Pudagla
Wappen | Deutschlandkarte | ||||||
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Wappen der Gemeinde Pudagla |
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dim= | globe= | name= | region=DE-MV | type=city
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Basisdaten | |||||||
Bundesland: | Mecklenburg-Vorpommern | ||||||
Landkreis: | Vorpommern-Greifswald | ||||||
Amt: | Usedom-Süd | ||||||
Höhe: | 1 m ü. NHN | ||||||
Fläche: | 13,26 km² | ||||||
Einwohner: | 447 (31. Dez. 2014)<ref name="Metadaten Einwohnerzahl DE-MV">Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2014 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).</ref> | ||||||
Bevölkerungsdichte: | 34 Einwohner je km² | ||||||
Postleitzahl: | 17429 | ||||||
Vorwahl: | 038378 | ||||||
Kfz-Kennzeichen: | VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG | ||||||
Gemeindeschlüssel: | 13 0 75 111 | ||||||
Adresse der Amtsverwaltung: | Markt 1 17406 Usedom | ||||||
Bürgermeister: | Fred Fischer | ||||||
Lage der Gemeinde Pudagla im Landkreis Vorpommern-Greifswald | |||||||
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Pudagla ist eine Gemeinde auf der Insel Usedom im sogenannten Achterland gelegen. Die Gemeinde wird vom Amt Usedom-Süd mit Sitz in der Stadt Usedom verwaltet. Bis 2005 gehörte die Gemeinde zum Amt am Schmollensee.
Inhaltsverzeichnis
Geografie und Verkehr
Pudagla liegt in einer landschaftlich reizvollen Region zwischen dem etwa 1500 Meter entfernten Achterwasser im Westen, dem unmittelbar südöstlich angrenzenden Schmollensee und der etwa 5000 Meter entfernten, nordöstlich gelegenen Ostseeküste. Das Dorf liegt außerdem am Fuße des Glaubensbergs (38,8 m über NHN) und seit ihrer Verlegung im Januar 2008 an der Bundesstraße 111 mitten im Naturpark Insel Usedom. Zirka 15 Kilometer südwestlich der Gemeinde liegt die Stadt Usedom und etwa sechs Kilometer östlich liegen der Reihe nach die Kaiserbäder Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck.
Ortsteile
- Pudagla
- Wüstungen und Wohnplätze
- Camik (Wüstung)
Geschichte
Pudagla
Urkundlich erstmals erwähnt wurde Pudagla im Jahr 1270 als „Pudgla“. Dies ist eine Umschreibung des slawischen pad glowe (= am Berg) und bezieht sich auf einen 38 m hohen Hügel südlich des Ortes am Schmollensee, der heute von „glowa“ - plattdeutsch = „Glaube“ abgeleitet - „Glaubensberg“ heißt.<ref name="MN"/>
Herzog Barnim I. schenkte dem Kloster Grobe bei Usedom am 14. Oktober 1273 das Dorf „Putglow“ mit dem Zehnt und allen Rechten sowie den Bach Pritolniza, die heutige Groote Beek.<ref>PUB 979. In: Rodgero Prümers: Pommersches Urkundenbuch. II. Band. 1. Abteilung. 1254–1278. von der Nahmer, Stettin 1881, S. 282.</ref> Nachdem das Kloster 1307 das westlich am Achterwasser gelegene Dorf Camik erworben hatte, erfolgte 1309 die Verlegung des Klosters von Grobe nach Pudagla.<ref>E. G. H. Zietlow: Das Prämonstratenser Kloster auf der Insel Usedom. S. 143–152 (Google Bücher).</ref> Bis um 1400 hatte es sein bereits geschlossenes Gebiet der Insel von der Stadt Usedom über die Mellenthiner Heide bis Benz, das auch Besitzungen auf dem pommerschen Festland um Ueckermünde mit einschloss, bis zum Gothensee und zum Thurbruch erweitert. Pudagla war das reichste Kloster der Region, gestaltete eigenes Fischereirecht und verfügte über eine autarke Gerichtsbarkeit. Eine Reihe Besitzurkunden gelten unter Historikern als gefälscht.
Noch zu Klosterzeiten wurde der Straßendamm von der Hochfläche bei Pudagla durch die moorige Niederung zwischen Schmollensee und Achterwasser in Richtung der Einmündung der Straße Ückeritz nach Bansin (ehemalige B 111), der so genannte Klosterdamm gebaut. Er ist noch heute der Straßenunterbau der jetzt in B 111 umgewidmeten Verbindung von der B 110 zur ehemaligen B 111.
Im 16. Jahrhundert setzte ein Niedergang ein. 1534 wurde die Reformation in Pommern eingeführt und das Kloster Pudagla im folgenden Jahr säkularisiert. Gerhardt von Zartin, der letzte Abt des nun in ein herzogliches Amt umgewandelten Klosters, verließ dieses mit seinen Mönchen 1535 und siedelte aufs Festland nach Anklam über.
Der Pommernherzog Ernst Ludwig, Sohn von Philipp I. von Pommern-Wolgast, ließ hier 1574 ein neues Schloss als Witwensitz für seine Mutter, Herzogin Maria von Sachsen, Tochter des sächsischen Kurfürsten Johann des Beständigen, bauen. Auf einer Inschrift unter dem Renaissance-Relief mit dem herzoglichen Wappen an der Schlossfassade steht dies noch zu lesen. Nur die Klosterkirche, Teile der Mönchszellen und wenige Mauern blieben von der Klosteranlage erhalten.
Nach dem Aussterben der herzoglichen Familie wurde Pudagla Dominal, das heißt Besitz des jeweiligen Herrschers über die pommerschen Gebiete.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Gegend schwer verwüstet. Nach dem Westfälischen Frieden im Jahr 1648 gehörte Pudagla wie die ganze Insel Usedom zu Schwedisch-Pommern. Den größten Teil des Amtes Pudagla erhielt zunächst der maßgeblich an der Einrichtung der schwedischen Herrschaft in Pommern beteiligte Johan Axelsson Oxenstierna. 1654 bekam die abgedankte schwedische Königin Christina die Einkünfte aus den ehemaligen Besitzungen der pommerschen Herzöge als Unterhalt. Dazu gehörte auch Pudagla, wo für ihre Besitzungen eine gesonderte Verwaltung eingerichtet wurde. Das Schloss wurde zum Sitz ihres Gouverneurs umfunktioniert.
Aus dem Schloss- und Klosterareal wurde ein Dominalgut.
Die Streitigkeiten der Großmächte Dänemark, Schweden, Polen und Brandenburg/Preußen um Pommern und die strategisch wichtige Insel Usedom ließen das Amt Pudagla im 17. und zum Anfang des 18. Jahrhunderts nicht verschont. Nach dem Frieden von Stockholm 1720 zog die preußische Verwaltung ein, die 1824 ihren Amtssitz vom Amt Pudagla zum Kreissitz des neuen Kreises Usedom-Wollin nach Swinemünde verlegte.
Nach der Verwaltungsreform 1815 kam Pudagla zur preußischen Provinz Pommern und gehörte von 1818 bis 1945 zum Landkreis Usedom-Wollin.
In der Zeit von 1930 bis 1934 erfolgte dann eine Aufsiedlung des Pudaglaer Gutes.
Von 1945 bis 1952 bildete der nach dem Zweiten Weltkrieg bei Deutschland verbliebene Teil des Landkreises den Landkreis Usedom, welcher 1952 im Kreis Wolgast im Bezirk Rostock aufging. Nach 1945 wurde das teils kriegszerstörte Herrenhaus vereinfacht instand gesetzt und als Wohnraum für Umsiedler und für kommunale Zwecke genutzt. Mehrfach fanden Umbau-, aber auch Sanierungsarbeiten statt.
In Pudagla war das Funktechnische Bataillon 33 (FuTB-33) der 3. Luftverteidigungsdivision der NVA stationiert. Dieses betrieb auf dem Rauhen Berg, dem Dachsberg und dem Schluchtenberg mehrere Radarstationen. Auf dem Rauhen Berg waren überwiegend die Kasernen und die Kommunikationszentralen, auf den anderen Bergen die technischen Radaranlagen, mobil oder stationär. Nach 1990 wurden diese Anlagen noch teilweise von der Bundeswehr genutzt, dann aber gegen 1993 aufgegeben. Die Anlagen auf dem Rauhen Berg sind jetzt ein Gewerbegebiet, dazwischen wurden nach 1990 Kiesgruben und Recycling-Anlagen eingerichtet. Teilbereiche wurden renaturiert oder in Freizeitanlagen, z.B. Motocrossbahnen umgewandelt.
Südlich der Schäferei Stoben, die aber als Wohnplatz zu Pudagla gehört, wurde eine alte Bockwindmühle wieder aufgebaut und ist jetzt Touristenattraktion. Von ihr hat man einen weiten Blick über die abwechslungsreiche Landschaft. Sie war bereits um 1650 vorhanden, wurde oftmals erneuert und dann 1997 restauriert und als Museum eingerichtet.
Die Gemeinde gehört seit dem Jahr 1990 zum Land Mecklenburg-Vorpommern. Seit dem Jahr 1994 gehörte Pudagla zum Landkreis Ostvorpommern, der 2011 im Landkreis Vorpommern-Greifswald aufging.
Camik (Wüstung)
Camik wurde erstmals 1263 als „Camic“ urkundlich erwähnt. Der Ort wurde noch bis 1307 genannt, dann fiel er wohl wüst. Der slawische Gründungsname wird mit „Stein“ gedeutet. Die Lage ist nicht eindeutig belegbar, lediglich die Angabe, das der Ort westlich von Pudagla lag, ist bekannt.<ref name="MN">Manfred Niemeyer: Ostvorpommern I. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 1: Usedom. (= Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 1), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. S. 10 ff</ref> Vermutet wird die Lage am Konker Berg am Achterwasser. Ob der Name etwas mit dem bekannten Teufelsstein (Pudagla) zu tun hat, der dort ganz in der Nähe liegt, ist nicht überliefert.
Politik
Wappen
Das Wappen wurde am 8. Mai 1998 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 161 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.
Blasonierung: „In Silber geteilt; oben ein grüner Berg, auf dem rechts ein grüner Laubbaum und links ein grüner Nadelbaum steht; unten eine rote Klostermauer mit offener schwarzer Pforte, darin drei natürliche goldene Rosen pfahlweise.“
Das Wappen wurde von dem Restower Jens Kuhle gestaltet.
Sehenswürdigkeiten
→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Pudagla
- Schloss Pudagla ist eng mit der Geschichte der Region verbunden, sein Zustand dokumentiert die Höhen und Tiefen.
- Südlich des Ortes ist eine Bockwindmühle von 1779 zu besichtigen. Sie gehörte über 200 Jahre lang der Familie des Erwerbers, des Müllermeisters Jacob Schmidt; in Betrieb war sie bis 1937. 1996 war sie baufällig geworden und wurde für den symbolischen Preis von einer DM an die Gemeinde Pudagla verkauft. Diese hat sie restauriert; ein Förderverein hat, unterstützt durch regionale Sponsoren, ein kleines Museum eingerichtet. An festgelegten Tagen wird der Mahlvorgang für Touristen demonstriert.
- Wanderwege verlaufen zum Glaubensberg mit Aussichtspunkt über den Schmollensee, nach Osten auf eine Landzunge, die tief in den Schmollensee hineinragt, sowie nach Westen an eine kleine Badestelle am Achterwasser zum Teufelsstein; dies ist ein 22 Kubikmeter großer Findling im Wasser, der auch „Riesenstein“ genannt wird. Einer Sage nach sollen Riesen einst versucht haben, den Koloss auf das Kloster Pudagla zu schleudern; er fiel ihnen aber aus der Hand und landete an dieser Stelle.
- Ein Straußenpark liegt an der Straße nach Neppermin (Balmer See) einige Kilometer südlich von Pudagla. Er wurde am 20. August 2003 mit 34 Tieren eröffnet.
Literatur
- Dirk Schleinert: Die Geschichte der Insel Usedom. Hinstorff Verlag, Rostock 2005, ISBN 3-356-01081-6.
- Eduard Georg Heinrich Zietlow: Das Prämonstratenser-Kloster auf der Insel Usedom von seiner Gründung um das Jahr 1150 bis zu seiner Auflösung im Jahr 1535. Teil I, Anklam 1858 (Online); Teil II, Anklam 1859 (Online).
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
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