Bundesautobahn 81


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Bundesautobahn 81 in Deutschland
Bundesautobahn
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Karte
Basisdaten
Betreiber: Bundesrepublik Deutschland
Gesamtlänge: 276 km

Bundesland:

Die Bundesautobahn 81 (Abkürzung: BAB 81) – Kurzform: Autobahn 81 (Abkürzung: A 81) – zweigt am Autobahndreieck Würzburg-West von der A 3 ab und führt in südliche Richtung bis in die Nähe der schweizerischen Grenze. Das Teilstück von Stuttgart nach Singen wird häufig Bodenseeautobahn genannt. Die A 81 ist in ihrer gesamten Länge ein Teilstück der E 41 Dortmund–Altdorf (CH).

Verlauf

Abschnitt Würzburg–Heilbronn/Kreuz Weinsberg

Im Norden beginnt die A 81 am Autobahndreieck Würzburg-West, das als unvollständiges Malteserkreuz ausgeführt ist (an dieser Stelle war ursprünglich ein Autobahnkreuz und Verlängerung der A 81 für die Nordumgehung Würzburgs zur A 7 geplant). Das Teilstück bis zum Kreuz Weinsberg bei Heilbronn ist vierstreifig ausgebaut. Lediglich die Aufstiege im Taubertal sind sechsstreifig. Diese Autobahn war in den 1930er Jahren geplant worden, wurde aber erst in der ersten Hälfte der 1970er Jahre verwirklicht. Die Strecke führt über zahlreiche hohe Talbrücken. Die höchste Brücke in diesem Abschnitt ist die Jagsttalbrücke. Zwischen Neuenstadt und dem Autobahnkreuz Weinsberg führt die A 81 durch den Tunnel Hölzern, dessen Röhren 462 und 470 Meter lang sind.

Der wenig befahrene Streckenabschnitt zwischen Würzburg und dem Kreuz Weinsberg wird auch für Testfahrten getarnter „Erlkönige“ der in der Nähe angesiedelten Automobilhersteller Porsche, Mercedes-Benz und Audi bzw. deren Ableger Mercedes-AMG und quattro GmbH genutzt. Dieser Abschnitt führt in das Autobahnkreuz Weinsberg, das aus verkehrlichen und historischen Gründen als Kleeblatt mit Tangentenlösungen ausgeführt ist. Die Eckverbindung Mannheim–Stuttgart ist das älteste Teilstück und war lange Zeit die verkehrlich wichtigste Relation. Deshalb wurde es zunächst als Direktführung gebaut. Die anderen Äste wurden später "angehängt". Heute ist insbesondere durch den vielen Lkw-Verkehr seit der Grenzöffnung zum Osten die Relation Nürnberg–Mannheim mindestens eben so bedeutend.

Datei:Engelbergtunnel 2005.jpg
KZ-Mahnmal am alten Südportal des Engelbergtunnels

Abschnitt Heilbronn–Stuttgart

Zwischen der Anschlussstelle Weinsberg und dem Dreieck Leonberg ist die Strecke schon 1938 und 1940 als Reichsautobahn-Strecke 39 fertiggestellt worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Weiterführung Richtung Mannheim gebaut. Die A 81 ist im Bereich zwischen Stuttgart und Heilbronn dem Verkehrsaufkommen entsprechend schon in den 1970er Jahren sechsstreifig ausgebaut worden. Ausnahmen waren hierbei der Abschnitt Stuttgart-Feuerbach – Autobahndreieck Leonberg mitsamt dem alten Engelbergtunnel, dessen sechsstreifiger Ausbau mit dem neuen Engelberg-Basistunnel erst in den 1990er Jahren beendet wurde. Ebenso das bis in die 1980er Jahre in Nordrichtung ebenfalls nur vierstreifig ausgebaute Teilstück von der Anschlussstelle Heilbronn-Untergruppenbach (ausschließlich) bis zum Autobahnkreuz Weinsberg.

Im Rahmen des Ausbaus wurde ein rund 1,5 Kilometer langes Teilstück zwischen Ilsfeld und Mundelsheim verlegt. Die noch vorhandenen – in den 1950er Jahren nach Reichsautobahn-Standard verlegten Betonplatten – wurden 2003 entfernt und die alte Trasse für 600.000 Euro renaturiert. Eine Initiative von Hobbyforschern, die auf einen Verzicht des teuren Abbaus drängte, um den ehemaligen Abschnitt als Denkmal zu erhalten, verlief erfolglos.<ref>Hans Georg Frank: Hobbyforscher kämpft um den letzten Originalabschnitt der Reichsautobahn. In: Südwest Presse vom 23. April 2003</ref> Der alte Verlauf ist noch als Schneise in der Natur erkennbar, teilweise mit einem Feldweg genutzt.

