Pfaffen-Schwabenheim


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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Pfaffen-Schwabenheim
49.8516666666677.9527777777778144Koordinaten: 49° 51′ N, 7° 57′ O{{#coordinates:49,851666666667|7,9527777777778|primary
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Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Kreuznach
Verbandsgemeinde: Bad Kreuznach
Höhe: 144 m ü. NHN
Fläche: 5,18 km²
Einwohner: 1277 (31. Dez. 2014)<ref name="Metadaten Einwohnerzahl DE-RP">Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014; (Hilfe dazu).</ref>
Bevölkerungsdichte: 247 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55546
Vorwahl: 06701
Kfz-Kennzeichen: KH
Gemeindeschlüssel: 07 1 33 078
Adresse der Verbandsverwaltung: Rheingrafenstraße 2
55543 Bad Kreuznach
Webpräsenz: www.vgvkh.de
Ortsbürgermeister: Hans-Peter Haas (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Pfaffen-Schwabenheim im Landkreis Bad Kreuznach

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Datei:Kirche Pfaffen-Schwabenheim.JPG
Ehemalige Kloster- und heutige Katholische Filialkirche

Pfaffen-Schwabenheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bad Kreuznach an.

Geschichte

Pfaffen-Schwabenheim ist – wie alle rheinhessischen Orte mit der Endung -heim – eine fränkische Gründung des 5./6. Jahrhunderts. Von Suaboheim gibt es im Lorscher Kodex vier Schenkungsurkunden (Nr. 1917 – 1920)<ref>Karl Josef Minst: Lorscher Codex III, 1970</ref> aus der Zeit um 770 bis 836 jedoch ohne weiteren Zusatz zur Unterscheidung zwischen Pfaffen-Schwabenheim und Schwabenheim an der Selz. Dies erfolgte erst 1248, wobei die Augustiner-Chorherren namensgebend waren, die nach 1130 vom Mainzer Erzbischof Adalbert I. von Saarbrücken in das um 1040 von dem Seligen Eberhard VI. von Nellenburg mitgegründete Kloster eingesetzt wurden, so dass das Augustiner-Chorherrenstift Pfaffen-Schwabenheim entstand. Um 1120 kam der Ort als Mitgift der nellenburgischen Erbin Mechtild von Mörsberg an die Grafschaft Sponheim. Nach der Hausteilung von 1220 gehörte es zur Grafschaft Sponheim-Kreuznach, die - von dem imaginären Standort Mainz aus betrachtet - auch als die vordere Grafschaft Sponheim bezeichnet wird. Nach dem Aussterben der Grafen von Sponheim-Kreuznach im Jahre 1414 fiel es an die Grafschaft Sponheim-Starkenburg. Als 1437 auch die starkenburgische Linie ausstarb, kam Pfaffen-Schwabenheim an ein Kondominium der Markgrafschaft Baden und der Grafen von Veldenz. Letztere wurden 1444 vom Haus Pfalz-Simmern beerbt, das 1559 auch noch die Kurwürde erbte und 1685 ausstarb. Nach dem Ende des verheerenden Pfälzischen Erbfolgekriegs 1697 ließ die neue Kurlinie Pfalz-Neuburg im Zuge ihrer Rekatholisierungspolitik in Pfaffen-Schwabenheim die heute größte unverändert erhaltene barocke Klosteranlage in Rheinland-Pfalz errichten. Nach der Aufteilung des Kondominiums zwischen Baden und Kurpfalz 1707 gehörte Pfaffen-Schwabenheim mit dem Oberamt Kreuznach vollständig zur Kurpfalz. Nach der Französischen Revolution wurde der Ort 1792 im Zuge der Koalitionskriege von den Franzosen besetzt und 1797 dem Département du Mont-Tonnerre (Donnersberg) dem französischen Staatsgebiet einverleibt.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Pfaffen-Schwabenheim besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:<ref>Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen</ref>

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 7 7 2 16 Sitze
2009 5 7 4 16 Sitze
2004 4 7 5 16 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Pfaffen-Schwabenheim e.V.

Wappen

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In geteiltem Schild, oben in Silber die Halbfigur eines Augustiner-Mönches in Vorderansicht, beiderseitig begleitet von einem grünen Weinstock, unten in Blau und Gold geschachtet“.

Es wurde 1953 vom rheinland-pfälzischen Innenministerium genehmigt. Die Farben Blau und Gold entstammen den Grafen von Sponheim. Der Mönch verweist auf das Kloster, das bis 1802 im Ort bestand.


Vereine

  • Im Ort ist die Fördergemeinschaft Kirchen, Klosteranlagen und Kulturdenkmäler engagiert, die sich um die Erhaltung, Pflege und Belebung ihrer Kulturdenkmäler wie der evangelischen Kirche, der katholischen Klosterkirche St. Mariä Himmelfahrt mit ihrem Augustiner Chorherrenstift und zahlreicher denkmalgeschützter Häuser kümmert.
  • Freiwillige Feuerwehr Pfaffen-Schwabenheim
  • Theaterverein Klosterbühne Pfaffen-Schwabenheim e.V.

Wirtschaft und Infrastruktur

Weinbau

Pfaffen-Schwabenheim gehört zum „Weinbaubereich Bingen“ im Anbaugebiet Rheinhessen. Im Ort sind 16 Weinbaubetriebe tätig, die bestockte Rebfläche beträgt 160 Hektar. Etwa 80 % des angebauten Weins sind Weißweinrebsorten (Stand 2007). Im Jahre 1979 waren noch 56 Betriebe tätig, die damalige Rebfläche betrug 141 Hektar.<ref name="Landesamt">Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz - Infothek</ref>

Verkehr

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur

  • Karl Johann Brilmayer: Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart, Gießen 1905, S. 385–388. - Die Angaben zur Ersterwähnung stehen im Widerspruch zu den Lorscher Schenkungsurkunden.

Siehe auch

Weblinks

Commons Commons: Pfaffen-Schwabenheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />