Rifampicin
Strukturformel | |||||||||||||||
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Strukturformel von Rifampicin | |||||||||||||||
Allgemeines | |||||||||||||||
Freiname | Rifampicin | ||||||||||||||
Andere Namen |
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Summenformel | C43H58N4O12 | ||||||||||||||
CAS-Nummer | 13292-46-1 | ||||||||||||||
PubChem | 5381226 | ||||||||||||||
ATC-Code | |||||||||||||||
DrugBank | DB01045 | ||||||||||||||
Kurzbeschreibung |
rotes bis oranges, kristallines Pulver (aus Aceton)<ref name="MERCK Index">The Merck Index: An Encyclopedia of Chemicals, Drugs, and Biologicals, 14. Auflage (Merck & Co., Inc.), Whitehouse Station, NJ, USA, 2009; ISBN 978-0-911910-00-1.</ref> | ||||||||||||||
Arzneistoffangaben | |||||||||||||||
Wirkstoffklasse | |||||||||||||||
Wirkmechanismus |
Hemmer der Transkription | ||||||||||||||
Eigenschaften | |||||||||||||||
Molare Masse | 822,94 g·mol−1 | ||||||||||||||
Schmelzpunkt |
183–188 °C (Zersetzung)<ref name="MERCK Index"/> | ||||||||||||||
pKs-Wert |
1,7<ref name="MERCK Index"/> | ||||||||||||||
Löslichkeit |
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Sicherheitshinweise | |||||||||||||||
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Toxikologische Daten | |||||||||||||||
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. |
Rifampicin ist ein bakterizides Antibiotikum aus der Gruppe der Ansamycine (Rifamycine), welches semisynthetisch aus Rifamycin B, isoliert aus Amycolatopsis rifamycinica,<ref name="PMID15280283" /> hergestellt wird.
Rifampicin wird vorwiegend bei Infektionen mit Mykobakterien, insbesondere bei Tuberkulose und Lepra, eingesetzt.<ref name="diagnosia" /> Auch bei der Therapie von Methicillin-resistenten Staphylokokken wird es angewandt. Außerdem wird es prophylaktisch bei Kontaktpersonen von Erkrankten an Meningokokken-Meningitis empfohlen.<ref name="diagnosia" /> Es wirkt zudem gegen Enterokokken und Legionella pneumophila und ist gut liquorgängig.
Inhaltsverzeichnis
Pharmakologie
Rifampicin hemmt die bakterielle DNA-abhängige RNA-Polymerase. So wird die Transkription der Bakterien spezifisch gehemmt.
Rifampicin wird meistens mit mindestens einem anderen wirksamen Antibiotikum kombiniert (etwa Isoniazid). Da es chemisch unterschiedlich von fast allen anderen Antibiotika ist, gibt es mit diesen Wirkstoffen keine Kreuzresistenz.
Nebenwirkungen und Kontraindikationen
Als wichtigste Nebenwirkung sind Leberschädigungen bekannt, eine regelmäßige Kontrolle der Leberwerte ist daher erforderlich, und Erkrankungen der Leber stellen eine Kontraindikation dar. Das Auftreten eines Red man syndrome wurde beschrieben.
Rifampicin führt bei Einnahme zu einer rot-orangen Färbung von Körperflüssigkeiten (Speichel, Urin, Tränen usw.).<ref name="diagnosia" />
Teratogenität ist bei Rifampicin im Tierversuch nachgewiesen worden, entsprechend gilt eine Schwangerschaft als Kontraindikation.<ref name="diagnosia" />
Wechselwirkung
Wie alle Medikamente, die eine Enzyminduktion der Leberzellen auslösen (z. B. Barbiturate, Hydantoin), vermindert auch Rifampicin die Wirkung oraler Kontrazeptiva („Antibabypille“). Weiterhin induziert es p-Glykoprotein, was für Arzneistoffe von Bedeutung ist, die Substrate desselben sind.<ref name="pharmZ" />
Handelsnamen
Eremfat (D, A), Rifa (D), Rimactan (A, CH), diverse Generika (D, CH)
Iso-Eremfat (D), Rifater (D, A, CH), Rifinah (D, CH), Rifoldin (A), Rimactazid (CH), Rimstar (CH), Tebesium Duo/ -Trio (D)<ref>Rote Liste Online, Stand: August 2009.</ref><ref>AM-Komp. d. Schweiz, Stand: August 2009.</ref><ref>AGES-PharmMed, Stand: August 2009.</ref>
Weblinks
- Arzneimittel-Kompendium der Schweiz: Rifampicin-Präparate
Einzelnachweise
<references> <ref name="diagnosia">Riemser Arzneimittel AG: RifampicinHefa-N 300mg. In: Webseite Diagnosia Internetservices GmbH. 23. Januar 2012, abgerufen am 23. Februar 2014. </ref> <ref name="pharmZ">Petra Zagermann-Muncke: Wenn Arzneistoffe Transportproteine beeinflussen. In: Pharmazeutische Zeitung online (Ausgabe 50/2006). 2006, abgerufen am 23. Februar 2014. </ref> <ref name="PMID15280283">S. Bala, R. Khanna u. a.: Reclassification of Amycolatopsis mediterranei DSM 46095 as Amycolatopsis rifamycinica sp. nov. In: International journal of systematic and evolutionary microbiology. Band 54, Nr. 4, Juli 2004, S. 1145–1149, doi:10.1099/ijs.0.02901-0. PMID 15280283.</ref> </references>
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