Südlich der Anschlussstelle Pleidelsheim gilt ein Tempolimit 120 km/h, da hier der Verkehr insbesondere durch Pendler im Großraum Stuttgart besonders dicht ist. Deshalb wurde der Seitenstreifen von der Ausfahrt Ludwigsburg-Nord bis zur Ausfahrt Ludwigsburg-Süd für den Verkehr freigegeben, so dass die Autobahn in diesem Bereich in Fahrtrichtung Süden vier nutzbare Fahrbahnen hat.

Außer der Neckarbrücke bei Pleidelsheim gibt es keine bemerkenswerten Brücken der A 81 zwischen Heilbronn und Stuttgart, allerdings sind einige Überführungen architektonisch interessant.

Bereich um Stuttgart

Der ehemalige Engpass Engelbergtunnel (zwei zweistreifige Tunnel mit steilen Anfahrten) bei Leonberg wurde 1999 durch einen für ca. 700 Millionen DM neu gebauten etwa 3 km langen jeweils dreistreifigen Basistunnel beseitigt. Insbesondere der Lkw-Verkehr profitiert davon, da die Fahrzeuge den Berg teilweise mit 20 bis 40 km/h hinauf kriechen mussten. Dadurch sank die Kapazität deutlich unter den Wert einer normalen zweistreifigen Strecke, was auch im Pkw-Verkehr zuletzt nahezu ganztägig zu langen Staus führte.

Datei:Werk Sindelfingen aerial.jpg
Daimler-Werk Sindelfingen an der A 81
Datei:Autobahnen um Stuttgart Planung Durchführung.png
Vergleich des geplanten Streckennetzes der Autobahnen um Stuttgart mit der letztendlichen Durchführung

Ursprünglich war geplant, die A 81 von Leonberg aus vorbei an Renningen und Magstadt bis Gärtringen weiterzubauen. Nach langjährigen Kontroversen des Landes und der Anliegergemeinden wurde diese Planung jedoch aufgegeben.<ref>http://www.autobahn-online.de/ehem/a81.html</ref> Stattdessen führt der Weg nun mit einem kleinen Umweg über die A 8 zum Kreuz Stuttgart. Dieser Streckenabschnitt, auf dem zwei Autobahnen mit hohem Verkehrsaufkommen über dieselbe Strecke geführt werden, ist durch die notwendigen Fahrstreifenwechsel und eine längere Steigung trotz vier Fahrstreifen bergwärts Richtung Kreuz Stuttgart fast immer an der Grenze seiner Aufnahmekapazität.

Ab dem Kreuz Stuttgart führt die 1978 fertiggestellte Fortsetzung der Stadtautobahn A 831 als A 81 über Sindelfingen/Böblingen nach Gärtringen. Dort erinnert eine Autobahnabfahrt nach links (bei nördlicher Fahrtrichtung) an das einst geplante Vorhaben, ein Autobahnkreuz zu errichten. Alle für dieses Autobahnkreuz nötigen Brücken und Rampen wurden schon in den 1970er Jahren erbaut. Von diesem Autobahnkreuz sollte nach Nordosten die A 831 nach Stuttgart, nach Süden die A 81 zum Bodensee, nach Norden die A 81 nach Leonberg und nach Südwesten eine Autobahn oder Schnellstraße nach Nagold verzweigen.

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Besonderheit auf der A 81: Autobahnausfahrt nach links. Seit 2013 gibt es eine zusätzliche Abbiegespur an dieser Stelle.

Auf den Bau der beiden letztgenannten Autobahnen wurde jedoch verzichtet. Auf den Rampen nach Südwesten wurde bereits beim Bau ein Anschluss zur Bundesstraße 14 errichtet, auf den Rampen nach Norden in den 1990er Jahren ein weiterer Anschluss an das Straßennetz. Die kuriose Links-Ausfahrt kam dadurch zustande, dass die für die durchgehende Nord-Süd-Autobahn vorgesehene Trasse stattdessen als Anschlussrampe benutzt wird, und umgekehrt die als nachrangig geplante, aber zuvor als ausgebaute B14 realisierte A 831 die Funktion der A 81 übernahm.

Abschnitt südlich von Stuttgart/„Bodenseeautobahn“ nach Singen

Ab Stuttgart ist die A 81 in südlicher Richtung mit dem Fernziel Singen beschildert. Sie wurde früher bei der Planung amtlich und wird heute immer noch bei der Bevölkerung als „Bodensee-Autobahn“ bezeichnet, da über sie schnell das bedeutende Reiseziel Bodensee, kurz hinter Singen, erreicht werden kann.

Datei:Schönbuchtunnel (bei Herrenberg).png
Südportal des Schönbuchtunnels (in Richtung Stuttgart)

In südlicher Richtung unterquert die A 81 zwischen Gärtringen und der Anschlussstelle Herrenberg den Schönbuch durch den Schönbuchtunnel. Im weiteren Verlauf führt sie über Rottweil und Villingen-Schwenningen bis zum Autobahnkreuz Hegau bei Singen (Hohentwiel) und weiter bis Gottmadingen/Hilzingen. In diesem Abschnitt gibt es zahlreiche bemerkenswerte Brücken, wie die 127 Meter hohe Neckartalbrücke bei Horb am Neckar. Auf dem letzten Stück Richtung Schweiz hat man oft weite Sichtachsen und Sicht auf die erloschenen Hegau-Vulkane.

Derzeit endet die A 81 an der Anschlussstelle Gottmadingen an einem Kreisverkehr. Die Weiterführung zum Grenzübergang Bietingen/Thayngen erfolgt über die B 34, die als Tunnel mitten unter Bietingen hindurch an die Schweizer A4 anschließt.

Besonderheiten

Zwischen den Anschlussstellen Osterburken und Möckmühl (nördlich von Heilbronn, Länge: 3000 m) 49° 22′ N, 9° 26′ O49.3686111111119.4386111111111{{#coordinates:49,368611111111|9,4386111111111|

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   |name=Autobahn-Behelfslandplatz A81 Osterburken – Möckmühl
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  }} und zwischen den Anschlussstellen Oberndorf und Rottweil (Länge: 3000 m) 48° 15′ N, 8° 39′ O48.2538888888898.6430555555556{{#coordinates:48,253888888889|8,6430555555556|
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   |name=Autobahn-Behelfslandplatz A81 Oberndorf – Rottweil
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  }} (aufgesetzte Betonleitplanken) waren Autobahn-Behelfsflugplätze eingerichtet.

In der Nähe von Engen befindet sich der dritthöchste Autobahnpunkt Deutschlands mit 782 m über NN. An der Autobahn bei Engen ist die Autobahnkapelle im Hegau gelegen.

Die Kilometrierung der A 81 bezieht sich auf die Entfernung zum Autobahndreieck Potsdam am Berliner Ring. Für die genaue Kilometrierung wurde die Entfernung des Weinsberger Kreuzes vom Autobahndreieck Potsdam über die A 9 und A 6 festgesetzt und davon ausgehend die Kilometrierung nach Süden fortgesetzt und nach Norden rückwärts weitergeführt.<ref>Informationen auf autobahn-online.de</ref>

Planungsgeschichte

In der Weimarer Republik war im Plan zum sogenannten „Spitzennetz“ die Linie Eberbach – Heilbronn – Stuttgart – Tübingen – Hechingen – Donaueschingen – TengenSingenStein am Rhein (Schweiz) mit einem Abzweig bei Thayngen über Schaffhausen nach Zürich in der 2. Ausbaustufe vorgesehen. Eine direkte Verbindung von Würzburg nach Heilbronn fehlte ebenso wie eine von Stuttgart über Herrenberg, Nagold, Horb am Neckar, Sulz am Neckar, Oberndorf am Neckar, Rottweil, Engen nach Singen führende Trasse.<ref>Vorentwurf zu einem Kraftwagenstraßennetz Deutschlands – Spitzennetz</ref>

In den Netzplänen der Nationalsozialisten findet sich bereits 1935 die Autobahnverbindung Bad HersfeldFulda – Würzburg – Heilbronn – Stuttgart.<ref>Reichsautobahnen 1935. Abgerufen am 30. November 2014 (Bilddatei).</ref><ref>Netzkarte der Reichsautobahnen, Stand 31. Dezember 1935. Abgerufen am 15. November 2014 (Karte).</ref> Ab 1938 kam die Verbindung Stuttgart – Donaueschingen – schweizerische Grenze (Schaffhausen) hinzu. Der Streckenzug erhielt die interne Nummer 25. 1941 wurde die Linienführung des Abschnitts Stuttgart – Donaueschingen dahingehend modifiziert, dass die Strecke nicht mehr über den Raum Horb/Neckar, sondern über Freudenstadt verlaufen sollte.<ref>Netzkarte der Reichsautobahnen 1938. Abgerufen am 31. März 2013 (Karte).</ref><ref>Autobahn-Übersichtskarte, Stand 1940. Abgerufen am 31. März 2013 (Karte).</ref><ref>Autobahn-Übersichtskarte, Stand 1. Januar 1941. Abgerufen am 13. November 2014 (Karte).</ref><ref>Autobahn-Übersichtskarte, Stand 1. Mai 1941. Abgerufen am 13. November 2014 (Karte).</ref>

Der Ausbauplan für die Bundesfernstraßen des Gesetzes vom 27. Juli 1957<ref>Bundesgesetzblatt, Jg. 1957, Teil I, S. 1189</ref> sah den Bau einer Bundesautobahn zwischen Bad Hersfeld, Fulda, Würzburg und Heilbronn in der 3. Ausbaustufe vor. Südlich von Stuttgart wurde die Planung einer Autobahn zunächst nicht aufgenommen. Hingegen waren die B 14 Stuttgart – Herrenberg, die B 27 Stuttgart – Tübingen – Rottweil – Donaueschingen – Schaffhausen, die B 31 Donaueschingen – Engen und die B 33 Engen – Konstanz in das „Blaue Netz“ der neu oder auszubauenden Bundesstraßen aufgenommen. Bemerkenswert ist, dass die entlang der späteren Trasse der A 81 unmittelbar führenden Bundesstraßen nur teilweise im Blauen Netz berücksichtigt wurden. So fehlten die B 14 Herrenberg – Rottweil – Tuttlingen ebenso wie die B 295/B 296 Leonberg – Calw – Herrenberg.<ref>Ausbauplan für die Bundesfernstraßen. Aufgestellt vom Bundesminister für Verkehr. Bundesdruckerei, Bonn 1957, Anlage 1</ref>

Der Ausbauplan des Jahres 1957 wurde jedoch alsbald durch die wachsende Motorisierung und das tatsächliche Verkehrsbedürfnis überholt. Bereits in den 1960er Jahren wurde daher die Weiterführung der Autobahn Bad Hersfeld – Fulda – Würzburg – Heilbronn – Stuttgart weiter nach Donaueschingen – Singen – Rielasingen-Worblingen (Bundesgrenze D/CH) mit direkter Anbindung an das Dreieck Leonberg projektiert.<ref>Bundestagsdrucksache VI/2105, S. 12 bis 18 (Anlage 2, Netz der Bundesautobahnen mit Stand von April 1962, 31. Dezember 1963, 1. Januar 1965, 31. Dezember 1965, 31. Dezember 1966, 31. Dezember 1967, 31. Dezember 1968, 31. Dezember 1969)</ref><ref>ADAC Reisekarte Deutschland westlicher und mittlerer Teil 1:1000000 - Jahresausgabe des ADAC an seine Mitglieder 1966</ref> Im Raum Singen wurde die Führung der Autobahn 1969 modifiziert: die Strecke sollte nun nach Konstanz geführt werden. Zudem wurde die Trassierung der Autobahn Lörrach – Rosenheim angepasst: war bis 1968 noch die nördliche Umgehung des schweizerischen Staatsgebietes von Schaffhausen ins Auge gefasst worden, sollte die Linie ab 1969 nach Gottmadingen verlaufen.<ref>Bundestagsdrucksache VI/2105, S. 12 und 13 (Anlage 2, Netz der Bundesautobahnen mit Stand vom 31. Dezember 1968, 31. Dezember 1969)</ref> Ab 1970 wurde im Raum Leonberg nicht mehr die Anknüpfung an das bestehende Autobahndreieck, sondern die Verlegung der Bundesautobahn ab Stuttgart-Zuffenhausen auf eine westlich Leonberg gelegene Trasse ins Auge gefasst.<ref>Bundestagsdrucksache VI/2105, S. 11 (Anlage 2, Netz der Bundesautobahnen mit Stand vom 1. Oktober 1970)</ref> Der Bedarfsplan des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 vom 30. Juni 1971<ref>Bundesgesetzblatt Jg. 1971, Teil I, S. 873</ref> enthielt daher folgende Teilprojekte der intern als „Autobahn 23“ bezeichneten Strecke Eisenach – Bad Hersfeld – Fulda – Würzburg – Heilbronn – Stuttgart – Konstanz, wobei die beiden zuerst genannten Abschnitte später nicht in den Streckenzug der A 81 aufgenommen wurden:

