Werneuchen


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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Werneuchen
52.63305555555613.73305555555675Koordinaten: 52° 38′ N, 13° 44′ O{{#coordinates:52,633055555556|13,733055555556|primary
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Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Barnim
Höhe: 75 m ü. NHN
Fläche: 117 km²
Einwohner: 8197 (31. Dez. 2014)<ref name="Metadaten Einwohnerzahl DE-BB">Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2014 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).</ref>
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner je km²
Postleitzahl: 16356
Vorwahl: 033398
Kfz-Kennzeichen: BAR, BER, EW
Gemeindeschlüssel: 12 0 60 280
Stadtgliederung: Kernort + 7 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Markt 5
16356 Werneuchen
Webpräsenz: www.stadt-werneuchen.de
Bürgermeister: Burkhard Horn (Die Linke)
Lage der Stadt Werneuchen im Landkreis Barnim

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Werneuchen ist eine östlich von Berlin gelegene Stadt im Bundesland Brandenburg, Landkreis Barnim. Die nächsten Mittelzentren sind Bernau und Strausberg. Als Stadt im „engeren Verflechtungsraum“ gehört das Grundzentrum Werneuchen zur Europäischen Metropolregion Berlin/Brandenburg. Werneuchen liegt im Regionalpark Barnimer Feldmark. Das heutige Stadtgebiet ist identisch mit dem Gebiet des von 1992 bis 2003 existierenden Amtes Werneuchen.

Geographische Lage

Werneuchen liegt auf dem Barnim, einem Höhenzug zwischen Berlin und Eberswalde. Die Landschaft ist durch die letzte Eiszeit geprägt. Zeugnisse dieser Zeit sind das Naturschutzgebiet Weesower Luch und Seen wie der Haussee in Seefeld und der Gamensee. Das erweiterte Stadtgebiet grenzt im Norden an das Amt Biesenthal-Barnim, im Osten an die Ämter Falkenberg-Höhe und Barnim-Oderbruch, im Süden an die amtsfreie Stadt Altlandsberg und im Westen an die amtsfreie Gemeinde Ahrensfelde und die amtsfreie Stadt Bernau.

Stadtgliederung

Die Stadt gliedert sich nach der Hauptsatzung<ref name="Hauptsatzung"/> in die folgenden Ortsteile:

Außerdem sind noch folgende Wohnplätze ausgewiesen, von denen einige früher eigenständige Dörfer waren:<ref name="Dienstleistungsportal"/> Amselhain, Bahnhofssiedlung, Elisenhof, Löhme, Rudolfshöhe, Seefeld, Steinau, Stienitzaue, Werftpfuhl und Werneuchen-Ost

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden von Werneuchen sind:

Datei:Werneuchen - Rathaus.JPG
Rathaus von Werneuchen

Geschichte

Die ursprünglich wendische Siedlung Werneuchen wurde 1247 durch Unterschrift des Pfarrers Johann de Warnow als Zeuge auf zwei Urkunden erstmals erwähnt. Am 24. oder 25. April 1432 wurde die Stadt von einer hussitischen Truppe, die am 23. April vergeblich versucht hatte, Bernau zu erobern, völlig zerstört. Da die Stadt im Unterschied zu Bernau über keine starke Befestigung verfügte, hatten die Bewohner keine Verteidigung versucht, sondern waren geflohen. Während des Dreißigjährigen Krieges litt die Stadt sehr unter Plünderungen und brannte 1637 fast völlig ab. Im Mittelalter wurde die Stadt durch die Wröhe, eine freiwillige Gerichtsbarkeit der Bürger zur Regelung von Flurstreitigkeiten und -schäden, bekannt. Sie fand wöchentlich oder monatlich unter einer Linde auf dem Kirchplatz statt.

Obwohl seit 1375 mit Stadtrecht versehen, hatte der Ort nie überregionale Bedeutung. Theodor Fontane beschreibt ihn in den Wanderungen durch die Mark Brandenburg.

Durch den Bau der Eisenbahnverbindung Berlin-Wriezen, der Wriezener Bahn, deren Führung über Werneuchen durch einen lokalen Verein wesentlich gefördert wurde (Eröffnung 1898), verbesserte sich die Verkehrsanbindung Werneuchens erstmals erheblich. 1906 erhielt Werneuchen ein Elektrizitätswerk und elektrische Straßenbeleuchtung. Zwischen 1910 und 1930 entstand eine Reihe neuer Wohnsiedlungen wie Rudolfshöhe, Amselhain, Stienitzaue und Werneuchen-Ost. Unverändert ist die Regionalbahnverbindung mit Berlin eine wichtige Ergänzung der bei Ahrensfelde endenden Berliner S-Bahn. Dies führte jedoch weder zu einer großmaßstäblichen Industrialisierung, noch kam es zu einer auf Berlin bezogenen Suburbanisierung.

