Geschichte Münchens


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25px Dieser Artikel beschreibt die Geschichte Münchens im Zusammenhang, zu einer chronologischen Auflistung einzelner Ereignisse siehe die Chronik der Stadt München.
Datei:Augsburger schied 01.jpg
Faksimile des Augsburger Schieds, in dem München erstmals genannt wurde

Die uns bekannte Geschichte Münchens begann am 14. Juni 1158 mit der erstmaligen Erwähnung von „Munichen“, einem durch Heinrich den Löwen angelegten Markt, im Augsburger Schied. Die Anfangszeit Münchens war geprägt von Auseinandersetzungen zwischen dem Herzog von Bayern und dem Bischof von Freising, Mitte des 13. Jahrhunderts konnten sich die Herzöge aus dem Haus Wittelsbach in der Stadtherrschaft durchsetzen. Von da an bis zum Ende der Monarchie 1918 war München Residenzstadt der Wittelsbacher Herzöge, Kurfürsten und Könige sowie Hauptstadt Bayerns oder zumindest eines der bayerischen Teilherzogtümer. Neben die Stadtherrschaft durch die Wittelsbacher trat zunehmend auch die bürgerliche Selbstverwaltung. 1286 wurde erstmals ein Rat der Stadt erwähnt, 1818 wurde München eine eigenständige Gemeinde. Seit 1918 ist München Hauptstadt des Freistaats Bayern.

Übersicht

Hauptartikel: Chronik der Stadt München

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 at:1280 text:"Bau der zweiten Stadtmauer (ca. 1280–1337)"
 at:1328 text:"Kaiserresidenz (1328–1347)"
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 at:1806 text:"Hauptstadt des Königreich Bayerns (1806)"
 at:1918 text:"Revolution und Räterepublik (1918–1919)" shift:($dx,-8)
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Vorgeschichte

Datei:Aubinger Gürtelschnalle517.jpg
Gürtelschnalle aus einem Gräberfeld des 5.–7. Jh. in Aubing

Ausgrabungen im Altstadtbereich zeigen, dass das Stadtzentrum von München bereits am Ende der Jungsteinzeit, etwa 2000 v. Chr., besiedelt war. Aus der Steinzeit stammen auch Hockergräber in den heutigen Stadtteilen Berg am Laim, Pasing, Moosach und Sendling.

Funde von Gräbern in Harlaching und im Luitpoldpark zeigen, dass auch während der Bronzezeit die Ufer von Isar und Würm besiedelt waren.

Aus der Keltenzeit stammen Viereckschanzen in der Aubinger Lohe, in Langwied, Feldmoching und Perlach.

Reste römischer Gräber wurden in Aubing, Englschalking und Denning gefunden, in Denning gibt es auch Reste einer Villa rustica. Zwei römische Fernstraßen führten am Rand des heutigen Stadtgebietes über die Isar, die Via Julia bei Grünwald im Süden und eine weitere bei Unterföhring im Norden.

Auch aus der Zeit der Bajuwaren wurde eine Vielzahl von Reihengräbern in München gefunden, Schwerpunkte der Siedlung waren wiederum die Flussufer von Isar und Würm. Auch in Johanneskirchen wurde eine bajuwarische Siedlung gefunden.

Die älteste urkundliche Erwähnung einer Siedlung auf dem heutigen Münchner Stadtgebiet erfolgte 750 mit der Nennung Oberföhrings als „ad Feringas“. Es folgten u.a. 763 Pasing als „villa Pasingas“, 768 Bogenhausen als „Pupinhusir“, 782 Schwabing als „Suuapinga“, zwischen 779 und 806 Sendling als „Sentilinga“, 790 Giesing als „Kyesinga“ usw. (siehe die Chronik der Stadt München/Vorgeschichte). 815 erfolgte die Erwähnung von Fröttmaning, dessen Dorfkirche Heilig Kreuz heute als älteste im Stadtgebiet gilt. Als letzte Siedlungen vor der ersten Nennung Münchens 1158 wurden 1149 Milbertshofen als „Ilmungeshofen“ und Harlaching als „Hadaleichingen“ urkundlich erwähnt. Später als München sind 1163 Neuhausen als „Niwenhusen“, 1166 Forstenried als „Uorstersriet“ und 1200 Denning als „Tenningen“ erstmals urkundlich genannt.

Die Anfänge

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Gründung und Namensgebung

Datei:Augsburger schied 02.jpg
Erste urkundliche Erwähnung Münchens (munichen) im Augsburger Schied

Der Name München wird üblicherweise als „bei den Mönchen“ gedeutet, begründet in der Bezeichnung forum apud Munichen, mit der die Stadt bei ihrer erstmaligen urkundlichen Erwähnung im Augsburger Schied vom 14. Juni 1158 durch Kaiser Friedrich I. genannt wird.

Dabei geht Munichen wohl auf den Dativ Plural des althochdeutschen munih bzw. mittelhochdeutschen mün(e)ch, den Vorläufer des Wortes Mönch, zurück.<ref name=Reitzenstein2006> Wolf-Armin Freiherr von Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz. C. H. Beck, München 2006, ISBN 978-3-406-55206-9, München, S. 171 (Google Books, abgerufen am 17. November 2014).</ref> Vor der Gründung der Stadt soll es hier eine Niederlassung von Mönchen aus dem Kloster Schäftlarn gegeben haben. Dass diese, wie vielfach behauptet, auf dem Petersbergl lag, ist bislang nicht durch archäologische Funde bestätigt. Nach einer anderen Hypothese lag die namensgebende Mönchsniederlassung bei dem späteren Klosterhof Schäftlarn an der Stelle der heutigen Michaelskirche.<ref> Michael Weithmann: Burgen in München. Stiebner Verlag, München 2006, ISBN 3-8307-1036-4, S. 52–53.</ref> Eine früher angenommene Verbindung zum Kloster Tegernsee gilt seit einiger Zeit als widerlegt.<ref>Bauer: Geschichte Münchens. 2008, S. 32.</ref> Es ist nicht einmal sicher, ob bei der Gründung Münchens überhaupt noch eine Mönchssiedlung bestand, oder ob munichen bereits eine feststehende Ortsbezeichnung darstellte, die auf eine frühere, aber nicht mehr bestehende Mönchssiedlung zurückging.

Historisch wurde München auch bei seinen lateinischen Namen genannt: Monachia bzw. Monachium.<ref>Lateinische Stadtnamen (Lexicum nominum geographicorum latinorum)</ref>

Gegründet wurde München 1157/1158 durch den Welfen Heinrich XII. den Löwen, Herzog von Sachsen und Bayern. Dieser ließ etwa bei der heutigen Ludwigsbrücke eine Brücke über die Isar errichten, um sich durch Zölle auf den durchlaufenden Salzhandel zu bereichern.

Diese Brücke errang allerdings erst ihre Bedeutung, als Heinrich der Löwe die bislang existierende Isar-Brücke des Bischofs von Freising zwischen den heutigen Oberföhring (Stadtteil von München) und Unterföhring (eigenständige Gemeinde; damals einfach Feringa) zerstören ließ und die Salzhändler die Münchner Brücke benutzen mussten, um die Isar zu überqueren. Der mehrmalige Versuch des Bischofs, seine Brücke wieder aufzubauen, wurde durch Sabotage vom Herzog vereitelt. Daraufhin wurde etwa 700 Jahre, bis zum Bau der Föhringer Eisenbahnbrücke, bei Föhring keine Brücke mehr gebaut.

Im anschließenden Augsburger Vergleich (früher fälschlicherweise auch Augsburger Schiedsspruch oder Augsburger Schied genannt) vom 14. Juni 1158 entschied Kaiser Friedrich Barbarossa den Streit zwischen dem Bischof Otto von Freising, obgleich ein Onkel des Kaisers, und Heinrich dem Löwen um die Isarbrücken zugunsten von Heinrich. München wurde das Markt- und Münzrecht bestätigt, jedoch musste München ein Drittel der daraus resultierenden Einnahmen an Freising abführen. Diese Zahlungen erfolgten bis 1803 an Freising und dann bis 1852 an den bayerischen Staat. Der 14. Juni 1158 ist auch der offizielle Stadtgründungstag Münchens.

Die ersten 100 Jahre

Nach dem Sturz Heinrichs des Löwen fiel München 1180 an den Bischof von Freising und Bayern an Otto von Wittelsbach. Das Münzrecht in München stand weiterhin dem bayerischen Herzog zu, was in der Folge zu Konflikten mit dem Bistum führte. Im bayerischen Alpenraum wird neben Freisinger und Regensburger bereits auch mit Münchner Münzen bezahlt.

Herzog Otto I. von Wittelsbach ließ die Peterskirche 1181 erweitern; die erweiterte Kirche wurde 1190 durch Bischof Otto II. von Freising geweiht.

1200 erfolgte der erste nachweisbare Besuch eines bayerischen Herzogs in München: Ludwig der Kelheimer traf in der Stadt den Bischof von Freising.

1208 wurde das Heilig-Geist-Spital als Teil einer ersten Stadterweiterung Münchens nach Osten ins Tal errichtet.

1209 vermittelte Kaiser Otto IV., ein Sohn Heinrichs des Löwen, im Konflikt um München zwischen dem Wittelsbacher Herzog und dem Bischof von Freising.

1210 durften die Juden eine Synagoge in der Judengasse errichten.

1214 wurde das Stadtrecht Münchens zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

1221 wurde München das Opfer des ersten nachweisbaren Stadtbrandes; viele weitere sollten folgen.

1239 erreichte die Münchner Bürgerschaft eine gewisse Autonomie. Aus diesem Jahr stammt auch das älteste erhaltene Stadtsiegel. Es zeigt einen Mönch, aus dem später das Münchner Kindl wurde, und ein zinnenbekröntes Stadttor. Dieses Siegel hängt an einer Urkunde, in der die Bürgerschaft erstmals selbstständig auftrat und vom Brückenzoll befreit wurde.

1240 ging nach einigen Auseinandersetzungen München aus dem Besitz des Freisinger Bischofs in den des Hauses Wittelsbach über. Die Stadt fiel somit an Herzog Otto II.

Residenzstadt der Wittelsbacher

München im hohen Mittelalter

  • 1255 teilten die Brüder Heinrich XIII. und Ludwig II. der Strenge das Herzogtum Bayern unter sich auf, und München wurde unter Ludwig zum Hauptsitz des Landesherrn (Residenzstadt) für das Teilherzogtum Oberbayern (Erste bayerische Landesteilung).
  • 1271 wurde für die stark angewachsene Stadt die Pfarre der Peterskirche geteilt und die Marienkirche am Standort der späteren Frauenkirche zur zweiten Pfarrkirche erhoben.
  • 1280 erhielt die Stadt durch König Rudolf von Habsburg bedeutende Handelsfreiheiten.
  • 1285 kam es zu heftigen Pogromen gegen Juden. 67 Juden wurden ermordet, als das Gerücht umging, sie hätten ein christliches Kind zu Blutkultzwecken getötet.
  • Seit 1286 ist der Rat der Stadt nachweisbar, die Vertretung der hohen Bürgerschaft.
  • 1294 wurde durch Herzog Rudolf die Rudolfinische Handfeste erlassen, eine Sammlung der Rechte und Pflichten der Bürger. So bekam die Stadt das Recht, selbst Steuern zu erheben.
  • 1295 empörten sich die Münchner über die Münzverschlechterung und erschlugen den Münzmeister Schmiechen, worauf der Landesherr die Stadt zu 500 Pfund Pfennigen Buße verurteilte.
  • Bereits im 13. Jahrhundert übertraf München an Einwohnerzahl und Wirtschaftskraft alle anderen oberbayerischen Städte. Die Stadt zahlte dem Herzog ungefähr doppelt so viele Steuern wie Ingolstadt.
  • 1306 erfolgte eine herzogliche Bierbrau- und Verkaufsbewilligung für das Angerkloster.
  • 1310 wurde das Alte Rathaus erstmals erwähnt, 1319 der Alte Hof.
  • Seit 1317 sind ein Innerer und ein Äußerer Rat nachweisbar. Im Rat vertreten waren vor allem die mächtigen Münchner Patriziergeschlechter: die Sendlinger, Ligsalz, Püttrich, Barth, Drechsel, Tichtel, Rabenegger (Rabeneck), Rudolf, Schrenck, Wilbrecht, Ridler, Hundertpfundt und Aresinger.
  • Seit dem Jahr 1310 gab es städtische Satzungen unter anderem über die Überwachung von Maßen und Gewichten, über Preise, die Straßenreinigung, Hochzeiten und über Glücksspielverbote.

Kaiserliche Residenzstadt

Datei:Ludwig der Bayer.jpg
Kaiser Ludwig der Bayer

1314 wurde Herzog Ludwig IV. der Bayer zum deutschen König gewählt. 1322 zog Ludwig nach der gewonnenen Schlacht bei Mühldorf feierlich in seine Hauptstadt ein. 1324 erhielt das Münchner Stadtwappen die Reichsfarben schwarz-gold, und von 1324 bis 1350 beherbergte die Stadt die Reichskleinodien.

1327 wurde durch eine Feuersbrunst ein Großteil der Stadt zerstört, darunter das Angerkloster, der Alte Hof, das Heiliggeistspital und die Peterskirche. Beim Wiederaufbau wurde die Stadt auf 91 Hektar erweitert und der Zweite Mauerring errichtet. In der Folgezeit kam es noch mehrmals zu größeren Bränden.

Datei:Isartor.jpg
Isartor, östliches Stadttor des Zweiten Mauerrings (1337)

1328 wurde München unter Kaiser Ludwig dem Bayern kaiserliche Residenz. München wurde so zur ersten Residenzstadt des Reiches, in der der Kaiser tatsächlich auch lange Zeit seiner Regierung residierte. Die kaiserliche Goldbulle von 1332 verschaffte den Münchnern eine Monopolstellung im süddeutschen Salzhandel. Neben der politischen Bedeutung, die sich im Alten Hof architektonisch manifestierte, war es auch eines der bedeutendsten religiösen Zentren der Zeit. Dazu trug das Franziskanerkloster maßgeblich bei, in dem die aus Avignon geflohenen Ordensoberen Zuflucht fanden. In München wirkten unter anderem der Generalminister und der Prokurator des Franziskanerordens, Michael von Cesena und Bonagratia von Bergamo, der ehemalige Rektor der Universität Paris, Marsilius von Padua, und der Oxforder Professor Wilhelm von Ockham, die auf theoretischer Basis die Stellung des Kaisertums als Institution gegenüber dem Papsttum verteidigten.

1328 begannen Augustinermönche mit dem Bierbrauen.

1337 wurde mit der Fertigstellung des Isartors der Bau der Zweiten Stadtmauer abgeschlossen.

1340 verlieh der Kaiser München das „Große Stadtrecht“ mit weiteren Privilegien. Als die in Landshut residierenden Herzöge von Niederbayern im Dezember 1340 ausstarben, vereinigte Ludwig das Herzogtum Niederbayern mit Oberbayern; München wurde dadurch erstmals zur alleinigen Residenzstadt der Herzöge.

1342 stellte der Kaiser zusammen mit seinem ältesten Sohn Ludwig V. in München den Großen Tiroler Freiheitsbrief aus.

München im späten Mittelalter

1349 kam es zum ersten Ausbruch des Schwarzen Todes. Mit der zweiten Landesteilung durch die sechs Kaisersöhne zwei Jahre nach dem Tode Ludwig des Bayern fiel München 1349 an Ludwig V., der neben Oberbayern auch Tirol und bis 1351 die Mark Brandenburg regierte.

1363 fiel München nach dem Tode von Ludwigs Sohn Herzog Meinhard an dessen Onkel Stephan II. mit der Hafte von Bayern-Landshut.

1369 lebten in München bereits über 10.000 Einwohner.

1385 wurde an der nordöstlichen Stadtbefestigung die Neuveste angelegt, da der Alte Hof den Wittelsbachern zu unsicher wurde. Ein Bürgeraufstand gegen die Herzöge Stephan III. den Kneißl und Friedrich war fehlgeschlagen. Die Aufständischen hatten den Ratsherrn Johann Impler hingerichtet, den sie für die hohe Steuerbelastung mitverantwortlich gemacht hatten. Daraufhin wurde die Stadt von den Herzögen erfolgreich belagert. Aus dieser Burg, die die Bürger als Buße den Wittelsbachern finanzieren mussten, entwickelte sich die Residenz.

1392 erwirkte Herzog Stephan der Kneißl beim Papst das „Münchner Gnadenjahr“. Mit der dritten Landesteilung im November dieses Jahres entsteht das Herzogtum Bayern-München unter der Herrschaft von Stephans Bruder Johann II. Friedrich erhielt Bayern-Landshut und Stephan Bayern-Ingolstadt, die Frage nach einer gerechten Aufteilung führte in der Folgezeit zu Konflikten zwischen der Münchner und der Ingolstädter Linie.

1397 kam es dann zu weiteren Aufständen der Handwerkszünfte gegen die Patrizier und die zerstrittenen Wittelsbacher Herzöge. Der Bürgermeister Jörg Kazmair wird abgesetzt und die Handwerkszünfte üben die alleinige Macht aus. 1403 wurde der Aufstand von Truppen der Wittelsbacher zwar blutig beendet, jedoch wurde den Zünften ein politisches Mitspracherecht zugebilligt.

Datei:Blutenburg altar.jpg
Schlosskapelle Blutenburg

1422 scheiterte die Belagerung Münchens durch den Herzog von Bayern-Ingolstadt Ludwig VII.

1429 wütete wieder ein zerstörerisches Feuer, dem Teile der Stadt zum Opfer fallen. Durch das Bündnis von Herzog Ernst mit Kaiser Sigismund war auch München von den Hussiten bedroht, so dass die Stadtbefestigung im selben Jahr durch einen äußeren Mauerring verstärkt wurde.

1435 wurde unter seinem Sohn Albrecht III. Schloss Blutenburg erbaut.

1442 wurden die Juden durch Herzog Albrecht III. aus der Stadt und aus ganz Oberbayern vertrieben. Erst 250 Jahre später wurde jüdische Ansiedlung wieder gestattet.

1460 ereignete sich ein weiterer Stadtbrand.

1453 erließ der Stadtrat eine Brausatzung, die unter anderem die Zutaten für Bier regelte und dabei nur Gerste, Hopfen und Wasser erlaubte. Herzog Albrecht IV. übernahm 1487 diese Regelung zunächst für München, bis 1516 wurde diese dann schrittweise für das ganze Herzogtum verbindlich gemacht. Diese Regelung wird heute von den Münchner Brauereien als „Reinheitsgebot“ bezeichnet und ihr wird eine besondere Bedeutung beigemessen.

Datei:München Marienplatz Rathaus Frauenkirche Liebfrauendom.jpg
Luftbild Innenstadt mit der Frauenkirche (Foto 2009)

Im Jahre 1468 wurde durch Herzog Siegmund der Grundstein zur neuen Marienkirche „Frauenkirche“ gelegt. Unter der Leitung des Baumeisters Jörg von Halsbach schritt der Bau zügig voran (großzügige Geldmittel wurden vom Papst gewährt), die Einweihung erfolgte bereits 1494. Allerdings erhielt sie erst 1525 ihre charakteristischen runden Kuppeln.

1470 war Baubeginn für das Tanzhaus, das im Obergeschoss einen großen Festsaal hatte. Das heutige Alte Rathaus erhielt in den Jahren 1877 und 1934 breite Durchfahrten, um dem wachsenden Verkehr vom Marienplatz in Richtung Isartor gerecht zu werden.

1481 wurde der Marktplatz von mehreren Gebäuden, unter anderem einer Kapelle befreit und wurde erst dann zu einem rechteckigen Platz. Seine heutige Größe erhielt der Platz aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg.

1493 erscheint in der Schedelschen Weltchronik die erste Stadtansicht Münchens.

1498 fand ein erfolgloser Aufstand der Münchner Handwerksgesellen statt. Sie hatten sich im städtischen Freudenhaus mit der in ganz Europa grassierenden Syphilis angesteckt und versucht den von der Stadt bestellten Aufseher der Dirnen zu erschlagen.

Hauptstadt des Herzogtums Bayern

Frühe Neuzeit – Renaissance und Gegenreformation

1504 zählte die Stadt bereits etwa 13.500 Einwohner. 1506 wurde München nach dem Landshuter Erbfolgekrieg, in dessen Verlauf die Stadt bombardiert wurde, durch den „Kölner Spruch“ des Kaisers Maximilian, der die Teilung Bayerns in mehrere Teilherzogtümer beendete, alleinige Hauptstadt des Herzogtums Bayern. Um künftige Landesteilungen zu verhindern erlässt Herzog Albrecht IV. kurz darauf ein Edikt das für alle Zeit die alleinige Nachfolge des erstgeborenen Prinzen vorschreibt.

1517 wurde die Stadt von einer Pestepidemie heimgesucht, während dieser die Tradition des Schäfflertanzes aufkam, aus Dankbarkeit gab Herzog Wilhelm IV. den Schäfflern das Recht, ihren Tanz alle sieben Jahre aufzuführen.

Mit der Gemäldesammlung des Herzogs beginnt die Geschichte der Alten Pinakothek. 1520 wurde das Zeughaus erbaut, in dem sich heute das Stadtmuseum befindet. 1525 entstand das älteste noch bestehende Bürgerhaus, das Weinstadl in der Burgstraße.

1522 erfolgte Wilhelms erster Erlass gegen die Protestantische Lehre. Während der Reformationszeit waren die Münchner Protestanten Verfolgungen ausgesetzt und verließen zum Teil die Stadt, was zu einem großen Verlust von Steuereinnahmen führte. Bereits 1524 und 1531 erfolgten weitere scharfe Erlasse gegen die lutherische Lehre. Noch entschiedener wurde gegen die reformatorischen Täufer vorgegangen, welche bereits 1527 eine Gemeinde in München gegründet hatten. Noch im gleichen Jahr kam es zu den ersten Todesurteilen. Einer der ersten täuferischen Märtyrer wurde im Februar 1527 in der Frauenkirche hingerichtet. Die letzte Enthauptung eines Münchner Täufers fand im September 1586 statt.<ref>Christian Hege: Munich (Freistaat Bayern, Germany). In: Global Anabaptist Mennonite Encyclopedia Online (englisch)</ref>

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Herzog Albrecht V., machte München als erster zur Kunststadt

1555 wurde von Herzog Albrecht V. der Protestantismus ganz verboten. Unter ihm wurde München zu einem Zentrum der Gegenreformation. Die 1559 nach München gerufenen Jesuiten gründeten ein Jahr später das erste Münchner Gymnasium, das Jesuiten-, später Wilhelmsgymnasium. Auch das kulturelle Leben erhielt neuen Auftrieb durch die Berufung des Komponisten Orlando di Lasso nach München. Für seine Kunstsammlungen errichtete der Herzog das Gebäude der Alten Münze.

Ab 1558 wurden eine Reihe von Zentralbehörden geschaffen. Die Bayerische Staatsbibliothek, der Geistliche Rat 1556 und die Hofkammer 1570. Daneben wurde 1560 mit dem Umbau der „Neufeste“, und ihrer Erweiterung bis an die heutige Residenzstraße begonnen. Hier entstand die Residenz mit Hofgarten als Wohnung und Regierungszentrale der kommenden Herzöge, Kurfürsten und Könige. Diese ist heute teilweise zu besichtigen.

1568 fand eine der aufwändigsten Hochzeiten der Zeit zwischen dem späteren Herzog Wilhelm V. und Renata von Lothringen statt. Die Hochzeit wird auch im Glockenspiel am Münchner Rathaus dargestellt.

1583 bis 1590: Im Auftrag des Herzogs wird für die Jesuiten an der Neuhauser Straße (heute Fußgängerzone) die Michaelskirche und die Alte Akademie errichtet. Sie war nicht nur größte Kirche im Stil der Renaissance nördlich der Alpen, sondern hat nach dem Petersdom in Rom das größte Tonnengewölbe der Welt und wurde richtungsweisend für den Barock in Süddeutschland.

1589 gründete Herzog Wilhelm V. für das Brauen von braunem Bier das Hofbräuhaus an der heutigen Sparkassenstraße und 1607 wurde das weiße Hofbräuhaus (für das Brauen von Weißbier) am Platzl gebaut. Der Brauereibetrieb wurde 1890 aus der Innenstadt verlegt und das Hofbräuhaus am Platzl ist seitdem nur noch Gaststätte.

1590 ließ Wilhelm V. den italienischen „Goldmacher“ Marco Bragadino wegen Betrug und Zauberei hinrichten. Er hatte dem in ständigen Geldschwierigkeiten steckenden Herzog versprochen, aus Blei Gold machen zu können.

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Der Marienplatz, circa 1642
Datei:Muenchen merian.jpg
München – Merianstich von circa 1642

Mit der Berufung des Kapuzinerordens nach München (1601) wurden zahllose Klöster, Kirchen, Kapellen und andere Klostergebäude vom Orden in der Stadt gebaut. Viele wurden bei der Säkularisation vernichtet. Die verbliebenen Bauten vermitteln eine Ahnung von der Bautätigkeit des Ordens.

Als erster absolutistischer Herrscher in Bayern ließ Kurfürst Maximilian I. die Münchner Residenz erweitern und ausbauen.

1609 wurde in München die Katholische Liga gegründet und ab 1619 zu Kriegsbeginn ein neuer Fortifikationgürtel angelegt.

Dreißigjähriger Krieg

Datei:2321 - München - Mariensäule.JPG
Mariensäule auf dem Marienplatz

1623: Für sein Engagement im Dreißigjährigen Krieg erhielt der bayerische Herzog die Kurfürstenwürde und München wurde zur kurfürstlichen Residenzstadt erhoben.

1632 entging die Stadt durch kampflose Übergabe, die Entrichtung der ungeheuren Summe von 300.000 Reichstalern sowie durch Geiselstellung einer Plünderung durch die Schweden unter der Heerführung Gustav Adolfs II. Als Dank für die Verschonung der Residenzstädte Landshut und München ließ Kurfürst Maximilian I. auf dem Marienplatz die Mariensäule errichten. Nach der verheerenden Niederlage der schwedischen und sächsischen Truppen in der Schlacht bei Nördlingen (6. September 1634) mussten die Schweden München räumen.

1634 erreichen spanische Truppen die Stadt, kurz darauf bricht in der Stadt die Pest aus. Dieser und einer zweiten Epidemie 1635 fällt ein Drittel der damaligen Bevölkerung zum Opfer. Die Einwohnerzahl sinkt kurzzeitig von 22.000 auf 9000 ab. 1635 kehrten die Schwedengeiseln nach München zurück.

1638–1645 wurde die Fortifikation der Stadt weiter ausgebaut. Das Gefecht der bayerischen und österreichischen Truppen unter Johann von Werth mit den Schweden unter Carl Gustav Wrangel zwischen Allach und Dachau vor den Toren Münchens im Oktober 1648 war die letzte Kampfhandlung des Krieges.

Zeitalter des Absolutismus

1657 wurde die Münchner Oper eröffnet, die Stadt öffnete sich unter Einfluss der Kurfürstin Henriette Adelheid von Savoyen dem italienischen Barock.

1663 ließ Kurfürst Ferdinand Maria aus Dank für die Geburt des lang ersehnten Stammhalters Maximilian II. Emanuel die Theatinerkirche errichten. Auch begann unter seiner Herrschaft der Bau des damals weit vor den Toren der Stadt gelegenen Schlosses Nymphenburg.

1664 wurde durch Vertrag mit dem Grafen von Thurn und Taxis die erste Poststation in München mit Postkursen nach Augsburg, Regensburg, Wels, Salzburg und Innsbruck eingerichtet.

1667 erschien ein Stadtplan und seit 1669 entstanden die ersten Mietshäuser in der Stadt.

1674 ereignete sich ein verheerender Brand der Residenz.

1683 beteiligte sich Max Emanuel an der Befreiung Wiens von den Türken und eroberte 1688 Belgrad. Im Zuge der Türkenkriege kamen zahlreiche türkische Kriegsgefangene nach München. Obwohl Max Emanuel als Statthalter der spanischen Niederlande seit 1692 häufig außer Landes war, begann er 1701 in Erwartung der Kaiserkrone vor den Toren der Stadt mit dem Bau des neuen Schlosses in Schleißheim.

Während des Spanischen Erbfolgekriegs wurde München von 1705 bis 1714 durch Österreich besetzt. Max Emanuel hatte sich mit Frankreich verbündet und die Schlacht bei Höchstädt verloren. Ein Aufstand der Bayern gegen das harte Besatzungsregime scheiterte am 25. Dezember 1705 blutig in der Sendlinger Mordweihnacht. 1715 kehrte Max Emanuel nach dem Friedensschluss nach München zurück und widmete sich dem Ausbau der außerhalb Münchens gelegenen Schlossanlagen von Nymphenburg und Schleißheim.

1724 wurde als erste Vorstadt das Lehel eingemeindet. 1727 wurde der Grundstein für die Klosterkirche St. Anna im Lehel gelegt, der ersten Rokokokirche Bayerns. 1728 begann der Bau des Nymphenburger Schlossrondells, dessen zehn Palais für Hofbedienstete eineinhalb Jahrhunderte später Ausgangspunkt beim Bau einer Villensiedlung im Raum München werden sollten (Nymphenburg).

Ab 1733 wurde die nächtliche Stadt mit Öllampen beleuchtet. Im selben Jahr wurde eine Kirche neben einem Wohnhaus in der Sendlinger Straße errichtet. Egid Quirin Asam baute mit eigenen Mitteln mit seinem Bruder Cosmas Damian Asam, auch zur Heiligsprechung des Märtyrers Johann Nepomuk, die Asamkirche. Die im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte und danach restaurierte Kirche ist ein Meisterwerk spätbarocker Kunst. Ab 1735 wurde St. Michael in Berg am Laim erbaut, ein Hauptwerk des bayerischen Rokokos.

Datei:Nymphenburg Amalienburg-1.jpg
Amalienburg, Rokokojuwel im Nymphenburger Schlosspark

Im Rahmen des Österreichischen Erbfolgekriegs kam es 1742 bis 1744 nach der Kaiserkrönung des Kurfürsten Karl Albrechts erneut zur Besetzung Münchens durch Österreich. 1744 zwang ein neues Bündnis Karl Albrechts mit Preußen die Österreicher zum Abzug. Sein Sohn Maximilian III. Joseph gab 1745 die Großmachtpolitik seiner Vorgänger auf, schloss Frieden mit Österreich und begann eine Politik der inneren Reformen.

1753 erfolgte die Fertigstellung des Residenztheaters. 1759 wurde die Bayerische Akademie der Wissenschaften gegründet.

1770 riefen mehrere Missernten eine große Hungersnot hervor. Der Kurfürst ließ zur Linderung Getreide aus Hofgütern verteilen, nahm Kredit in Holland auf und veräußerte sogar einen Teil der Juwelen der Schatzkammer. Im selben Jahr wurden die Hausnummern eingeführt.

Mit dem Tod von Kurfürst Maximilian III. Joseph 1777 starb die bayerische Linie der Wittelbacher aus und Karl Theodor aus der Pfälzer Linie wurde sein Nachfolger.

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Kredenz-Szene: Künstlerisch überhöhte Darstellung einer historischen Bierprobe auf dem Nockherberg in München (an einem 2. April zwischen 1778 und 1795). Paulaner-Braumeister Frater Barnabas reicht Kurfürst Karl Theodor einen Krug mit Salvator-Starkbier. Die Inschrift unten im Bild lautet: „Salve pater patriae“ (deutsch: „Sei gegrüßt, Vater des Vaterlands“), Eduard Ille, nach 1890

Der neue Herrscher siedelte zwar 1778 mit seinem Hofstaat von Mannheim nach München um, wurde aber in Bayern insbesondere nach seinem gescheiterten Tauschprojekt, mit dem er Teile Bayerns gegen die österreichischen Niederlande den Habsburgern abtreten wollte, bald äußerst unbeliebt. Dennoch leitete der Kurfürst mit seinem Minister Graf Rumford wichtige Reformen ein.

Der erste Papst, der die bayerische Hauptstadt besuchte, war im Jahr 1782 Papst Pius VI. Er machte auf der Heimreise von seinem Besuch bei Kaiser Joseph II. in Wien Station in München. 1785 richtete der Papst in München eine Nuntiatur ein, wogegen die Erzbischöfe von Köln, Trier, Mainz und Salzburg protestierten.

1788 verlegte Karl Theodor im Streit mit dem Münchner Rat um eine von der Bevölkerung geforderte Getreidesperre die Residenz nach Mannheim. Obwohl der Kurfürst bereits im darauffolgenden Jahr nach München zurückkehrte, kam es am 21. Mai 1791 zu einem neuen Eklat: Die Mitglieder des Rates der Stadt, der eine revolutionäre Broschüre herausgegeben hatte, wurden gezwungen in der Maxburg auf Knien vor einem Bildnis Karl Theodors Abbitte zu leisten.

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Chinesischer Turm im Englischen Garten

1789 erfolgte die Anlage des Englischen Gartens in den Isarauen vor der Stadt. Die Bastei vor dem Karlstor wurde 1791 niedergelegt und die Schleifung der Stadtmauern sowie ein Teil der Stadttore begann. Vor dem Karlstor wurde ein Platz angelegt, der 1797 den Namen Karlsplatz nach dem Kurfürsten Karl Theodor erhielt. Vom Volk wurde er nach Eustachius Föderl, der an der Ecke ein Gasthaus mit dem Namen Stachus-Garten oder Stachus-Wirt besaß, einfach Stachus genannt. An der Stelle der Gaststätte steht heute ein bekanntes Kaufhaus.

1798 wurde München von französischen Truppen bombardiert. Die Politik des Kurfürsten lavierte zwischen Österreich und dem revolutionären Frankreich. Als Karl Theodor 1799 in der Residenz an einem Schlaganfall starb, brach in der Stadt öffentlicher Jubel aus.

Hauptstadt des Königreich Bayerns

Max I. Joseph von Bayern

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts erfuhr die Stadt einen enormen Zuwachs an Einwohnern und wuchs zu einer der größten Städte Europas.

Karl Theodors Nachfolger Kurfürst Maximilian IV. Joseph wird in der Stadt mit Jubel empfangen. 1800 wurde München von französischen Truppen besetzt. Im Jahr darauf wurde das Einbürgerungsverbot für Protestanten aufgehoben. Im Rahmen der Säkularisation 1803 wurden auch in München zahlreiche Klöster aufgelöst. Nachdem Bayern ein Bündnis mit Frankreich eingegangen war, kam am 24. Oktober 1805 Napoleon I. nach München. 1806 wurde München zur Hauptstadt des Königreichs Bayern. Max IV. Joseph nahm am 1. Januar 1806 den Königstitel an.

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Nationaltheater und Königsbau der Residenz, Stich Mitte 19. Jahrhundert

Die Maxvorstadt wurde zwischen 1805 und 1810 unter König Maximilian I. Joseph, nach dem sie auch benannt ist, als erste planmäßige Stadterweiterung durch Friedrich Ludwig von Sckell und Karl von Fischer konzipiert. Der Ausbau der Fürstenallee nach Nymphenburg mit seinem Schloss und Adelspalais (Schlossrondell) zur prachtvollen Brienner-Straße nahm hier seinen Ausgang. An der Ausfallsstraße nach Schwabing entstanden außerhalb des im Jahr 1795 geschleiften mittelalterlichen Stadtrings neue Häuser, wie alte Gemälde zeigen (z. B. "Am Schwabinger Tor"). Der repräsentative und prunkvolle Ausbau am Odeonsplatz und in der Ludwigstraße erfolgte aber erst später.

1807 entstand durch königlichen Erlass der Viktualienmarkt. Im Jahr 1810 wurde anlässlich der Hochzeit des Kronprinzen Ludwig mit Prinzessin Therese Charlotte Luise von Sachsen-Hildburghausen auf einer Wiese (jetzt Theresienwiese) vor den Toren Münchens ein Volksfest mit Pferderennen gefeiert aus dem das Oktoberfest hervorging.

1811 begann der Bau des Nationaltheaters nach der Vorbild des Pariser Odeons.

1817 wurde mit dem Papst ein Konkordat geschlossen. Dabei wurde auch festgelegt, dass der seit 1803 verwaiste Bischofssitz von Freising nach München verlegt und das Bistum zum Erzbistums München-Freising erhoben wurde. Daraufhin wurde die Münchner Frauenkirche zur erzbischöfliche Kathedrale (Dom).

1818 erhielt Bayern eine Verfassung. Dazu erschien ein Edikt über die protestantische Gesamtgemeinde, welches das Staatsbürgerschaftsrecht regelte. Dabei wurde München zum Sitz des Bayerischen Landtags. Im selben Jahr erhielt München eine Selbstverwaltung mit zwei Bürgermeistern und zwei Ratskollegien, nachdem der Magistrat der Stadt zunächst 1810 aufgehoben worden war. Allerdings lässt das bis 1869 gültige königliche Gemeindeedikt, das die Residenzstadt ausdrücklich unter „die besondere Curatel und Aufsicht des Staates“ stellt, den Bürgermeistern und dem Magistrat nur wenig Gestaltungsraum.

Ludwig I. von Bayern

Datei:Domenico Quaglio (1787 - 1837), München - Die Residenzstraße gegen den Max-Joseph-Platz im Jahr 1826.jpg
Domenico Quaglio: Die Residenzstraße gegen den Max-Joseph-Platz im Jahr 1826 (erworben vom König im gleichen Jahr)
Unter der Regierung von König Ludwig I. (1825–1848) wurde München zu einer weithin bekannten Kunststadt.
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Reiterdenkmal Ludwigs I auf dem Odeonsplatz


Die Klassizisten Leo von Klenze und Friedrich von Gärtner gestalteten die Ludwigstraße mit der Feldherrnhalle vor dem Odeonsplatz und dem Siegestor (das als einziges Siegestor keinen realen Sieg feiert), sowie den Königsplatz und die Erweiterungsbauten der Residenz. Klenze errichtete die Ruhmeshalle auf der Theresienwiese und Ludwig Schwanthaler stellte die Bavaria auf. Die Glyptothek am Königsplatz wurde 1830 mit einer von König Ludwig I. gekauften Sammlung antiker er drohte dem Rat der Stadt zeitweise sogar damit, die Residenz aus München zu verlegen. Skulpturen und Vasen, eröffnet. Gebaut wurden auch die Alte Pinakothek 1836 und die Neue Pinakothek. Einige Bauprojekte musste der König gegen heftigen Widerstand in der Stadt durchsetzen, 1826 wurde unter Anwesenheit des Königs erstmals wieder eine Synagoge in der Westenriederstraße feierlich eingeweiht. Im Jahr 1827, wurde zur ersten evangelischen Kirche Münchens, der Matthäuskirche an der Sonnenstraße, der Grundstein gelegt. Diese ist Vorgängerin der heutigen Matthäuskirche am Sendlinger-Tor-Platz.

Die in Ingolstadt von Herzog Ludwig dem Reichen von Bayern-Landshut gegründete Universität, die 1800 unter Kurfürst Max IV. Joseph nach Landshut verlegt wurde und dort ihren Namen Ludwig-Maximilians-Universität erhielt, wurde von Ludwig I. 1826 nach München geholt. An der Ludwigstraße, Ausfallsstraße nach Schwabing (damals zugleich Landgemeinde und Landsitz niederen Adels sowie Rückzugsort vornehmer Bildungsbürger, später zur Stadt erhoben; siehe Schwabing, Geschichte), entsteht deren Hauptgebäude.

1835 kam es zur Gründung der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank. Mit der Eisenbahn nach Augsburg bekam München 1839 seine erste Bahnverbindung. Die von der München-Augsburger Eisenbahn-Gesellschaft gebaute Strecke führte von Augsburg nach Lochhausen, das damals vor München lag. Das Eisenwerk Hirschau, 1838 von Joseph Anton Maffei gegründet, baute 1841 seine erste Dampflokomotive. Maffei wurde 1931 von Krauß & Co. übernommen und die Firma in Krauss-Maffei geändert.

Die Affäre Ludwigs I. mit Lola Montez führte im März 1848 im Rahmen der allgemeinen Unruhen in Deutschland zur Abdankung des Königs. Zuvor war es dem Bruder des Königs Prinz Karl von Bayern gelungen die aufständischen Bürger, die bereits das Zeughaus gestürmt hatten, zu beruhigen.

Max II. von Bayern

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Maximilianeum von der Maximilianstraße gesehen

In der Regierungszeit von König Max II. (1848–1864) änderte sich der Baustil grundlegend. Viele der großartigsten Bauwerke Münchens entstanden im „Maximilianstil“, etwa die Maximilianstraße unter Leitung des Architekten Friedrich Bürklein oder der Glaspalast (von August von Voit entworfen). Diese war Ausfallsstraße zur vormals nicht zu München gehörenden armen Handwerkersiedlung und Sitz des Grafen von Preysing, Haidhausen. An ihrem Ende, in nächster Nähe der Handwerkerhäuser wurde das Stipendiatenkolleg Maximilianeum errichtet.

Auf Einladung des Königs kamen viele norddeutsche Literaten nach München.

1848 wurden die Sitzungen des Magistrats öffentlich. Im selben Jahr erschienen die Münchner Neueste Nachrichten zum ersten Mal.

1851 forderte eine Choleraepidemie über 3000 Menschenleben.

1854 erfolgt die Eingemeindung der bis dahin selbstständigen Stadt Vorstadt Au östlich der Isar mit den Ortsteilen Haidhausen, Giesing und der Au, zu jener Zeit vorwiegend von der sozialen Unterschicht bewohnt. Damit überschritt München die 100.000-Einwohner-Marke.

Im gleichen Jahr begann der Aufstieg zu einer Messestadt mit der 1. Allgemeinen Deutschen Industrieausstellung. Das heutige Messegelände (1998 eröffnet) befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens München-Riem und hat einige international bedeutende Veranstaltungen, wie z. B. ISPO vorzuweisen.

1855 wurde durch den König das Bayerische Nationalmuseum, damals noch in der Maximiliansstraße beheimatet, gegründet.

1857 wurde gemäß einer Legende die Münchner Weißwurst erfunden.

1860 wurde der 1848 gegründete und kurz danach verbotene Turnverein 1860 München wiedergegründet, die Fußballabteilung folgte erst 1899.

Ludwig II. von Bayern

Unter König Ludwig II. (1864–1886) erfuhr das Musikleben mit mehreren Aufenthalten Wagners ab 1864 und der Uraufführung einiger seiner Opern im Münchner Nationaltheater eine umstrittene Blüte. Im selben Jahr wurde Richard Strauss in München geboren. Die Kunstförderung des Königs (durch Bau der Pinakothek und Einfluss auf die Akademie) machten die Münchner Schule zur führenden Kunstrichtung im 19. Jahrhundert.

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Altes Rathaus zu Ende des 19. Jh.

1867 wurde begonnen das Neue Rathaus im neugotischen Stil zu errichten. Erst 1906 wird der dritte und letzte Bauabschnitt vollendet.

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Historische Karte von München (1888)

1868 wurde die Technische Hochschule gegründet.

1876 verkehrte die erste Münchner Trambahn.

Im Jahre 1877 wurde St. Markus in der Maxvorstadt eingeweiht, die zweite protestantische Kirche in München.

1877 wurde Sendling, das sich von einer ländlichen zu einer bedeutenden Industrievorstadt entwickelt hatte (unter anderem mit der Siemens AG), mit dem Westend nach München eingemeindet.

1882 zur 1. deutschen Elektrizitätsausstellung führte Oskar von Miller die erste Stromübertragung von Miesbach nach München durch. In München wurde allgemein die elektrische Beleuchtung eingeführt.

Eine starke Verdichtung der Bausubstanz brachten seit 1880 die lichtarmen Miethausblöcke der Gründerzeit, so in der Isarvorstadt, der Schwanthalerhöhe und im Ostbahnhofviertel in Haidhausen.

Der König selbst hielt sich lieber in den Alpen auf, seine Bauwut hat in München kaum Spuren hinterlassen. Nachdem er sein projektiertes Wagner Festspielhaus auf der Isaranhöhe nicht hatte durchsetzen können, wandte sich der König enttäuscht ab. Trotzdem entstanden zu seiner Zeit weitere Großbauten, nun allerdings ohne königliches Planungskonzept, so das Staatstheater am Gärtnerplatz und die Akademie der Bildenden Künste.

Der Mediziner Max von Pettenkofer (1818–1901) wurde 1865 erster Direktor des ‚Institut für Hygiene‘. Pettenkofer wurde als Pionier der Hygiene und Öffentlichen Gesundheit bekannt. Er analysierte die Choleraepidemien in München (1836/37 und 1853/54) und überzeugte Ludwig II., dass die Bodenqualität durch Zentralisierung der Abwasserkanalisation und der Trinkwasserversorgung wesentlich verbessert werden kann. Der Nutzen dieser Maßnahmen wurde erkennbar, als die Cholera 1892 in Hamburg wütete, München aber verschonte. <ref>www.mvp.uni-muenchen.de</ref>

Prinzregent Luitpold

München erlebte unter Prinzregent Luitpold (1886–1912) einen gewaltigen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung.

Unter Luitpold entstanden unter anderem die Prinzregentenstraße als Ausfallstraße zu dem ehemaligen selbständigen Grafensitz Bogenhausen nebst Prinzregententheater am Prinzregentenplatz und in der Folge, passend zur reichen Aristokratie des Ortes, eines der mondänsten Stadtviertel Münchens mit herrschaftlichen Villen (Villa Stuck) und besonders prächtigen Bürgerhäusern.

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Karlsplatz (Stachus) mit dem Justizpalast, um 1900

1887 erfolgte die Einweihung der Hauptsynagoge an der Herzog-Max-Straße. 1890 begann der Bau des Justizpalasts am Stachus.

1892 gründete sich die Münchner Sezession. 1896 erschien erstmals die Münchner Kulturzeitschrift „Die Jugend“, die namensgebend für den Jugendstil wurde. Um die Jahrhundertwende entstanden vor allem in Schwabing zahlreiche Jugendstilbauten. Schwabing erlebte um diese Zeit eine Blüte als Künstlerviertel, in dem zahlreiche bedeutende Literaten und Maler der Zeit verkehrten („München leuchtet“). Das Deutsche Theater in der Schwanthalerstraße wurde im September 1896 eröffnet.

1899 war ein bedeutendes Jahr des Automobilverkehrs: In München fand die erste Fahrprüfung der Welt mit Ausgabe von Führerscheinen und ersten Zulassungsnummern statt. Im selben Jahr wurde die Gemeinde Nymphenburg mit dem Schloss nach München eingemeindet.

1900 wurde der Verein FC Bayern München gegründet.

1901 überschritt München die 500.000 Einwohner-Grenze und war nach Berlin und Hamburg die drittgrößte Stadt im Deutschen Reich. Allein auf den rund 17 km² des Kernstadtgebiets von vor 1854 – einem Fünftel der Stadtfläche von 1900 – drängten sich mehr als 300.000 Einwohner.<ref>1910 waren es 306.169 bei einer Gesamt-Bevölkerungszahl von 596.467 – München – Musenstadt mit Hinterhöfen. Die Prinzregentenzeit 1886 bis 1912, hrsg. v. Friedrich Prinz und Marita Krauss, C. H. Beck, München 1988, S. 330.</ref> Teilweise krasses Wohnungselend gehörte zum Alltag vieler ärmerer Münchner. Die Münchner Opernfestspiele fanden erstmals in diesem Jahr statt.

1900/02 lebte Lenin in München und gab zwei revolutionäre Zeitschriften heraus. Von 1900 bis 1903 bestand das literarische Kabarett „Die Elf Scharfrichter“.

1903 wurde das Deutsche Museum auf Initiative Oskar von Millers gegründet und zog zunächst in provisorische Räume im Nationalmuseum. 1906 war die Grundsteinlegung des Museumsgebäudes auf der Museumsinsel, das erst 1925 fertiggestellt wurde. München war ein Brennpunkt technischer und wissenschaftlicher Innovation; viele Forscher und Erfinder wirkten in der Stadt.

1906 wurde die Münchner Volkshochschule gegründet.

Peter Ostermayr gründete 1907 seine Spielfilmproduktion (Filmstadt Geiselgasteig). 1911 wurde der weltweit erste nach geografischen Gesichtspunkten angeordnete Tierpark Hellabrunn eröffnet; im selben Jahr wurde die Münchner Künstlervereinigung „Der Blaue Reiter“ ins Leben gerufen.

Erster Weltkrieg

Mit dem Ersten Weltkrieg verlor Schwabing seine Bedeutung als Künstlerviertel weitgehend.

Die Verhängung des Kriegszustandes am 1. August 1914 feierten zahlreiche Münchner begeistert. Vor der Feldherrnhalle fanden patriotische Kundgebungen statt. In der Stadt entstanden in den folgenden Kriegsjahren neue Betriebe der Rüstungsindustrie, vor allem an der nördlichen Peripherie.

1916 kam es wegen der zunehmenden Nahrungsmittelknappheit zu ersten Hungerdemonstrationen. Ein Angriff französischer Flugzeuge im gleichen Jahr richtete nur geringen Schaden an.

Anfang 1918 fanden massive Streiks in der Münchner Rüstungsindustrie statt. Die immer schlechter werdende Versorgungslage der Bevölkerung und die „Nibelungentreue“ zu Berlin machte die Regierung Ludwig III. immer unbeliebter. Die bayerische Monarchie stürzte infolgedessen als erste in Deutschland. Im Ersten Weltkrieg waren mehr als 13.000 Einwohner von München gefallen.

Hauptstadt des Freistaates Bayern

Zwischen den Kriegen

1918: Revolution und Münchner Räterepublik. Am 8. November erklärte Kurt Eisner das Haus Wittelsbach für abgesetzt. Er proklamierte die Bayerische Republik und führte unter anderem das Frauenwahlrecht ein. Bereits am 21. Februar 1919 fiel Eisner dem Mordanschlag des Grafen Arco zum Opfer. Daraufhin riefen links-revolutionäre Kräfte die Räterepublik aus. Bereits im Mai 1919 wurde dieses Experiment durch Reichswehr und Freikorps brutal beendet.

Im Lokal Fürstenfelder Hof fand im Januar 1919 die Gründung der Deutschen Arbeiterpartei (DAP) statt. Sie entwickelte sich zur Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP).

Die ökonomische Situation war schlecht. Das Deutsche Reich hatte gemäß den Bestimmungen des Friedensvertrags von Versailles hohe Reparationen zu zahlen. Die Regierung versuchte dieses Problem zu lösen, indem sie mehr Geld druckte. Zusammen mit der schwierigen Wirtschaftslage führte dies 1923 zu einer Hyperinflation, unter der auch in München besonders Arbeiter, Angestellte und Rentner zu leiden hatten.

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Feldherrnhalle – letzte Station des Hitlerputsches

Am 8. November 1923 erklärte Hitler im Bürgerbräukeller die Reichsregierung für abgesetzt. Der so genannte Hitlerputsch endete am nächsten Mittag, als die bayerische Landespolizei vor der Feldherrnhalle das Feuer auf die Putschisten eröffnete. Vier Polizisten und 16 Demonstranten kamen ums Leben. Hitler erhielt von einem rechtsnational eingestellten Gericht lediglich fünf Jahre Festungshaft mit der Möglichkeit der vorzeitigen Entlassung nach neun Monaten, eine mehr als großzügige Strafzumessung.

Im Deutschen Museum, das 1925 in einen Neubau auf der Museumsinsel zog, wurde 1931 die erste Fernsehsendung der Welt gezeigt. Im selben Jahr zerstörte ein Feuer den Münchener Glaspalast. Seit 1925 wirkte Otto Falckenberg an den Kammerspielen.

Bei der Reichstagswahl März 1933 erzielte die NSDAP in München 37 % der Stimmen. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurden viele Ämter mit Parteimitgliedern besetzt (Gleichschaltung). Heinrich Himmler wurde Polizeipräsident von München. Zahlreiche Intellektuelle wie Thomas Mann verließen die Stadt.

Im nahegelegenen Dachau richtete die SS das erste permanente Konzentrationslager ein, das KZ Dachau.

10. Mai 1933: Nationalsozialistische Bücherverbrennung auf dem Königsplatz.

Die Stadt sollte großflächig umgebaut werden, zuständiger Architekt dafür war Hermann Giesler.

Mitte 1934 entledigte sich Hitler im so genannten Röhmputsch seiner innerparteilichen Rivalen in der SA.

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Haus der Kunst

In den Jahren 1935 bis 1945 führte München den Titel „Hauptstadt der Bewegung“. 1937 erhielt es zusätzlich den Titel „Hauptstadt der deutschen Kunst“. Während im neu eröffneten Haus der Kunst Kunst nach den Vorstellungen des Regimes ausgestellt wurde, prangerten die Nazis in einer Ausstellung im Hofgarten die so genannte „Entartete Kunst“ an. Nationalsozialistische Bauten: NSDAP-Zentrale (heute Musikhochschule), Haus der Kunst, Nordbad, Oberfinanzdirektion (Sophienstraße).

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Hitler mit Mussolini in der Ludwigstraße
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In der Reichspogromnacht zerstörte Synagoge, Herzog-Rudolf-Straße

1937/38 begannen in großem Umfang die Arisierungen jüdischer Unternehmen (erste Ansätzen hatte es seit 1933 gegeben). Sie basierten auf einer eigens angelegten „jüdischen Gewerbekartei“.

1938 erfolgte die Eingemeindung umfangreicher Gebiete im Westen von München, darunter auch die der bis dahin selbstständigen Stadt Pasing mit ihrer Kunstgewerbeschule und Lehrerbildungsanstalt - wegen der Bedeutung dieses neuen Stadtteils allerdings mit eigener, nur dem Münchener Oberbürgermeister unterstellter Bezirksverwaltung.

Am 29. September 1938 fand im ‚Braunen Haus‘ in der Arcisstraße die Unterzeichnung des Münchner Abkommens statt. Der britische Premierminister Neville Chamberlain und der französische Ministerpräsident Édouard Daladier stimmten darin der Abtrennung des Sudetenlands von der Tschechoslowakei zu; die Wehrmacht besetzte es innerhalb von zehn Tagen.

Die Münchner Synagogen wurden bereits Wochen vor der eigentlichen Reichspogromnacht zerstört. So fiel auch die Hauptsynagoge am Lenbachplatz der Plünderung und Brandschatzung zum Opfer, da sie Hitler bei einem Stadtbesuch „störend“ ins Auge gefallen war. Am 9. November 1938 hielt im Alten Rathaus Joseph Goebbels eine Rede, die als Auftakt der Reichskristallnacht gilt.

Mitte 1938 verfügte der Gauleiter Adolf Wagner den Abriss der evangelischen Stadtpfarrkirche St. Matthäus in der Sonnenstraße unweit des Stachus.<ref>angeblich um die Verbreiterung der Sonnenstraße auf Berliner Maße durchführen zu können. Als eigentlicher Anlass vermutet wird die schwelende Animosität des NS-Regimes gegen den bayerischen Landesbischof Hans Meiser, der eine Gleichschaltung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern durch die Deutschen Christen und damit ein Aufgehen in der „Reichskirche“ zu verhindern versuchte.</ref>

Am 8. November 1939 scheiterte Georg Elsers Attentat auf Adolf Hitler im Bürgerbräukeller.

  • Siehe auch den Artikel Karl Fiehler (NSDAP-Aktivist und Münchner Oberbürgermeister von 1933 bis 1945)

In der Reichskristallnacht wurden Synagogen in der Herzog-Rudolf-Straße und in der Reichenbachstraße durch Brandstiftung zerstört und zahlreiche Geschäfte und Wohnungen jüdischer Münchener wurden vor den Augen der Polizei verwüstet und geplündert.Die männlichen wohlhabenden jüdischen Bewohner wurden anschließend in Konzentrationslager verschleppt, um sie zur Emigration zu nötigen und ihr Vermögen zu arisieren. Im Zusammenhang mit diesen Ereignissen kamen mehrere jüdische Mitbürger zu Tode.<ref>Die inszenierte Empörung - Der 9.November 1938 pdf, Bundeszentrale für politische Bildung, abgerufen 27. Dezember 2014</ref><ref>Die Nacht als die Synagogen brannten, Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, abgerufen 28. Dezember 2014</ref>

Zweiter Weltkrieg

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Mahnmal für die Weiße Rose vor der LMU München

Von den 12.000 Juden in München waren bis zum Beginn des Holocaust rund 7.500 geflüchtet. Im November 1940 fand die erste Judendeportation aus dem Stadtgebiet statt. Es folgten 42 weitere Transporte mit rund 3.000 Personen. Die meisten davon Betroffenen ermordete die SS. Die amerikanische Armee fand nach der Befreiung Münchens lediglich 84 überlebende Juden in der Stadt.

Während des zweiten Weltkrieges existierten zahlreiche Lager für NS-Zwangsarbeit (KZ-Außenlager und Außenkommandos, Kriegsgefangenenlager sowie Zivilarbeiterlager) im Raum München.<ref>Zwangsarbeiterlager, Münchenwiki, abgerufen 28. Dezember 2014</ref>

Die NS-Machthaber verurteilten Hans und Sophie Scholl sowie Christoph Probst von der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ 1943 in München zum Tode. Die Studenten hatten gemeinsam mit einem kleinen Kreis von Kommilitonen und Dozenten in der Ludwig-Maximilians-Universität zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus aufgerufen. Im Februar hatte ein Hausmeister die Geschwister Scholl bei einer Aktion in der Ludwig-Maximilians-Universität beobachtet, denunziert und festnehmen lassen. Der Prozess fand im Münchner Justizpalast statt, die Hinrichtung in der Strafanstalt München-Stadelheim. Die Mitstreiter Alexander Schmorell, Willi Graf und Kurt Huber bezahlten ihren Widerstand gegen die Nazis ebenfalls mit dem Leben.

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Das zerstörte Siegestor

Wie alle deutschen Großstädte war auch München im Zweiten Weltkrieg Ziel alliierter Luftangriffe. Sie galten überwiegend der Industrie sowie wichtigen Bahnanlagen. Flächenbombardements trafen aber auch die Zivilbevölkerung schwer und zerstörten viele Kulturdenkmäler (Luftangriffe auf München). Die britische Royal Air Force begann im September 1942 mit ersten Angriffen. Vom Frühjahr 1944 an beteiligten sich zunehmend Verbände der US Army Air Force, die von Italien und England aus starteten. Die schwersten Schäden richtete die RAF in der Nacht vom 7. auf den 8. Januar 1945 an, als in zwei Wellen etwa 2000 Tonnen Bomben auf die Innenstadt Münchens fielen. Dabei wurden etwa 82.000 Wohnungen zerstört.

Am 30. April 1945 besetzten Einheiten der 7. US-Armee München. Kurz zuvor war die Freiheitsaktion Bayern gescheitert.

Bis Kriegsende war durch 73 Luftangriffe die historische Altstadt zu 90 % und die Stadt insgesamt zu 50 % zerstört. Über 6.000 Menschen fanden bei Luftangriffen den Tod, etwa 15.000 wurden verletzt. Die Zahl der im Zweiten Weltkrieg gefallenen Münchener wird auf mindestens 33.000 geschätzt. Auch infolge Evakuierung und Flucht reduzierte sich die Bevölkerungszahl von 824.000 im Jahr 1939 auf 479.000 unmittelbar nach Kriegsende.

