Ostrau (Sachsen)


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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ostrau
51.213.166666666667171Koordinaten: 51° 12′ N, 13° 10′ O{{#coordinates:51,2|13,166666666667|primary
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  }}
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Mittelsachsen
Verwaltungs­gemeinschaft: Ostrau
Höhe: 171 m ü. NHN
Fläche: 52,6 km²
Einwohner: 3698 (31. Dez. 2014)<ref name="Metadaten Einwohnerzahl DE-SN">Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).</ref>
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04749
Vorwahlen: 034324, 034362
Kfz-Kennzeichen: FG, BED, DL, FLÖ, HC, MW, RL
Gemeindeschlüssel: 14 5 22 450
Gemeindegliederung: 25 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Karl-Marx-Straße 8
04749 Ostrau
Webpräsenz: www.gemeinde-ostrau.de
Bürgermeister: Dirk Schilling<ref>http://www.gemeinde-ostrau.de/fileadmin/gemeinde-ostrau/user_upload/Dokumente/Gesamtergebnis.jpg</ref> (CDU)
Lage der Gemeinde Ostrau im Landkreis Mittelsachsen

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Ostrau ist die nördlichste Gemeinde im Landkreis Mittelsachsen. Sie ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Ostrau.

Geographie

Die Gemeinde liegt ca. 10 km nordöstlich der Stadt Döbeln und ca. 15 km südwestlich von Riesa, im Tal des kleinen Flusses Jahna und den umliegenden Höhenrücken im Nordwesten der Lommatzscher Pflege.

Gemeindegliederung

Zur Großgemeinde Ostrau gehören folgende Ortsteile:

  • Auerschütz
  • Beutig
  • Binnewitz
  • Clanzschwitz
  • Delmschütz
  • Döhlen
  • Jahna
  • Kattnitz
  • Kiebitz
  • Merschütz
  • Münchhof
  • Niederlützschera
  • Noschkowitz
  • Oberlützschera
  • Obersteina
  • Ostrau
  • Pulsitz
  • Rittmitz
  • Schlagwitz
  • Schmorren

Nachbargemeinden

Großweitzschen und Zschaitz-Ottewig (Landkreis Mittelsachsen), Lommatzsch und Stauchitz im Landkreis Meißen sowie Mügeln und Naundorf im Landkreis Nordsachsen.

Geschichte und Eingemeindungen

Geschichte

Datei:Zschochau.JPG
Kirche im Ortsteil Zschochau

Der Hauptort Ostrau wird als Ostrowa (aus dem sorbischen Ort in der Aue oder der Ort am Werder oder der Ort zwischen den zwei Flüssen) erstmals in einer Schenkungsurkunde des Klosters Altenzella erwähnt.

Ältester Ortsteil dürfte aber Jahna sein, der im Jahr 929 erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Um 1190 erhielt „Ostrowa“ ein Vorwerk, woraus das Klostergut und spätere Brauschenkengut hervorging. Später entwickelte sich daraus die Gaststätte „Wilder Mann“. Nach der Säkularisation des Klosters Altzella kamen Ostrau, Gohris (anteilig), Münchhof, Trebanitz und Niederlützschera als Exklaven zum Nossener, später zum Mügelner Amt.<ref>Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen</ref>

In Ostrau wurde 1689 eine Hexenverfolgung durchgeführt. Anna Maria, Witwe vom Drescher Nicol Braune, geriet in einen Hexenprozess und wurde verbrannt. Dies war das letzte bekannte vollstreckte Todesurteil mit Feuer für Zauberei in Kursachsen.<ref>Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 482</ref> Im Ortsteil Sömnitz kamen 1644 Hans Roßberg und seine Frau in einen Hexenprozess.<ref>Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 550.</ref>

Durch die Inbetriebnahme der Eisenbahnlinie Großbauchlitz–Riesa 1847 erhielt Ostrau einen Bahnhof.

Im 1939 erhielt Ostrau ein Wappen, das in der gleichen Form noch heute existiert. Es enthält einen Kalkofen, der von Weizenähren eingerahmt wird. Es weist auf den Dolomitabbau, dem einzigen Industriezweig hin, den Ostrau hat. Hier gibt es eine anhaltende Tradition der Graukalkerzeugung.