Ab 1937 gewann Werneuchen neue Bedeutung als Fliegerhorst der deutschen Luftwaffe (Jagdfliegerschule 1). Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Flugplatz Werneuchen als Militärflugplatz der sowjetischen Garnison erheblich ausgebaut und von der Westgruppe der Truppen der Sowjetarmee (GSSD/WGT) durch Frontbombenflieger-, Aufklärungsflieger- und Hubschrauberverbände<ref>Lutz Freundt (Hrsg), Stefan Büttner: Rote Plätze – Russische Militärflugplätze Deutschland 1945–1994, AeroLit, Berlin, 2007, ISBN 978-3-935525-11-4, S. 135–143 und 292–293.</ref> der 16. Luftarmee bis zu deren Abzug 1993 militärisch genutzt. Heute dient er als Sportflugplatz.

In Weesow befand sich nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum August 1945 das sowjetische Speziallager Nr. 7, ein Internierungslager, es wurde nach Sachsenhausen verlegt.

Nach der Wende wurde im Zuge der Ämterbildung im Land Brandenburg das Amt Werneuchen mit Sitz in Werneuchen gebildet. Der Minister des Innern des Landes Brandenburg erteilte seine Zustimmung zur Bildung des Amtes Werneuchen am 13. Juli 1992<ref name="Zustimmung"/>. Als Zeitpunkt des Zustandekommens des Amtes wurde der 31. Juli 1992 festgelegt. Das Amt bestand zunächst aus neun Gemeinden in den damaligen Kreisen Bernau und Bad Freienwalde: Hirschfelde, Krummensee, Löhme, Seefeld, Weesow, Willmersdorf, Schönfeld, Tiefensee und der Stadt Werneuchen. Am 31. Dezember 1998 wurde die Gemeinde Löhme in die Gemeinde Seefeld eingegliedert.<ref name="Löhme"/> Zum 31. Dezember 2001 wurde die Gemeinde Weesow in die Stadt Werneuchen eingegliedert<ref name="Weesow"/>. Am 26. Oktober 2003 wurden die Gemeinden Hirschfelde, Krummensee, Schönfeld, Seefeld, Tiefensee und Willmersdorf in die Stadt Werneuchen eingegliedert. Das Amt Werneuchen wurde aufgelöst, die Stadt Werneuchen ist amtsfrei<ref name="Gemeindereform"/>. Vier Ortsteile klagten vor dem Landesverfassungsgericht des Landes Brandenburg erfolglos gegen diese Entscheidung.

Politische Zugehörigkeit

Werneuchen gehörte bis zum 28. April 1950 zum Landkreis Oberbarnim, kam dann zunächst zum Landkreis Niederbarnim und am 25. Juli 1952 zum Kreis Bernau. Am 5. März 1993 wurde der heutige Landkreis Barnim geschaffen.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner
1875 1 426
1890 1 641
1910 1 980
1925 2 249
1933 2 887
1939 4 095
1946 4 218
1950 4 301
1964 3 908
1971 3 883
Jahr Einwohner
1981 3 474
1985 3 448
1989 3 306
1990 3 224
1991 3 180
1992 3 112
1993 3 120
1994 3 181
1995 3 206
1996 3 268
Jahr Einwohner
1997 3 338
1998 3 390
1999 3 459
2000 3 577
2001 3 841
2002 3 964
2003 7 578
2004 7 774
2005 7 799
2006 7 847
Jahr Einwohner
2007 7 902
2008 7 957
2009 7 943
2010 7 920
2011 7 908
2012 8 026
2013 8 096
2014 8 197

Gebietsstand des jeweiligen Jahres<ref>Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Barnim. S. 22–25</ref><ref>Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014</ref>, ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik

Stadtverordnete

In der Stadtverordnetenversammlung sind seit der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 folgende Parteien und Wählergruppen vertreten:

Wappen

Datei:Wappen der Stadt Werneuchen.svg
Wappen der Stadt Werneuchen

Das Wappen wurde am 10. August 2001 genehmigt.

