Bundesstraße 36
Die Bundesstraße 36 (Abkürzung: B 36) ist eine deutsche Bundesstraße in Baden-Württemberg, die in Nord-Süd-Richtung annähernd parallel zum Rhein, zur B 3 und zur A 5 durch die Oberrheinische Tiefebene verläuft.
Sie führt von der B 44 in Mannheim über Karlsruhe nach Rastatt. Der südliche Abschnitt von Rastatt über Kehl zur B 3 in Lahr/Schwarzwald wird voraussichtlich 2015 zur Landesstraße abgestuft werden.<ref>[1] Pressemeldung zum Thema</ref>
Die B 36 trägt den Beinamen „Badische Spargelstraße“.
Inhaltsverzeichnis
Verlauf
Anliegende Gemeinden zwischen Mannheim und Karlsruhe sind (von Nord nach Süd) Schwetzingen, Hockenheim, Neulußheim, Oberhausen-Rheinhausen, Waghäusel, Hambrücken, Graben-Neudorf, Linkenheim-Hochstetten und Eggenstein-Leopoldshafen.
In Karlsruhe durchquert sie Neureut und schneidet Mühlburg, Grünwinkel und Daxlanden, um dann über Rheinstetten, Durmersheim, Bietigheim und Ötigheim Rastatt zu erreichen.
Zwischen Rastatt und Kehl verläuft die Bundesstraße durch die Kleinstädte Lichtenau und Rheinau.
Ausbauzustand
Der Ausbauzustand der B 36 gliedert sich wie folgt:
Abschnitt | Streifen | Trennstreifen | Bemerkung |
---|---|---|---|
37/38 Mannheim-Parkring – 38a Mannheim-Casterfeld | 4 | ja | städtisch |
38a Mannheim-Casterfeld – 6/535 AS Mannheim/Schwetzingen | 4 | ja | autobahnähnlich, LKW-Maut-Pflicht |
6/291 AS Schwetzingen/Hockenheim – 39 Neulußheim-Nord | 4 | ja | |
39 Neulußheim-Nord – 35 Graben-Neudorf-Nord | 2 | nein | Abschnitt wird zum 1.1.2016 zur Landesstraße 560 abgestuft <ref>BMVBS: Vereinbarung zur Abstufung von nicht mehr fernverkehrsrelevanten Bundesstraßen. 11. Oktober 2011, abgerufen am 29. November 2015. </ref> |
35 Graben-Neudorf-Nord – L 559 Eggenstein-Leopoldshafen | 2 | nein | kreuzungsfrei, außer Ausfahrten Graben und Graben-Süd |
L 559 Eggenstein-Leopoldshafen – K 9650 Karlsruhe-Nordweststadt | 4 | ja | autobahnähnlich, LKW-Maut-Pflicht |
K 9650 Karlsruhe-Nordweststadt – 10 Karlsruhe-Entenfang | 4 | ja | städtisch |
10 Karlsruhe-Entenfang – Karlsruhe-Daxlanden | 4 | ja | |
Karlsruhe-Daxlanden – K 3581 Rheinstetten-Forchheim | 5 | ja | autobahnähnlich, LKW-Maut-Pflicht |
K 3581 Rheinstetten-Forchheim – K 3732 Durmersheim | 4 | ja | |
K 3732 Durmersheim – 462 Rastatt-Nord | 2 | nein | |
462 Rastatt-Nord – 3 Rastatt-Süd | 2/4 | teilweise | städtisch |
3 Rastatt-Süd – K 5373 Kehl-Birkenhof | 2 | nein | Abschnitt wird zum 1.1.2016 zur Landesstraße 75 abgestuft <ref>Badische Neueste Nachrichten: Aus der Region. 14. September 2015, abgerufen am 17. Dezember 2015. </ref> |
K 5373 Kehl-Birkenhof – 28 Kehl-Zubringer | 4 | nein | |
28 Kehl-Zubringer – 3/415 Lahr | 2 | nein |
Geschichte
Ursprung
Die Bundesstraße 36 wurde im frühen 19. Jahrhundert als Alternativstrecke zur Bergstraße ausgebaut. Der Streckenabschnitt von Mannheim zur Residenzstadt Schwetzingen wurde ab 1737 als erste Teilstrecke der späteren Bundesstraße zur Chaussee ausgebaut. Im späten 18. Jahrhundert wurden die Streckenabschnitte von Rastatt nach Mühlburg (1769–1772) und von dort aus weiter nach Graben-Neudorf (1780–1781) ebenfalls zu Kunststraßen ausgebaut. Mit der Fertigstellung des letzten Streckenabschnitts zwischen Schwetzingen und Waghäusel im Jahre 1814 wurde die damals kürzeste Verbindung zwischen Karlsruhe und Mannheim vollendet.
Frühere Strecken und Bezeichnungen
Die Landstraße von Mannheim nach Kehl wurde 1901 als badische Staatsstraße Nr. 2 bezeichnet.
Bei der ursprünglichen Nummerierung 1932 führte die damalige Fernverkehrsstraße 36 (FVS 36), 1934 in Reichsstraße 36 (R 36) umbenannt, nur von Mannheim nach Rastatt. Bis 1937 wurde die Reichsstraße 36 über Kehl nach Lahr verlängert und folgte somit der bisherigen badischen Staatsstraße Nr. 2. Deren Fortsetzung von Kehl nach Lahr wurde 1901 als badische Staatsstraße Nr. 29 bezeichnet.