  • innerdeutsche Grenze bei Eisenach – Bad Hersfeld (fertiggestellt, heute A 4)
  • Bad Hersfeld – Kirchheim – Fulda – nördlich Würzburg (fertiggestellt, heute A 7)
  • nördlich Würzburg (Dreieck mit der intern als „Autobahn 24“ bezeichneten und heute als A 7 gewidmeten Strecke Würzburg – Ulm – Füssen) – westlich Würzburg (Kreuz mit der intern als „Autobahn 15“ bezeichneten und heute als A 3 gewidmeten Strecke Frankfurt am Main – Nürnberg) (vierstreifig, Dringlichkeitsstufe III)
  • westlich Würzburg (Kreuz mit der A 3) – Heilbronn (Kreuz mit der intern als „Autobahn 20“ bezeichneten und heute als A 6 gewidmeten Strecke Mannheim – Nürnberg) (vierstreifig, laufendes Vorhaben)
  • Heilbronn (Kreuz mit der A 6) – Mundelsheim (Kreuz mit der intern als „Autobahn 13“ bezeichneten und später als A 45 geplanten Strecke Aschaffenburg – Kirchheim/Teck) – Stuttgart-Zuffenhausen (Kreuz mit der Bundesstraße 10, später Bundesautobahn 80) (vierstreifig fertiggestellt, sechsstreifiger Ausbau zwischen Weinsberg/Ellhofen und Stuttgart-Zuffenhausen in Dringlichkeitsstufe I)
  • Stuttgart-Zuffenhausen – westlich Ditzingen (Kreuz mit der intern als „Autobahn 76“ bezeichneten und später als A 82 geplanten Strecke Trier – Kaiserslautern – Pirmasens – Ettlingen – Pforzheim – Stuttgart) – westlich Leonberg (Kreuz mit der intern als „Autobahn 21“ bezeichneten und heute als A 8 gewidmeten Strecke Karlsruhe – Stuttgart – München) – westlich Renningen – Weil der Stadt – Grafenau (Kreuz mit der B 464) – Aidlingen – Ehningen – Gärtringen (Kreuz mit der B 14 Stuttgart – Herrenberg) (vierstreifig, Dringlichkeitsstufe I)
  • Gärtringen (Kreuz mit der B 14) – Rottenburg am Neckar (Kreuz mit der B 28n, später A 84) – Villingen-Schwenningen (Kreuz mit der B 27, später A 83) – Bad Dürrheim (Kreuz mit der intern als „Autobahn 84“ bezeichneten und später als A 86 geplanten sowie schließlich als A 864 teilweise realisierten Strecke Freiburg im Breisgau – Ulm) – Singen (Kreuz mit der intern als „Autobahn 22“ bezeichneten und später als A 98 geplanten sowie schließlich als A 98/A 81 teilweise realisierten Strecke Lörrach – Rosenheim) – Allensbach (vierstreifig, laufendes Vorhaben)
  • Allensbach – Konstanz (Bundesgrenze D/CH) (vierstreifig, Dringlichkeitsstufe I)

Auch ursprünglich nicht für die Streckenführung der A 81 vorgesehene, jedoch später als A 81 gewidmete Streckenzüge fanden sich im Bedarfsplan des Jahres 1971. Es handelte sich um:

Mit der Neustrukturierung des Netzes der Bundesautobahnen, die mit Wirkung ab 1. Januar 1975 eingeführt wurde, erhielt der gesamte Streckenzug Würzburg-Nord – Heilbronn – Stuttgart – Konstanz die einheitliche Bezeichnung „Bundesautobahn 81“. Im Raum Stuttgart wurde die Verlegung der A 81 westlich Ditzingen und Leonberg wieder verworfen und eine direkte Anbindung am Dreieck Leonberg angestrebt.<ref>Struktur und Numerierung der Bundesautobahnen. Vorgesehenes Gesamtnetz. Bundesminister für Verkehr Abt. Straßenbau, 15. Juni 1974, abgerufen am 18. September 2013 (Kartenausschnitt).</ref>

In der Netzkarte der Bundesregierung vom 1. Januar 1976 war die Bundesautobahn 81 unverändert enthalten.<ref>Netz der Bundesautobahnen und Bundesstraßen. Stand 1. Januar 1976. Bundesminister für Verkehr Abt. Straßenbau, abgerufen am 31. März 2013 (Kartenausschnitt).</ref><ref>Netz der Bundesautobahnen und Bundesstraßen. Stand 1. Januar 1976. Bundesminister für Verkehr Abt. Straßenbau, abgerufen am 31. März 2013 (Kartenausschnitt).</ref><ref>Netz der Bundesautobahnen und Bundesstraßen. Stand 1. Januar 1976. Bundesminister für Verkehr Abt. Straßenbau, abgerufen am 31. März 2013 (Kartenausschnitt).</ref>

Im Bedarfsplan des Gesetzes zur Änderung des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 vom 5. August 1976<ref>Bundesgesetzblatt Jg. 1976, Teil I, S. 2093</ref> war die Bundesautobahn 81 zwar unverändert im Trassenverlauf enthalten, doch änderte sich die Dringlichkeit einzelner, noch nicht realisierter Teilprojekte. Es ergab sich folgendes Bild:

  • nördlich Würzburg (Dreieck mit der A 7) – westlich Würzburg (Kreuz mit der A 3) (vierstreifig, möglicher weiterer Bedarf)
  • westlich Würzburg (Kreuz mit der A 3) – Heilbronn (Kreuz mit der A 6) (vierstreifig, fertiggestellt)
  • Heilbronn (Kreuz mit der A 6) – Mundelsheim (Kreuz mit der A 45) – Stuttgart-Zuffenhausen (Kreuz mit der A 80) – Leonberg (Kreuz mit der A 8) (sechsstreifig zwischen Kreuz Weinheim und Heilbronn/Untergruppenbach fertiggestellt, sechsstreifiger Ausbau zwischen Heilbronn/Untergruppenbach und Kreuz Leonberg in Dringlichkeitsstufe Ia)
  • Leonberg (Kreuz mit der A 8) – westlich Renningen – Weil der Stadt – Grafenau (Kreuz mit der B 464) (vierstreifig in Dringlichkeitsstufe Ia)
  • Grafenau (Kreuz mit der B 464) – Aidlingen – Ehningen – Gärtringen (Kreuz mit der B 14 Stuttgart – Herrenberg) (vierstreifig, Dringlichkeitsstufe Ib)
  • Gärtringen (Kreuz mit der B 14) – Rottenburg am Neckar (Kreuz mit der A 84) – Villingen-Schwenningen (Kreuz mit der A 83) (vierstreifig, laufendes Vorhaben)
  • Villingen-Schwenningen (Kreuz mit der A 84) – Bad Dürrheim (Kreuz mit der A 86) – Singen (Kreuz mit der A 98) (vierstreifig unter Verkehr)
  • Singen (Kreuz mit der A 98) – westlich Allensbach (vierstreifig, 1. Fahrbahn in Dringlichkeitsstufe Ia, 2. Fahrbahn in Dringlichkeitsstufe Ib)
  • OU Allensbach (vierstreifig, Dringlichkeitsstufe Ib)
  • östlich Allensbach – Konstanz (Bundesgrenze D/CH) (vierstreifig, Dringlichkeitsstufe Ia)

Auch ursprünglich nicht für die Streckenführung der A 81 vorgesehene, jedoch später als A 81 gewidmete Streckenzüge fanden sich im Bedarfsplan des Jahres 1976. Es handelte sich um:

  • B 14: Stuttgart-Vaihingen (Kreuz mit der A 8) – Sindelfingen-Ost (sechsstreifig unter Verkehr)
  • B 14: Sindelfingen-Ost – Böblingen/Hulb (Kreuz mit der B 464) – Ehningen (vierstreifig unter Verkehr)
  • B 14: Ehningen – Gärtringen (Kreuz mit der A 81) (vierstreifig, laufendes Vorhaben)
  • A 98: Kreuz Hegau – Singen (vierstreifig unter Verkehr)
  • A 98: Singen – Hilzingen (vierstreifig, möglicher weiterer Bedarf)
  • A 98: Hilzingen – Gottmadingen (vierstreifig, 1. Fahrbahn in Dringlichkeitsstufe Ia, 2. Fahrbahn als möglicher weiterer Bedarf)
  • A 98: Gottmadingen – Bundesgrenze D/CH (vierstreifig, möglicher weiterer Bedarf)

1978 kam es zu einer ersten Änderung: Der Bau des Streckenabschnittes zwischen dem Kreuz Hegau bei Singen und Konstanz wurde nicht mehr als Teilstück der A 81 geführt, sondern erhielt eine eigenständige Bezeichnung als Bundesautobahn 881.<ref>Unterrichtung durch die Bundesregierung: Straßenbaubericht 1978. Bundestag, 8. Wahlperiode, Bundestagsdrucksache 8/3116, 15. August 1979, S. 20</ref><ref>Unterrichtung durch die Bundesregierung: Straßenbaubericht 1979. Bundestag, 8. Wahlperiode, Bundestagsdrucksache 8/4129, 27. Mai 1980, S. 20</ref> Die Gesamtlänge der Strecke wurde mit 29,8 Kilometer angegeben, von denen bereits ein 1,3 Kilometer langer Abschnitt im Bau war. Die Gesamtkosten waren mit 291,5 Millionen DM beziffert. Ab 1980 wurde das Vorhaben unter der Bezeichnung "Bundesstraße 33" weiter betrieben.<ref>Unterrichtung durch die Bundesregierung: Straßenbaubericht 1980. Bundestag, 9. Wahlperiode, Bundestagsdrucksache 9/812, 15. September 1981, S. 27</ref>

