Wrangelsburg
Wappen | Deutschlandkarte | ||||||
---|---|---|---|---|---|---|---|
Wappen der Gemeinde Wrangelsburg |
|
dim= | globe= | name= | region=DE-MV | type=city
}} | |
Basisdaten | |||||||
Bundesland: | Mecklenburg-Vorpommern | ||||||
Landkreis: | Vorpommern-Greifswald | ||||||
Amt: | Züssow | ||||||
Höhe: | 24 m ü. NHN | ||||||
Fläche: | 14,99 km² | ||||||
Einwohner: | 201 (31. Dez. 2014)<ref name="Metadaten Einwohnerzahl DE-MV">Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2014 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).</ref> | ||||||
Bevölkerungsdichte: | 13 Einwohner je km² | ||||||
Postleitzahl: | 17495 | ||||||
Vorwahl: | 038355 | ||||||
Kfz-Kennzeichen: | VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG | ||||||
Gemeindeschlüssel: | 13 0 75 145 | ||||||
Adresse der Amtsverwaltung: | Dorfstraße 6 17495 Züssow | ||||||
Bürgermeister: | Andreas Juds | ||||||
Lage der Gemeinde Wrangelsburg im Landkreis Vorpommern-Greifswald | |||||||
<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden |
Wrangelsburg ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Die Gemeinde wird vom Amt Züssow mit Sitz in Züssow verwaltet. Die Gemeinde liegt südöstlich der Stadt Greifswald.
Inhaltsverzeichnis
Geografie und Verkehr
Wrangelsburg liegt ca. fünf Kilometer nordwestlich von Züssow und ca. 15 km südöstlich von Greifswald. Durch die Gemeinde verläuft die Bundesstraße 109. Ein Großteil des Gemeindegebietes ist bewaldet. Wrangelsburg ist die kleinste Gemeinde im Amt.
Ortsteile
- Gladrow
- Wrangelsburg
Geschichte
- Gladrow
Gladrow wurde 1369 als gladerow erstmals urkundlich genannt, es ist eine altslawische Ansiedlung.<ref name="MN">Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland. (= Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. S. 39</ref> Der Name bedeutet im Slawischen glatt, eben. Beleg dafür sind drei archäologisch nachgewiesene slawische Siedlungen.
Es ist ein Bauerndorf, das nur zeitweilig eine Domäne, diese aber an Pachtbauern vergeben war. Es bestand 1865 aus 4 größeren Bauernhöfen und einem abgelegenen Forsthof (Heidereüterhof), der zum Staatsforstamt Jägerhof gehörte. Gladrow gehörte zum Kirchspiel Hanshagen.
1767 hatte das Dorf 34 Einwohner, 1865 waren es bereits 104; es hatte 1 Schule, 15 Wohnhäuser und 29 Wirtschaftsbauten.<ref>Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. IV. Teils Band II, Anklam 1868, S. 368 u. 374.</ref>
Gladrow hatte am 31. Dezember 2014 59 Einwohner mit Hauptwohnung und 3 mit Nebenwohnung.<ref name="EW"/>
- Wrangelsburg
Wrangelsburg wurde erstmals 1345<ref>Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland. (= Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. S. 147.</ref> urkundlich als „Vorwerk“ erwähnt. In dieser Urkunde wurde als Besitzer Reimer Nienkerken erwähnt. Am 6. Dezember 1426 belehnten die Herzöge Wartislaw und Barnim den Roloff Nienkerken (Neuenkirchen) mit dem Dorf.<ref>Julius v. Bohlen: Geschichte des adlichen, freiherrlichen und gräflichen Geschlechts der Bohlen. Bd. 2: Urkundenbuch (Statt Handschrift gedruckt.), Stralsund 1859-1875. S. 17–18, No. 54.</ref> 1508 war Gerhard und 1603 Christoph Nienkerken, mit dem die Familie ausstarb. Im Dreißigjährigen Krieg starb die Familie Neuenkirchen mit Christoph von Neuenkirchen 1641 aus; das Lehen wurde 1649 zusammen mit den Gütern Groß Ernsthof und Spandowerhagen von der schwedischen Regierung an den Feldmarschall Hermann Wrangel gegeben, der es testamentarisch seinen Kindern dritter Ehe vermachte. Erst 1653 konnte der schwedische Generalgouverneur Carl Gustav Wrangel aus der ersten Ehe Hermann Wrangels diesen Grundbesitz gegen Güter in Livland eintauschen. Um die neuen Besitzverhältnisse zu manifestieren, änderte Carl Gustav Wrangel den Ortsnamen zunächst in Hohen Vorwerk, bevor seit dem 19. September 1653 Wrangelsburg verwendet wurde.<ref> Ivo Asmus: Das Testament des Grafen – Die pommerschen Besitzungen Carl Gustav Wrangels nach Tod, förmyndarräfst und Reduktion. In: Ivo Asmus, Heiko Droste, Jens E. Olesen (Hrsg.): Gemeinsame Bekannte: Schweden und Deutschland in der Frühen Neuzeit. (= Publikationen des Lehrstuhls für Nordische Geschichte. Bd. 4; zugl. Geschichte. Forschung und Wissenschaft. Bd. 2). LIT Verlag, Münster/Hamburg 2003, ISBN 3-8258-7150-9. S. 193–224, hier S. 204 f.</ref> Carl Gustav Wrangel ließ das wahrscheinlich von Christoph von Neuenkirchen um 1606 errichtete feste Haus von einem Renaissancegebäude in ein barockes Herrenhaus umbauen. Er vererbte das Schloss 1689 seinem noch vor Wrangels Tod verwitweten Schwiegersohn Leonard Johan Wittenberg; nach dem Tod von dessen kinderloser Tochter 1720 und ihrem Mann 1722 fiel Wrangelsburg mit Krebsow an die Familie Brahe, die über Carl Gustav Wrangels älteste Tochter erbberechtigt war.<ref> Ivo Asmus: Das Testament des Grafen – Die pommerschen Besitzungen Carl Gustav Wrangels nach Tod, förmyndarräfst und Reduktion. In: Ivo Asmus, Heiko Droste, Jens E. Olesen (Hrsg.): Gemeinsame Bekannte: Schweden und Deutschland in der Frühen Neuzeit. (= Publikationen des Lehrstuhls für Nordische Geschichte. Bd. 4; zugl. Geschichte. Forschung und Wissenschaft. Bd. 2). LIT Verlag, Münster/Hamburg 2003, ISBN 3-8258-7150-9, S. 222 f.</ref> Das Schloss verfiel im 18. Jahrhundert, da die damaligen Eigentümer (die Grafen Brahe, ab 1769 Graf Malte Friedrich von Putbus, ab 1773 die Familie v. Normann bis 1816) es nicht selbst bewohnten. Es wurde ab 1803 wegen Baufälligkeit abgerissen.
1816 ging das Gut an die Familie Laug, ab 1843 Ludwig Laug, der es 1862 an Johannes Carl Leopold von Homeyer (geadelt 1865) verkaufte. Erst 1880 wurde ein neues Herrenhaus, das heutige Schloss Wrangelsburg, errichtet. Bauherr war Johannes Carl Leopold von Homeyer.
1865 hatte der Ort 147 Einwohner in 22 Familien, 1 Schule, 14 Wohn- und 19 Wirtschaftsgebäude.<ref>Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen, IV. Teils Band II, Anklam 1868 S. 1120 u. 1131</ref> In den Besitz der Familie von Kameke kam das Gut 1929 durch Erbschaft. Die Familie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg enteignet und das Herrenhaus wurde von der sowjetischen Militärverwaltung übernommen.
Es wurde später eine Zeit lang als Körperbehindertenheim „Bethesda“ genutzt und später dann als Kinderheim bis 1996.
Der Schlosspark mit Schlosssee, dem Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges und der Steinriegel zum angrenzenden Waldgebiet sind in gutem Zustand. Im anschließenden Wald liegt der Friedhof der Gutsbesitzer. Der weiterführende Rad- und Wanderweg verläuft durch das Waldgebiet zum Großen und Kleinen Schwarzen See, sowie weiter zum Doppelburgwall Wrangelsburg/Jägerhof.
Bis 2012 wurde das Gebäude von der Gemeinde genutzt, die es 1999 gekauft hatte, um einem weiteren Verfall entgegenzuwirken. Seit dieser Zeit, wurde es immer wieder teilweise saniert. Und auch wenn es von außen noch in einem schlechten Zustand ist, so ist doch das 1. Stockwerk saniert und in einem guten Zustand. 2012 kaufte der EWE-Konzern das Schloss: EWE will das Schloss wieder bis 2017 so aufbauen, wie es etwa 1945 von der Familie Kameke verlassen werden musste.
<ref>Informationen zur Gemeinde auf www.vorpommern-sued.de</ref>
Wrangelsburg hatte am 31. Dezember 2014 141 Einwohner mit Hauptwohnung und 11 mit Nebenwohnung.<ref name="EW">Amt Züssow, Einwohner des Amtsbereiches Züssow, Stand: 31. Dezember 2014</ref>
Sehenswürdigkeiten
→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Wrangelsburg
- Schloss Wrangelsburg, um 1880 errichtet.
