Niederwerth
Wappen | Deutschlandkarte | ||||||
---|---|---|---|---|---|---|---|
Wappen der Gemeinde Niederwerth |
|
dim= | globe= | name= | region=DE-RP | type=city
}} | |
Basisdaten | |||||||
Bundesland: | Rheinland-Pfalz | ||||||
Landkreis: | Mayen-Koblenz | ||||||
Verbandsgemeinde: | Vallendar | ||||||
Höhe: | 68 m ü. NHN | ||||||
Fläche: | 3,03 km² | ||||||
Einwohner: | 1345 (31. Dez. 2014)<ref name="Metadaten Einwohnerzahl DE-RP">Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014; (Hilfe dazu).</ref> | ||||||
Bevölkerungsdichte: | 444 Einwohner je km² | ||||||
Postleitzahl: | 56179 | ||||||
Vorwahl: | 0261 | ||||||
Kfz-Kennzeichen: | MYK, MY | ||||||
Gemeindeschlüssel: | 07 1 37 218 | ||||||
Adresse der Verbandsverwaltung: | Rathausplatz 13 56179 Vallendar | ||||||
Webpräsenz: | |||||||
Ortsbürgermeister: | Josef Gans (SPD) | ||||||
Lage der Gemeinde Niederwerth im Landkreis Mayen-Koblenz | |||||||
Niederwerth ist eine Ortsgemeinde und eine Binneninsel im Rhein drei Kilometer nördlich von Koblenz. Sie liegt im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz und gehört der Verbandsgemeinde Vallendar an.
Niederwerth ist – in Deutschland einzigartig – eine selbständige Flussinselgemeinde.
Inhaltsverzeichnis
Geographie
Die Gemeinde Niederwerth besteht aus den Rheininseln Niederwerth und Graswerth. Während Niederwerth bewohnt ist, ist Graswerth ein unbewohntes Naturschutzgebiet. Beide Inseln liegen gegenüber der rechtsrheinischen Stadt Vallendar, mit der die Insel Niederwerth über den rechten Rheinarm seit 1958 über eine Brücke verbunden ist. Da das Gemeindegebiet intensiv durch Obst- und Gemüseanbau landwirtschaftlich genutzt wird (Spargel und Erdbeeren), wurde die Brücke zu den übrigen Ackerflächen der Bauern um Vallendar aus Mitteln des Grünen Planes finanziert.<ref>Niederwerth beim Partnerschaftsverein</ref> Zuvor wurde die Insel durch eine Fähre angeschlossen. Auch eine Personenschifffahrtslinie verbindet mit Koblenz.
Auf der Südspitze der Insel befindet sich ein Freileitungsmast, der Teil der Rhein-Freileitungskreuzung Koblenz-Niederwerth-Urbar ist.
Von der Gemeindefläche von 3,03 km² entfallen 1,71 km² auf die beiden Inseln (1,4 km² auf die Insel Niederwerth und 0,3 km² auf Graswerth). Der Rest ist Wasserfläche, der Anteil der Gemeinde am Rhein und seinen Seitenarmen.
Geschichte
Durch Gräberfunde ist belegt, dass Niederwerth schon im 8. Jahrhundert besiedelt war.
Das am südlichen Ortsrand gelegene ehemalige Kloster Niederwerth (ab dem 15. Jahrhundert Augustiner-Chorherren, ab dem 16. Jahrhundert Zisterzienserinnen) ging aus einer Beginenniederlassung (erste urkundliche Erwähnung 13. Jh.) hervor und wurde 1811 aufgehoben. Die erhaltene einschiffige spätgotische Kloster- und heutige katholische Filialkirche St. Georg (Weihe 1474) bewahrt neben bemerkenswerten Wandmalereien eine reiche Ausstattung aus Gotik, Barock und Neugotik.
Im Ersten Koalitionskrieg (1792–1797) kam der Insel Niederwerth durch ihre strategische Lage in Bezug auf die Belagerung der Festung Ehrenbreitstein eine wichtige Rolle zu, die Franzosen unterhielten auf der Insel ein Waffen und Munitionsdepot für Ihre Belagerungstruppen. Abwechselnd wurde die Insel von k.u.k Truppen und Franzosen besetzt; die zahllosen Gräben, Wälle und Erdschanzen hat die Landwirtschaft längst wieder eingeebnet. Am 30. Oktober 1795 nahm Ferdinand Prinz von Württemberg den Franzosen „das Niederwerth“, das mit 800 Franzosen besetzt war.<ref>Leopold Bleibtreu: Denkwürdigkeiten aus den Kriegsbegebenheiten bei Neuwied von 1792 bis 1797, Bonn 1834, gedruckt bei Carl Georgi, Seite 72</ref>
Am 29. November 1795 wurde durch Geschützbatterien unter dem Befehl von Generalmajor Adam Boros de Rakos (1739–1809) aus der Festung Ehrenbreitstein die Kommunikationsbrücke zur Insel Niederwerth „in Grund und Boden geschossen“. In der Nacht zum 30. November 1795 landeten an der unteren Spitze der Insel die Divisionen Württemberg und Murray, diese stürmten gleich das verschanzte Kloster und ihre vormaligen Schanzen, trieben die gesamte französische Inselbesatzung zur oberen Spitze, wo sie sich auf sechs Nachen zurückziehen wollten. Aber die dahin gerichteten Geschützbatterien verhinderten diesen Rückzug und so mussten alle, die nicht in die Fluten des Rheins gedrängt wurden, sich in die Gefangenschaft ergeben. Diese bestanden aus einem Oberst, 20 Offizieren und 650 Gemeinen.<ref>besondere Bylage zur Wiener Zeitung No 88 Freytag den 6.November 1795</ref>
- Bevölkerungsentwicklung
Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Niederwerth, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:<ref name="regionaldaten">Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten</ref>
|
|
Partnerschaft
Seit 1977 ist die Ortsgemeinde mit Pontaumur in der Auvergne verbunden. Die Partnerschaft entstand durch persönliche Erfahrungen eines Kriegsgefangenen aus der Gemeinde und hat sich aus Vereinsaktivitäten entwickelt.
Gemeinderat
Der Gemeinderat in Niederwerth besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.
Die Sitzverteilung im Gemeinderat:<ref>Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen</ref>
Wahl | SPD | CDU | FWG | Gesamt |
---|---|---|---|---|
2014 | 8 | 3 | 5 | 16 Sitze |
2009 | 8 | 3 | 5 | 16 Sitze |
2004 | 6 | 5 | 5 | 16 Sitze |
- FWG = Freie Wählergruppe Niederwerth e.V.
Infrastruktur
Niederwerth besitzt einen Kindergarten und eine Grundschule und eine Feuerwehrleitstelle. Das Gemeindegebäude bietet Platz für eine Gemeindebücherei und Aktivitäten der Vereine.
Siehe auch
Literatur
- Gunnar und Rüdiger Mertens: Das ehem. Kloster in Niederwerth bei Koblenz, Neuss 1987 (Rheinische Kunststätten Heft 223) ISBN 3-88094-572-1
- Rainer M. Schröder: Das Geheimnis der weißen Mönche. Arena, 2002. ISBN 3-401-02150-8 (Historischer Roman).
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
Acht | Alken | Andernach | Anschau | Arft | Baar | Bassenheim | Bell | Bendorf | Bermel | Boos | Brey | Brodenbach | Burgen | Dieblich | Ditscheid | Einig | Ettringen | Gappenach | Gering | Gierschnach | Hatzenport | Hausten | Herresbach | Hirten | Kalt | Kaltenengers | Kehrig | Kerben | Kettig | Kirchwald | Kobern-Gondorf | Kollig | Kottenheim | Kretz | Kruft | Langenfeld | Langscheid | Lehmen | Lind | Löf | Lonnig | Luxem | Macken | Mayen | Mendig | Mertloch | Monreal | Mülheim-Kärlich | Münk | Münstermaifeld | Nachtsheim | Naunheim | Nickenich | Niederfell | Niederwerth | Nörtershausen | Oberfell | Ochtendung | Pillig | Plaidt | Polch | Reudelsterz | Rhens | Rieden | Rüber | Saffig | Sankt Johann | Sankt Sebastian | Siebenbach | Spay | Thür | Trimbs | Urbar | Urmitz | Vallendar | Virneburg | Volkesfeld | Waldesch | Weiler | Weißenthurm | Weitersburg | Welling | Welschenbach | Wierschem | Winningen | Wolken
Mäuseturminsel | Lorcher Werth | Bacharacher Werth | Kauber Werth | Falkenau | Tauber Werth | Ehrenthaler Werth | Oberwerth | Niederwerth | Graswerth | Urmitzer Werth | Weißenthumer Werth | Namedyer Werth | Hammersteiner Werth | Nonnenwerth | Grafenwerth | Herseler Werth