Das Zweite Gesetz zur Änderung des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 vom 25. August 1980<ref>Bundesgesetzblatt Jg. 1980, Teil I, S. 1614</ref> brachte mehrere Änderungen für den geplanten Trassenverlauf der A 81. Die Verbindung Würzburg-Nord (A 7) – Würzburg-West (A 3) war ersatzlos entfallen. Ebenso wurde die Eckverbindung Leonberg (Kreuz mit der A 8) – Gärtringen gestrichen. Dennoch wurde der Abschnitt Stuttgart-Vaihingen – Gärtringen zunächst unter der Widmung als A 831 belassen. Dadurch entstand im Streckenzug der A 81 eine Lücke. Schließlich wurde die Führung der A 81 bei Singen verändert. Die Verbindung Singen – Konstanz wurde auf die vierstreifigen und laufenden Teilprojekte Singen – westlich Allensbach und Ortsumgehung (OU) Konstanz reduziert sowie als Bundesstraßenneubau mit der Nummer „B 33n“ geführt. Die A 81 sollte ab Kreuz Hegau nach zur Bundesgrenze D/CH bei Gottmadingen weitergeführt werden. Hiervon waren der Abschnitt Kreuz Hegau – Singen bereits unter Verkehr, die Strecke Singen – Gottmadingen in der Dringlichkeitsstufe I und die Verbindung Gottmadingen – Bundesgrenze (D/CH) in der Dringlichkeitsstufe II (alles jeweils vierstreifig). Der sechsstreifige Ausbau der A 81 zwischen Heilbronn und Leonberg war inzwischen ebenfalls vorangeschritten, so dass lediglich noch die Teilstrecken Kreuz Weinsberg – Weinsberg/Ellhofen (Fahrbahn Würzburg) und Stuttgart-Feuerbach – Dreieck Leonberg (beide Projekte in Dringlichkeitsstufe I) sowie Stuttgart-Zuffenhausen – Stuttgart-Feuerbach (laufendes Vorhaben) noch nicht abgeschlossen waren.

In einer textlichen Ergänzung zum Bedarfsplan heißt es: „Bis zur Fortschreibung des Bedarfsplanes im Jahre 1985 wird bei den noch nicht entscheidungsreifen Projekten beginnen. Dabei ist geplant, einen Abschnitt von 850 Metern zu überdeckeln.<ref>A 81 Anschlussstelle Sindelfingen-Ost – Anschlussstelle Böblingen-Hulb</ref> Das Vorhaben ist dem vordringlichen Bedarf zugeordnet.<ref name="bmvbs_bedarfsplan">Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung: Neubau und Erweiterung von Bundesautobahnen gemäß Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen, lfd. Nr. 81/1 und 81/2 (PDF; 1,1 MB)</ref><ref>Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung: A 81, Sechsstreifige Erweiterung zwischen Böblingen/Hulb und Sindelfingen-Ost, Nr. 197/2009</ref> Ende Mai 2014 wurden die Vorentwürfe dem Bundesverkehrsministerium zur Erteilung des Einvernehmens zugeleitet. Mit einem Beginn des Planfeststellungsverfahrens ist nunmehr frühestens im Jahre 2015 zu rechnen.<ref>[1] Schreiben des Bundesverkehrsministeriums vom 18. September 2014 zum Verfahrensstand (pdf-Datei)</ref> Die für die Erteilung des Gesehenvermerks erforderlichen umfangreichen Planunterlagen wurden im Frühjahr 2014 an das Bundesverkehrsministerium übersandt. Im Herbst 2014 wurden noch weitere Erläuterungen zum Schallschutz sowie zum 850 m langen Tunnel vom Bundesverkehrsministerium gefordert und durch das baden-württembergische Verkehrsministerium zeitnah übermittelt. Parallel zur Prüfung der Planung durch das Bundesministerium hatte sich auch der Bundesrechnungshof erneut mit dieser Maßnahme befasst. Ende Juli 2015 hat dieser seine Prüfbemerkungen an das Bundesministerium übermittelt. Im Oktober 2015 erfolgte dann der Gesehen-Vermerk durch das Bundesverkehrsministerium. Er wird nun angestrebt, dass das Planfeststellungsverfahren bereits im März oder April 2016 eingeleitet werden kann. [2]

Verlängerung der A 81 zwischen Gottmadingen und Schaffhausen

Obwohl die Verlängerung der A 81 im derzeit noch geltenden Bundesverkehrswegeplan 2003 nicht enthalten ist, wurden Trassenuntersuchungen für eine Verbindung der A 81 zur N-4 bei Schaffhausen im Jahre 2007 in der betroffenen Gemeinde vorgelegt.<ref>Gemeinde Gottmadingen: [3] (PDF; 28 kB)</ref> Mit einem Weiterbau ist jedoch auch ab 2015 nicht zu rechnen, da das Projekt nicht in der Anmeldung des Landes Baden-Württemberg vom November 2013 für den neuen Bundesverkehrswegeplan enthalten ist.<ref>[4] Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg, Anmeldeliste nach Priorisierung (pdf-Datei)</ref>

Liste der Verkehrsfreigaben

Die Teilabschnitte der A 81 wurden wie folgt fertiggestellt:

  • 1938: AS Ludwigsburg-Nord – AD Leonberg (20 km, vierstreifig)
  • 1940: AS Weinsberg – AS Ludwigsburg-Nord (28,9 km, vierstreifig)
  • 1964: Umbau im Bereich Reisberg zwischen AS Weinsberg (alt) und AS Heilbronn-Untergruppenbach
  • 1965: AK Weinsberg – AS Weinsberg/Ellhofen (3 km, 1. Fahrbahn)
  • 1966: AK Weinsberg – AS Weinsberg/Ellhofen (3 km, 2. Fahrbahn)
  • 1968: AK Stuttgart-Vaihingen – AS Sindelfingen-Ost (3,2 km, sechsstreifig, als B 14 gewidmet)
  • 1972: AS Gerchsheim – AS Tauberbischofsheim (17,6 km, vierstreifig)
  • 1972: AS Sindelfingen-Ost – AS Böblingen/Sindelfingen (3,3 km, vierstreifig, als B 14 gewidmet)
  • 1973: AS Tauberbischofsheim – AS Boxberg (19,4 km, vierstreifig)
  • 1973: AS Möckmühl – AK Weinsberg (17,4 km, vierstreifig)
  • 1973: AS Geisingen – AS Engen (13,7 km, vierstreifig)
  • 1974: AD Würzburg-West – AS Gerchsheim (3,2 km, vierstreifig)
  • 1974: AS Boxberg – AS Möckmühl (24,9 km, vierstreifig)
  • 1975: AS Sindelfingen/Böblingen – AS Ehningen (4,5 km, vierstreifig, als B 14 gewidmet)
  • 1975: AS Villingen-Schwenningen – AS Geisingen (23,6 km, vierstreifig)
  • 1975: AS Engen – AS Singen (9,3 km, vierstreifig)
  • 1977: Rottweil/Villingendorf (B 14) – AS Villingen-Schwenningen (12,7 km, vierstreifig)
  • 1978: AS Ehningen – AK Herrenberg (4,0 km, vierstreifig, als A 831 gewidmet)
  • 1978: AK Herrenberg – Rottweil/Villingendorf (58,6 km, vierstreifig)

Auf der ursprünglich als A 81 geplanten Trasse wurden folgende Vorhaben dem Verkehr übergeben:

  • 1980: Schänzlebrücke in Konstanz (0,5 km, vierstreifig)
  • 1984: AK Hegau – Radolfzell (12,3 km, vierstreifig, als B 33 gewidmet)
  • 1990: AS Radolfzell – AS Allensbach-West (5,0 km, vierstreifig, als B 33 gewidmet)
  • 2000: Rheinbrücke – Bundesgrenze D/CH (0,7 km, vierstreifig, als B 33 gewidmet)
  • 2007: Rheinbrücke – Bundesgrenze D/CH (0,6 km, vierstreifig, als B 33 gewidmet)

Literatur

  • Klaus Schefold, Alois Neher (Hrsg.): 50 Jahre Autobahnen in Baden-Württemberg. Eine Dokumentation. Im Auftrag des Autobahnamtes Baden-Württemberg. Autobahnamt Baden-Württemberg, Stuttgart 1986.
  • Der Bundesminister für Verkehr. Der Minister für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr Baden-Württemberg (Hrsg.): Bundesautobahn A 81 Stuttgart – Singen. Minister für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr Baden-Württemberg, Stuttgart 1978.
  • Landesamt für Straßenwesen Baden-Württemberg (Hrsg.): Bundesautobahn A 81 Hilzingen – Gottmadingen. Weka-Verlag, Kissing 1990.

Weblinks

Commons Commons: Bundesautobahn 81 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />