Cisco Systems
Cisco Systems, Inc. | |
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Cisco logo.svg | |
Rechtsform | Corporation |
ISIN | US17275R1023 |
Gründung | 1984 |
Sitz | San José (Kalifornien), USA |
Leitung | Chuck Robbins |
Mitarbeiter | 75.000 (2013)<ref name="gb2010">Unternehmensinformationen. Abgerufen am 16. Februar 2014 (deutsch). Cisco Systems, Inc.: </ref> |
Umsatz | 48,6 Mrd. $ (2013)<ref>Cisco, Form 10-K, Annual Report, Filing Date Sep 12, 2012. Abgerufen am 16. Februar 2014. </ref> |
Branche | Rechnernetze und Telekommunikation |
Website | www.cisco.com |
Cisco Systems, Inc. ist ein US-amerikanisches Unternehmen aus der Telekommunikationsbranche. Bekannt ist es vor allem für seine Router und Switches, die von einem wesentlichen Teil der Internet-Backbones genutzt werden.
Inhaltsverzeichnis
Geschichte
Cisco wurde im Dezember 1984 von einer Gruppe von Wissenschaftlern (vorrangig Leonard Bosack und Sandy Lerner) der Stanford University bei San Francisco gegründet. Ziel war es, die Vernetzung von Computern zu vereinfachen und sie effektiver zu nutzen. 1986 brachte Cisco seinen ersten Multiprotokoll-Router auf den Markt – eine Mischung aus Hardware und intelligenter Software, die sich bald als Standard für Networking-Plattformen auf dem Markt etablierte.
Durch den Internetboom Mitte der 1990er Jahre stieg der Aktienkurs vom Börsengang am 29. März 1990 splitbereinigt von $ 0,08 bis zum 30. März 2000 um 96.637 Prozent auf 77,31 Dollar.<ref>Information bei "Marketwatch"</ref> Damit war Cisco Systems mit einem Börsenwert von ca. 555 Mrd. $ kurzzeitig das teuerste Unternehmen der Welt.
Im Geschäftsjahr 2008 erwirtschaftete Cisco einen Rekordumsatz in Höhe von 39,5 Mrd. $, bei einem Gewinn von 8,1 Mrd. $. Seit dem 8. Juni 2009 ist Cisco am DJIA gelistet und somit in den wichtigsten Index der Welt aufgenommen. Cisco hat dabei den Platz von General Motors eingenommen.<ref>Der Aktionär Online: Cisco Systems: Willkommen im Dow Jones! (2. Juni 2009)</ref>
Traditionell nur bei IT-Abteilungen von Unternehmen bekannt, versuchte sich das Unternehmen im Endverbrauchermarkt zu etablieren. Ein wichtiger Schritt war dazu im Juni 2003 der Kauf des Unternehmens Linksys für 500 Mio. $ – einem führenden Hersteller für Heim-Netzwerktechnik. Die seitdem separat geführte Marke Linksys sollte in Zukunft zugunsten von Cisco aufgegeben werden, da sich Letztere im Endverbrauchermarkt gut etabliert habe.<ref>Meldung bei Heise zum Auslaufen der Marke Linksys</ref> 2013 verkaufte Cisco aber die Heimnetzwerksparte Linksys an Belkin International,<ref>Artikel von Heise vom 18. März 2013</ref> um sich auf Hardware und Software für Unternehmen zu konzentrieren.<ref>Artikel von Heise vom 25. Januar 2013</ref> Im Mai 2013 übernimmt das Unternehmen für 107 Millionen US-Dollar das Münchener Tech-Start-up JouleX. Deren Cloud basierende Energiemanagement Lösungen sollen dabei helfen den Energieverbrauch aller in einem Netzwerk betriebenen Geräte zu erfassen und zu reduzieren.<ref>Wie energieeffizient ist Ihr Netzwerk? In: joulex.net. JouleX GmbH, abgerufen am 10. August 2013. </ref>
Im Juli 2015 gab John Chambers nach 20 Jahren die Führung bei Cisco ab und übernahm den Vorsitz im Verwaltungsrat.<ref>http://www.heise.de/newsticker/meldung/Cisco-wechselt-nach-20-Jahren-Chef-aus-2632203.html</ref> Sein Nachfolger wurde Chuck Robbins.
Name und Logo
Der Name Cisco leitet sich von den beiden letzten Silben des Gründungsortes San Francisco ab. Das Firmenlogo zeigt in Form von blauen senkrechten Balken ein Kammspektrum eines periodischen Signals, das an die Form der Golden Gate Bridge erinnert.
Tochterunternehmen
Seit der Gründung hat Cisco Systems mittlerweile über 160 andere Unternehmen gekauft und integriert.<ref>Liste der Übernahmen durch Cisco, cisco.com</ref><ref>http://www.manager-magazin.de/koepfe/cisco-chef-john-chambers-geht-chuck-robbins-kommt-a-1032018.html</ref>
Produkte
Cisco bietet Lösungen für fast alle Bereiche des Netzwerkbetriebs an: Router, Switches (LAN, SAN), WLAN, Unified Communications, VoIP, Contact Center, Video, TelePresence, Netzwerkmanagement, Security (Firewall, Authentifizierung, Virtual Private Network).
Die Cisco-Router, die meisten Switches und Wireless Access Points arbeiten mit dem Betriebssystem Internetwork Operating System (IOS). Die Geräte sind durch das IOS flexibel konfigurierbar/anpassbar, dadurch erklärt sich höchstwahrscheinlich auch der große Erfolg der Cisco-Produkte. Früher kam auf den Switches der Catalyst-Serie das Betriebssystem CatOS zum Einsatz.
Aktuell ist es noch auf der Catalyst 4500-, 6500- bzw. 6500-E-Serie von Bedeutung und kann hier auf den Supervisor-Engines (SUP) sowohl exklusiv als auch im Hybrid-Modus zusammen mit einem IOS betrieben werden. In letzterem Fall wird eine Multi Switch Feature Card (MSFC) auf der SUP benötigt, auf der das IOS läuft. Das CatOS bietet weniger Features als das IOS, arbeitet aber dadurch auch stabiler, da es weniger Angriffspunkte bzw. mögliche Fehlerquellen hat. Für das Switching im Core-Bereich ist es ausreichend bzw. optimal, es wird aber aller Wahrscheinlichkeit komplett durch das IOS ersetzt werden.
Mit der PIX-Reihe bzw. aktuell ASA ist Cisco auch im Bereich Verschlüsselung und Sicherheit aktiv am Markt. Im Niedrigpreissegment werden auch die Produkte von Linksys verkauft. Mit den aufkommenden Anordnungen zur Überwachung des Datenverkehrs im Internet (2000/2001) begann Cisco, passende Lösungen für kleine und große Internet Service Provider zu entwickeln, um diesen Anforderungen gerecht zu werden.
Im Jahr 2007 hat Cisco das Unternehmen WebEx Communications übernommen.<ref>Cisco greift sich WebEx - für 3,2 Milliarden Dollar. In: Computerwoche. Abgerufen am 11. Mai 2014. </ref> WebEx wird seitdem als Tochtergesellschaft innerhalb des Konzerns weitergeführt, unter der Marke WebEx werden zahlreiche Software-Lösungen für die Zusammenarbeit in Unternehmen angeboten. WebEx Meetings gehört zu den bekanntesten Diensten für webbasierte Videokonferenzen.
Das Unternehmen soll für US-Geheimdienste Backdoors in seine Produkte integriert haben.<ref name="handelsblatt-2013-109-4">Sönke Iwersen, Ina Karabasz, Jens Koenen, Susanne Metzger: Ärger über einen Freund. In: Handelsblatt. Nr. 109, 11. Juni 2013, ISSN 0017-7296, S. 1, 4.</ref> Dies wird vom Unternehmen bestritten.<ref>Security Vulnerability Policy des Unternehmens</ref> Laut Unterlagen aus dem Archiv von Edward Snowden baut die National Security Agency gezielt Abhöreinrichtungen in Cisco-Produkte ein, die an bestimmte Zielobjekte geliefert werden. Dazu werden die Sendungen abgefangen, die Produkte an einem geheimen Ort verwanzt, neu verpackt und anschließend zum Zielobjekt verschickt.<ref name="greenwald-2014">Glenn Greenwald: Die globale Überwachung. 1 Auflage. Droemer, München 2014, ISBN 978-3-426-27635-8, S. 214 f..</ref>
Bekannte Unternehmensentwicklungen
- Internetwork Operating System (IOS), Betriebssystem der Cisco-Router und -Switches
- NSLU2, NAS-Gerät zum Anschluss von USB-Geräten
- WRT54G, Router von Linksys, quelloffener Firmware-Code
Protokolle und Standards:
- Enhanced Interior Gateway Routing Protocol (EIGRP), proprietäres Routing-Protokoll
- High-Level Data Link Control (Cisco-HDLC), proprietäre Variante des Sicherungsschicht-Protokolls
- Hot Standby Router Protocol (HSRP), Verfahren zur Steigerung der Verfügbarkeit von wichtigen Gateways in lokalen Netzen
- Inter-Switch Link Protocol (ISL), proprietäres VLAN-Protokoll
- Interior Gateway Routing Protocol (IGRP), proprietäres Distance-Vector-Routing-Protokoll
- Skinny Client Control Protocol (SCCP), proprietäres Protokoll für Telefonate und Konferenzen
Cisco Networking Academy
Cisco bietet ein umfangreiches Programm zur Ausbildung und Zertifizierung von Netzwerktechnikern und Systembetreuern.<ref>Cisco IT Certification and Career Paths. Archiviert vom Original am 3. Januar 2014, abgerufen am 24. März 2015. (englisch)</ref> Cisco Systems ist Sponsor einer Reihe von Zertifizierungen für IT-Fachleute bei seinen Produkten. Es gibt fünf Grade der Zertifizierung: Entry (CCENT), Associate (CCNA/ CCDA), Professional (CCNP/ CCDP), Expert (CCIE/ CCDE) und Architect und die acht unterschiedlichen Laufbahnen Routing&Switching, Design, Network Security, Service Provider, Service Provider operations, Storage Neworking, Voice, Datacenter und Wireless. Weiterhin gibt es zahlreiche Techniker-, Vertriebs- und Datacenterzertifizierungen. Ciso bietet auch die Ausbildung für diese Zertifikate über ein Portal an. Bildungseinrichtungen können zudem Mitglieder der „Cisco Networking Academy“ werden und Kurse anbieten. Cisco ist oft im Bereich der technischen Ausbildung involviert. Mit über 10.000 Partnern in über 65 Länder ist das Academy Programm weltweit aktiv.
Cisco in Deutschland
- Senior Vice President and President Cisco Europe: Chris Dedicoat
- Vice President Cisco Germany: Oliver Tuszik
- Mitarbeiter in Deutschland: 850
- Standorte in Deutschland: Hallbergmoos bei München, Berlin, Bonn, Hamburg, Düsseldorf, Eschborn bei Frankfurt, Stuttgart und Mannheim
(Stand: September 2011)
Spionage-Vorwürfe