Blasonierung: „Unter grünem Schildhaupt, belegt mit einem silbernen Doppelsturzsparren, in Silber auf grünem Boden eine grüne Linde.“<ref name="Wappen"/>

Die Linde im Wappen Werneuchens geht auf ein Siegel aus dem Jahr 1670 zurück. Als Baumart setzte sich im 19. Jahrhundert die Eiche durch. Im Jahr 2000 wurde durch das Landeshauptarchiv von Brandenburg das Führen des Wappens vorläufig untersagt, da ein einzelner Baum kein Unterscheidungsmerkmal zu anderen Wappen darstelle. Bis zur endgültigen Klärung führt die Stadt aus rechtlichen Gründen ein neu entworfenes Wappen.

Das heutige Wappen mit dem oben angefügten „Doppelsturzsparren“ in Silber auf grünem Grund, der in seiner Form an den Anfangsbuchstaben des Stadtnamens erinnert, entstammt der Gestaltung des Erfurter Heraldikers Frank Diemar.

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

In der Liste der Baudenkmale in Werneuchen und in der Liste der Bodendenkmale in Werneuchen stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Bauwerke

Datei:Werneuchen manor.jpg
Schloss in Werneuchen

Geschichtsdenkmale

Parks

Wirtschaft und Infrastruktur

Die ehemalige Ackerbürgerstadt Werneuchen ist im Gemeindegebiet noch stark von Land- und Forstwirtschaft geprägt. An der Grenze zu Märkisch-Oderland dominiert der Obstanbau. Die Stadt selbst verfügt über zahlreiche kleinere, vornehmlich handwerkliche Betriebe, aber auch größere Unternehmen beispielsweise der Nahrungsmittelindustrie (z.B. Zuegg AG). Sie hält gemeinsam mit der BBG Brandenburgische Boden GmbH mehrere Gewerbegebiete vor. Der ADAC betreibt in Werneuchen ein Fahrsicherheitszentrum. Im Norden, am Gamensee im Gamengrund stehen Naherholung, Freizeit und Tourismus im Vordergrund. Die romantische Landschaft lädt zum Wandern, Radfahren und Baden ein. Ein moderner Campingplatz in Tiefensee am Großen Gamensee bietet Übernachtungsmöglichkeiten.

Die Discounter-Firma Aldi-Nord ist mit einer ihrer Regionalniederlassungen im Werneuchener Ortsteil Seefeld ansässig, zuzüglich eines großflächigen Zentrallagers.

Öffentliche Einrichtungen

Die Stadtverwaltung Werneuchen beschäftigt mit nachgeordneten Einrichtungen ca. 80 Mitarbeiter.

Verkehr

Datei:Werftpfuhl Chausseehaus.jpg
Chausseehaus an der B 158 in Werftpfuhl (seit 2010 abgerissen)
Motorisierung in Werneuchen 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Zugelassene PKW (zum 1.1.)<ref> Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3</ref> 4 426 4 527 4 636 4 652 4 709 4 777 4 825
PKW je 1.000 Einwohner (31.12.Vj.) 560 569 584 587 595 595 596


Bildung

Für seine Einwohner hält Werneuchen folgende Bildungseinrichtungen vor:

Schulen

  • Grundschule Am Rosenpark
  • Gesamtschule Europaschule

Kitas

  • Kita „Sonnenschein“ Werneuchen
  • Kita Schönfeld
  • Kita „Wirbelwind“ Seefeld
  • Kita "Zwergenland" Löhme

Persönlichkeiten

Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen:

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="Zustimmung">Bildung der Ämter Ahrensfelde/Blumberg, Werneuchen, Groß Schönebeck (Schorfheide)-Land. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 13. Juli 1992. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nummer 54, 31. Juli 1992, S. 971/2.</ref> <ref name="Löhme">Eingliederung der Gemeinde Löhme in die Gemeinde Seefeld. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 22. Dezember 1998. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 10. Jahrgang, Nummer 5, 9. Februar 1999, S. 71.</ref> <ref name="Weesow">Eingliederung der Gemeinde Weesow in die Stadt Werneuchen Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 19. Dezember 2001. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 13. Jahrgang, Nummer 1, 4. Januar 2002, S. 6 PDF.</ref> <ref name="Dienstleistungsportal">Stadt Werneuchen auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung</ref> <ref name="Gemeindereform">Fünftes Gesetz zur landesweiten Gemeindegebietsreform betreffend die Landkreise Barnim, Märkisch-Oderland, Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Prignitz, Uckermark (5.GemGebRefGBbg) vom 24. März 2003 Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr. 5, S. 82, geändert durch Gesetz vom 1. Juli 2003 (Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr. 10, S. 187)</ref> <ref name="Hauptsatzung">Hauptsatzung der Stadt Werneuchen vom 18. November 2010 PDF</ref> <ref name="Wappen">Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg</ref> </references>

Weblinks

Commons Commons: Werneuchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien