SS-N-25 Switchblade
SS-N-25 Switchblade | |
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Allgemeine Angaben | |
Typ: | Luft-Boden-Rakete |
Heimische Bezeichnung: | 3M24, Ch-35 |
NATO-Bezeichnung: | SS-N-25 Switchblade |
Herkunftsland: | Sowjetunion Sowjetunion / Russland Russland |
Hersteller: | Konstruktionsbüro Swesda |
Entwicklung: | 1994 |
Indienststellung: | 2014 |
Einsatzzeit: | im Dienst |
Stückpreis: | 500.000 USD |
Technische Daten | |
Länge: | 3,75 m |
Durchmesser: | 420 mm |
Gefechtsgewicht: | 630 kg |
Spannweite: | 965 mm |
Antrieb: Erste Stufe: Zweite Stufe: |
Feststoffbooster Turbojet |
Geschwindigkeit: | Mach 0,95 |
Reichweite: | 120–260 km |
Ausstattung | |
Lenkung: | Trägheitsnavigationsplattform plus GLONASS |
Zielortung: | aktive Radarzielsuche |
Gefechtskopf: | 145 kg hochexplosiv-panzerbrechend mit Brandwirkung |
Zünder: | Aufschlag- und Verzögerungszünder |
Waffenplattformen: | Schiffe, Hubschrauber, Flugzeuge, Fahrzeuge |
Listen zum Thema |
SS-N-25 Switchblade ist der NATO-Code für einen Seezielflugkörper aus russischer Produktion. Der GRAU-Index der schiffsgestützten Ausführung lautet 3M24, der GRAU-Index der luftgestützten Ausführung Ch-35. Die Exportvariante wird als Uran bezeichnet.<ref name="janes">Duncan Lennox: Jane’s Strategic Weapon Systems. Jane’s Information Group, 2005, ISBN 0-710-60880-2.</ref>
Inhaltsverzeichnis
Entwicklung
Die Entwicklung der SS-N-25 begann 1984 bei Konstruktionsbüro Swesda. Ziel war es, eine universell einsetzbare Anti-Schiff-Lenkwaffe zu entwickeln. Die neue Lenkwaffe sollte von Schiffen, Flugzeugen, Hubschraubern und Lkw einsetzbar sein. Es sollte eine kompakte und kostengünstige Lenkwaffe zur Bekämpfung von kleinen Kampfschiffen entwickelt werden.<ref name="dtig">Russian/Soviet Sea-based Anti-Ship Missiles DTIG, Nov, 2005, Zugriff: 12. August 2015 (englisch)</ref> Im Jahr 1995 wurde die SS-N-25 provisorisch in die Bewaffnung der russischen Marine aufgenommen. Die angespannte finanzielle Situation der russischen Streitkräfte verhinderte aber bis auf weiteres eine Beschaffung. Erst zwischen 2009 und 2010 konnten rund 100 Exemplare beschafft werden.<ref name="nr2">nr2.ru, Zugriff: 27. März 2014 (russisch)</ref> In der Zwischenzeit wurde die SS-N-25 unter der Bezeichnung Uran als Nachfolgemodell der SS-N-2 Styx auf dem Exportmarkt angeboten. Die SS-N-25 ist als das Gegenstück der US-amerikanischen R/UGM-84 Harpoon anzusehen. Im Westen bekam sie den Spitznamen „Harpoonski“.<ref name="janes" />
Technik
Die Lenkwaffen sind in Stahlbehältern auf dem Schiffsdeck untergebracht und werden direkt aus diesen gestartet. Vor dem Start müssen im Navigationssystem der Lenkwaffe die groben Koordinaten sowie den Kurs des Zieles eingegeben werden. Der Start erfolgt mit Hilfe eines Boosters am Lenkwaffenheck. Dieser beschleunigt die Lenkwaffe auf eine Geschwindigkeit von rund 315 m/s. Nach dem Verlassen des Stahlbehälters entfalten sich die Faltflügel. Mit Hilfe des Boosters steigt die Lenkwaffe auf eine Höhe von 200 m. Nach dem Ausbrennen des Boosters wird dieser abgeworfen und das Turbojet-Triebwerk zündet. Jetzt hat die Lenkwaffe eine Distanz von rund 5 km zurückgelegt und sinkt nun auf eine Höhe 10–15 m.<ref name="dtig" /> Der Marschflug erfolgt mit einer Geschwindigkeit von 290–300 m/s und kann wahlweise in einer Flughöhe von 10–5.000 m erfolgen.<ref name="airwar1">x-35 bei airwar.ru, Zugriff: 1. April 2014 (russisch)</ref> Der Radar-Höhenmesser KTRW-Detal RWE sorgt für den nötigen Sicherheitsabstand zwischen der Lenkwaffe und der Meeresoberfläche. Die SS-N-25 ist eine Fire-and-Forget-Lenkwaffe und der Flug ins Zielgebiet erfolgt autonom mit Hilfe der Trägheitsnavigationsplattform. Für den Zielanflug wird der bordeigene ARGS-35-Radarsuchkopf aktiviert. Dieser hat eine Erfassungsreichweite von rund 50 km. Wurde das Ziel durch den Radar erfasst, so sinkt die Lenkwaffe auf eine Höhe von 3–5 m (je nach Seegang).<ref name="rbase">rbase.new-factoria.ru, Zugriff: 1. April 2014 (russisch)</ref> Der Einschlag im Ziel erfolgt auf Wellenhöhe im Schiffsrumpf. Der Gefechtskopf zündet zeitverzögert, so dass die Explosion im Schiffsinneren erfolgt und erheblich mehr Schaden verursacht als bei einer kontaktzündenden Waffe.
Varianten und Waffenplattformen
Überwassereinheiten (SS-N-25 Switchblade)
- 3M24: Standardversion Anti-Schiff-Lenkwaffe, Reichweite 120 km.
- 3M24E: Exportversion
- 3M24E1: Marschflugkörper auf der Basis des Ch-35U. Für die Bekämpfung von Landzielen, Reichweite 250 km.
- 3M24UE: Anti-Schiff-Lenkwaffe, Reichweite 250 km, Vorgestellt 2012. Einsatz mit dem Klub-K System.
- 3M24EMV: Zieldarstellungsdrohne ohne Sprengkopf.
Luftgestützt (AS-20 Kayak)
- Ch-35: Standardversion Anti-Schiff-Lenkwaffe, Reichweite 150 km.<ref name="airwar1" />
- Ch-35E Uran: Exportversion
- Ch-35U: Verbesserte Ch-35 mit kleinerem Turbofantriebwerk, kleinerem Lufteinlauf, höhere Treibstoffzufuhr, INS und satellitengestütztes GLONASS Navigationssystem. Dies führt zu doppelten Reichweite von 260 km. Dazu kommt ein passiver Sucher „Fringe-K“ mit einer Erfassungsreichweite von 50 km.
- Ch-35UE: Verbesserte Exportversion der Ch-35U.
- Ch-37 Uranium: Marschflugkörper auf der Basis des Ch-35U. Für die Bekämpfung von Landzielen, Reichweite 250 km.
Landbasiert (SS-C-6 Sennight)
- 3K60 Bal: Landbasierte Anti-Schiff-Lenkwaffe, Reichweite 120 km.
Status
Die SS-N-25-Lenkwaffen gehört zu den Waffensystemen sowjetischer Konstruktion, welche erst in den 1990er-Jahren für die Serienproduktion bereit waren. Auf Grund des Geldmangels konnten die russischen Streitkräfte die Lenkwaffen nur in einem sehr beschränkten Rahmen beschaffen, weshalb sie nun vorwiegend für den Export produziert wird. SS-N-25 wird von folgenden Staaten eingesetzt:
- Algerien Algerien
- Indien Indien
- Libyen Libyen
- Malaysia Malaysia
- Myanmar Myanmar
- Nicaragua Nicaragua
- Nordkorea Nordkorea
- Russland Russland
- Turkmenistan Turkmenistan
- Vietnam Vietnam
Weblinks
- www.dtig.org Russian/Soviet Sea-based Anti-Ship Missiles (pdf) (Memento vom 29. Oktober 2013 im Internet Archive) (englisch)
- SS-N-25 auf globalsecurity.org (englisch)
- SS-N-25 auf vectorsite.net (englisch)
- Reportage über die Ch-35 (russisch)
Einzelnachweise
<references />
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