Eingemeindungen

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Auerschütz<ref name=Statistisches-Landesamt-Sachsen>Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen</ref> 1. Januar 1993
Beutig<ref name=Sachsenbuch /> vor 1880 Eingemeindung nach Trebanitz
Binnewitz<ref name=Metzler-Poeschel>Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt</ref><ref name=Verzeichnisse-eingemeindeten-Gemeinden>Verzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere, 1952, Herausgeber: Ministerium des Innern des Landes Sachsen</ref> 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Jahna
Clanzschwitz<ref name=Sachsenbuch>Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943</ref> 1. Oktober 1937 Eingemeindung nach Pulsitz
Däbritz<ref name=Sachsenbuch /> vor 1880 Eingemeindung nach Schrebitz
Delmschütz<ref name=Sachsenbuch /> vor 1880 Eingemeindung nach Auerschütz
Döhlen<ref name=Sachsenbuch /> vor 1880 Eingemeindung nach Görlitz
Gaschütz<ref name=Sachsenbuch /><ref name=Metzler-Poeschel /><ref name=Verzeichnisse-eingemeindeten-Gemeinden /> vor 1880
1. Juli 1950
Eingemeindung nach Sömnitz,
Umgliederung nach Auerschütz
Görlitz<ref name=Sachsenbuch /> 1. April 1936 Eingemeindung nach Schrebitz
Gohris<ref name=Sachsenbuch /> vor 1880
Goldhausen<ref name=Sachsenbuch /> vor 1880 Eingemeindung nach Jahna
Jahna<ref name=Metzler-Poeschel /> 15. September 1961 Zusammenschluss mit Pulsitz zu Jahna-Pulsitz
Jahna-Pulsitz<ref name=Statistisches-Landesamt-Sachsen /> 1. Januar 1994
Kattnitz<ref name=Metzler-Poeschel /><ref name=Verzeichnisse-eingemeindeten-Gemeinden /> 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Noschkowitz
Kiebitz<ref name=Statistisches-Landesamt-Sachsen /> 1. Januar 1999
Lützschera<ref name=Sachsenbuch /> 1. April 1938 Eingemeindung nach Auerschütz
Merschütz<ref name=Sachsenbuch /> vor 1880 Eingemeindung nach Oberwutzschwitz
Münchhof<ref name=Sachsenbuch /> vor 1880 Eingemeindung nach Trebanitz
Niederlützschera<ref name=Sachsenbuch /> vor 1880 Zusammenschluss mit Oberlützschera zu Lützschera
Niedersteina<ref name=Sachsenbuch /> vor 1880 Eingemeindung nach Oberwutzschwitz
Niederwutzschwitz<ref name=Sachsenbuch /> vor 1880 Eingemeindung nach Oberwutzschwitz
Noschkowitz<ref name=Statistisches-Landesamt-Sachsen /> 1. Januar 1999
Oberlützschera<ref name=Sachsenbuch /> vor 1880 Zusammenschluss mit Niederlützschera zu Lützschera
Obersteina<ref name=Metzler-Poeschel /><ref name=Verzeichnisse-eingemeindeten-Gemeinden /> 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Kiebitz
Oberwutzschwitz<ref name=Sachsenbuch /> 19. September 1919 Umbenennung in Wutzschwitz
Pulsitz<ref name=Metzler-Poeschel /> 15. September 1961 Zusammenschluss mit Jahna zu Jahna-Pulsitz
Rittmitz<ref name=Metzler-Poeschel /> 1. Januar 1973 Eingemeindung nach Noschkowitz
Schlagwitz<ref name=Sachsenbuch /> vor 1880 Eingemeindung nach Rittmitz
Schmorren<ref name=Sachsenbuch /> 1. Oktober 1937 Eingemeindung nach Pulsitz
Schrebitz<ref name=Statistisches-Landesamt-Sachsen /> 1. Januar 1999
Sömnitz<ref name=Metzler-Poeschel /><ref name=Verzeichnisse-eingemeindeten-Gemeinden /> 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Schrebitz
Töllschütz<ref name=Sachsenbuch /> 1. April 1938 Eingemeindung nach Kiebitz
Trebanitz<ref name=Metzler-Poeschel /><ref name=Verzeichnisse-eingemeindeten-Gemeinden /> 1. Juli 1950
Wutzschwitz<ref name=Metzler-Poeschel /><ref name=Verzeichnisse-eingemeindeten-Gemeinden /> 1. Juli 1950
2012
Eingemeindung nach Ostrau,
Umgliederung nach Ostrau
Zschochau<ref name=Metzler-Poeschel /> 1. April 1968

Entwicklung der Einwohnerzahl

(Stichtag: 31. Dezember):

Jahr Einwohner
1998 4.771
2000 4.636
2002 4.477
Jahr Einwohner
2004 4.409
2006 4.273
2008 4.166
Jahr Einwohner
2010 4.010
2012 3.840 <ref>http://www.statistik.sachsen.de/download/010_GB-Bev/Bev_Gemeinde.pdf</ref>
2014 3.698

Politik

Wahlbeteiligung: 48.5 % (2009: 56.2 %)
 %
50
40
30
20
10
0
40,2 %
29,1 %
24,2 %
3,1 %
3,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-4,7 %p
-0,4 %p
+8,0 %p
-6,3 %p
+3,3 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a Freie n.m.org.Wählervereinigung
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer

Seit der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 17 Sitze im Gemeinderat folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:<ref>http://www.gemeinde-ostrau.de/kommunalpolitik.html</ref>

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten

  • Trinitatiskirche Ostrau, erbaut 1903
  • Kirche zu Jahna, erbaut 1677
  • Kalköfen in Münchhof, in Ostrau am Kalkgrund und am Ostrauer Bahnhof
  • Plattendolomitwand
  • Schloss Noschkowitz
  • Dorfkirche zu Kiebitz, erbaut 1773–1774<ref>Dorfkirche Kiebitz bei Gemeinde-Ostrau</ref>
  • Rittergut Obersteina, Ersterwähnung 1606, Herrenhaus erbaut 1751<ref>Rittergut Obersteina bei Sachsens Schlösser</ref>

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Die Wirtschaft des Ortes ist jahrhundertelang durch den Abbau von Kalk geprägt worden, dessen Tagebaurestlöcher und einzelne historische Produktionsanlagen noch erkennbar sind. Von einem Betrieb wird dieses Gestein gegenwärtig gewonnen.<ref>Ostrauer Kalkwerke GmbH. auf www.ostrauer-kalkwerke.de</ref>

Vorkommende Lössböden in der Lommatzscher Pflege boten der Landwirtschaft gute Bedingungen, in der bis zur politischen Wende 1990 viele Einwohner beschäftigt waren. Zu DDR-Zeiten wurde in Ostrau eine überregional bedeutende Milchviehanlage errichtet. Diese gehört heute zur Ostrauer Agrar AG.

Im Oktober 1990 erfolgte der erste Spatenstich für das neue Gewerbegebiet in Ostrau, im Jahr 1991 erfolgten die ersten Ansiedlungen, mittlerweile sind 59 Firmen dort vertreten.

Verkehr

Durch das Gemeindegebiet führt die Bundesstraße 169. Die Gemeinde ist auch über die Bundesautobahn 14, Anschluss Döbeln-Nord (etwa fünf Kilometer), zu erreichen. Ostrau besitzt einen Bahnhof an der Bahnstrecke Riesa–Chemnitz, welcher von Elsterwerda und Chemnitz aus mit stündlich verkehrenden Regionalbahnen bedient wird.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Clemens Fleischer: Geschichtliche Nachrichten von Rittmitz. Eine Festschrift zur 400jährigen Jubelfeier der Begründung kirchlicher Verhältnisse in Rittmitz am 19. September 1880. Dresden 1880 (Digitalisat)
  • Gisela Reibig, Elvira Sprößig: Ostrau im Jahna-Tal. Geiger Verlag, Horb am Neckar 1996, ISBN 3-89570-129-7.

Weblinks

Commons Commons: Ostrau – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />