Pienza
Pienza | ||||||
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Kein Wappen vorhanden. |
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Staat: | Italien | |||||
Region: | Toskana | |||||
Provinz: | Siena (SI) | |||||
Koordinaten: | 11,678888888889|primary | dim=10000 | globe= | name= | region=IT-SI | type=city
}} |
Höhe: | 491 m s.l.m. | |||||
Fläche: | 122 km² | |||||
Einwohner: | 2.125 (31. Dez. 2013)<ref>Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013. </ref> | |||||
Bevölkerungsdichte: | 17 Einw./km² | |||||
Postleitzahl: | 56026 | |||||
Vorwahl: | 0578 | |||||
ISTAT-Nummer: | 052021 | |||||
Volksbezeichnung: | Pientini | |||||
Schutzpatron: | Sant’Andrea (1. Juli) | |||||
Website: | Gemeinde Pienza |
Pienza ist eine italienische Stadt mit 2125 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) im Val d’Orcia (Toskana), gelegen zwischen den Städten Montepulciano und Montalcino.
Inhaltsverzeichnis
Allgemeines
Der Ort liegt in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone E, 2113 GR/G.<ref>Webseite der Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA), abgerufen am 7. Februar 2013 (ital.) (PDF; 330 kB)</ref>
Einziger Ortsteil ist Monticchiello (500 Höhenmeter, ca. 2000 Einwohner).<ref>Offizielle Webseite des ISTAT (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Einwohnerzahlen 2001 in der Provinz Siena, abgerufen am 7. Februar 2013 (ital.)</ref> Die Nachbargemeinden sind Castiglione d’Orcia, Chianciano Terme, Montepulciano, Radicofani, San Giovanni d’Asso, San Quirico d’Orcia, Sarteano, Torrita di Siena, Trequanda.
1996 erklärte die UNESCO das historische Zentrum Pienzas zum Weltkulturerbe; 2004 wurde zudem das ganze Orcia-Tal in die Liste aufgenommen.
Geschichte
Ursprünglich hieß der Ort Corsignano. Er war Geburtsort von Aeneas Silvius Piccolomini, Spross einer verbannten sieneser Familie und später Papst unter dem Namen Pius II. Als Pontifex Maximus begann Pius, der sich in der Tradition antiker Stadtgründer sah, mit dem Ausbau des Ortes zu einer „idealen Stadt“. Der Ort hieß fortan nach seinem Bauherrn Pienza. Er gilt als ein erstes Beispiel einer so genannten humanistischen Stadtplanung – eine Anregung, die andere italienische Städte aufnahmen und die sich schließlich über ganz Europa verbreitete.
Die Umgestaltung wurde vom Florentiner Architekten Bernardo Rossellino 1459 begonnen, und innerhalb von drei Jahren wurden die Hauptbauten fertiggestellt. Durch den Tod Pius' II. im Jahre 1464 wurde die Gesamtplanung jedoch nicht vollkommen verwirklicht.
Rossellino entwarf den neuen Stadtplatz, die Piazza Comunale und die sie flankierenden vier Hauptbauten: den Dom und das Rathaus (Palazzo Pubblico, auch Palazzo Comunale genannt) sowie die beiden Palazzi Vescovile und Piccolomini. Ersterer wurde Wohnsitz von Kardinal Rodrigo Borgia, dem späteren Papst Alexander VI. Der Palazzo Piccolomini war Wohnsitz der Familie Pius' II., ein vom Florentiner Palazzo Rucellai inspiriertes Gebäude und zugleich das größte und wohl schönste am Platz. Den neuen Dom hat Pius II. am 29. August 1462 geweiht.
Von allen Seiten führen Straßen auf die Piazza Comunale, wobei jeder Standort wechselvolle, harmonische Perspektiven auf die Gebäude bietet und weite Ausblicke in die Szenerie des umliegenden Orcia-Tals gewährt.
Der Travertin-Brunnen auf der Piazza, durch seine Aufstellung vor dem Palazzo Piccolomini die bewusste Asymmetrie des Platzes stärkend, trägt das Familienwappen der Piccolominis und wurde in den folgenden Jahrhunderten Vorbild vieler toskanische Brunnen.
Sehenswürdigkeiten
Der Dom von Pienza wurde von Rossellino zwischen 1459 und 1462 als dreischiffige Hallenkirche mit Umgangschor errichtet. Trotz seiner Renaissance-Fassade ist das Gotteshaus an typischen Bauten der nordalpinen Gotik orientiert, was den zahlreichen Reisen des späteren Papstes Pius II. unter anderem auch in deutsche Länder zu danken ist. Im dreischiffigen Inneren belegen Bündelsäulen und toskanische Kapitelle, wie die Übersetzung eines gotischen Raumkonzepts in die Formensprache der Frührenaissance gelungen ist. Das einer Krypta ähnliche Baptisterium findet sich unter der Apsis; in Teilen entstammt es noch seinem ursprünglich romanischen Vorgängerbau.
Es gibt ein Museo della Cattedrale im Dom. Das Diözesan-Museum im Palazzo Vescovile zeigt sowohl lokale Textil-Arbeiten als auch religiöse Artefakte. Drei Wandteppiche mit religiösen Darstellungen sind zu sehen; sie sind Ende des 15. Jahrhunderts in Flandern entstanden und gelangten durch die Piccolominis nach Pienza. In der Gemäldesammlung ist mit „Christus am Kreuz (La Croce)“ eine Arbeit des 7. Jahrhunderts zu finden. Weiterhin zeigt die Exposition Bildnisse von Pietro Lorenzetti (Madonna mit dem Kind) und Bartolo di Fredi (Madonna della Misericordia), allesamt aus dem 14. Jahrhundert. Unter den weiteren Werken des 14./15. Jahrhunderts ragt besonders eine Madonnendarstellung heraus, die Luca Signorelli zugeschrieben wird.
Die Kirche von San Francesco, mit Giebelfassade und gotischem Portal, ist eines der wenigen Gebäude, das noch aus der Zeit des alten Corsignano stammen. Sie ist auf den Grundmauern einer Kirche des 8. Jahrhunderts errichtet. Im Inneren befinden sich Fresken aus dem 14. Jahrhundert, von Cristofano di Bindoccio und Meo di Pero, Künstlern der Sieneser Schule, die das Leben des heiligen Franziskus zeigen. Das wertvolle alte Kircheninventar – etwa das mit Tempera gemalte Tafelkreuz von Segna di Bonaventura – ist inzwischen im Diözesan-Museum untergebracht.
Weiterhin sind der Ammannati Palast, der Gonzaga Palast und der Palazzo del Cardinale Atrebatense erwähnenswert, die alle aus dem 15. Jahrhundert stammen.
In der Nähe befindet sich mit der Pieve di Corsignano eines der wichtigsten romanischen Monumente der Gegend.
Die südwestlich gelegene Lokalität Terrapille dient Fotografen aus aller Welt als toskana-typisches Postkartenmotiv. 1999 war sie zudem einer der Drehorte für den Film Gladiator. Der Domplatz sowie der Palazzo Piccolomini dienten 1968 als Drehorte der 1969 mit zwei Oscar (beste Kamera, bestes Kostümdesign) ausgezeichneten Verfilmung von Shakespears "Romeo und Julia". Regie führte Franco Zeffirelli. Hauptdarsteller waren Leonard Whiting und Olivia Hussey.
Wirtschaft
Pienza ist Sitz von Bottega Verde, der größten Kosmetikkette Italiens.
- Pienzacommunale.jpg
Palazzo Comunale
- Palazzo Piccolomini Pienza.JPG
Palazzo Piccolomini
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Renaissance-Fassade des Doms
- Dom von O1- s.jpg
Dom mit Apsis
- Pienza-02.jpg
Blick von der Piazza Comunale in das Val d’Orcia
Literatur
- Andreas Tönnesmann: Pienza: Städtebau und Humanismus, Hirmer, München 1990, ISBN 3-7774-5410-9
- Maria Bonifazi Geramb: Pienza: Studien zur Architektur und Stadtplanung unter Pius II., Verlag an der Lottbek, Ammersbek 1994, ISBN 3-86130-021-4
- Jan Pieper: Pienza – Der Entwurf einer humanistischen Weltsicht, Edition Axel Menges, 1997, ISBN 3-930698-06-4
- Emanuele Repetti: PIENZA in Val d'Orcia. In Dizionario Geografico Fisico Storico della Toscana (1833–1846), Onlineausgabe der Universität Siena (PDF, italienisch)
- Konstantin Vogas: Die Stadt als Bühne und Buch – Zur Selbstinszenierung Pius’ II. in der Architektur Pienzas, Avinus, 2007, ISBN 3-930064-58-8
Weblinks
- Gemeinde Pienza (italienisch)
- Kunsthistorische Seite zu Pienza (italienisch)
- Pienza und Umgebung (englisch)
Einzelnachweise
<references />
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Kulturlandschaften
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Ätna |
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Dolomiten |
Liparische Inseln |
Porto Venere und Cinque Terre mit Palmaria, Tino und Tinetto |
Spätbarocke Städte des Val di Noto (Catania, Caltagirone, Noto, Militello in Val di Catania, Modica, Palazzolo Acreide, Ragusa und Scicli) |
Val d’Orcia
Historische Stadtzentren
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San Gimignano |
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Archäologische Stätten
Archäologische Stätten von Agrigent |
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Etruskische Nekropolen von Cerveteri und Tarquinia |
Nekropolis von Pantalica |
Pompeji, Herculaneum und Villa von Oplontis |
Felsbilder im Valcamonica |
Villa Romana del Casale |
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Einzelbauten oder Gebäudeensembles
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Basilika San Francesco und Sacro Convento von Assisi |
Basilika von Aquileia |
Palast von Caserta, San Leucio und Vanvitelli-Aquädukt in Caserta |
Castel del Monte |
Die Langobarden in Italien, Orte der Macht; 568 bis 774 n. Chr. (Brescia, Cividale del Friuli, Castelseprio, Spoleto, Campello sul Clitunno, Benevento, und Monte Sant’Angelo) |
Santa Maria delle Grazie in Mailand |
Sassi di Matera |
Kathedrale, Torre Civica und Piazza Grande in Modena |
Botanischer Garten von Padua |
Arabisch-normannisches Palermo und die Kathedralen von Cefalù und Monreale |
Piazza dei Miracoli in Pisa (Schiefer Turm, Dom, Baptisterium und Camposanto) |
Frühchristliche Baudenkmäler und Mosaike von Ravenna (Mausoleum des Theoderich, Mausoleum der Galla Placidia, Baptisterium der Arianer, Baptisterium der Kathedrale, Erzbischöfliche Kapelle, San Vitale, Sant’Apollinare Nuovo, Sant’Apollinare in Classe) |
Sacri Monti |
Villa Adriana und Villa d’Este in Tivoli |
Residenzen des Hauses Savoyen in Turin (Palazzo Madama) und Piemont (Palast von Venaria Reale, Schloss Stupinigi) |
Villen Palladios im Veneto |
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