- Gutspark Wrangelsburg, englischer (Landschaftsgarten) am Schloss
- Burgwall „Wrangelsburg“, Große slawische Doppelburganlage im 2 km östlich gelegenen Wald in der Gemarkung Jägerhof
- Grabstätte v. Homeyer u. v. Kameke 20 m östlich vom Schlosssee
- Kriegerdenkmal Wrangelsburg im östlichen Parkteil
- Mausoleum der Familie Laug von 1842 auf dem Friedhof westlich vom Gutshof Wrangelsburg
- Papiermanufaktur mit Kursangeboten
- Einzige Holzdruckbuchstabenwerkstatt in Norddeutschland
- Wrangelsburg Herrenhaus 01.JPG
Schloss Wrangelsburg
- Wrangelsburg-Park-0611m-14.JPG
Schlosspark Wrangelsburg
- Wrangelsburg-Burgwall-0605t38.JPG
Burgwall Wrangelsburg
- Wrangelsburg-Grabstätte-0802p-034.JPG
Grabstätte v. Homeyer/v. Kameke Wrangelsburg
- Wrangelsburg-Kriegerdenkmal-0802p-041.JPG
Kriegerdenkmal Wrangelsburg
- Wrangelsburg Papiermanufaktur.JPG
Papiermanufaktur
Politik
Wappen
Das Wappen wurde am 6. September 2001 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 249 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.
Blasonierung: „In Blau eine schwebende, aus drei Quaderstein-Lagen gebildete goldene Mauer mit drei aus je zwei Quaderstein-Lagen gebildeten Zinnen.“
Das Wappen wurde von dem Greifswalder Ivo Asmus gestaltet.
Flagge
Die Flagge der Gemeinde Wrangelsburg zeigt auf blauem Tuch in der Mitte die goldene (gelbe) Figur des Gemeindewappens. Die Wappenfigur nimmt die Hälfte der Höhe und die Hälfte der Länge des Flaggentuchs ein. Die Länge des Flaggentuchs verhält sich zur Höhe wie 8:5.
Literatur
- Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstenthums Rügen. IV. Teils Band II, Anklam 1868 Google Books S. 1131 für Wrangelsburg (Kirchspiel Zarnekow)
Einzelnachweise
<references />
Weblinks
- Literatur über Wrangelsburg in der Landesbibliographie MV
- Gemeinde Wrangelsburg im Webauftritt von Amt-Züssow
- Informationen zur Gemeinde auf www.vorpommern-sued.de
Ahlbeck | Alt Tellin | Altwarp | Altwigshagen | Anklam | Bandelin | Bargischow | Behrenhoff | Bentzin | Benz | Bergholz | Blankensee | Blesewitz | Boldekow | Boock | Brietzig | Brünzow | Bugewitz | Buggenhagen | Butzow | Daberkow | Dargelin | Dargen | Dersekow | Diedrichshagen | Ducherow | Eggesin | Fahrenwalde | Ferdinandshof | Garz | Glasow | Görmin | Grambin | Grambow | Greifswald | Gribow | Groß Kiesow | Groß Luckow | Groß Polzin | Gützkow | Hammer a. d. Uecker | Hanshagen | Heinrichswalde | Heringsdorf | Hinrichshagen | Hintersee | Iven | Jarmen | Jatznick | Kamminke | Karlsburg | Karlshagen | Katzow | Kemnitz | Klein Bünzow | Koblentz | Korswandt | Koserow | Krackow | Krien | Kröslin | Kruckow | Krugsdorf | Krummin | Krusenfelde | Lassan | Leopoldshagen | Levenhagen | Liepgarten | Löcknitz | Loddin | Loissin | Loitz | Lubmin | Lübs | Luckow | Lühmannsdorf | Lütow | Medow | Meiersberg | Mellenthin | Mesekenhagen | Mölschow | Mönkebude | Murchin | Nadrensee | Neetzow-Liepen | Neu Boltenhagen | Neu Kosenow | Neuenkirchen (bei Anklam) | Neuenkirchen (bei Greifswald) | Nieden | Papendorf | Pasewalk | Peenemünde | Penkun | Plöwen | Polzow | Postlow | Pudagla | Ramin | Rankwitz | Rollwitz | Rossin | Rossow | Rothemühl | Rothenklempenow | Rubenow | Rubkow | Sarnow | Sassen-Trantow | Sauzin | Schmatzin | Schönwalde | Spantekow | Stolpe an der Peene | Stolpe auf Usedom | Strasburg (Uckermark) | Torgelow | Trassenheide | Tutow | Ückeritz | Ueckermünde | Usedom | Viereck | Vogelsang-Warsin | Völschow | Wackerow | Weitenhagen | Wilhelmsburg | Wolgast | Wrangelsburg | Wusterhusen | Zemitz | Zempin | Zerrenthin | Ziethen | Zinnowitz | Zirchow | Züssow