Im Januar 2014 wurde von heise Security aufgedeckt, dass in Ciscos Routern sowie in Routern anderer US-amerikanischer Routerhersteller eine Backdoor eingebaut ist, die es sowohl dem Internetdienstanbieter als auch Dritten extern über das Internet erlaubt, sämtliche Konfigurationsdaten des Routers auszulesen und zu manipulieren, darunter unter anderem auch die Passwörter für den Administratorzugang des Routers, das WLAN, den DSL-Zugang, Proxy-Server und DynDNS-Dienste sowie Passwörter und Zertifikate für VPNs. Demnach wird das Auslesen und Manipulieren dieser Daten durch einen undokumentierten Dienst ermöglicht, der in die Router-Software integriert ist.<ref>Mysteriöse Router-Backdoor: Viele tausend Router in Deutschland haben eine Hintertür. heise.de, 10. Januar 2014, abgerufen am 22. April 2014. Jürgen Schmidt: </ref> Darüber hinaus sei es möglich, den gesamten Datenverkehr des Routers umzuleiten und vollständig zu überwachen. Als Reaktion darauf stellte unter anderem der Routerhersteller Netgear im April 2014 ein scheinbares Sicherheits-Update zur Verfügung, das die Backdoor angeblich schließen sollte.<ref>Netgear schließt Hintertür in Modemrouter DGN1000. heise.de, 7. April 2014, abgerufen am 22. April 2014. Fabian Scherschel: </ref> Der Reverse-Engineer Eloi Vanderbeken stellte in einer Analyse jedoch fest, dass die Backdoor nach wie vor vorhanden ist und sie mit dem angeblichen Sicherheits-Update nicht geschlossen, sondern lediglich besser versteckt und sogar ausgeweitet worden sei. Aus letzterem schlussfolgern Vanderbeken sowie heise Security und andere Sicherheitsforscher, dass die im Januar 2014 entdeckte Backdoor nicht nur bei Netgear, sondern auch bei Cisco und den anderen Routerhersteller keineswegs versehentlich, sondern absichtlich eingebaut wurde.<ref>Netgear-Update: Router-Backdoor nur versteckt? heise.de, 22. April 2014, abgerufen am 22. April 2014. Ronald Eikenberg: </ref><ref>Eloi Vanderbeken: Another backdoor in my router: when Christmas is NOT enough!, 18. April 2014, abgerufen am 22. April 2014.</ref>
Im Nachhinein wurde bekannt, dass einzelne Nutzer im Cisco-Supportforum bereits seit mindestens 2010 auf Anzeichen der Backdoor hingewiesen hatten, Cisco die Anfragen jedoch komplett ignorierte.<ref>Anfrage eines Nutzers bezüglich der Lücke im offiziellen Cisco-Supportforum. supportforums.cisco.com, 28. März 2010, abgerufen am 23. April 2014. User "DominikAu": </ref> Im französischsprachigen Netgear-Supportforum wurde sogar schon seit 2003 auf Anzeichen der identischen Backdoor in Netgear-Routern hingewiesen.<ref>Anfrage eines Nutzers bezüglich der Lücke im offiziellen Netgear-Supportforum. netgear-forum.com, 27. Dezember 2003, abgerufen am 23. April 2014. User "olivierh": </ref> Sicherheitsforscher gehen aufgrund einiger von Edward Snowden im Rahmen der Spionageaffäre 2013 veröffentlichter Geheimdienstdokumente davon aus, dass die versteckte Backdoor von Cisco und anderen Routerherstellern absichtlich eingebaut wurde, um den Sicherheitsbehörden jederzeit die vollständige Überwachung und den vollständigen Zugriff auf die Router zu ermöglichen.<ref>Router-Firmen reparierten Datenleck nur zum Schein. welt.de, 21. April 2014, abgerufen am 23. April 2014. Benedikt Fuest: </ref>
Rechtsstreitigkeiten
Im Jahr 2003 verklagte Cisco Huawei, die angeblich Cisco-Produkte kopierten.<ref>Cisco Systems verklagt Huawei Technologies. finanznachrichten.de, 23. Januar 2003, abgerufen am 21. Dezember 2009. </ref> Das beklagte Unternehmen lenkte ein und modifizierte die eigenen Produkte.<ref>Cisco zieht Klage gegen Huawei zurück. finanznachrichten.de, 24. Juli 2004, abgerufen am 21. Dezember 2009. </ref>
Am 11. Dezember 2008 reichte die Free Software Foundation Klage gegen Cisco wegen angeblicher Verstöße gegen die GNU General Public License und die GNU Lesser General Public License ein.<ref>Free Software Foundation Files Suit Against Cisco For GPL Violations. Free Software Foundation, 11. Dezember 2008, abgerufen am 21. Dezember 2009 (english). Brett Smith: </ref>
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
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