStep-kompatible Framework problemlos in Windows integrieren lasse. Noch vor Erscheinen von Mac OS X wurden diese Möglichkeiten aber wieder eingeschränkt.<ref name="Yellow Box">Chris Pearson: Cocoa and the Death of Yellow Box and Rhapsody. RoughlyDrafted Magazine, 19. Februar 2007, abgerufen am 9. Januar 2015 (englisch). </ref>
Das GNUstep-Projekt macht sich diese grundsätzlich in OS X immer noch vorhandene Möglichkeiten der Portierbarkeit, zu nutzen und entwickelt einen freien Nachbau der OS X-Frameworks und ‑Bibliotheken. Mit GNUstep lassen sich Anwendungen, die für OS X entwickelt wurden, ohne große Anpassungen für Linux, Unix oder Windows kompilieren und danach nutzen.
Darauf aufbauend wird Darling entwickelt, eine OS X-kompatible Laufzeitumgebung mit der sich OS X-Anwendungen ohne eine Neukompilation unter Linux nutzen lassen.<ref name="heise">Liane M. Dubowy: Emulator will Mac-Anwendungen auf den Linux-Desktop bringen. Heise Open, 7. August 2013, abgerufen am 9. Januar 2015. </ref><ref name="faq">FAQ. Darling-Projekt, abgerufen am 9. Januar 2015 (englisch). </ref>
Dateisysteme
Lokale Dateisysteme
Mac OS X unterstützt verschiedene lokale Dateisysteme, das bevorzugte ist HFS+. Weitere unterstützte Dateisysteme sind HFS, ISO 9660, MS-DOS (FAT12, FAT16 und FAT32), NTFS, exFAT, UFS, UDF sowie ZFS (die beiden letztgenannten nur lesend). Der Schreibzugriff auf NTFS wurde erst in Mac OS X 10.6 hinzugefügt, ist standardmäßig jedoch abgeschaltet und muss durch einen Eintrag in fstab aktiviert werden. Bei älteren Versionen kann NTFS-Schreibzugriff mit dem Zusatzprogramm NTFS-3G realisiert werden, zudem bietet Paragon mit „NTFS for Mac® OS X“ eine kommerzielle Lösung an.
Netzwerkdateisysteme
Unterstützte Netzwerkdateisysteme sind AFP, FTP (nur lesend), NFS, SMB/CIFS und WebDAV.
MacFUSE
Mit der Zusatzsoftware MacFUSE und entsprechenden Plug-ins wie NTFS-3G (für Schreib-/Lesezugriff auf NTFS-Datenträger) sind weitere Dateisystemtypen unter Mac OS X verfügbar. Sie bietet ungewöhnliche Möglichkeiten, wie mittels SFTP-Fernverbindung (mit dem Plugin SSHFS) auf andere Computer zuzugreifen oder laufende Prozesse (mit dem Plugin ProcFS) im Finder anzeigen zu lassen.
Programmierung
Die native Programmier- und Anwendungsschnittstelle für Aqua-Programme ist Cocoa, welches eine Weiterentwicklung von OpenStep ist. Cocoa-Programme werden vorwiegend in den Sprachen Objective-C und Swift geschrieben. Während Objective-C seinen Ursprung in NeXTStep hatte, wurde Swift 2014 vorgestellt. Verschiedene Brückenschnittstellen, sogenannte Cocoa Bridges (siehe auch Brücke) ermöglichen es zudem, Cocoa mit Ruby, Python und Java zu nutzen. Seit Mac OS X 10.4 wird die Java-Bridge nicht mehr aktualisiert.<ref>Apples Dokumentation über die Cocoa-Java-Integration</ref> Mit AppleScript Studio besteht darüber hinaus die Möglichkeit, Programme in AppleScript zu schreiben und mit Objective-C oder anderen Sprachen zu erweitern.
Für die klassische und die übliche Hochsprachenprogrammierung stellt Mac OS X außer Cocoa und der Carbon-Bibliothek eine vollständige Java-5.0-Umgebung, eine POSIX-kompatible BSD-Umgebung und eine X11-Umgebung zur Verfügung. Daneben werden die verbreiteten Unix-Programmiersprachen (z. B. Perl, PHP, Python, Ruby und Tcl und C) zur Verfügung gestellt.
Versionen
Seit Version 10.8 „Mountain Lion“ wird OS X ohne den Zusatz „Mac“ vertrieben.<ref name="nurnochOSX">Jordan Golson: Apple Officially Drops 'Mac’ Name from OS X Mountain Lion In: macrumors.com. 16. Februar 2012, abgerufen am 5. März 2012.</ref>
Die offiziellen Betriebssystemversionen wurden intern nach Raubkatzen benannt und von Version 10.2 („Jaguar“) bis Version 10.8 („Mountain Lion“) benutzte Apple diese Codenamen auch zur Vermarktung. Seit 10.9 „Mavericks“ werden Namen besonderer Orte in Kalifornien verwendet. Die aktuelle Version 10.11 trägt den Namen „El Capitan“.
Die Bezeichnungen „Panther“ (10.3), „Tiger“ (10.4), „Leopard“ (10.5), „Snow Leopard“ (10.6) sowie „Lion“ (10.7) sind eingetragene Warenzeichen von Apple, während die älteren Codenamen „Cheetah“ (10.0) und „Puma“ (10.1) nie registriert wurden. Der Name „Jaguar“ (10.2) wurde erst später nachträglich registriert. Zwischenzeitlich hatte Apple sich zudem „Lynx“ und „Cougar“ als Marken eintragen lassen, hat diese jedoch inzwischen wieder aufgegeben.<ref>Apple has already started work on Mac OS X 10.8. macrumors.com, 31. Oktober 2011, abgerufen am 17. November 2011 (english). </ref>
Mac OS X Public Beta (Kodiak)
Am 13. September 2000 veröffentlichte Apple eine Beta-Version von Mac OS X und verkaufte sie für 29,95 Dollar.<ref>arstechnica</ref>
Mac OS X 10.0 (Cheetah)
Diese erste Version von Mac OS X erschien am 24. März 2001 und war in vielerlei Hinsicht noch nicht ganz ausgereift. Sie war sehr langsam (auf älteren G3-Systemen bis zur Unbrauchbarkeit), wurde aber wegen ihrer in einem so frühen Stadium hohen Stabilität gelobt. 10.0.4 war die letzte Version (22. Juni 2001).
Mac OS X 10.1 (Puma)
Mac OS X 10.1 erschien am 25. September 2001. Es wurde als kostenlose Aktualisierung von Apple bereitgestellt. Die Geschwindigkeit, insbesondere das Ansprechverhalten der Benutzeroberfläche, wurde wesentlich verbessert, und fehlende Features, wie zum Beispiel das Abspielen von DVDs, wurden hinzugefügt. Die letzte Version war Mac OS X 10.1.5 (veröffentlicht 5. Juni 2002).
Mac OS X 10.2 (Jaguar)
Jaguar wurde am 13. August 2002 veröffentlicht. Es beschleunigte mit Quartz Extreme die Benutzeroberfläche auf geeigneten Grafikkarten. Als Drucksystem wurde CUPS eingeführt, was die Verwendung alternativer Druckertreiber ermöglichte. Die letzte Version von Jaguar war Mac OS X 10.2.8 (veröffentlicht am 3. Oktober 2003); danach gab es jedoch noch einige Sicherheitsaktualisierungen. Seit dieser Version sind die Raubkatzenarten nicht nur Code- und Projektnamen, sondern offizielle Produktbezeichnungen, die auf den Verpackungen und Datenträgern aufgedruckt sind.
Mac OS X 10.3 (Panther)
Panther wurde am 24. Oktober 2003 eingeführt. Es brachte Funktionen wie Exposé, das Video-Chat-Programm iChat AV und die Benutzerverzeichnisverschlüsselung FileVault mit. Auch die neue Programmierschnittstelle Core Audio wurde hinzugefügt. Der Finder wurde überarbeitet und einige Inkonsequenzen und Inkonsistenzen der Vorgängerversion beseitigt. Außerdem erfuhr die Benutzeroberfläche einige Änderungen, das Design wurde insgesamt etwas schlichter. Die Systemgeschwindigkeit wurde weiter gesteigert. Mit dem neu eingeführten schnellen Benutzerwechsel wurde es ermöglicht, zwischen Benutzern hin- und herzuschalten, ohne sich abmelden zu müssen. Am 15. April 2005 wurde die letzte Version, Mac OS X 10.3.9, veröffentlicht.
Im Gegensatz zur Version 10.2 (Jaguar) läuft Panther (ohne Drittprogramme wie XPostFacto) nicht mehr auf den beigen G3-Power-Macs, sondern nur mehr auf sogenannten „New-World“-Macs (mit anderer Bus-Architektur, an den fest eingebauten USB-Anschlüssen und am einfarbig gehaltenen Apfel als Firmenlogo auf dem Gehäuse erkennbar).
Mac OS X 10.4 (Tiger)
Die Version 10.4, Tiger genannt, erschien am 29. April 2005. Unter den Neuerungen befindet sich eine systemweite Metadatensuche namens Spotlight. Mit Dashboard wurde zu Exposé eine neue Komponente hinzugefügt, die kleine Hilfsprogramme, sogenannte Widgets, einblendet. Außerdem enthält Tiger eingeschränkte Unterstützung von 64-Bit-Prozessen (auf 64-Bit-Prozessoren) sowie die neuen Programmierschnittstellen Core Image und Core Video zur Auslagerung grafischer Berechnungen an die GPU der Grafikkarte.
Seit der Version 10.4.4 läuft das System auf Macs mit Intel-Prozessor. Aktualisierungen werden getrennt als PowerPC- oder Intel-Version angeboten. Tiger ist mit über zwei Jahren die bisher am längsten gewartete Version von Mac OS X. Am 14. November 2007 erschien die letzte Version von Tiger, 10.4.11.
Mac OS X 10.5 (Leopard)
Leopard erschien am 26. Oktober 2007, nachdem das Veröffentlichungsdatum aus Kapazitätsgründen (zur rechtzeitigen Fertigstellung des Mobiltelefons iPhone) um etwa ein halbes Jahr verschoben wurde.
In Leopard wurde die Nutzeroberfläche des Systems und insbesondere des Finders deutlich überarbeitet; das Konzept der virtuellen Desktops wurde mit Spaces von einigen Linux-Varianten übernommen. Integriert sind außerdem die Datensicherungssoftware Time Machine, sowie Boot Camp, das auf Intel-basierten Macs die Installation von Microsoft Windows parallel zu Mac OS X ermöglicht. Leopard ermöglicht den 64-Bit-Betrieb bei Applikationen mit grafischer Benutzeroberfläche. Zudem erfüllt es als erstes BSD-Derivat überhaupt die kommerzielle Zertifizierung Single Unix Specification ’03 der Open Group und darf daher den Markennamen „UNIX“ tragen.<ref name="osx_comm">http://www.infoweek.ch/news/NW_single.cfm?news_ID=17048&sid=0</ref>
Die Classic-Umgebung wurde mit Mac OS X 10.5 „Leopard“ eingestellt, das Ausführen von MacOS 9 oder älteren Programmen ist nicht mehr möglich.
Mac OS X 10.6 (Snow Leopard)
Snow Leopard erschien am 28. August 2009. Wie schon von Apple auf der WWDC vom 9. Juni 2008 angekündigt,<ref>Pressemeldung vom 9. Juni 2008</ref> enthält diese Betriebssystemversion hauptsächlich Verbesserungen und nur wenige neue Funktionen. Der Fokus liegt in der verbesserten Ausnutzung aktueller Computerhardware – Rechner mit PowerPC-Prozessoren werden ab dieser Version nicht mehr unterstützt, ein Intel-Prozessor ist also Bedingung.
So soll mit Grand Central Dispatch und der Open Computing Language eine signifikante Leistungssteigerung durch die Vereinigung von Mehrkern-Hauptprozessoren mit leistungsfähigen Grafikprozessoren (GPGPU) unter einer zentralen Programmierschnittstelle erreicht werden. Außerdem gibt es eine erweiterte 64-Bit-Unterstützung im Kernel. Der Finder wurde komplett neu geschrieben und ist nun eine 64-Bit-Anwendung. Die meisten vorinstallierten Programme von Apple laufen nun ebenfalls im 64-Bit-Modus, können jedoch bei Bedarf in 32 Bit gestartet werden. QuickTime X unterstützt moderne Multimediacodecs besser; hinzu kommt eine native Unterstützung von Microsoft Exchange 2007 in den Programmen Mail, Adressbuch und iCal.<ref>Snow Leopard bei apple.com (Memento vom 23. Juni 2011 im Internet Archive) (im Archiv vom Internet Archive)</ref>
Seit dem 6. Januar 2011 ist die Anwendung für den Zugriff auf den Mac App Store für Snow Leopard verfügbar.<ref>Mac App Store</ref>
Mac OS X 10.7 (Lion)
Lion wurde am 20. Juli 2011 veröffentlicht.<ref>Apple launches Mac OS X 10.7 Lion on Mac App Store for $29.99. In: AppleInsider.com. 20. Juli 2011, abgerufen am 20. Juli 2011 (english). </ref> Zu den vorgestellten Neuerungen von Lion gehören das Launchpad (eine an iOS erinnernde Liste aller installierten Programme), eine verbesserte Handhabung von Programmen im Vollbildmodus, Mission Control (eine kombinierte Übersicht über Spaces, Exposé, Dashboard und laufende Vollbildprogramme) und FileVault2, welches nun auch Full-Disk-Verschlüsselung ermöglicht.