Nachkriegszeit 1945–1990

Datei:SFP 186 - Flug ueber Muenchen.ogv
Flug über München kurz nach Kriegsende
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800 Jahre München, Feuerwerk auf der Theresien Wiese 1958

München gehörte zur amerikanischen Besatzungszone. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann in München der Wiederaufbau. Der Schriftsteller Eugen Roth („Ein Mensch …“), gerade selbst „ausgebombt“, hatte über das Wie schon in dem Artikel nachgedacht, der am 13. Januar 1945 unter der Überschrift „München als ewiges Besitztum“ in den Münchner Neuesten Nachrichten erschien und in dem es heißt: „Es wird trotzdem auch künftig eine Stadt geben, die nicht nur München heißt, sondern auch München ist, so, wie Rom heute und immer Rom ist. Das alte München wird es wohl nicht mehr sein, kann es, ja soll es nicht mehr werden. Denn wir haben in einer Stadt gelebt, die in Jahrhunderten gewachsen ist, wir möchten in keiner leben, die ‚beinah täuschend‘ so ausschaut, wie früher. Wie und was da noch erhalten, wieder aufgebaut werden kann, ist eine Frage, die vor dem Frieden nicht beantwortet werden kann. Manches wird überraschend schnell in erträgliche Bahnen gebracht werden. Das was uns bleibt und das wir würdig wieder instandsetzen können, werden wir als köstlichstes Vermächtnis bewahren.“<ref>Zitiert nach München, Ein Lesebuch. insel taschenbuch 827, 1986, S. 315</ref>

Thomas „Dammerl“ Wimmer, Münchener Oberbürgermeister von Juli 1948–1960, forderte mit den (sprichwörtlich gewordenen) mundartlichen Worten rama dama (auf Hochdeutsch etwa „aufräumen tun wir“) die Bevölkerung auf, die Trümmer und Ruinen des Zweiten Weltkrieges wegzuräumen.

Die Währungsreform 1948 und ein Wirtschaftsaufschwung ab etwa 1950 spielten hierbei eine entscheidende Rolle. Bei der Rekonstruktion des Stadtbildes legte man – anders als in vielen anderen deutschen Städten – Wert darauf, die historische Straßenführung nicht zu verändern und alle bedeutenden Gebäude möglichst originalgetreu wiederherzustellen.

Datei:Bausteine für den Wiederaufbau der zerstörten Münchner Kirchen.jpg
Manschette von 18 Postkarten mit Motiven zerstörter Münchner Kirchen. Diese sollten die Bevölkerung dazu anregen, finanzielle Mittel zu erbringen. Als "Bausteine für den Wiederaufbau" wurden sie vom Verlag Katholische Kirche Bayerns in verschiedenen Serien herausgegeben und waren mit Aquarellen von G. Reitz illustriert.

Großunternehmen wie Siemens, BMW und MAN machen München in der Nachkriegszeit zu einer der wichtigsten Industriestädte der Bundesrepublik.

Am 4. Mai 1945 wurde Dr. Karl Scharnagl (CSU) als Oberbürgermeister der Stadt von der amerikanischen Besatzungsmacht eingesetzt.

Am 6. Juni 1947 fand in München die Konferenz aller deutschen Ministerpräsidenten statt.

1949 nahm der Bayerische Landtag seinen Sitz im Maximilianeum. Im September 1949 fand das erste Oktoberfest nach dem Krieg statt.<ref>muenchen.de</ref>

Das bayerische Fernsehen startete offiziell 1954. Die Fernsehstudios und die der privaten Konkurrenz befinden sich heute außerhalb Münchens, in Unterföhring. Im selben Jahr gab es die erste Städtepartnerschaft mit Edinburgh, sechs weitere sollten folgen (Verona, Bordeaux, Sapporo, Cincinnati, Kiew und Harare).

Am 15. Dezember 1957 überschritt München die Eine-Million-Einwohner-Grenze. Mit der Geburt des Pasingers Thomas Seehaus wurde München zur Millionenstadt. Sein Pate wurde Oberbürgermeister Thomas Wimmer.<ref>Andreas Unger: Das Millionerl. Der Tagesspiegel. 17. Dezember 2007. Abgerufen am 3. Februar 2013.</ref>

Am 6. Februar 1958 kam es zu einem tragischen Flugzeugunglück auf dem damaligen Flughafen München-Riem. Unter den Verunglückten war die Fußballmannschaft von Manchester United. Ein weiteres schweres Unglück ereignete sich am 17. Dezember 1960, als ein Passagierflugzeug den Turm der Sankt-Pauls-Kirche streifte und anschließend auf eine vollbesetzte Straßenbahn fiel. Die beiden Katastrophen ließen erstmals Rufe nach Verlegung des Flughafens München-Riem laut werden.

1960 wurde Hans-Jochen Vogel (SPD) Oberbürgermeister als Nachfolger von Thomas Wimmer (SPD).

Aus der 1962 von Ewald-Heinrich von Kleist-Schmenzin gegründeten Münchner Wehrkundetagung ging die Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik hervor. Alljährlicher Tagungsort ist das Hotel Bayerischer Hof.

In den 60er Jahren entstanden neue Satellitenstädte wie Neuperlach und Hasenbergl.

In Schwabing kam es im Zuge der Studentenbewegung wiederholt zu Studenten- und Jugendkrawallen (Schwabinger Krawalle).

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Sondermarke der Deutschen Bundespost mit dem Olympiagelände zu den Olympischen Spielen 1972

1972 fanden die XX. Olympischen Sommerspiele im neu erbauten Olympiapark auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Oberwiesenfeld statt. Geplant waren die Spiele als die „heiteren Spiele“ als bewusster Kontrast zu den Propagandaspielen der Nationalsozialisten im Jahre 1936. Dieser Eindruck unbeschwerter und friedlicher Spiele wurde jedoch durch die Geiselnahme von München jäh zerstört, als am 5. September durch Mitglieder der palästinensischen Terrororganisation Schwarzer September israelische Sportler als Geiseln genommen wurden. Der Befreiungsversuch der deutschen Behörden in Fürstenfeldbruck endete in einer Katastrophe: Alle elf israelischen Geiseln, ein Polizist und fünf palästinensische Terroristen starben.

Aufgrund dieser Großveranstaltung erfuhr der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs eine wesentliche Beschleunigung durch den Betriebsstart von U-Bahn und S-Bahn rechtzeitig zu den Olympischen Spielen: Die Münchner U-Bahn wurde erst am 19. Oktober 1971 eröffnet und befährt mittlerweile ein Streckennetz von mehr als 100 km. Im Jahr darauf wurden die Vorortbahnen zur S-Bahn München zusammengefasst. Zudem wurde zwischen der Neuhauser- und der Kaufingerstraße in der Münchner Innenstadt die Fußgängerzone eröffnet.

1974 wurde München einer der Austragungsorte der Fußballweltmeisterschaft. Im Olympiastadion fand neben weiteren Spielen das Finale statt.

1978 ermöglichten Flügelkämpfe der Münchner SPD die Wahl des CSU Kandidaten Erich Kiesl, der nach einer Wahlperiode bereits wieder von seinen Vorgänger Georg Kronawitter (SPD) abgelöst wurde.

Bei einem Attentat am 26. September 1980 auf dem Oktoberfest starben 13 Menschen, 218 wurden verletzt. Der Attentäter, der aus dem neonazistischen Umfeld stammte, kam bei dem Attentat selbst ums Leben. Seitdem erinnert ein Mahnmal am Eingang des Oktoberfests an diesen Vorfall.

1980 besuchte Papst Johannes Paul II. München.

1981 erfolgte die Eröffnung des Neubaues der Neuen Pinakothek. Im selben Jahr nimmt das Europäische Patentamt in einem Neubau an der Isar seine Arbeit auf. Pläne auch das Europäische Markenamt nach München zu holen scheitern jedoch.

Im selben Jahr wurden mehrere versuchte Hausbesetzungen durch Jugendliche bereits nach kurzer Zeit zum Teil gewaltsam beendet. In der Folge kommt es zu Anschlägen durch die Gruppe Freizeit 81.

1983 Die IGA 1983 fand im neu entstanden Westpark statt. In der Rudi-Sedlmayer-Halle wurde der 28. Eurovision Song Contest 1983 ausgetragen.

1984 erlebte München ein extrem schweres Hagelunwetter. Die Gesamtschäden in München und Umgebung wurden auf rund drei Milliarden DM geschätzt. (→ Hagelsturm von München)

1985 fand die Eröffnung des umstrittenen neuen Kulturzentrums am Gasteig statt.

Jüngste Vergangenheit von 1990 bis zur Gegenwart

1992 kam es nach langem Streit zur Eröffnung des neuen Münchner Flughafens Franz Josef Strauß im Erdinger Moos. Der alte Münchner Flughafen in Riem wurde innerhalb einer Nacht auf das neue Areal umgezogen. München entwickelte sich zu einem wichtigen High Tech Standort.

1992 fand der Weltwirtschaftsgipfel in München statt.

1993 erfolgte die Eröffnung der Staatskanzlei im Hofgarten. Im selben Jahr wurde Christian Ude (SPD) Oberbürgermeister der Stadt als Nachfolger Georg Kronawitters.

1998 wurde die Neuen Messe in München-Riem auf dem Areal des ehemaligen Flughafens eröffnet. Heute ist dort noch der alte Tower des Flughafens, ein roter Backsteinbau, zu sehen. Auf dem Gelände der alten Messe in der Nähe der Theresienwiese wurde ein umfassendes innerstädtisches Entwicklungsprogramm vorangetrieben, in dessen Rahmen ein Wohn- und Geschäftsviertel neu entstand. Das Verkehrszentrum des Deutschen Museums ist dort inzwischen ebenfalls zu finden.

2002 erfolgte die Eröffnung der Pinakothek der Moderne im Kunstareal München, das in der Folge mit den Neubauten für das Museum Brandhorst und das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst sowie dem Erweiterungsbau für das Lenbachhaus weiter ausgebaut wurde.

2003 Als erste deutsche Großstadt wird München bis 2008 seine EDV zu großen Teilen auf Linux und freie Software umstellen, hierfür wird eine eigene Linuxdistribution mit dem Namen Limux entwickelt. (Siehe auch Linux in staatlichen Einrichtungen)

Am 21. November 2004 entschieden die Münchner in einem Bürgerentscheid, dass in Zukunft keine Hochhäuser, die 100 Meter (Höhe der Türme der Frauenkirche) übersteigen, im Stadtgebiet errichtet werden dürfen. Anlass war die Fertigstellung einer Reihe neuer, teilweise umstrittener Hochhäuser wie des Uptown München und der Highlight Towers.

2005 BUGA 2005 – Bundesgartenschau in München, in der Nähe der Messe Riem. Eröffnung am 28. April.

Am 30. Mai 2005 wurde nach 30 Monaten Bauzeit das neue Fußballstadion, die Allianz Arena, fertiggestellt und eingeweiht.

Am 5. September 2005 wurde die Schrannenhalle in der Nähe des Viktualienmarkts wiedereröffnet.

Seit 2006 gehören sowohl die Ludwig-Maximilians-Universität als auch die Technische Universität München zu den ersten, anfangs nur drei deutschen Eliteuniversitäten.

Am 9. Juni 2006 fand die Eröffnung der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland in der Allianz Arena in Fröttmaning statt.

Vom 9. bis 11. September 2006 besuchte Papst Benedikt XVI. als dritter Papst München und hielt einen Gottesdienst am Messegelände in Riem.

9. November 2006: Drei Jahre nach der Grundsteinlegung für das Jüdische Zentrum am Jakobsplatz erfolgte die Einweihung der neuen Hauptsynagoge. Endgültig fertiggestellt wurde das Jüdische Zentrum dann 2007.

Am 20. Oktober 2007 wurde BMW Welt am Olympiapark eröffnet.

Ab Ende 2006 wurde ein Zentraler Omnibus-Bahnhof an der S-Bahnhaltestelle Hackerbrücke in der Nähe des Hauptbahnhofes erbaut und nach dreijähriger Bauzeit 2009 fertiggestellt.

Der zweite Ökumenische Kirchentag hat vom 12. bis 16. Mai 2010 in München stattgefunden.

Am frühen Donnerstagvormittag des 15. November 2012 fiel in weiten Teilen der Stadt der Strom aus. Bis zu 450.000 Bürger waren dabei betroffen. Straßenampeln fielen aus, S- und U-Bahn wurden erheblich im Fahrplanablauf gestört.

Das DFB-Präsidium entschied im August 2013 sich mit München als Austragungsort für die Fußball-EM 2020 zu bewerben, die in ganz Europa stattfinden soll. Eine Bewerbung um die Winterspiele 2022 scheiterte dagegen an einem Volksentscheid im November 2013. Mit ihrer Bewerbung für die Spiele 2018 war München zuvor ebenfalls gescheitert.

Im November 2013 erregte der Schwabinger Kunstfund großes Aufsehen.

Persönlichkeiten der Stadtgeschichte

Künstler

München und insbesondere Schwabing hat schon seit langem bedeutende Künstler aller Art angezogen. Diese schufen eine endlose Zahl großer und kleiner Kunstwerke, die oftmals in Museen zu besichtigen sind oder sogar das Stadtbild prägen. Viele Namen sind in den Straßennamen verewigt. Von der fast endlosen Liste berühmter Persönlichkeiten, die in München geboren wurden oder dort gewirkt haben, hier eine Auswahl:

Erasmus Grasser, Hubert Gerhard, Johann Baptist Straub, Ignaz Günther, Hans Krumpper, Ludwig von Schwanthaler (Bildhauer), Johann Baptist Stiglmaier (Bildhauer und Neubegründer des monumentalen Erzgusses), Cosmas Damian Asam (Maler und Baumeister) und Egid Quirin Asam (Bildhauer und Baumeister), Johann Baptist Zimmermann (Maler und Stuckateur), Giovanni Antonio Viscardi, Enrico Zuccalli, Joseph Effner, Johann Michael Fischer, François de Cuvilliés der Jüngere, Gustav von Vorherr, Carl von Fischer, Leo von Klenze, Friedrich von Gärtner (Baumeister), Jan Polack, Peter Candid, Hans von Aachen, Carl Rottmann, Wilhelm von Kaulbach, Carl Spitzweg, Franz von Lenbach, Franz von Stuck, Wilhelm Leibl (Maler), Paul Heyse, Henrik Ibsen (Schriftsteller), Orlando di Lasso, Giovanni Battista Ferrandini, Giuseppe Antonio Bernabei, Pietro Torri, Wolfgang Amadeus Mozart,Richard Wagner, Richard Strauss, Franz Lachner, Max Reger, Carl Orff (Komponisten).

Schwabing zog eine große Zahl an Künstlern um die Jahrhundertwende und während der Weimarer Republik an: insbesondere Maler wie Paul Klee, Wassily Kandinsky, Alexej von Jawlensky, Gabriele Münter, Franz Marc, August Macke und Alfred Kubin, dazu Schriftsteller wie Rainer Maria Rilke, Frank Wedekind, Franziska Gräfin zu Reventlow, Thomas Mann, Lion Feuchtwanger, Bert Brecht, Oskar Maria Graf, Marianne von Werefkin. Die bekannte Künstlerverbindung der Expressionisten, der Blaue Reiter, hat in München seinen Ursprung.

Wissenschaftler

Bereits im Mittelalter wurde München unter Kaiser Ludwig dem Bayern ein wichtiger Ort des Geisteslebens, an seinen Hof hatten sich unter anderem die Theologen und Philosophen Marsilius von Padua und Wilhelm von Occam geflüchtet. Im späten 18. Jahrhundert reorganisierte mit Benjamin Thompson ein renommierter Naturwissenschaftler von München aus das bayerische Staatswesen.

Seit dem 19. Jahrhundert ist München ein Zentrum der Wissenschaften. Forscher und Erfinder wie Alois Senefelder, Joseph von Fraunhofer, Justus von Liebig, Carl von Linde, Rudolf Diesel, Oskar von Miller, Georg Simon Ohm, Emil Kraepelin, Alois Alzheimer arbeiteten in München und der junge Albert Einstein besuchte das Luitpold Gymnasium. Zahlreich sind die Nobelpreisträger, die in München lehrten, von Wilhelm Conrad Röntgen im Jahre 1901 bis Theodor Hänsch 2005.

Stadtoberhäupter

Datei:Altes Rathaus und Mariensäule in München.jpg
Das neue Rathaus und die Mariensäule auf dem Marienplatz

Die Führung der Stadt oblag seit dem 13. Jahrhundert dem Rat, der sehr unterschiedliche Bezeichnungen hatte (Consules, Die Burger aus dem Haus, Die Ratgeben). An dessen Spitze stand ein Bürgermeister, der ebenfalls im Laufe der Zeit verschiedene Bezeichnungen hatte. Anfang des 19. Jahrhunderts leitete der Magistrat die Stadtverwaltung. Ihm standen zwei Bürgermeister vor. 1810 gab es einen Munizipalrat nach dem Vorbild der französischen Republik und ab 1818 wieder einen Magistrat. München war ab jenem Zeitpunkt eine Stadt 1. Klasse. Dem Magistrat standen zwei Bürgermeister vor. Daneben gab es als zweite Kammer die „Gemeindebevollmächtigten“. Dieses Verwaltungssystem wurde 1869 reformiert, dem Grunde nach jedoch beibehalten. Erst ab 1919 gab es nur noch ein Einkammersystem. Magistrat und Gemeindebevollmächtigte wurden zum Stadtrat vereinigt. Die Leitung der Stadt oblag dem ehrenamtlichen, von den Bürgern beziehungsweise ab 1924 vom Gemeinderat gewählten 1. Bürgermeister und einem hauptamtlichen 2. Bürgermeister. Ab 1935 erhielt der Erste Bürgermeister den Titel Oberbürgermeister. An seiner Seite gab es Beigeordnete. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Stadtrat und Oberbürgermeister zunächst von der amerikanischen Besatzungsmacht eingesetzt, ab 1946 wurde der Stadtrat bereits wieder von der Bevölkerung gewählt. Der Oberbürgermeister wurde ab 1952 ebenfalls wieder von der Bevölkerung der Stadt gewählt.

Seit dem Zweiten Weltkrieg stellt die SPD fast ununterbrochen die Bürgermeister der Stadt, einzige Ausnahme war Erich Kiesl (CSU) von 1978 bis 1984. Derzeitiges Stadtoberhaupt ist seit 1. Mai 2014 Dieter Reiter (SPD), welcher Christian Ude (SPD) nach 21 Jahren im Amt abgelöst hat.

Siehe auch

Literatur

  •  Reinhard Bauer, Ernst Piper: München. Die Geschichte einer Stadt. R. Piper GmbH & Co. KG, München, Zürich 1993, ISBN 3-492-03182-X.
  •  Richard Bauer (Hrsg.): Geschichte der Stadt München. C. H. Becksche Verlagsbuchhandlung, München 1992, ISBN 3-406-35946-9.
  • Richard Bauer: Geschichte Münchens, Vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Sonderausgabe, Verlag C. H. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-57288-3.
  •  Joachim Käppner, Wolfgang Görl, Christian Mayer (Hrsg.): München. Die Geschichte der Stadt. Süddeutsche Zeitung Edition, München 2008, ISBN 978-3-86615-622-7.
  •  Hans F. Nöhbauer: München. Eine Geschichte der Stadt und ihrer Bürger. Band 1: von 1158 bis 1854, Süddeutscher Verlag, München 1989, ISBN 3-7991-6427-8.
  •  Hans F. Nöhbauer: München. Eine Geschichte der Stadt und ihrer Bürger. Band 2: von 1854 bis zur Gegenwart, W. Ludwig Buchverlag, München 1992, ISBN 3-7787-2126-7.
  • Franz Schiermeier: Stadtatlas München, Karten und Modelle von 1570 bis heute. Herausgegeben vom Stadtarchiv München und vom Münchner Stadtmuseum. 2003, ISBN 3-9809147-0-4.
  • Helmuth Stahleder; Richard Bauer, Stadtarchiv München (Hrsg.): Chronik der Stadt München. Dölling und Galitz Verlag, München 2005.
  • Landeshauptstadt München, Referat für Stadtplanung und Bauordnung (Hrsg.): stadt bau plan, 850 Jahre Stadtentwicklung München, DVD zur Ausstellung im Referat für Stadtplanung und Bauordnung. Franz Schiermeier Verlag, München 2009, ISBN 978-3-9811425-8-7.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />