Liste von Afrikaforschern


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Als Afrikaforscher bezeichnet man heute Forscher und Entdecker, die nach neuen afrikaspezifischen Erkenntnissen suchen und in der Regel im wissenschaftlichen Rahmen arbeiten.

Das erworbene menschliche Wissen über Afrika ist ebenso Gegenstand der Forschung wie Ergebnisse der Forschung als Tätigkeit des Erwerbs von Wissen über „Afrika“.

Große Unterschiede in der Darstellung und dem Verständnis der Afrikaforschung sowie ihres Forschungsgegenstandes zeigen sich anhand des gesellschaftlichen, historischen und institutionellen Rahmens, in dem diese organisiert und betrieben wird. Diese Rahmenbedingungen bestimmen auch die sehr unterschiedlichen Lehrmeinungen und Interessen der Forscher selbst.

Differenzieren lässt sich die Forschung dabei sowohl nach Epochen, gesellschaftlicher und nationaler Herkunft und Interessen der Forscher, dem Forschungsgegenstand und der wissenschaftlichen Disziplin.

Methodischer Überblick

Je nach der wissenschaftlichen Doktrin (Doxa) in ihrer Zeit und ihren Rahmenbedingungen wird der Forschungsgegenstand sowohl aus unterschiedlichen Blickwinkeln und vor dem Hintergrund divergierender Interessen betrachtet. Daraus ergibt sich für die „Afrikaforscher“ auch ein unterschiedlich kritisches oder affirmatives Verhältnis zum Forschungsgegenstand. So wird in den African Studies, in den modernen Kulturwissenschaften und in den Geisteswissenschaften allgemein „Afrika“ als theoretisches und eurozentristisches Konstrukt behandelt, das in seiner universalistischen und auch exklusionistischen Perspektive als undifferenziert angesehen wird. Forscher aus dem Bereich der African Studies behandeln heute die geschichtlichen, sozialen und kulturellen Gesichtspunkte sehr ausdifferenziert. Sie reichen von der afrikanischen Diaspora, über die Einflüsse „Afrikas“ auf andere Gesellschaften bis hin zu speziellen historischen, regionalen und gesellschaftlichen Unterschieden innerhalb des Kontinents Afrika.

Geschichtlicher Überblick

Afrikaforscher im Kolonialismus

Datei:Rencontre de Livingstone - How I found Livingstone (fr).png
Zeitgenössische Illustration des Treffens von Stanley und Livingstone

Schon im 15. Jahrhundert erkundeten portugiesische Seefahrer die Küsten Afrikas. Mit der Unabhängigkeit Nordamerikas und der zunehmenden Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs Europas Interesse an Afrika und seinen Ressourcen. Die Entdeckungsreisen vor allem europäischer Afrikaforscher, insbesondere in das Innere des Kontinents, dienten nicht nur dem geographischen Interesse, sondern waren häufig auch Vorbereitungen für die Kolonisierung des Kontinents im Zuge des „Neuen Imperialismus“. Viele der fast ausschließlich männlichen Entdecker reisten im Auftrag so genannter Afrikanischer Gesellschaften. Die Entdeckung Afrikas schloss Henry Morton Stanley 1877 im Wesentlichen ab. Der politische Wettlauf um Afrika begann um 1882 und endete 1898.

Afrikaforscher aus dieser Epoche sind heute Gegenstand der Forschung. Dazu zählt vor allem auch die Rekonstruktion der gesellschaftlichen, sozialen, kulturellen und politischen Rahmenbedingungen des von ihnen erworbenen Wissens. Vor dem Hintergrund militärischer Aktivitäten und wirtschaftlicher Interessen dieser Afrikaforscher reduzierte sich das wissenschaftliche Interesse ihrer Forschung oft auf geographische Fragen. Eine alternative Bezeichnung ist je nach Darstellungszusammenhang der Begriff „Afrikareisende“. Ihre Tätigkeiten, wie auch Expeditionen, bedurften oft einer staatlichen Legitimation und waren an politische Interessen und Aufträge gebunden.

Unabhängig von einer nationalen Herkunft

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Institutionen

Medien

Medien / Portale

  • Sudanese Online Research Association – SORA<ref>Sudanese Online Research Association </ref>
  • Marweb – Annuaire et Moteur de recherche du Maghreb Arabe. Fès, Marokko<ref>Marweb – Annuaire et Moteur de recherche du Maghreb Arabe </ref>

Aus Deutschland, Österreich und der Schweiz

Institutionen

  • Zentrum für interdisziplinäre Afrikaforschung (ZIAF), Frankfurt<ref>Selbstdarstellung ZIAF </ref>
  • Institut für Ethnologie und Afrikastudien, Mainz<ref>Selbstdarstellung </ref>
  • Schweizerische Gesellschaft für Afrikastudien SAGW<ref>Selbstdarstellung SAGW </ref>
  • Geschichte der Afrikanistik in Österreich - History of African Studies in Austria<ref>Erich Sommerauer, Uni Wien </ref>
  • Institut d'Etudes Africaines, Aix-en-Provence<ref>Vgl. Ministère de la Recherche / Action Concertée Incitative. Archives BREUIL Entre préhistoire européenne et africanisme, un univers intellectuel et institutionnel au XXe siècle </ref>
  • Méga-Tchad. Réseau international de recherches pluridisciplinaires dans le bassin du lac Tchad. Université Nanterre<ref>MÉGA-TCHAD </ref>

Forscher

Aus Großbritannien

Institutionen

  • African Studies Association of the UK (ASAUK), London<ref>African Studies Association of the UK (ASAUK)</ref>
  • Archives of Popular Swahili. Achille Mutombo<ref>Vgl. Ausgabe Nr. 8 Ukumbusho von Dr. Achille Mutombo </ref>

Forscher

Aus Portugal

Institutionen

  • Instituto de Investigação Científica Tropical, Lissabon
  • Sociedade de Geografia de Lisboa
  • Centro de Estudos Internacionais/ISCTE-Instituto Universitário de Lisboa (bis 2014 Centro de Estudos Africanos)
  • Centro de Estudos Africanos/Faculdade de Letras/Universidade do Porto
  • Centro de Estudos sobre África/Instituto Superior de Economia e Gestão/Universidade de Lisboa
  • Centro de Estudos Africanos/Faculdade de Letras/Universidade de Lisboa)

Entdecker

Aus Italien

Datei:Ps-debrazza-nadar.jpg
Pierre Savorgnan de Brazza

Aus Schweden

Aus Slowenien

Aus Marokko

Aus Griechenland

Aus Rumänien

Aus Norwegen

Portale / Medien

Afroamerikanische Biographie-Forschung

Archive / Portale

  • Biographie Projekt Afroamerikanische Autorinnen, Columbia University<ref>Biographie Projekt Afroamerikanische Autorinnen, Columbia University </ref>

    Andere Forscher

    Aus Kanada

    Einzelnachweise

    <references />

    Literatur

    • Albert Adu Boahen: Britain, the Sahara and the Western Sudan 1788–1861. Oxford 1964. (wichtige Arbeit zur ersten Epoche der wissenschaftlichen Afrikaforschung, von einem der führenden schwarzafrikanischen Historiker des 20. Jahrhunderts)
    • Cornelia Essner: Deutsche Afrikareisende im neunzehnten Jahrhundert. Zur Sozialgeschichte des Reisens. Stuttgart 1985. (versucht u. a. die Motive der Afrikaforscher zu analysieren)
    • Peter Kremer: Der schwarze Erdtheil. Afrika im Spiegel alter Bücher 1484–1884. Köln 1984. (bislang einzige Bibliografie zur Geschichte der deutschen Afrikaforschung im vorkolonialen Zeitalter)
    • Frank McLynn: Hearts of Darkness: The European Exploration of Africa. London 1992. (leicht irreführender Titel, denn es handelt sich weitgehend um die Geschichte der britischen Afrikaforschung)
    • Paul Kainbacher: Die Erforschung Afrikas. Die Afrika-Literatur über Geographie und Reisen von 1486–1945. Eine Bibliographie von A-Z. 4. Auflage. Baden 2010. (Online-Version) – ca. 3800 Autoren, 7500 deutschsprachige Werke