Waldheim
Wappen | Deutschlandkarte | ||||||
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Wappen der Stadt Waldheim |
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dim= | globe= | name= | region=DE-SN | type=city
}} | |
Basisdaten | |||||||
Bundesland: | Sachsen | ||||||
Landkreis: | Mittelsachsen | ||||||
Verwaltungsgemeinschaft: | Waldheim | ||||||
Höhe: | 266 m ü. NHN | ||||||
Fläche: | 41,62 km² | ||||||
Einwohner: | 9143 (31. Dez. 2014)<ref name="Metadaten Einwohnerzahl DE-SN">Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).</ref> | ||||||
Bevölkerungsdichte: | 220 Einwohner je km² | ||||||
Postleitzahl: | 04736 | ||||||
Vorwahl: | 034327 | ||||||
Kfz-Kennzeichen: | FG, BED, DL, FLÖ, HC, MW, RL | ||||||
Gemeindeschlüssel: | 14 5 22 570 | ||||||
Stadtgliederung: | Kernstadt; 4 Stadtteile | ||||||
Adresse der Stadtverwaltung: |
Niedermarkt 1 04736 Waldheim | ||||||
Webpräsenz: | |||||||
Bürgermeister: | Steffen Ernst (FDP) | ||||||
Lage der Stadt Waldheim im Landkreis Mittelsachsen | |||||||
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Waldheim ist eine Kleinstadt im Landkreis Mittelsachsen. Sie war Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Waldheim.
Inhaltsverzeichnis
Geografie
Die Stadt liegt in einem Talkessel der tief eingeschnittenen Zschopau, unterhalb der Talsperre Kriebstein.
Stadtgliederung
Ortsteile:
- Waldheim – Stadtgebiet
- Reinsdorf
- Neumilkau
- Vierhäuser
- Massanei
- Schönberg
- Heiligenborn
- Neuschönberg
- Unterrauschenthal
- Oberrauschenthal
- Gilsberg
- Gebersbach
- Heyda
- Knobelsdorf
- Meinsberg
- Neuhausen
- Kaiserburg
- Rudelsdorf
Nachbargemeinden
Angrenzende sind die Städte Roßwein, Hartha und Döbeln, Gemeinde Erlau, die Stadt Geringswalde und Gemeinde Kriebstein.
Geschichte
Im Jahr 1198 wurde der Name Waldheim erstmals erwähnt. 1271 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung der Burg, die unter markmeißnischer Landesherrschaft stand. Im Jahre 1286 erhielt Waldheim das Stadtrecht. Im Jahr 1537 wurde die Reformation eingeführt.
Zu DDR-Zeiten betrieb der VEB Typodruck Oschatz im Ortsteil Massanei ein Kinderferienlager.
Eingemeindungen
Ehemalige Gemeinde | Datum | Anmerkung |
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Gebersbach<ref name="Metzler-Poeschel" /> | 1. Januar 1970 | Zusammenschluss mit Knobelsdorf zu Gebersbach-Knobelsdorf |
Gebersbach-Knobelsdorf<ref name="Statistisches-Landesamt-Sachsen">Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen</ref> | 1. Januar 1994 | Zusammenschluss mit Ziegra zu Ziegra-Knobelsdorf |
Gilsberg<ref name="Gemeindeverzeichnis-1904">Gemeinde- und Ortsverzeichnis für das Königreich Sachsen, 1904, Herausgeber: Statistische Bureau des königlichen Ministeriums des Inneren</ref> | vor 1875 | Eingemeindung nach Heiligenborn |
Heiligenborn<ref name="Metzler-Poeschel">Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt</ref> | 24. August 1973 | |
Heyda<ref name="Metzler-Poeschel" /> | 1. Juli 1950 | Eingemeindung nach Knobelsdorf |
Knobelsdorf<ref name="Metzler-Poeschel" /> | 1. Januar 1970 | Zusammenschluss mit Gebersbach zu Gebersbach-Knobelsdorf |
Meinsberg<ref name="Metzler-Poeschel" /> | 1. Januar 1973 | Eingemeindung nach Ziegra |
Massanei<ref name="Metzler-Poeschel" /> | 1. Januar 1974 | |
Neuhausen<ref name="Metzler-Poeschel" /> | 1. Juli 1950 | Eingemeindung nach Meinsberg |
Neumilkau (mit Vierhäusern)<ref name="Gemeindeverzeichnis-1904" /> | vor 1875 | Eingemeindung nach Reinsdorf |
Neuschönberg<ref name="Gemeindeverzeichnis-1904" /> | vor 1875 | Eingemeindung nach Heiligenborn |
Rauschenthal (Ober- und Unter-)<ref name="Gemeindeverzeichnis-1904" /> | vor 1875 | Eingemeindung nach Gilsberg |
Reinsdorf<ref name="Statistisches-Landesamt-Sachsen" /> | 1. Januar 1994 | |
Richzenhain<ref name="Sachsenbuch">Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943</ref> | 1. Juni 1905 | Teileingemeindung, ein Teil nach Hartha umgegliedert |
Rudelsdorf<ref name="Metzler-Poeschel" /> | 15. September 1961 | Eingemeindung nach Gebersbach |
Schönberg<ref name="Metzler-Poeschel" /> | 1. April 1968 | |
Ziegra-Knobelsdorf | 1. Januar 2013 | Teileingemeindung, ein Teil nach Döbeln umgegliedert |
Einwohnerentwicklung
Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):
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- Datenquelle ab 1998: Statistisches Landesamt Sachsen
1 29. Oktober
2 31. August
Gedenkstätten
- Mehrere Grab- und Gedenkstätten auf dem Friedhof erinnern an die Opfer des Faschismus, zu denen Widerstandskämpfer und Opfer der Euthanasie gehörten, die aber nicht konkret benannt werden.
- Ein Gedenkstein an der Dresdner Straße im Morteltal erinnert an die KZ-Häftlinge, darunter zahlreiche Juden, die aus dem Außenlager Colditz des KZ Buchenwald kamen und am 14. April 1945 durch die Stadt getrieben wurden.
Politik
Stadtrat
Die Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 führte zu folgender Sitzverteilung<ref>Wahlergebnis Stadtratswahlen 2014, 1. Juli 2014</ref>:
Wappen
Blasonierung: „Auf einem blauen Schild mit drei schmalen goldenen Umrahmungen einen goldenen Turm mit zwei Seitenausbauten und einem Mittelaufbau mit roten Dächern und drei goldenen Kreuzen.“
Städtepartnerschaften
Waldheim unterhält Städtepartnerschaften mit Landsberg am Lech in Oberbayern und Siófok (Ungarn).
Wirtschaft und Infrastruktur
Waldheim ist Sitz der Florena Cosmetic GmbH, eines traditionsreichen Herstellers für Körperpflegeprodukte. Florena ist seit 2002 eine Tochtergesellschaft der Beiersdorf AG, zu der auch Marken wie Nivea, Labello und Tesa gehören.
Verkehrsanbindung
Waldheim liegt an der Bahnstrecke Riesa–Chemnitz und wird von Elsterwerda und Chemnitz aus mit stündlich verkehrenden Regionalbahnen bedient. Von 1893 bis zum 31. Mai 1997 existierte eine Bahnverbindung nach Rochlitz. Um die Jahrtausendwende gab es eine DB-Regional-Express-Direktverbindung zwischen Chemnitz und Berlin, welche über Waldheim führte. Ab dem 10. Dezember 2006 verkehrt über Waldheim dann der Vogtland-Express der Vogtlandbahn von Hof nach Berlin. Diese Verbindung wurde jedoch zum 1. Oktober 2012 auf Grund steigender Energie- und Infrastrukturkosten, welche nicht mehr durch die Fahrgeldeinnahmen gedeckt werden konnten, eingestellt und durch eine Buslinie ersetzt.<ref>Vogtland Express ab 1.10.2012 als Linienbus Vogtlandbahn.de, Abgerufen am 11. September 2014</ref>
Sehenswürdigkeiten
- Waldheim 1900.jpg
Waldheim um 1900
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Nicolaikirche
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Blick auf den Obermarkt
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Nachbildung der kursächsischen Distanzsäule von 1724
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Zschopauwehr mit Blick auf das Rathaus und die Pöppelmannbrücke
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Oberwerder mit Schleuse und Tafel zur Zschopauüberquerung durch Napoleons Truppen
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Schlözligkirche in der Justizvollzugsanstalt
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Diedenhainer Viadukt
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Gerüstpfeilerviadukt der Kleinbahn und Heiligenborner Viadukt
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Gerüstpfeilerviadukt der Kleinbahn
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Wachbergturm
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Eingang zum Schaubergwerk „Kellerberg“
- Rathaus mit Fassade, Ratssaal und Rathausturm (1902 im Jugendstil errichtet), das knapp 4 m große Zifferblatt der Turmuhr ist das zweitgrößte in Deutschland
- Marktplatz mit Wettinbrunnen (ebenfalls im Jugendstil) und nachgebildeter kursächsischer Postdistanzsäule
- Zschopaubrücke von Matthäus Daniel Pöppelmann
- Kirche St. Nicolai von 1842
- Schlosskirche St. Otto in der Justizvollzugsanstalt
- Sächsisches Strafvollzugsmuseum in der Justizvollzugsanstalt
- Jugendstilgebäude
- Wachbergturm zum Gedenken an den Deutsch-Französischen Krieg gebaut
- Tafel zur Erinnerung an die Überquerung der Zschopau durch Napoleons Truppen am 6. Mai 1813
- Eisenbahnviadukte der Bankrottmeile der Chemnitz-Riesaer Eisenbahn (Heiligenborner Viadukt, Diedenhainer Viadukt)
- Schaubergwerk „Kellerberg“
- Napoleonstein
Staatliche Einrichtungen
Die Stadt war bekannt für das auch heute noch existierende Zuchthaus Waldheim. In diesem Gefängnis fanden im Jahre 1950 die Waldheimer Prozesse statt.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
- 1833: Friedrich Anton Hauschild (1781–1861), Direktor des Zuchthauses
- 1835: Gotthelf Fischer von Waldheim (1771–1853), Geologe und Naturforscher<ref>Urkunde der Aufnahme als Ehrenbürger</ref>
- 1896: Karl Theodor Max Härtel (1826–1898), Bürgermeister
- 1897: Albert Niethammer (1833–1908), deutscher Papierfabrikant (Kübler & Niethammer) und nationalliberaler Politiker, MdR, MdL (Königreich Sachsen)
Söhne und Töchter der Stadt
- Johann Friedrich Nagel (1765–1825), Maler
- Gotthelf Fischer von Waldheim (1771–1853), Naturforscher
- Horst Kohl (1855–1917), Historiker
- Rudolf Schubert (1866–1954), Pädagoge und Hochschullehrer
- Rudolf Kolbe (1873–1947), Architekt
- Kurt Rübner (1875–1965), Grafiker
- Georg Kolbe (1877–1947), Bildhauer
- Johannes Volkmann (1889–1982), Chirurg
- Walter Küchenmeister (1897–1943), Eisendreher, Journalist, Widerstandskämpfer (Rote Kapelle)
- Lama Anagarika Govinda (1898–1985), buddhistischer Gelehrter und Künstler, Gründer des Arya Maitreya Mandala
- Georg Altner (1901–1945), NSDAP-Politiker, SS-Brigadeführer und Polizeipräsident von Dortmund
- Herbert Zschelletzschky (1902–1986), Kunsthistoriker
- Irmgard Biernath (1905–1998), Lehrerin und Bildhauerin
- Günther Niethammer (1908–1974), Ornithologe
- Hans Wußing (1927–2011), Wissenschaftshistoriker
- Gerald Leutert (1929–1999), Anatom und Rektor ad interim der Universität Leipzig
- Rudolf Horn (* 1929), Möbeldesigner
- Doris Müller (1935–2013), Vize-Europameisterin im Diskuswurf 1962
- Wolf-Dieter Scheurell (* 1944), Politiker (SPD)
- Peter Fritz (* 1952), Kerntechniker
- Hans-Günther Pölitz (* 1952), Kabarettist
- Thomas Abratis (* 1967), Wintersportler
Literatur
- Cornelius Gurlitt: Waldheim. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 25. Heft: Amtshauptmannschaft Döbeln. C. C. Meinhold, Dresden 1903, S. 232.
Weblinks
- Atlas Mittelsachsen
- Stadt Waldheim
- Alte und neue Ansichten der Stadt Waldheim sowie deren Geschichte
- Waldheim im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
Einzelnachweise
<references />
Altmittweida | Augustusburg | Bobritzsch-Hilbersdorf | Brand-Erbisdorf | Burgstädt | Claußnitz | Döbeln | Dorfchemnitz | Eppendorf | Erlau | Flöha | Frankenberg/Sa. | Frauenstein | Freiberg | Geringswalde | Großhartmannsdorf | Großschirma | Großweitzschen | Hainichen | Halsbrücke | Hartha | Hartmannsdorf | Königsfeld | Königshain-Wiederau | Kriebstein | Leisnig | Leubsdorf | Lichtenau | Lichtenberg/Erzgeb. | Lunzenau | Mittweida | Mochau | Mühlau | Mulda/Sa. | Neuhausen/Erzgeb. | Niederwiesa | Oberschöna | Oederan | Ostrau | Penig | Rechenberg-Bienenmühle | Reinsberg | Rochlitz | Rossau | Roßwein | Sayda | Seelitz | Striegistal | Taura | Waldheim | Wechselburg | Weißenborn/Erzgeb. | Zettlitz | Zschaitz-Ottewig