Veränderungen im Verlauf
Bau von Ortsumgehungen
Im Laufe der Zeit wurde die B 36 durch den Bau von Ortsumgehungen schrittweise aus den Ortschaften zwischen Rastatt und Mannheim herausgenommen.
In den 1970er- und 1980er-Jahren wurde die Bundesstraße zwischen Mannheim und Karlsruhe intensiv ausgebaut. Bereits 1979 wurde die Umgehung für Eggenstein-Leopoldshafen fertiggestellt, 1980 die Umgehung für Karlsruhe-Neureut sowie 1986 die Umgehung für Linkenheim-Hochstetten. Die Trasse verläuft seither nördlich von Neureut und als Osttangente an den übrigen Ortschaften vorbei. 1984 wurde die vierstreifige Westumgehung von Hockenheim fertiggestellt, 1987 die Verlegung bei Waghäusel/Wiesental, 1988 die Ortsumgehung von Neulußheim. In Graben-Neudorf führte die B 36 noch bis ins Jahr 2006 durch den Ort. Am 26. Mai 2006 wurde der letzte Abschnitt der neu gebauten Ortsumgehung, die gut drei Kilometer auf der bereits bestehenden Trasse der B 35 verläuft, dem Verkehr übergeben.
Zwischen Karlsruhe und Mannheim liegt die B 36 somit nur noch in wenigen kurzen Abschnitten auf der ursprünglichen Trasse, die größtenteils zu Landes- und Kreisstraßen herabgestuft wurde, und besteht ansonsten aus Neubauten.
Am 9. Oktober 2006 wurde zwischen Karlsruhe und Rastatt die Ortsumgehung für die drei Orte Bietigheim, Durmersheim und Ötigheim durch die Staatssekretärin Karin Roth für den Verkehr freigegeben. Die rund 9,7 Kilometer lange Strecke kostete rund 48 Millionen Euro. Von diesen wurden 14 Millionen durch die Deutsche Bahn aufgebracht, da die B 36 zusammen mit der Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe–Basel trassiert wurde. Mit der neuen B 36 wurden die drei Kommunen um mehr als 70 Prozent der damaligen Verkehrsbelastung von über 20.000 Fahrzeugen pro Tag befreit.
- B 36- bei Hockenheim- Richtung Nord (A 6, Schwetzingen) 28.2.2009.JPG
Bei Hockenheim
- Schönbornmühle.jpg
Bei Waghäusel
- Messe Karlsruhe I.jpg
Bei Rheinstetten; links: B 36, rechts: Messe Karlsruhe
Ersetzungen
Ende 2009 wurde die B 36 aus der Ortslage Schwetzingen herausgenommen und zur Ortsstraße abgestuft.<ref>Protokoll der Sitzung des Schwetzinger Gemeinderates vom 28. Juli 2009 auf der Website der Stadt. Abgerufen am 9. März 2012.</ref> Die an die Stadt heranführenden Teilstrecken wurde den angrenzenden Bundesstraßen 535 und 291 zugeschlagen. Seitdem ist die B 36 zwischen den Anschlussstellen Mannheim / Schwetzingen und Schwetzingen / Hockenheim unterbrochen. Als Alternative sind die A 6 sowie die parallel führende Landesstraße 599 vorhanden.
Vorgesehene Ersetzungen
Seit Fertigstellung der Umgehungen sowie der Abstufung im Raum Schwetzingen wird die B 36 zwischen Rastatt und Mannheim mit Ausnahme von Karlsruhe nicht mehr durch Ortsdurchfahrten unterbrochen. Im Gegensatz dazu verläuft die Straße zwischen Rastatt und Lahr durch viele kleine Orte als Ortsdurchfahrt. Dieser südliche Abschnitt der B 36 soll bis 2015 zur Landesstraße herabgestuft werden, da er überwiegend nur noch dem lokalen und nicht mehr dem überregionalen Verkehr diene. Davor wird, wie bei solchen Übertragungen der Baulast üblich, der Bund die Straße noch sanieren.<ref>[2] Radiomeldung</ref><ref>[3] Pressemeldung zum Thema</ref>
Sonstige Ereignisse
Im Herbst 2003 schoss ein Heckenschütze wahllos auf vorbeifahrende Autos und verletzte unter anderem eine junge Frau schwer. Nachdem er ein zweites Mal im Bereich Eggenstein-Leopoldshafen zugeschlagen hatte, wurden von der Polizei 5000 Euro Belohnung ausgesetzt.<ref>AP: Noch keine Spur vom Heckenschützen an der Autobahn bei Karlsruhe. In: Welt online. Die Welt, 23. September 2003, abgerufen am 12. Dezember 2011 (Zeitungsartikel). </ref> Weitere Spuren und Hinweise wurden jedoch nicht gefunden und es kam auch zu keinen weiteren Zwischenfällen.
Siehe auch
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
Grundnetz | <div/>
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Ergänzungsstrecken | <div/>
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geplante Strecken | <div/>
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ehemalige Strecken | <div/>
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