Verschiedene Bestandteile früherer Betriebssystemversionen, insbesondere die Mediencenter-Oberfläche Front Row, eine vorinstallierte Java-Laufzeitumgebung und die Emulationssoftware Rosetta, die das Ausführen von Programmen für PowerPC-Prozessoren ermöglichte, werden nicht mehr unterstützt.<ref>AppleInsider: Inside Mac OS X 10.7 Lion: Missing Front Row, Rosetta and Java runtime. 26. Februar 2011.</ref>
OS X 10.8 (Mountain Lion)
Mountain Lion wurde am 16. Februar 2012 vorgestellt<ref>Pressemitteilung: Apple Releases OS X Mountain Lion Developer Preview with Over 100 New Features. 16. Februar 2012</ref> und am 25. Juli 2012 zum Preis von 17,99 Euro beziehungsweise 20 Franken veröffentlicht. OS X Mountain Lion verzichtet explizit auf den Zusatz „Mac“, den vorherige Versionen des Betriebssystems trugen.<ref name="nurnochOSX" />
Zu den Neuerungen zählen vor allem Funktionen, die vom Tochter-Betriebssystem iOS übernommen wurden, beispielsweise Push-Benachrichtigungen samt Mitteilungszentrale, bessere Anbindung an iCloud, die Ausweitung des iMessage-Protokolls auf den Mac, dedizierte Programme für Erinnerungen und Notizen sowie die systemweite Integration sozialer Netzwerke wie Twitter, Facebook, Flickr und Vimeo.<ref>Apple: OS X Mountain Lion Website Abgerufen am 25. Juli 2012.</ref>
OS X 10.9 (Mavericks)
Am 10. Juni 2013 stellte Craig Federighi auf der WWDC OS X Mavericks vor, das nach dem Surfspot Mavericks südlich von San Francisco benannt wurde. Es bietet unter anderem neue Funktionen wie Tabs und Tagging im Finder und verbessert den Umgang mit mehreren Bildschirmen.<ref>Chris Welch: Apple's OS X 10.9 Mavericks ships this fall with tabbed Finder, Maps and iBooks apps. theverge.com, 10. Juni 2013, abgerufen am 10. Juni 2013 (english). </ref> Das Update auf Mavericks ist für Besitzer von Apple-Computern kostenlos.
OS X 10.10 (Yosemite)
Die Nachfolgeversion von Mavericks wurde am 16. Oktober 2014 veröffentlicht. Sie wurde am 2. Juni 2014 auf der Worldwide Developers Conference (WWDC) vorgestellt und trägt den Namen OS X Yosemite, nach dem Yosemite-Nationalpark. Zu den Änderungen zählen u. a. eine verbesserte Zusammenarbeit mit iPhone und iPad sowie eine überarbeitete Betriebssystemoberfläche. Erstmals gab es vor der Veröffentlichung ein öffentliches Beta-Programm für die Software. Das Update auf Yosemite ist für Besitzer von Apple-Computern kostenlos.
OS X 10.11 (El Capitan)
Diese Version ist der Nachfolger von OS X 10.10 (Yosemite) und wurde erstmals auf der Worldwide Developers Conference am 8. Juni 2015 vorgestellt. Es wurde nach einem Monolithen im Yosemite-Nationalpark benannt. Neben Verbesserungen des Fenstermanagements und neuen Funktionen in mit dem System mitgelieferten Programmen liegt der Fokus auf Stabilitäts- und Leistungsverbesserungen.
Sicherheit
Mac OS X war bisher nur selten Ziel von Angriffen und gilt daher unter Nutzern als vergleichsweise sicher. Auf welche Faktoren dies zurückgeführt werden kann, ist umstritten.<ref>John Gruber: Broken Windows. daringfireball.net, 4. Juni 2004, abgerufen am 22. August 2011 (english). </ref> Unter Sicherheitsexperten wurde Mac OS X bis 2011 für bestimmte Angriffe unsicherer als etwa Windows Vista eingeschätzt, da Sicherheitsfeatures wie nicht ausführbarer Speicher und Address Space Layout Randomization (ASLR) fehlten oder unvollständig waren.<ref>Alan Dang: Behind Pwn2Own: Exclusive Interview With Charlie Miller. The NX bit and ASLR. tomshardware.com, 25. März 2009, S. 4, abgerufen am 22. August 2011 (english): „The NX bit is very powerful. When used properly, it ensures that user-supplied code cannot be executed in the process during exploitation. Researchers (and hackers) have struggled with ways around this protection. ASLR is also very tough to defeat. This is the way the process randomizes the location of code in a process. Between these two hurdles, no one knows how to execute arbitrary code in Firefox or IE 8 in Vista right now. For the record, Leopard has neither of these features, at least implemented effectively.“ </ref> Bei Mac OS X 10.7 hat Apple die Sicherheitsarchitektur grundlegend überarbeitet. Derzeit gilt es als sicherer als vergleichbare Betriebssysteme.<ref>Dan Godin: Major overhaul makes OS X Lion king of security. TheRegister.co.uk, 21. Juli 2011, abgerufen am 22. August 2011 (english): „Apple deserves kudos for setting a new standard in OS security that Microsoft and Linux distributors would do well to emulate.“ </ref> Bekannt gewordene Sicherheitslücken schließt Apple durch Sicherheitsaktualisierungen. Manchmal wird die Zeitspanne zwischen Bekanntwerden und Schließen einer Sicherheitslücke kritisiert.<ref>Unpatched OS X Jave Vulnerabilities Drawing Attention. Macrumors, 20. Mai 2009, abgerufen am 3. September 2011 (english): „While the vulnerabilities, first discovered last August, were disclosed and patched by Sun last December, Apple has yet to roll out a fix for its own implementation of Java.“ </ref><ref>Unpatched Mac OS X/Safari Security Flaws. Macrumors, 26. April 2006, abgerufen am 3. September 2011 (english). </ref><ref>Rich Mogull, Glenn Fleishman: Apple Fails to Patch Critical Exploited DNS Flaw. TidBITS, 24. Juli 2008, abgerufen am 3. September 2011 (english): „Apple has not yet provided a patch, unlike dozens of other companies that make or distribute operating systems or DNS server software.“ </ref>
Im Juni 2015 wurde eine Studie veröffentlicht, die gravierende Sicherheitslücken in iOS und OS X beschreibt, mithilfe derer sich Passwörter und Daten auslesen lassen; die Forscher nutzten dabei fehlende Sicherheitsmechanismen bei der Kommunikation von Apps untereinander (Cross-App Resource Access, kurz Xara) aus. Entsprechend manipulierte Apps konnten sowohl im iOS-, als auch Mac App Store platziert werden. Apple wurde im Oktober 2014 über die Probleme informiert und erbat sich einen – branchenüblichen – Zeitraum von sechs Monaten für die Fehlerbehebung aus. Bisher (Stand Juni 2015) hat Apple den Fehler noch nicht behoben.<ref>Luyi Xing, XiaoFeng Wang, Xiaolong Bai, Kai Chen, Tongxin Li, Xiaojing Liao: Unauthorized Cross-App Resource Access on MAC OS X and iOS (PDF; 946 kb). 17. Juni 2015.</ref><ref>Leo Becker: Zeroday-Lücken in iOS und OS X: Bösartige Apps können offenbar Passwörter auslesen. Heise online, 17. Juni 2015.</ref><ref>Darren Pauli: Apple CORED: Boffins reveal password-killer 0-days for iOS and OS X. The Register, 17. Juni 2015.</ref>
Nutzerrechte
Mac OS X unterscheidet zwischen normalen Benutzern (user), Systemverwaltern (admin) und dem Superuser (root). Einem normalen Benutzer ist es nicht erlaubt, Änderungen am System vorzunehmen oder Software außerhalb seines Benutzerordners zu installieren. Von ihm gestartete Programme werden nur mit seinen Nutzerrechten ausgeführt. Die Benutzer der Gruppe admin verfügen über weitergehende Rechte, sie dürfen systemweite Einstellungen vornehmen, Software installieren und verfügen über Schreibzugriff auf diverse Systemverzeichnisse. Nur nach gesonderten Authentifizierungen können tiefergreifende Änderungen am System vorgenommen werden. Ein nutzbares Root-Benutzerkonto, das dauerhaft über Berechtigungen des Superusers verfügt, gibt es nach einer Systeminstallation nicht. Zwar gibt es einen Benutzer „root“, dieser ist jedoch standardmäßig deaktiviert. Allerdings wurden wiederholt Lücken entdeckt, die es einer von einem Admin-Nutzer ausgeführten Software ermöglichen, Root-Rechte und damit die volle Kontrolle über das System zu erlangen.
App Sandbox
Die App Sandbox ist ein in Mac OS X 10.7 eingeführter Sicherheitsmechanismus, der es Angreifern erschweren soll, Sicherheitslücken in Programmen auszunutzen. Dazu erhält jedes Programm nur die absolut notwendigen Rechte, so dass es – falls es von einem Angreifer gekapert wird – möglichst geringen Schaden anrichten kann.
Das Betriebssystem teilt hierfür jedem Programm einen eigenen Bereich der Festplatte, die sogenannte „Sandbox“, zu. Auf die „Sandbox“ fremder Programme oder auf andere Bereiche des Systems kann das Programm nicht zugreifen. Die Öffnen- und Speichern-Dialoge sind folglich nicht mehr Teil des Programmes, sondern laufen in einem eigenen Systemprozess namens Powerbox, da das Programm selbst keinen Zugriff mehr auf Dokumente auf der Festplatte hat.<ref name="arstechnica-lion">John Siracusa: Mac OS X 10.7 Lion: the Ars Technica review. arstechnica.com, 20. Juli 2011, S. 9, abgerufen am 22. August 2011 (english). </ref>
Außerdem muss jedes Programm, das Sandboxing unterstützt, eine vom Entwickler erstellte Liste der benötigten Berechtigungen enthalten. (Insgesamt gibt es etwa ein Dutzend Berechtigungen<ref>Developer.apple.com: WWDC 2011 Session Videos „Session 203 – Introducing App Sandbox“ ab 29:40 min (nur mit kostenlosem Account einsehbar; englisch)</ref><ref name="ct-032011">Tobias Engler: „Bedrohung für den Mac“ (OS X 10.7: Apple bessert gründlich nach) In: c’t kompakt Security 03/2011, S. 144.</ref> für Funktionen wie den Aufbau von Netzwerkverbindungen oder die Aufnahme von Fotos mit der eingebauten Webcam.) Falls ein Programm versucht, auf eine Funktion zuzugreifen, für die es keine Berechtigung verlangt hat, blockiert Mac OS X dies.<ref name="arstechnica-lion" />
Zudem kommt mit XPC eine Variante der Interprozesskommunikation zum Einsatz, die es Entwicklern vereinfacht, einzelne Funktionen des Programms in einen Prozess auszulagern, der über eine eigene Berechtigungsliste verfügt (Privilege Separation).<ref name="ct-032011" /> So kann etwa bei einem Mediaplayer das Rendering von Videodateien ausgelagert werden. Ein Angreifer, der Sicherheitslücken in diesem Bereich ausnutzt, kann dann nur die Berechtigungen dieses Renderingprozesses erhalten, jedoch nicht weitergehende Berechtigungen des Mediaplayers.
Gatekeeper
Gatekeeper ist eine in OS X 10.8 eingeführte Funktion, die sicherstellt, dass nur signierte Software auf dem Rechner gestartet werden kann. Dazu wird geprüft, ob die Software mit der Signatur eines bei Apple registrierten Entwicklers versehen ist. Ist dies nicht der Fall, verweigert das Betriebssystem das Ausführen der Software. Es gibt verschiedene Sicherheitsstufen. Entweder sind nur Programme erlaubt, die aus dem „App Store“ geladen wurden. Dann die Standardeinstellung, die vorsieht, dass alle Programme mit einer von Apple beglaubigten Signatur versehen sein müssen, und zuletzt die „schwächste“ Sicherheitsseinstellung, in der wie bisher jegliche Software installiert werden kann.<ref>Apple.com: Sicherheits-Features unter OS X Mountain Lion</ref> Jedoch besteht für Nutzer, die nicht die schwächeste Sicherheitseinstellung gewählt haben, die Möglichkeit des Startes „unsicherer“ Software über das Terminal oder über das Kontextmenü im Finder. Für letzteres ist jedoch eine Anmeldung als Administrator vonnöten, sonst wird der Nutzer nach einem Admin-Kennwort gefragt.
Gatekeeper war schon in Mac OS X 10.7.3 vorhanden und konnte per Terminal freigeschaltet werden. Ab Mac OS X 10.7.5 ist es offiziell Bestandteil des Betriebssystems.<ref>heise.de: Gatekeeper schon in Mac OS X 10.7.3 vorhanden</ref>
Schadsoftware
Bis 2010 waren nur neun Prototypen viren- oder wurmähnlicher Schadprogramme für Mac OS X bekannt, verbreiten konnte sich allerdings keiner. Dazu gehört der am 13. Februar 2006 im Forum einer US-amerikanischen Gerüchteseite veröffentlichte erste Computerwurm für Mac OS X 10.4 (nur für PowerPC), der jedoch vom Anwender willentlich ausgeführt werden muss.<ref>Virus für Mac OS X aufgetaucht. In: heise online. Heise Verlag, 16. Februar 2006, abgerufen am 26. Januar 2010. </ref> Virenscanner für Mac OS X dienen im Wesentlichen dazu, das Durchreichen von Viren zu verhindern, die für andere Betriebssysteme geschrieben wurden.
Für Angreifer interessanter scheint der Einbruch über trojanische Pferde zu sein.<ref>Sicherheit beim Mac. MacTechNews.de, 20. Marz 2010, S. Kommentar 1, Abschn. 6 ff, abgerufen am 21. April 2010. </ref> Von mehreren bekannten Trojanern für Mac OS X galten bis 2010 jedoch nur zwei als allgemein bedeutend und nennenswert gefährlich. Sie können sich bei unvorsichtigem Nutzerverhalten installieren, etwa versteckt in illegalen Downloads oder als angeblich fehlender Codec auf Pornoseiten.<ref>Trojaner-Lockmittel: Snow Leopard kostenlos. fscklog, 27. August 2009, abgerufen am 26. Januar 2010. </ref><ref>Alter Trick, variierende Trojaner: Fehlende Videocodecs als Lockmittel. fscklog, 12. Juni 2009, abgerufen am 22. August 2011. </ref> Die bis zum damaligen Zeitpunkt am weitesten verbreitete Schadsoftware für Mac OS X war im Mai und Juni 2011 unter dem Namen MAC Defender aktiv und tarnte sich als Antivirus-Programm. Als Reaktion darauf baute Apple in Mac OS X eine täglich aktualisierte Liste mit Malware-Definitionen ein.<ref>Raid on Russian Firm May Have Taken Down MacDefender Malware. macrumors.com, 4. August 2011, abgerufen am 22. August 2011 (english). </ref> Seit Februar 2012 haben sich mehrere Varianten der sogenannten „Flashback“-Malware über präparierte Webseiten durch Lücken in Java auch auf Mac OS X ausgebreitet. Die Anzahl der betroffenen Systeme wurde zur Höchstzeit auf 600.000 geschätzt.<ref>Macrumors.com: Flashback Malware Still Affecting over 100,000 Macs 18. April 2012.</ref> Apple hat die Sicherheitslücke im April 2012 mit einer Java-Aktualisierung geschlossen und ein Programm zur Verfügung gestellt, mit dessen Hilfe die Schadsoftware von betroffenen Computern entfernt wird.<ref>Apple: About the security content of Java for OS X Lion 2012-002 and Java for Mac OS X 10.6 Update 7, Informationen zum Sicherheitsinhalt von Java für OS X 2012-003 und Java für Mac OS X 10.6 Update 8, About the security content of Flashback malware removal tool. Abgerufen am 19. April 2012.</ref> Nutzern älterer Systeme bleibt nur das Abschalten des Java-Plugins, da keine Updates für Versionen, die älter als Mac OS X 10.5 sind, angeboten wurden. Im Browser Mozilla Firefox wurde Java für diese Mac-OS-X-Versionen standardmäßig deaktiviert.<ref>http://www.heise.de/newsticker/meldung/Mozilla-blockiert-Java-auf-alten-Mac-Systemen-1543012.html</ref>
Firewall
Mac OS X enthält die von FreeBSD stammende paketorientierte Firewall ipfw, die seit Mac OS X 10.5 standardmäßig ungenutzt bleibt. In Mac OS X 10.5 wurde zusätzlich eine programmorientierte Firewall eingeführt, in der eingestellt wird, welche Programme eingehenden Datenverkehr empfangen dürfen. Eine graphische Benutzeroberfläche für ipfw ist nur noch durch die Installation von Zusatzprogrammen wie „WaterRoof“ oder „Flying Buttress“ herstellbar.
Erste Tests zeigten, dass die zusätzliche Firewall von Mac OS X 10.5.0 selbst dann noch Daten passieren lässt, wenn in den Einstellungen „alle Verbindungen blockieren“ ausgewählt ist.<ref>heise.de: Löcher in der Firewall von Mac OS X Leopard 29. Oktober 2007, abgerufen am 3. September 2011.</ref> In Mac OS X 10.5.1 wurden mehrere dieser Sicherheitslücken geschlossen. Die Formulierung der Benutzeroberfläche wurde angepasst zu „Nur notwendige Dienste erlauben“ und die Anzahl der in diesem Modus noch zugänglichen Dienste reduziert.<ref>heise.de: Apple bessert Löcher in der Leopard-Firewall aus 16. November 2007, abgerufen am 3. September 2011.</ref>
Ausgehende Verbindungen können mit den von Mac OS X bereitgestellten Mitteln der grafischen Benutzeroberfläche nicht überwacht werden; hierfür werden Zusatzprogramme wie „Little Snitch“, „GlowWorm“ oder „TCPBlock“ benötigt.
Sprachen
Das Betriebssystem Mac OS X und i. d. R. auch die darunter laufende Software sind mehrsprachig implementiert, so dass ein Wechsel der Sprache keine Neuinstallation einer Programmversion erfordert. Meldungen von System und Anwendungen werden in der Sprache dargestellt, die in den Systemeinstellungen als bevorzugt konfiguriert ist. Hier können mehrere Sprachen angegeben werden. So kann beispielsweise voreingestellt werden, dass Anwendungen, die ohne deutsche Übersetzung ausgeliefert werden, in Französisch oder Spanisch statt Englisch dargestellt werden – sofern Französisch oder Spanisch mit der Anwendung ausgeliefert wurde.
Da die auszugebenden Meldungen der Programme häufig nicht in deren Binärcode eingebunden sind, sondern sich in mit dem Programmpaket gebündelten Dateien befinden, ist es möglich, auch nachträglich weitere Sprachen bzw. Sprachvarianten zu ergänzen, beispielsweise österreichisches Deutsch (de_AT) oder australisches Englisch (en_AU). Verschiedene freie Projekte bieten so inoffizielle Übersetzungen in weitere Sprachen.
OS X wird mit den Sprachen Englisch, Japanisch, Französisch, Deutsch, Spanisch, Italienisch, Niederländisch, Schwedisch, Dänisch, Norwegisch (Bokmål), Finnisch, Chinesisch (traditionell und vereinfacht), Koreanisch, brasilianisches Portugiesisch, Portugiesisch, Russisch, Polnisch, Tschechisch, Türkisch, Ungarisch, Arabisch, Katalanisch, Kroatisch, Griechisch, Hebräisch, Rumänisch, Slowakisch, Thai und Ukrainisch ausgeliefert;<ref>Apple.com/de: Systemsprachen, abgerufen am 7. Januar 2014</ref> bei Mavericks neu hinzugekommen sind Malaiisch, Vietnamesisch und Indonesisch.<ref>Apple.com/de: Weitere Features, abgerufen am 7. Januar 2014</ref>
Seit Version 10.7 ist auch die Sprachausgabe VoiceOver neben Englisch in 25 weiteren Sprachen verfügbar. Zusätzlich zu den oben genannten ist das Hindi.<ref>Multilingual Mac: OS X 10.7 Lion Adds Major New Language Capabilities. abgerufen am 6. September 2011</ref>
Ähnlich wie für die Lokalisierung von Anwendungen kann auch für die integrierte Rechtschreibprüfung eine bevorzugte Reihenfolge der Sprachen konfiguriert werden. Nicht für alle Sprachen ist auch eine Rechtschreibprüfung vorhanden. Für das Englische werden hingegen die vier Varianten U.S., australisches, britisches und kanadisches Englisch unterschieden. Wörterbücher von Drittanbietern können hinzugefügt werden, um weitere Sprachen zu unterstützen.
Weblinks
Einzelnachweise
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